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Ausland, Nordamerika

Das russische Fernsehen über die Rolle der Internetkonzerne bei der US-Wahl

von Thomas Röper – https://www.anti-spiegel.ru/

In einem Kommentar hat der Moderator der russischen Sendung „Nachrichten der Woche“ über Einmischungen in Wahlen durch die Internetkonzerne und über ausländische Einmischungen gesprochen. Da es schade ist, dass man einen solchen Kommentar im deutschen Fernsehen nicht zu hören bekommt, habe ich den Kommentar des russischen Moderators übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Was kann Russland von Amerika lernen und wie kann es dessen Erfahrungen zu seinem Vorteil nutzen? Wir sind uns nicht zu schade, von anderen zu lernen. Russland ist im Gegensatz zu einigen anderen weit davon entfernt, zu glauben, dass es bereits der Klassiker der Demokratie ist. Und wie der berühmte amerikanische Dichter und Denker Ralph Emerson sagte: „Jeder Mensch, den ich in meinem Leben getroffen habe, war in irgendetwas besser als ich, und das habe ich von ihm gelernt.“ Das gilt auch für Staaten. Was kann Russland also aus dem Beispiel der amerikanischen Wahlen lernen?

Zumindest mal die Angst vor ausländischer Einmischung in die Wahl. Erinnern wir uns, wie viele Skandale und Verdächtigungen es über Russland in Amerika gab. Das ging bis zur Hysterie. Jetzt ist es irgendwie ruhiger geworden. Von russischen Hacker hört man nicht mehr viel, aber die dortige Haltung gegenüber ausländischen Einmischungen ist für uns ziemlich lehrreich. Kann es denn sein, dass ausländische Einmischungen schlecht für Amerika, aber gut für Russland sind? Nein, weil ausländische Einmischung immer den Willen des Volkes verwischt. Das brauchen wir nicht, so wie auch Amerika das nicht braucht. Seinerzeit hat Russland von Amerika gelernt und ein Gesetz über ausländische Agenten verabschiedet. Seitdem müssen sich beispielsweise alle NGOs, die bei uns Mittel aus dem Ausland erhalten, als ausländische Agenten registrieren lassen. Denn es ist klar, dass ausländisches Geld ausländische Anweisungen ausführt.

Das Gesetz hat seine vorteilhafte Rolle für Russland gespielt, aber die ausländischen Sponsoren mögen das Gesetz nicht. Sie haben einen Weg gefunden: NGOs werden in Einzelpersonen aufgeteilt und werden direkt von Einzelpersonen bezahlt. Geschickt gemacht. Zum Beispiel die Organisation namens „Golos“. Nachdem sie wegen ausländischer Finanzierung rechtlich als ausländischer Agent anerkannt war, haben sie die juristische Person aufgelöst und agieren nun als eine Gruppe von Freiwilligen, deren Handlungen angeblich von niemandem koordiniert werden.

Dabei erhalten die Einzelpersonen beträchtliche Summen aus dem Ausland und präsentieren sich als Oppositionelle, Politiker, Menschenrechtsaktivisten, Wahlbeobachter und was sonst noch alles. Aber sie alle folgen fremden Anweisungen. In Amerika wäre das undenkbar. Dort ist man bei ausländischer Einmischung in die Wahlen streng. Warum sollten wir nicht auch streng sein? Schließlich sind Wahlen die wichtigste Institution des Staates und der Gesellschaft. Das ist unsere Wahl, die Wahl unserer Gesellschaft und unseres Staates.

Jetzt gibt es in Amerika ein weiteres Problem. Große IT-Unternehmen – Twitter, Facebook, Google – mischen sich in ihre Wahlen ein. Sie zensieren die Republikaner, schikanieren Trump und dominieren mit dem Anspruch, zu definieren, was für Milliarden von Menschen – und vor allem für die Amerikaner selbst – gut und was schlecht ist. Ist das eine Einmischung in die Wahlen? Hundertprozentig! Schließlich sind die Leute dafür nie gewählt worden: der Schöpfer von Twitter, der Milliardärs Jack Dorsey, der Milliardär Mark Zuckerberg von Facebook, der Milliardär und CEO von Google, Sundar Pichai. Mit welchem Recht mischen sie sich in die Wahlen ein? Nun, sollen sie es in Amerika tun, aber in russische Wahlen und in das Leben in Russland?

Vor einer Woche haben wir hier berichtet, wie Googles Dienst YouTube beschlossen hat, die Videos dieser Sendung „Nachrichten der Woche“ einzuschränken. Wie kommen sie dazu? Ist das eine Einmischung? Ja und wir sind dagegen. Unsere Holding hat eine App erstellt, wo Sie alles anschauen können.

Klar, manches steht in unserer Macht und manches nicht. Die Möglichkeiten aller sind in der Welt begrenzt. Aber lassen Sie uns zumindest tun, was wir können, damit Russland sich in Ruhe entwickeln kann. Irgendwie ist das, was um uns herum geschieht, unkultiviert. Brauchen wir das?

Ende der Übersetzung

Das russische Fernsehen über die Rolle der Internetkonzerne bei der US-Wahl

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