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Ausland, Welt

Redebeitrag anlässlich der 31. Außerordentlichen Sitzungsperiode der Generalversammlung der Vereinten Nationen, als Reaktion auf die COVID-19

von Miguel Díaz-Canel – http://de.granma.cu/

Bild: Cubaminrex

Sehr geehrter Herr Generalsekretär!
Herr Präsident!
Verehrte Staats- und Regierungschefs!
Delegationsleiter!

Ich möchte der Republik Aserbaidschan, die den Vorsitz der Bewegung Blockfreier Staaten innehat, für die Initiative danken, welche die Einberufung dieser außerordentlichen Sitzungsperiode der Generalversammlung angebahnt hat.

Allein die Weltgesundheitsorganisation, das universellste und repräsentativste Gremium der Vereinten Nationen, ist in der Lage, ein koordiniertes Vorgehen bezüglich der COVID-19 und ihrer Folgen, im Einklang mit den Behandlungsprotokollen und Best Practices der WHO, im großen Maßstab zu fördern.

Es stellt eine traurige, aber unbestrittene Tatsache dar, dass die Pandemie die schwerwiegenden Probleme und enormen Herausforderungen verschärft hat, denen die Menschheit schon vor deren Auftreten ausgesetzt war.

Wir sprechen von Kriegen, einschließlich der nicht konventionellen; der Anwendung und der Androhung von Gewalt und der Anwendung von unilateralen Zwangsmaßnahmen, aber ebenfalls vom Mangel an Gesundheitsversorgung, Bildungs- und Sozialversicherungs-Dienstleistungen bzw. deren Prekarität, da sie jenen blinden Regeln des Markts und jenem ungleichen Austausch unterworfen sind, die auf der Welt vorherrschen.

Heute sind jene Anzeichen dramatisch sichtbar, welche einige Experten als die der schlimmsten wirtschaftlichen Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg  bezeichnen, und niemand zweifelt daran, dass das Schwergewicht der Krise auf den Ländern des Südens lasten wird, welche schon durch den neoliberalen Missbrauch betroffen sind, der den verheerenden Schaden der Armut verschlimmert hat.

Die Außenschuld der Entwicklungsländer, schon mehrmals bezahlt und aufgrund der Pandemie vergrößert, kappt mit einem Hieb die Bestrebungen um wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wohlstand; sie ist unbezahlbar und muss erlassen werden.

Unter den jetzigen Bedingungen sollte dringend eine gerechte, demokratische und faire Weltordnung geschaffen werden. Das ist eine Voraussetzung für das Überleben unserer Spezies in einer immer mehr miteinander verbundenen und paradoxerweise ungleichen Welt.

Die COVID-19 hat die menschlichen Kosten jener Ungleichheit aufgedeckt und die dringende Notwendigkeit der Stärkung der einzelstaatlichen Gesundheitssysteme, der Ermöglichung des frei zugänglichen und kostenlosen  Zugangs zu den grundlegenden medizinischen Dienstleistungen und der Absicherung der gerechten Verteilung der lebensnotwendigen Ressourcen enthüllt.

Die Welt schaut mit Bestürzung, wie z.B. die Vereinigten Staaten – verantwortlich für 38% der weltweiten Militärausgaben – unfähig sind, um für die mehr als 11 Millionen COVID-19-Infizierten und über 238.000 daran Verstorbenen in jenem Land aufzukommen.

Es ergibt sich eine Frage, wenn man das harte Panorama an Infektionen, erneutem Aufleben der Krankheit und die Zusammenbrüche der Gesundheitsversorgung in  Nationen von beneidenswertem Wohlstand beobachtet: Warum wird das enorme, heute für das Wettrüsten verschwendete Budget nicht dafür verwendet, diese Pandemie und solche anderen, viel älteren Pandemien wie Hunger und Armut zu bekämpfen?

Herr Präsident:

Sofort seit dem Ausbruch von SARS-CoV-2 und angesichts der Bedrohung, dass sich dies in eine Pandemie verwandeln könnte, hat Kuba einen Nationalen Plan zu deren Vorbeugung und Kontrolle ausgearbeitet. Seine Umsetzung stützt sich auf die Stärken unseres Gesundheitssystems, von bewährter Qualität und universeller Reichweite, und die wissenschaftliche Entwicklung des Landes.

Mit Bescheidenheit und auch mit gesundem Stolz können wir heute der Welt erläutern, wie es möglich war.

In Kuba haben wir ein auf Wissenschaft und Neuerung basierendes Regierungsführungssystem eingeführt, das die Vernetzungen zwischen den Wissens-, Produktions-, Dienstleistungs- und Gesellschafts-Bereichen befruchtet hat.

Es handelt sich um ein inklusives, partizipatorisches, systemisches, transdisziplinäres und Sektor-übergreifendes System, das sein bestes Ergebnis durch die Robustheit der bei der Bekämpfung der COVID-19 angewandten Protokolle herauskristallisiert und erreicht hat und durch die von unserer Bevölkerung bewiesene Verantwortung.

Mit anderen Worten: das, was wir machen, ist ein praktischer Ausdruck dafür, wie das Gesellschaftssystem von Kuba arbeitet, das sehr komplexe Probleme erfolgreich zu lösen bzw. anzugehen in der Lage ist, wobei bei der Regierungsarbeit der Mensch im Vordergrund steht.

Die Rolle der Wissenschaft und ihre Verknüpfung mit der Regierungsführung sind von wesentlicher Bedeutung gewesen. Die in der medizinisch-pharmazeutischen Industrie und Biotechnologie erreichten relevanten Ergebnisse ermöglichen uns, die Krankheit unter besseren Bedingungen zu bekämpfen. Zwei kubanische Impfstoffanwärter, jetzt in der klinischen Testphase, gehören zu den 47 von der Weltgesundheitsorganisation registrierten.

Unserer humanistischen Berufung getreu haben 53 medizinische Brigaden den Kampf gegen die Krankheit in 39 Ländern und Gebieten unterstützt, welche zu denen hinzukamen, die schon in 59 Nationen ihre Dienste leisteten.

Dies ist sogar trotz der schweren Last der seitens der US-Regierung auferlegten kriminellen und ungerechten Blockade, ihrer Verschärfung ohnegleichen und einer zynischen Kampagne zur Diskreditierung unserer internationalen medizinischen Kooperation möglich gewesen.

Wir prangern hier dieses aggressive Verhalten gegenüber Kuba und anderen souveränen Nationen an, und den angekündigten Versuch, die Monroe-Doktrin wiedereinzuführen, was gegen das Völkerrecht und die Verkündigung von Lateinamerika und der Karibik als Friedenszone verstößt.

Unsere Verpflichtung und unser Eintreten für die Absichten und Prinzipien, welche dieser Organisation zugrunde liegen, bleiben unveränderlich. Der Wille, weiterhin zugunsten des Multilateralismus, der Solidarität, der menschlichen Würde und der sozialen Gerechtigkeit zu arbeiten, ist nachdrücklich und entschlossen.

Der planetarische Notstand, in den uns die COVID-19 gestürzt hat, klingt wie ein neuer Appell an das Gewissen der Welt. Wir sollten dieses Mal Gehör schenken. Es ist durchaus möglich. Kuba ist der Beweis dafür.

Vielen  Dank!

http://de.granma.cu/reden-des-prasidenten/2020-12-03/redebeitrag-anlasslich-der-31-auerordentlichen-sitzungsperiode-der-generalversammlung-der-vereinten-nationen-als-reaktion-auf-die-covid-19

Diskussionen

2 Gedanken zu “Redebeitrag anlässlich der 31. Außerordentlichen Sitzungsperiode der Generalversammlung der Vereinten Nationen, als Reaktion auf die COVID-19

  1. WHO best practice ? Drosten pcr Betrug ? Nein Danke !

    Die von den Profitgeilen herbeigemanagte ökonomische Katastrophe wird mit dem Corona Fake Desaster maskiert.

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    Verfasst von zivilistin | 5. Dezember 2020, 5:54
  2. Hmm.. tut sich endlich was in den Parlamenten?

    Wagenknecht rechnet mit Coronapolitik der Bundesregierung ab

    Italien: Abgeordnete fordern Rücktritt von Corona-Hardliner Conte

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    Verfasst von Benino | 4. Dezember 2020, 23:08

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