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Gesundheit, Inland

10 Thesen zur Corona-Pandemie

von IPPNW-AK „Süd-Nord“ – https://www.ippnw.de/

Die „Corona- Kontroverse“ – Handelt es sich um eine ernste Erkrankung, und wenn ja, wie ist angemessen damit umzugehen? – verläuft quer durch politische Lager und Organisationen und betrifft auch uns als IPPNW. Das ist von Belang, weil wir eine Organisation von Ärzt*innen sind und unsere friedenspolitische Glaubwürdigkeit gerade darauf in hohem Maße fußt. Die Autor*innen des vorliegenden Papiers wollen dabei helfen, die emotionalisierte Debatte zu versachlichen, zu strukturieren und ihr vor allem eine gemeinsame medizinische Basis geben, ohne die die Erhebung politischer Forderungen jeder sinnvollen Grundlage entbehrt. THESEN-Papier meint dabei, dass wir damit nicht Wahrheiten behaupten, sondern ein Set von medizinischen, epidemiologischen und politischen Grundannahmen anbieten wollen: Ausgangshypothesen, die eine sinnvolle gemeinsame Basis sein können für dann zu formulierende Kontroversen bezüglich theoretischer und praktischer Schlussfolgerungen. Wer diese Grundlagen nicht teilt, möge gerne entsprechende Antithesen formulieren.

  1. Worum handelt es sich bei SARS-Cov2 und Covid-19 medizinisch?

Das neue Corona-Virus SARS-Cov2 sowie die dadurch verursachte Erkrankung Covid-19 – über deren Charakteristika das Robert-Koch-Institut (RKI) einen „Steckbrief“ publiziert hat1 – ist eine ernste medizinische Bedrohung, die nach gut sieben Monaten weltweit schon einer sechsstelligen Zahl von Menschen das Leben gekostet hat und dabei ist, weitere Leben zu kosten. Die Zahl variiert je nach Zählweise (WHO, Johns Hopkins University, …) und unterliegt Unsicherheiten (siehe 3.), liegt aber letztendlich in dieser Größenordnung. Da die Infektion oft symptomarm oder symptomlos verläuft2, werden viele Infektionen gar nicht erkannt – je nach Screening-Methode der verschiedenen Länder in sehr unterschiedlicher Größenordnung.

  1. Wichtige Charakteristika von Covid-19 (medizinisch und epidemiologisch)

Typisch ist das sehr komplexe Erscheinungsbild, das auch über 6 Monate nach Identifikation des Erregers kaum Vorhersagen über den jeweiligen individuellen und den epidemiologischen Verlauf erlaubt.

Bekannt ist z.B., dass außer den Atemwegen auch Gerinnungssystem, Darm, Nieren, Leber, Nerven und Gehirn befallen werden können. Dass vorerkrankte und ältere Menschen ein höheres Risiko haben, bei einer Infektion an SARS-Cov2 schwer an Covid-19 zu erkranken oder zu versterben – und dass schwere und tödliche Verläufe auch außerhalb der Risikogruppen auftreten. Dass Covid-19 schon vor dem Auftreten von Symptomen ansteckend ist. Und dass eine frühere Erkrankung an einem der alten, „banalen“ Corona-Viren keine Immunität gegen SARS-Cov2 zu bewirken scheint.

Weitgehend unbekannt sind viele Pathomechanismen bei schweren Verläufen, ob Covid-19 eine nachhaltige Immunität bewirkt, wie sie sicher feststellbar ist, welche epidemiologische Rolle Kinder spielen und wie der weitere pandemiologische Verlauf sein wird (weitere Wellen,

Gesamtdauer der Pandemie…). Selbst die Hauptwege der Übertragung und die sinnvollsten Schutzmaßnahmen dagegen sind z.T. bis heute nicht völlig geklärt.

  1. Was ist unter einem/r „Covid-19-Toten“ zu verstehen?

Als Covid-19-ToteR gilt einE verstorbeneR PatientIn, bei der/dem Covid-19 als todesursächlich im Totenschein vermerkt wurde. Also keineswegs nur ein Todesfall mit positivem PCR-Test auf SARS-Cov2, wie viele KritikerInnen meinen.

In der Praxis bezieht sich die/der den Tod bescheinigende Ärztin/Arzt dabei auf klinische, radiologische, (oft) PCR- und (selten) Obduktions-Befunde.

Der PCR-Nachweis kann laut WHO und RKI die Diagnose stützen, ist aber nicht Bedingung. Anmerkung: Die Rate schwer fehlerhafter deutscher T-Scheine wurde in einer Studie der Universität Rostock von 2017 (also vor Covid-19) auf über 25% taxiert.3 „Schwer fehlerhaft“ ist hier allerdings nicht gleichbedeutend mit falscher Diagnose.

  1. Motive hinter dem sogenannten Lockdown: medizinisch – oder neoliberal-kapitalistisch?

An den ab März 2020 praktisch weltweit verhängten Abschottungs- und Stilllegungs-Maßnahmen („Lock Down“) gibt es kein primäres Interesse seitens der ApologetInnen des neoliberalen Gesellschaftsmodells. Vielmehr waren gerade sie es, die frühe Distanz- und Drosselungsmaßnahmen etwa bei Fußballspielen, Faschings- und Wahlkampfveranstaltungen verhinderten. In von Rechts-Populisten wie Trump, Johnson und Bolsonaro regierten Ländern blieb dies besonders lange so, in Italien und Spanien soll diese Verzögerung maßgeblich die hohe Mortalität bedingt haben.

  1. Primärmotive der politischen EntscheiderInnen

Im Verlauf der so entstandenen Krise stand die Bundesregierung bald vor einer Dynamik, die ihr über den Kopf zu wachsen drohte. Zumal sich nicht vorhersagen ließ, ob die anrollende Pandemie sich zu einer Katastrophe wie die Spanische Grippe von 1918 auswachsen könnte. Im Versuch, dieser nun doch eingeräumten Gefahr etwas entgegenzusetzen, lag die primäre Motivation für den (letztlich global und fast flächendeckend angewandten) Lockdown.

  1. Zu bedenkende sekundäre Interessen:

Bald hinzu kam sehr wahrscheinlich das Interesse, die Gelegenheit zu nutzen, Notstandsrecht und Aussetzung demokratischer Kontrolle einmal exzessiv in praxi zu testen (nachdem u.a. mit Blick auf militärische Planungen in Deutschland 2016 die Bevölkerung aufgefordert worden war, sich erhebliche Trinkwasser- und Nahrungsvorräte zuzulegen.)

  1. Ist „Corona“ schlecht oder gut für Neoliberalismus und Kapitalismus?

Auch wenn einzelne Sektoren wie IT-Branche und Online-Handel z.T. massiv profitieren, schadet der „Lockdown“ summa summarum dem neoliberalen Wirtschafts- und Gesellschafts-modell, seine Auswirkungen bedrohen es sogar existenziell. Auch wenn seine VerfechterInnen

bestrebt sind, möglichst viele Kosten und Lasten auf die schwächeren Teile der Gesellschaft abzuwälzen – und dabei auf viel zu wenig Widerstand stoßen. In der Außenwahrnehmung überlagern sich die Folgen dieses Abwälzens mit den Auswirkungen zahlreicher Fehler des Lockdown-Ansatzes, der als neues, einschneidendes und unter Zeitdruck entstandenes Kon-zept per se stark fehlerbehaftet ist. Schwierig bei der Beurteilung des Lockdown: Nicht nur die Krankheit, sondern auch die Maßnahmen dagegen schaden – und zwar nicht nur der Wirtschaft, sondern vor allem auch den Menschen (Beispiel: Vernichtung von Arbeitsplätzen – was sich in Ländern ohne Sozialversicherung noch weit gravierender auswirkt als hier, siehe 9.). Zudem zu beachten: Beides lässt sich hinterher weit besser beurteilen als vorher.

  1. Die Pandemie hat historisches Potential:

Ungeachtet aller Kompensationsversuche in Gestalt von Lastenabwälzung (s.o.) und Rettungs-paketen: Primär setzt der Lockdown im Handumdrehen die bisher für unverrückbar gehaltenen Wachstums- und Selbstregulations-Dogmen des Marktes außer Kraft (Beispiele sind Drosselung von Flugverkehr und Flugzeugproduktion, Rettungspakete und dafür notwendige Neuverschuldung). Die neoliberalen Dogmen sind auch bei der Bewältigung der Folgen massiv hinderlich, da finanzkapitalistische Mechanismen wie z.B. Börsen die Schwächung von Betroffenen potenzieren statt dämpfen. Dass Giganten wie die Lufthansa plötzlich nur noch durch faktische Verstaatlichung rettbar sind, wird sich auf Dauer nicht verbergen lassen. Hier wird die intrinsische Dysfunktionalität unseres neoliberalen Gesell-schaftsmodells offenbar – eine historische Chance zu seiner Überwindung. Diese wird von der Sozialen Bewegung bisher kaum gesehen. Stattdessen wird z.T. erbittert darüber debattiert, ob die Corona-Maßnahmen medizinischen Schutz oder Panikmache bezwecken – u.E. ein Irrweg, der letztendlich dem Erhalt des bestehenden Modells nutzt.

Denn seine Überwindung wird durch die Krise keineswegs garantiert – vielmehr besteht, wenn niemand da ist, die/der eine emanzipatorische Alternative formuliert und einfordert, durchaus das Risiko einer Eskalation der bereits bestehenden Herrschaftsverhältnisse – die dann durch Demokratie-Abbau und Auftrieb für rechtsgerichtete HeilsbringerInnen aus unzufriedenen, „systemkritischen“ Teilen des Bürgertums heraus in einen neuen Totalitarismus münden könnte (wie es auch zu Weimarer Zeiten zu beobachten war).

Die Verwirrung wird zudem dadurch erhöht, dass es unter den „Corona-ZweiflerInnen“ neben vielen Rechten und unzufriedenen, aber politisch naiven BürgerInnen auch durchaus Linke gibt

– die ebenso wie die Unzufriedenen an eine neoliberale Motivation für den Lockdown glauben (das Fehlen von Primärmotiven verdrängend und ihre Argumentation auf Sekundär-phänomene stützend).

  1. Und sie hat eine Nord-Süd-Dimension:

Aus unserer Sicht resultiert eine größere Nord- Süd-Dimension, als a priori sichtbar: Übereinstimmung zwischen „Nord“ und „Süd“ (reichen und armen Ländern) besteht darin, dass es bisher keine kausale Therapie oder Impfung gibt und dass Schutz nur durch strukturierte Abstands-, Hygiene- und Aufklärungsmaßnamen möglich ist.

Groß ist der Nord-Süd-Unterschied aber bei den Ressourcen für Diagnostik, Behandlung und epidemiologischer Kontrolle. Und noch größer bei den sozioökonomischen Auswirkungen von Schließungs- und Abstandsmaßnahmen sowie den Reserven, um diese aufzufangen: Der UN-Generalsekretär hat daher vor einer „Pandemie des Hungers“ infolge der Covid-19-Pandemie gewarnt. Diese droht vor allem als Folge der Maßnahmen dagegen.

Wobei auch Menschen im Norden durch Letztere in wirtschaftliches und psychisches Elend gestürzt werden und dadurch zu Tode kommen. Sodass auch hier eine Abwägung zwischen den Folgen der Erkrankung und denen der Schutzmaßnahmen Not tut, um mehr Nutzen als Schaden zu stiften.

Im Süden muss diese Abwägung aus den o.g. Gründen künftig erheblich andere Maßstäbe anlegen. Was nur möglich ist, wenn der letztlich diktatorische Druck der neoliberalen Globali-sierung auf die Politik dieser Länder eingedämmt und der Krieg des Nordens gegen den Süden ausgesetzt wird – wenigstens für die Dauer der Pandemie.

Konkret bedeutet dies einen Katalog von sieben Punkten:

  1. freier Wissens- und Technologietransfer auf medizinischem Gebiet
  1. Unterstützung durch WHO und OECD für bedürftige Länder bei der Aussetzung von Patent-rechten und der Erteilung von Zwangslizenzen für die Produktion notwendiger Medikamente
  1. Aussetzung der WTO-Regeln für die ärmsten und durch Kriege und Sanktionen geschwäch-ten Länder, die Schutzmaßnahmen für ihre Volkswirtschaften wie Zölle, Arbeits- und Umwelt-schutz-Regulierungen verbieten 
  2. sofortiger Waffenstillstände in allen internationalen Konflikten, wie vom UN-Generalsekre-tär gefordert
  3. sofortige Aussetzung wirtschaftlicher Zwangsmaßnahmen („Sanktionen“), wie von der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte gefordert – insbesondere gegen alle kriegsgeschädig-ten Länder
  4. Aussetzung aller militärischen Großmanöver weltweit und Umwidmung des NATO-2%-Zieles für den Gesundheitsschutz
  5. Stopp aller Modernisierungsprogramme für Atomwaffen weltweit.
  6. Zum Ursprung von SARS-Cov2 und Covid-19:

Dazu gab und gibt es weiterhin mehrere Hypothesen (u.a. der Fledermaus-Ursprung). Im Interesse wirksamer Eindämmung sollte hier weiter geforscht werden, ohne Denkverbote (etwa bezüglich einer durch menschlichen Einfluss geförderten oder auch menschen-gemachten Genese).

Handlungsvorschläge:

  1. Initiative zur Rettung der WHO vor ihrer Zerstörung –
  • zum einen vor Forderungen nach ihrer Abschaffung wie seitens der USA
  • aber auch Deformierung ihres Charakters als UN-basierte Institution in Richtung einer Kapital- und Konzern-Basierung.
  1. Quantifizierung der Schäden und insbesondere Zählung der Toten in Deutschland nicht nur durch Covid-19, sondern auch durch die Maßnahmen dagegen.

 

Christoph Krämer (Chirurg und Viszeralchirurg, Rettungsmedizin)

Dr. med. Helmut Lohrer (Facharzt für Allgemeinmedizin, Corona-Schwerpunktpraxis)

Marlene Pfaffenzeller (Nervenärztin und Psychotherapeutin)

Barbara Schwegler (Chirurgin und Viszeralchirurgin, Rettungsmedizin)

Dr. med. Wolfgang Thon (Internist, Onkologe)

Dr. habil. Günter Rexilius (psychologischer Psychotherapeut)

Dipl.-Med. Barbara Bodechtel (HNO-Ärztin)

Ihre Rückmeldungen und Beiträge zur Corona-Diskussion nehmen wir gerne entgegen. Bitte mailen Sie an: forum@ippnw.de

 

ttps://ippnw.de/commonFiles/pdfs/corona-thesen.pdf

Diskussionen

14 Gedanken zu “10 Thesen zur Corona-Pandemie

  1. Nur jeder dritte Russe will sich gegen Covid-19 impfen lassen.
    Weitere 11% neigen dazu, sind aber noch unentschlossen.
    Das ergab eine russlandweite Umfrage des Marktforschungsunternehmens NARI am 6. und 7. Dezember, also nach dem Moskauer Impfstart.
    30% der Befragten wollen sich keinesfalls impfen lassen, Ablehnend sind 13%.

    https://ahk.us14.list-manage.com/track/click?u=8fdd7414d9cadd57fd1dca5f7&id=ed4afce98e&e=737032dc06

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    Verfasst von Timur | 10. Dezember 2020, 22:29
  2. Die Wirtschaft hat in Schweden identische Verluste wie die Nachabarn. Insofern stellt sich die Frage ob der Preis in Form von Humankapital den Sonderweg rechtfertigen, von dem man sich auch dort inzwischen verabschiedet hat.

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    Verfasst von Doc Holliday | 8. Dezember 2020, 13:01
  3. Danke für den klaren Beitrag!

    1. bis 3.

    Womit wir es genauer zu tun haben, ist unklar, da der PCR-Test fragwürdig ist (https://cormandrostenreview.com/report/).

    Bis auf Weiteres sollte man sich zur Einschätzung der Covid-Gefahr an die Entwicklung der allgemeinen (Über-)Sterblichkeit und Intensivbettenbelegungen und deren Vergleiche mit Vorjahren halten (siehe z.B. https://youtu.be/LZLGSHlZqRc).

    4.

    Ein primäres Interesse seitens der „ApologetInnen des neoliberalen Gesellschaftsmodells“ (oder einiger von ihnen) deutet sich u.a. in folgenden Aspekten an: Bindung von Kreditbewilligungen an Covid-Maßnahmen (siehe z.B. https://deu.belta.by/president/view/lukaschenko-uber-aufdrangung-von-zusatzlichen-bedingungen-bei-vergabe-von-auseren-krediten-50846-2020/); „Great Reset“-Initiative des Weltwirtschaftsforums; starke Wirtschaftsmächte hinter der Klimafrage in Richtung Erhöhung der Energiepreise.

    Wahrscheinlich lässt sich das primäre Interesse aus dem bevorstehenden Riesenfinanzkrach ableiten, dessen Unvermeidlichkeit aus allen möglichen ideologischen, auch pro-kapitalistischen, Blickwinkeln erkennbar ist. Es geht um die Rettung von Macht und Reichtum angesichts eines zusammenbrechenden Wirtschaftssystems — wie auch schon beim „alten“ Faschismus der 1930er.

    Im Unterschied zum „alten“ Faschismus besteht heute ein stärkerer Interessengegensatz zwischen Fraktionen eines global organisierten Großkapitals und jeweiligs national basierten kleineren und mittleren Kapitalfraktionen. Daher wäre zwischen den Gefahren eines „supranationalen“ Faschismus und eines „nationalen“ Faschismus zu unterscheiden. (In den USA kann man quasi beide Ströumungen noch gegeneinander kämpfen sehen, in der EU hat erstere gesiegt.)

    5.

    Der Bundesregierung ist nichts über den Kopf gewachsen.

    Dass keine interdisziplinären Runden unabhängiger Expert*innen aufgemacht wurden und werden wie in Schweden, kann kein Versehen sein. Dass die wirtschaftlichen und gesundheitlichen Schäden der Corona-Maßnahmen ihren Nutzen übersteigen, war absehbar und spätestens seit dem Verlauf des ersten Lockdowns auch statistisch ausrechenbar.

    8.

    Die Hauptgefahr für Demokratie-Abbau/Totalitarismus geht nicht von „rechtsgerichteten HeilsbringerInnen“ in der Grundrechtebewegung aus, sondern vom Staat und der mitlaufenden politischen „Mitte“ und „Linken“.

    Der faktische Einfluss „rechtsgerichteten HeilsbringerInnen“ auf die Grundrechtebewegung wäre zu untersuchen — und nicht nach dem Eindruck zu gehen, den Leitmedien durch Rosinenpickerei erwecken möchten, um die Bewegung zu diskreditieren. Vielleicht entspricht er dem in der Gesamtbevölkerung Deutschlands „üblichen“ Ausmaß; vielleicht liegt er darunter oder darüber. Beeinflusst wird er natürlich vom Nichtmitmachen linker Strömungen, dessen Ursachen und Wirkungen ebenfalls zu untersuchen wären. Zur Einschätzung der Gefahr wäre außerdem zu untersuchen, auf welche Kapitalfraktionen sich die „rechtsgerichteten HeilsbringerInnen“ stützen können und wie einflussreich diese sind. Mir scheinen Kapitalfraktionen in Deutschland, die national-faschistische Ansätze stärken können, äußerst schwach zu sein. Ganz anders Kapitalfraktionen, die supranational-faschistische Ansätze stärken.

    Die Grundrechtebewegung könnte die einzige Bewegung sein, die uns vor der offenen Diktatur schützt. Sie wäre als Teil von Grundrechteprotesten zu analysieren, die es auch in anderen Ländern gibt (Großbritannien, Irland, Niederlande, Griechenland, Australien, USA, Slowenien …) .

    Handlungsvorschläge:

    – Durch Mitmachen in der Grundrechtebewegung emanzipatorische Perspektiven in sie einbringen. Kritik an „rechtsgerichteten HeilsbringerInnen“ üben, ohne das Anliegen der Bewegung zu delegitimieren: Schutz der Grundrechte und Einhaltung der Gewaltenteilung.

    – Von den öffentlichen Medien Einhaltung des öffentlichen Auftrags fordern: Offene Diskussionen zwischen Fachleuten mit unterschiedlichen Positionen; journalistisch ordentliche Recherche und Informationsauswahl; Schluss mit Hetze, Panikmache und Statistikzauber.

    – Demokratische Kontrolle und Restrukturierung des RKI nach Vorbild von z.B. Schweden; keine Entgegennahme privater Spendengelder durch das RKI. Solange das nicht gewährleistet ist: Sofortige Gründung eines Kommitees mit parlamentarischer Festlegung der Mitglieder zur Beratung der Bundesregierung mit öffentlicher Dokumentation; entsprechend durch Landesparlamente zur Beratung der Landesregierungen.

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    Verfasst von Mieterin 2ter Klasse | 7. Dezember 2020, 21:00
  4. Motive hinter dem sogenannten Lockdown: medizinisch – oder neoliberal-kapitalistisch? Wird hier gefragt.

    Guckt mal, so sieht unsere Zukunft aus- kapitalistisch, technokratisch. Damit ist es in den letzten Monaten gut vorangegangen. Die Medizin spielt eine wichtige Rolle dabei, liefert doch erst diese Königsdisziplin der Wissenschaft die Legitimation für den Zugriff auf den menschlichen Körper, das Urteil über ihn und den Verlust an Souveränität über ihn.

    https://www.rubikon.news/artikel/der-technik-faschist

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    Verfasst von David Ireland | 7. Dezember 2020, 20:34
  5. Es geht noch weiter. Und da wird es offen schwerstkriminell; siehe Zitat aus obigem Beitrag: „Dass Giganten wie die Lufthansa plötzlich nur noch durch faktische Verstaatlichung rettbar sind, wird sich auf Dauer nicht verbergen lassen. Hier wird die intrinsische Dysfunktionalität unseres neoliberalen Gesell-schaftsmodells offenbar – eine historische Chance zu seiner Überwindung.“

    Die Hoffnung auf eine „historische Chance auf Überwindung“ eines (ja, ganz sicherlich sogar) dysfunktionalen Gesellschaftsmodells darf bitteschön doch nicht herhalten, um einen absehbar(!) ungeheuerlichen Massenmord ethisch zu legitimieren!!! Wobei ich dem Autoren nicht unterstelle, einer solchen Argumentation zusprechen zu wollen. Doch hätte er sich ausdrücklich von solchen schwerstkriminellen Argumentationen zu distanzieren, um nicht in den Verdacht zu geraten, ein schwerstes Verbrechen zu billigen.

    Hier ist offenbar einiges aus der Facon geraten. Das alles ist doch völlig irrsinnig. Man kokettiert mit dem Massenmord.

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    Verfasst von No_NWO | 7. Dezember 2020, 14:30
  6. Zitat: „Im Süden muss diese Abwägung aus den o.g. Gründen künftig erheblich andere Maßstäbe anlegen. […] Konkret bedeutet dies einen Katalog von sieben Punkten: […]“ Es werden vom Autoren sodann 7 Forderungen formuliert, von denen jeder weiß, daß sie niemals durchzusetzen sein werden. Daß es also durch die Lockdowns im Süden zu was kommen wird, bitteschön!? Und wenn die 7 Forderungen erkennbar nicht durchsetzbar sind, dann ist was, bitteschön, daraus zu folgern? Präziser: Wenn bekannt ist, daß durch die Lockdowns im Süden faktisch(!) unvermeidlich Massentod verursacht wird, und wenn dennoch Lockdown gefordert wird — wie wird solch ein sehenden Auges herbeigeführter Massentod vom Völkerrecht her bezeichnet, bitte? Was für eine […] Scheiße!!! Besinnung jetzt!!!

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    Verfasst von No_NWO | 7. Dezember 2020, 12:55
    • Die Antwort ist einfach: Ohne die geforderten Maßnahmen würde die sich ungebremst ausbreitende Seuche einen ungleich umfassenderen Massentod auslösen.

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      Verfasst von LZ | 7. Dezember 2020, 13:26
      • Vor einem Völkerrechts-Gericht wird mit Blick auf die Gegenüberstellung der Todesopferzahlen von jeweils Lockdown und Covid-19 glasklar nachzuweisen(!) sein, auch nur einen einzigen Menschen vor dem Tode gerettet zu haben. Jener Nachweis wird sich ausschließlich auf jene heute(!) bereits erlangbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse zu gründen haben, die sich aber erst nach(!) der Pandemie als zutreffend erwiesen haben werden.

        Wissenschaftliche Hypothesen dürfen nicht zum Zwecke der Prüfung auf Richtigkeit per Experiment am lebenden Objekt geprüft werden, wenn Tod oder Gesundheitsschaden eintreten können. Ein jeder weiß dies. Was ja auch den verzweifelten Versuch der Covid-Propaganda verständlich macht, aus der Wissenschaft kommende Kritiker der Lockdowns mundtot zu machen. Vor einem Völkerrechts-Gericht (wie auch vor dem eigenen Gewissen) würde das Argument, einer einhelligen wissenschaftlichen Meinung gefolgt zu sein, eventuell(!) entlasten können. Man wird sich allerdings dem Argument gegenübergestellt sehen, ein jeder müsse im Rückblick auf die nazifaschistische Rasselehre gewußt haben, daß es eine Wissenschaft gebe, welche Macht- und Profitinteressen dient. Daß es also nicht juristisch entlasten könne, einer wissenschaftlichen Auffassung zu folgen, nur weil diese sich als „Mehrheitsmeinung“ dargestellt habe.

        Es ist schlimm, dies Selbstverständliche umständlich juristisch herleiten zu müssen. Jedes Kind versteht dies ganz von selbst. WAS IST MIT EUCH LOS, LEUTE???

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        Verfasst von No_NWO | 7. Dezember 2020, 14:11
        • Es gibt gesichertes medizinisches Wissen. Dies kann nicht mit Verweis auf alternative Meinungen in Frage gestellt werden. Auch ein wie auch immer geartetes Völkerrechtsgericht kann das nicht und eine Mehrheitsmeinung auch nicht.
          In der Medizin gilt letztlich: Wer heilt hat recht. Wir werden in der Zukunft sehen, ob die Länder wie z.B. Kuba, die flächendeckend impfen, heilen oder schaden und ebenso wie es denen geht, die weder an Viren und Impfungen glauben.
          Heute schon ist Fakt, daß es den asiatischen Staaten und Kuba bestens geht mit ihrer Politik des harten Lockdowns gefolgt von konsequenter Nachverfolgung und es z.B. den USA mit ihrer sozialdarwinistischen Politik des Leugnens und den Dingen ihren Lauf lassen extrem schlecht geht.
          Die Wodargs & Co werden natürlich alle Fakten weiter leugnen, der medizinische Laie kann sich aber ein Urteil bilden, indem er sich einfach anschaut, welche Politik welches Ergebnis zeitigt. Wer die Seuche im Griff hat, hat recht. Er hat nicht nur inhaltlich recht, sondern vor allem materiell wirtschaftlich: China und seine Wirtschaft blüht, der Westen siecht dahin.
          Jeder medizinische Laie kann auch beurteilen, welches politische Lager welche Position bezieht. Er wird unschwer feststellen, daß es neben den „Querdenkern“ die Konservativen, Neoliberalen und Rechtsextremen sind, die im Namen der „Freiheit“ gegen die „kommunistische“, „kollektivistische“ Coronapolitik in Asien und Kuba sind.
          Und dem Kommentator sollte zu denken geben, daß zu eben diesem Lager die Kreise zählen, die die von ihm bekämpfte NWO errichten wollen.

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          Verfasst von LZ | 7. Dezember 2020, 15:18
        • Euer Vortrag schafft die gegen ihn sprechenden medizinischen Zahlen, Daten und Fakten nicht aus der Welt. Allein schon die Expertise von Fachleuten von höchstem internationalen Ruf, wie Ioannidis und zahlreiche weitere, ist juristisch bereits hinreichend, die Lockdowns als Völkerrechtsverbrechen zu bewerten. Maßnahmen mit solch schwersten Folgen wie die Lockdowns wären legitim nur, wenn es gewichtige Gegenstimmen nicht geben würde. Es gibt sie aber.

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          Verfasst von No_NWO | 7. Dezember 2020, 20:12
        • Die Geschichte wird von Siegern geschrieben, auch in dieser Epoche werden wir das erleben. NO_NWO, du kennst das Ergebnis jetzt schon. Dank der weltweiten kollektivistischen Maßnahmen wurde die Seuche besiegt! Nur einige wenige rechtsextreme Querdenker wollten dies verhindern, sie wurden aber durchschaut, ihnen wurde das Handwerk gelegt!

          So wie in Schulbüchren die Heldentaten der Heerführer vergangerer Tage gepriesen wuren und werden. Erst mit Beginn einer neuen Epoche wird die Geschichte in den Schulbüchern geändert.

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          Verfasst von noname | 7. Dezember 2020, 16:16
        • Noname — Der deinerseits skizzierte Ausgang dieser Angelegenheit ist sicher vorstellbar, aber nicht zwingend. Die Hölle der Dystopie rückt mit jedem Tag der Lockdowns näher, ja. Um so mehr ist Aufgeben keine realistische Option. Jeder einzelne Tag früher, den all die vielen Betonköpfe, wie hier die der lz-Redaktion, einlenken werden, ist ein triumphaler Sieg für Wahrheit, Freiheit und Brüderlichkeit, ein Sieg für das Menschengeschlecht. Linke haben eine sehr sehr weiche Stelle: Sie denken rational. Jedenfalls ist das ihr Anspruch.

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          Verfasst von No_NWO | 7. Dezember 2020, 20:25
  7. „.. Risiko einer Eskalation der bereits bestehenden Herrschaftsverhältnisse – die dann durch Demokratie-Abbau und Auftrieb für rechtsgerichtete HeilsbringerInnen aus unzufriedenen, „systemkritischen“ Teilen des Bürgertums heraus in einen neuen Totalitarismus münden könnte (wie es auch zu Weimarer Zeiten zu beobachten war). ..“

    Hier äußert sich jene Befürchtung und Unsicherheit die auch andere Gruppen der linken Bewegung betrifft. Man befürchtet Auftrieb für systemkritische „rechtsgerichtete HeilsbringerInnen“, gar das diese einen neuen Totalitarismus herbeiführen könnten. Deshalb lehnt man die Proteste gegen die Coronamaßnahmen ab. Damit ist man voll auf Kurs der Leitmedien, Regierungen und überstaatlichen Organisatonen.

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    Verfasst von Werner | 7. Dezember 2020, 10:09

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