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Ausland, Nordamerika

Bald kommt die nächste Krise: Die Fed wird 2021 ihr Ankaufprogramm verdoppeln, aber dazu braucht sie einen Katalysator

von Tyler Durden – https://www.theblogcat.de/

Man kann der Fed bestimmt nicht vorwerfen, sie hätte nicht genug getan, um die Märkte während der Covid-Krise zu stabilisieren: Allein in diesem Jahr wurde die Bilanz um über $3 Billionen ausgeweitet und jeden Monat wurden $120 Milliarden an Liquidität hineingepumptDie US-Zentralbank – die auch Unternehmensanleihen und ETF-Schrottanleihen aufkauft – bleibt die erste und letzte Verteidigungslinie gegen einen Absturz der Börsen.

Nebenbei bemerkt, und für jene, die sich fragen, warum die Fed weiterhin die Märkte mit der Wirtschaft „verwechselt“ – die Antwort ist einfach: Da der Wert der finanziellen Vermögen in der US-Wirtschaft mehr als 620% vom BIP beträgt (Rekord), sind Kapitalmärkte für die Fed praktisch das Pendant zur Wirtschaft, da ein Zusammenbruch des Marktes die drastisch finanzierte US-Wirtschaft zerstören würde. Und das darf auf keinen Fall geschehen.

 Prozentualer Anteil der privaten Finanzvermögen am BIP auf Rekordniveau

Es gibt nur ein Problem: Nach einem Jahr, in dem das US Budgetdefizit auf $3,1 Billionen gestiegen ist (Rekord), und die USA vor einer Flut neuer Schuldenausgaben im Jahr 2021 stehen, was bereits zum größten Oktoberdefizit der Geschichte geführt hat und das mit $284 Milliarden auf ein weiteres Jahr mit weit über $3 Billionen hindeutet (vorausgesetzt, es kommen keine weiteren Lockdowns)…

…so wird die gegenwärtige Rate der Monetarisierung der Schulden – sprich QE – ganz einfach nicht ausreichen.

Wie Michael Hartnett von der Bank of America in seinem jüngsten am Freitag veröffentlichten Flow Show-Bericht errechnete, „wird das Angebot an Finanzmitteln die Ankäufe der Fed im 4. und 1. Quartal deutlich übersteigen“, und dies sogar ohne Berücksichtigung der Möglichkeit eines weiteren großen fiskalischen Stimulus.

Das Problem: Während das Finanzministerium mit Nettoausgaben von rund 2,4 Billionen Dollar konfrontiert ist, wird die Fed voraussichtlich weniger als die Hälfte dieser Summe, d.h. 960 Milliarden Dollar, monetarisieren. Wenn man bedenkt, dass die Fed im Jahr 2020 unter der Schirmherrschaft des „Helikoptergeldes“ (von dem es, wie wir erinnern, einfach kein Zurück mehr gibt) praktisch jeden Dollar der Nettoausgabe monetarisiert haben wird, ist dies eine gewaltige Klippe, die zu einem Absturz der Staatstitel führen könnte, wenn der Markt seine Erwartungen an die Monetarisierungen durch die Fed herabsetzt.

Kurz gesagt: Die Fed muss ihr geplantes monatliches QE im Jahr 2021 mehr als verdoppeln, nur um wieder auf den Stand von 2020 zu kommen.

Natürlich stehen andere Zentralbanken vor der gleichen Herausforderung einer unzureichenden Monetarisierung, und einige haben bereits entsprechende Schritte unternommen: Kürzlich kündigten sowohl die RBA (Zentralbank Australiens) als auch die Bank of England eine Ausweitung ihres QE an.

Schon im nächsten Monat wird erwartet, dass die EZB eine dramatische Ausweitung ihrer QE-Operationen ankündigt, und Variant Perceptions (VP) schreibt, dass die Zentralbank „am Ende die gesamten europäischen Regierungsbonds (EGB) 2021 absorbiert.“

Die EZB hat einen klaren Hinweis darauf gegeben, dass im Dezember zusätzliche Impulse kommen werden. Eine weitere Ausweitung des PEPP (Europarente = europäischer Binnenmarkt für Rentenprodukte) könnte dazu führen, dass die EZB im Jahr 2021 den größten Teil, wenn nicht sogar das gesamte Angebot der EGB aufkauft.

Obwohl die EZB den geldpolitischen Kurs auf ihrer letzten EZB-Ratssitzung unverändert ließ, wurde in der Presseerklärung darauf hingewiesen, dass die geldpolitischen Instrumente im Einklang mit den im Dezember veröffentlichten neuen Wirtschaftsprognosen neu kalibriert werden – ein deutlicher Hinweis darauf, dass bis zum Jahresende neue Stimuli ausgerollt werden.

Angesichts der Verlangsamung der PEPP-Käufe im Laufe des Sommers (die zum Teil saisonale Effekte widerspiegelt) ist noch immer mehr als die Hälfte der bestehenden Kapazität in dem derzeit erweiterten Umfang vorhanden. Daher könnte eine weitere Kapazitätserweiterung der PEPP-Fazilität dazu führen, dass die EZB im Jahr 2021 das gesamte EGB-Angebot absorbiert.

Laut VP „hat die EZB bisher 617 Milliarden Euro über die PEPP-Fazilität gekauft, so dass 733 Milliarden Euro für künftige Käufe übrig bleiben“ und fügt hinzu, dass sie davon ausgeht, „dass die EZB den Umfang im Dezember um 500 Milliarden Euro erweitert (ein geringerer Betrag wäre nicht wesentlich, während ein höherer Betrag angesichts der bestehenden Kapazität derzeit vielleicht nicht gerechtfertigt wäre) und das Einkaufsfenster um sechs Monate bis Ende 2021 verlängert“.

Wenn man diese Zahl in den Zusammenhang stellt, haben die Regierungen der Eurozone innerhalb eines Jahres rund 1,1 Billionen Euro an Anleihen (einschließlich Zusammenschlüsse mehrerer Kapitalgeber)) begeben, und selbst wenn man von einem ähnlichen Emissionsvolumen im Jahr 2021 ausgeht, würde dies im erweiterten PEPP-Umfang der EZB untergehen (bei der derzeitigen Ausführungsrate gäbe es bis Dezember 750 Milliarden Euro an PEPP-Beständen, wobei eine Erweiterung des Umfangs um 500 Milliarden Euro die verbleibende Kapazität auf ~ 1,1 Billionen Euro erhöhen würde).

Und nun, da der deutsche Widerstand gegen außer Kontrolle geratene schuldenfinanzierte Stimulierungsmaßnahmen effektiv kastriert wurde, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Lagarde eine Ausweitung der QE ankündigt, die sicherstellen wird, dass die EZB 100% (wenn nicht mehr) aller Nettoemissionen in Europa monetarisiert (ein Vorbehalt, den Variant Perception hier anführt, ist, dass „die EZB wiederholt die jüngste Kritik von einigen Seiten abwehren musste, dass sie sich in der monetären Finanzierung engagiert. Dieses Argument wird schwieriger, wenn die EZB das gesamte EGB-Angebot, das auf den Markt kommt, aufkaufen muss“, obwohl wir bezweifeln, dass dies ein großes Hindernis sein wird, wenn Lagarde die Alternative als Weltuntergangsszenario verkaufen kann, worin die Zentralbanken recht gut sind).

Womit wir wieder bei der Fed wären: Da die RBA, die BoE und die EZB alle darauf eingestellt sind, 100 % der inländischen Nettoausgaben zu monetarisieren – mit anderen Worten, die Zentralbanken werden fortan das gesamte Staatshaushaltsdefizit finanzieren, worum es bei MMT und Hubschraubergeld geht – ist es nur eine Frage der Zeit, bis Jerome Powell dem Club beitreten wird, und wir erwarten, dass irgendwann in den nächsten 3-4 Monaten auch die Fed ankündigen wird, dass sie ihre monatliche Rate der Schuldenkäufe verdoppeln wird.

Die Frage ist nur, welche Krise als Sündenbock für die nächste massive QE-Expansion benutzt werden soll: Zur Erinnerung: Die Covid-Pandemie kam zu einem für die Zentralbank sehr günstigen Zeitpunkt – gerade als der Konjunkturzyklus schrumpfen sollte, da die Fed ihr „Nicht QE“ eingeführt hatte, und mit Zinssätzen von winzigen 1,50 (die jetzt wieder bei Null liegen). Und dank der Liquiditätsspritze in Höhe von 3 Billionen Dollar wegen „Covid“ hat die Fed den Konjunkturzyklus für die absehbare Zukunft effektiv wieder in Gang gesetzt. Sie muss dies nur noch einmal tun, und wir sind völlig zuversichtlich, dass Powell und sein Unternehmen bei der Suche nach der richtigen Krise, der sie die Schuld zuschieben kann, völlig erfolgreich sein werden.

Darüber hinaus wird jetzt, da der Stillstand im Kongress noch mindestens zwei weitere Jahre andauert (ohne einen dramatischen Sieg der Demokraten bei der Stichwahl um die Senatsposten von Georgia im Januar), der von der Fed lang ersehnte fiskalische Stimulus in Höhe von mehreren Billionen Euro einfach nicht kommen, so dass die Fed für die absehbare Zukunft die einzige Quelle für potenzielle Anreize bleibt, was effektiv sicherstellt, dass (viel) mehr QE nur eine Frage des „Wann“ und nicht des nicht „ob“ ist.

Tatsächlich kann man argumentieren, dass die schleichenden wirtschaftlichen Abschaltungen, zunächst auf der Ebene der Bundesstaaten und bald auch auf Bundesebene, nur einen Zweck haben: den nächsten Crash zu katalysieren… und die nächste Rettungsaktion der Fed.

https://www.zerohedge.com/markets/another-crisis-immininent-fed-will-double-qe-2021-it-just-need-catalyst

https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/bald-kommt-die-naechste-krise-15-11-2020/

Diskussionen

Ein Gedanke zu “Bald kommt die nächste Krise: Die Fed wird 2021 ihr Ankaufprogramm verdoppeln, aber dazu braucht sie einen Katalysator

  1. Die Regierungen und mit ihnen die Zentralbanken haben sich in eine schwierige Lage gebracht. Laut offizieller Erzählung geht Corona ja so: Corona dauert so lange an, bis ein „sicherer Impfstoff gefunden“ ist und selbst dann werde es keine „Rückkehr in die alte Normalität geben“, man werde mit „Maßnahmen“ leben.

    Da die ganze Erzählung auf tönernen Füßen steht- Wie gefährlich wirklich?, Aussagekraft der „Tests“, Wirksamkeit von „Masken“ usw- hat man schon früh eine offene wissenschaftliche Debatte abgewürgt.

    Die Propezeihung- mit dem Impfstoff kommt unser Retter, befolgt seine „Hygieneregeln“ MUSS nun erfüllt werden.
    Sonst machen sich die Institutionen und Regierungen,die diesen Glauben als alterntivlos predigen unglaubwürdig.

    Corona wird nun also so lange weitergehen bis die Propezeihung als erfüllt erklärt wird und die Gläubigen ihren schützenden Segen durch die Spritze erhalten haben. OHNE Rücksicht auf ökonomische Katastrophen, denn Opfergaben müssen erbracht werden.
    Wohl deshalb auch die Sensibilität der Herrschenden gegenüber „Verschwörungstheorien“- mit dem Wort ist eigentlich „Ketzerei“ gemeint.

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    Verfasst von Willi D. | 18. November 2020, 20:23

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