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Ausland, Welt

Die „Great Barrington Declaration“: Ein Manifest des Todes

von Andre Damonhttps://www.wsws.org/

Seit dieser Woche verfolgt die amerikanische Regierung unter Präsident Donald Trump ganz offiziell eine Politik der „Herdenimmunität“ und verdeutlicht damit, dass sie die massenhafte Infizierung der Bevölkerung mit dem Coronavirus bewusst in Kauf nimmt.

Das Weiße Haus befürwortet öffentlich die sogenannte „Great Barrington Declaration“, ein Manifest des marktliberalen American Institute for Economic Research, in dem dazu aufgerufen wird, auf alle Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu verzichten. Verfasst wurde die Erklärung in enger Abstimmung mit Trump-Berater Scott Atlas.

Die Great Barrington Declaration umfasst acht Absätze und entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Es wird kein ernsthafter Versuch unternommen, den darin vertretenen Standpunkt argumentativ zu untermauern.

Vielmehr werden von der Finanzoligarchie seit längerem gestellte Forderungen aneinandergereiht, um die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zurückzufahren: „Schulen und Universitäten sollten für Präsenzveranstaltungen geöffnet werden. Außerschulischen Aktivitäten, wie z.B. Sport, sollte wieder nachgegangen werden. Junge Erwachsene, die einem nur geringen gesundheitlichem Risiko unterliegen, sollten zur Arbeit gehen und nicht mehr von zu Hause arbeiten. Restaurants und Geschäfte sollten öffnen. Weiterhin sollten Kunst, Musik, Sport und andere kulturelle Aktivitäten wieder aufgenommen werden.“

Die Erklärung erwähnt keinerlei Maßnahmen für die öffentliche Gesundheit, um das Virus einzudämmen – weder Tests noch Kontaktverfolgungen oder Quarantänemaßnahmen für an Covid-19 Erkrankte. Die Verfasser haben keinesfalls versäumt, dies zu erwähnen; es ist schlicht Absicht. Aus ihrer Sicht sind gerade massenhafte Infektionen und der daraus resultierenden Tod unzähliger Menschen der anzustrebende Nutzen.

Am Donnerstag wurde Trump bei einem Townhall-Meeting gefragt, ob seine Regierung offiziell eine Politik der Herdenimmunität verfolge. Er bestätigte dies, indem er erneut das Mantra des NewYorkTimes-Kolumnisten Thomas Friedman wiederholte, „die Heilung darf nicht schlimmer als die Krankheit sein“. Es wird also zu keinen erneuten Einschränkungen der Wirtschaftstätigkeit kommen, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

Das Weiße Haus verdeutlicht damit, dass es von Beginn an dazu bereit war, Menschenleben zugunsten der „Wirtschaft“ zu opfern: großflächige Tests auf das Coronavirus wurden absichtlich sabotiert, Schutzausrüstung bewusst nicht zur Verfügung gestellt und irreführende Informationen vorsätzlich verbreitet.

Doch am wichtigsten ist, dass die US-Regierung mit der Unterstützung der Great Barrington Declaration ihre Absicht verdeutlicht, einen Massenmord in Kauf zu nehmen. Es ist ihr erklärter Plan, Hunderttausende weitere Menschen über die Klinge springen zu lassen, während sich die Pandemie erneut ausbreitet – verursacht durch die verfrühte Wiedereröffnung der Wirtschaft und fehlende Maßnahmen zur Eindämmung des Virus.

Die Strategie der Herdenimmunität wird von den weltweit führenden Gesundheitsorganisationen zu Recht auf das Schärfste verurteilt. Am 15. Oktober veröffentlichte die medizinische Fachzeitschrift The Lancet aus Großbritannien einen Bericht, in der sie die Politik als „einen gefährlichen Trugschluss“ bezeichnet, „der wissenschaftlich nicht belegt ist“.

In dem Fachblatt heißt es, es gibt „keinen Beweis, nach einer Infektion eine dauerhaft schützende Immunität vor SARS-CoV-2 zu entwickeln. Eine solche Strategie [der Herdenimmunität] würde die Covid-19-Pandemie nicht beenden, sondern zu wiederkehrenden Epidemien führen. Dies war bereits bei zahlreichen anderen Infektionskrankheiten der Fall, bevor eine Impfung verfügbar war.“

Der Bericht schließt mit der entschiedenen Feststellung: „Die Beweise sind eindeutig: Nur die kontrollierte Eindämmung von Covid-19 in der Bevölkerung stellt einen sicheren Weg dar, die Gesellschaft und Volkswirtschaften zu schützen, bis in den kommenden Monaten ein sicherer und wirksamer Impfstoff zur Verfügung steht und entsprechende Medikamente entwickelt werden konnten.“

Der Beitrag von The Lancet folgt auf eine kurz zuvor herausgegebene Erklärung von 17 führenden Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitswesens, darunter Big Cities Health Coalition sowie die American Public Health Association. Darin heißt es: „Würden die Empfehlungen der Great Barrington Declaration befolgt, käme es zu willkürlichen und unnötigen Todesopfern. Es handelt sich hierbei nicht um eine Strategie, sondern um ein politisches Statement. Die Great Barrington Declaration ignoriert fundiertes Fachwissen im Bereich der öffentlichen Gesundheit.“

Am Ende der Erklärung heißt es: „Es gibt keinerlei Beweise, dass eine Herdenimmunität in greifbarer Nähe ist. Ganz im Gegenteil. Experten gehen davon aus, dass 85 bis 90 Prozent der amerikanischen Bevölkerung noch immer Gefahr läuft, an SARS-Cov-2 zu erkranken.“

„Wir haben das Experiment der Herdenimmunität in Schweden scheitern sehen. Es weist die höchste Sterblichkeitsrate in den nordischen Ländern auf.“ Die Erklärung schließt mit den Worten: „Es entbehrt jeder Logik, die öffentliche Gesundheit und wissenschaftliche Beweise zu ignorieren, wenn so viele Menschenleben auf dem Spiel stehen.“

Dr. William Schaffner, Experte für Infektionskrankheiten an der Vanderbilt University, stellt klar: „Es ist absolut plausibel, überschlagen gerechnet von zwei bis sechs Millionen Toten auszugehen, sollten die USA weiter eine Politik der Herdenimmunität verfolgen.“

Die Strategie der Herdenimmunität, die das Weiße Haus verfolgt, kommt einer Kriegserklärung der kapitalistischen Oligarchie an die Arbeiterklasse gleich. Es wird deutlich, dass der Kapitalismus nicht mehr den Anspruch erhebt, allen Menschenleben ohne Unterschied denselben Wert beizumessen. Sollten sich Arbeiter weigern, an ihre Arbeitsplätze zurückzukehren, wo sich das Virus rasant ausbreitet, werden sie finanziell unter Druck gesetzt oder durch rechte oder staatliche Gewalt dazu gezwungen.

Das erklärt, warum mit dem Vorantreiben der Herdenimmunität auch die Nothilfe der US-Regierung für die Bevölkerung eingestellt wurde. Ebenfalls wurden Moratorien aufgehoben, die das Abschalten von Strom, Gas und Wasser sowie Zwangsräumungen bei Zahlungsunfähigkeit aussetzten. Sowohl die Republikaner als auch die Demokraten machten diese Woche deutlich, dass nicht die Absicht haben, erneut ein Hilfspaket für die Wirtschaft zu verabschieden. Gleichzeitig höhlen alle Bundesstaaten die Schutzmaßnahmen für gefährdete Arbeiter weiter aus.

Vergangene Woche wurde bekannt, dass faschistische Milizen die Ermordung von Gretchen Whitmer, Gouverneurin von Michigan, sowie des Gouverneurs von Virginia, Ralph Northam, planten. Die Vorbereitungen für das Komplott waren bereits weit vorangeschritten. Die herrschende Klasse macht keinen Hehl daraus, dass sie die Mobilisierung faschistischer Kräfte als notwendig erachtet, um die Politik der Finanzoligarchie durchzusetzen.

Die Regierung unter Trump führt zwar die Politik der Herdenimmunität an, doch unterstützt wird sie dabei von der gesamten herrschenden Klasse. Als Joe Biden am Donnerstagabend ebenfalls während eines Townhall-Meetings gefragt wurde, wie er auf die Pandemie reagiert hätte, antwortete er schlicht, dass mehr Mittel zur Wiedereröffnung von Schulen und Unternehmen zur Verfügung gestellt hätten werden müssen. Die Demokraten schlagen ebenso wenig Maßnahmen vor, um das Virus einzudämmen, und Biden lehnt einen weiteren Lockdown ab, der die nicht lebensnotwendige Produktion zum Schutz der Beschäftigten stilllegen würde.

Das pseudolinke Magazin Jacobin, das den Demokratischen Sozialisten Amerikas (DAS) nahesteht, hat öffentlich für Martin Kulldorff geworben, einen der führenden Köpfe der Great Barrington Declaration. Kulldorff stellte die absurde Behauptung auf, die Strategie der Herdenimmunität sei eine „linke“ Forderung.

Die Politik der Herdenimmunität hat nicht nur innerhalb der kapitalistischen Oligarchie, sondern auch in Teilen der oberen Mittelschicht Unterstützung gefunden, und offenbart deren tiefgreifende Desorientierung. Wie bereits in den 1930er Jahren wenden sich Teile der Mittelschicht, die durch einschneidende Katastrophen die Orientierung verloren haben und dem Marxismus feindlich gesinnt sind, dem „Todeskult“ und der Gewalt zu, die die rechten Bewegungen verkörpern.

Arbeiter überall auf der Welt müssen den grundsätzlichen und mutigen Standpunkt der Experten für öffentliche Gesundheit unterstützen, der sich gegen die Politik der Herdenimmunität der herrschenden Klasse richtet. Allerdings kann dieser Kampf nicht allein durch Argumente gewonnen werden.

Die herrschende Klasse wird die massenhafte Durchseuchung der Bevölkerung nur mit Gewalt durchsetzen können. Die Antwort der Arbeiterklasse darauf muss lauten, ihre eigene soziale und politische Stärke zu nutzen, um sich gegen diese mörderische Politik zur Wehr zu setzen.

Arbeiter müssen in allen Betrieben und an jedem Arbeitsplatz unabhängige Komitees gründen, die sich für die Sicherheit und Gesundheit aller einsetzen. Der Kampf gegen die Pandemie ist nicht nur ein medizinischer, sondern auch ein politischer, der untrennbar mit dem Kampf für eine sozialistische Gesellschaft verbunden ist.

https://www.wsws.org/de/articles/2020/10/17/pers-o17.html

Diskussionen

19 Gedanken zu “Die „Great Barrington Declaration“: Ein Manifest des Todes

  1. Wie in den 1930ern. Die Stunde der Wahrheit ist gekommen. Die Denkschicht, auf der Menschen ihre linken, mittleren, rechten und „unpolitischen“ Gedanken spinnen, erweist sich als dünne Lackschicht, die bei Spannung abplatzt. Menschen mit großer Freiheitsklappe schwenken auf neue Normalitäten um und politisch Autoritäre erweisen sich als anständig. Ein Großteil der gesellschaftlichen Linken lässt sich vor den Karren gewisser Kapitalfraktionen spannen und merkt nix. Falls es ein „Danach“ geben sollte, werden sie sagen: „Wir haben von nichts gewusst“. Und das wird auch in gewisser Weise stimmen. Die Massenmanipulation wird ihnen mental gerecht. Neu ist, dass national basiertes Kapital und Schwerindustrie — traditionelle Domäne der Rechten — am kürzeren Hebel sitzen, und mächtige Kapitalfraktionen heute mit „der Linken“ was anzufangen wissen.

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    Verfasst von Maike Neunert | 20. Oktober 2020, 22:17
    • In seinem berühmten «Der Imperialismus als höchste Phase des Kapitalismus» von 1917 schreibt Lenin von einer „Spaltung der weltweiten Arbeiterklasse“ in zwei Fraktionen: in eine beim Monopolkapital beschäftigte, materiell bessergestellte und deswegen mit dem Monopolkapital politisch verbündete „Arbeiteraristokratie“, sowie in das gewöhnliche Proletariat, das bei nichtmonopolistischen Unternehmen beschäftigt ist, deren Profit von den Monopolisten parasitiert wird.

      Das Monopolkapital waren weltweit agierende und technologisch hoch entwickelte Riesenunternehmen. Es hatte sich zwischen ca.1860/70 bis ca. 1900 herausgebildet. Sein Management hatte sich zuletzt mit dem Führungspersonal international agierender Großbanken personell verflochten und bildete eine neuartige Machtstruktur – von Lenin als „supranationale Finanzoligarchie“ bezeichnet – welche dann den Imperialismus aus der Taufe hob.

      Die politisch und verbändisch organisierte Arbeit (Arbeiteraristokratie) ist bereits als Verbündete des Großkapitals zur Welt gekommen — ihr Verrat am Proletariat, ihr links Blinken und rechts Abbiegen, ist sozusagen ein Geburtsfehler. Hierzu sehr erhellend insbesondere die Situation in GB; selten so gelacht: siehe «Der Sozialismus der Fabier — ein Beitrag zur Ideengeschichte des modernen Sozialismus in England» von ca. 1947.

      Es ist ganz einfach. Es ist nicht drin, was draufsteht. Auf linkezeitung drauf stehen Marx, Engels und Lenin. Drin sind Dealer und Wheeler: Spahn, Drosten und jener putzige Tierarzt. Das ist so grell, das müßte eigentlich auch der lz-Redaktion langsam mal auffallen.

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      Verfasst von No_NWO | 21. Oktober 2020, 9:52
      • Lustiger Versuch, sich erst auf Lenin zu beziehen, die supranationale Finanzoligarchie und die Arbeiteraristopkratie um dann seine sozialdarwinistische Position als Leninismus auszugeben.
        Selbstverständlich teilen LZ und WSWS Lenins Analyse. Insbesondere ist es im Gegensatz zu vielen anderen linken und trotzkistischen Gruppen die WSWS, die den verräterischen Charakter von Sozialdemokratie und Gewerkschaften anprangert, den Agenturen des Kapitals der Arbeiteraristokratie.
        Heute ist es so, daß die supranationale Finanzoligarchie sich erstens weiterentwickelt hat in dem Sinne, daß ihre Verbindung zum produktiven Kapital sehr geschwunden ist – richtig analysiert als Ausdruck des Falls der Profitrate durch die Entwicklung der Produktivkräfte.
        Das heutige Finanzkapital ist aber gespalten in den nationalliberalen und den „links-grünen“ Flügel. Keiner von beiden ist in irgendeiner Weise fortschrittlich oder auch nur weniger kriegslüstern. Auch in der Coronafrage gibt es allenfalls taktische Differenzen. Beide sind sich darin einig, daß man lieber die Alten, Schwachen und Kranken sterben lassen will, als wirtschaftliche Einbußen auf Grund von Schutzmaßnahmen in Kauf zu nehmen. Die „New Green Deal“ Leute setzen eher auf Manipulation durch Ablenkung mittels Gendergaga, „Rassismus“, 1984-Sprech, Co2-Hype und „gegen rechts“ ferner darauf, auf diese Weise in Form einer defakto-Querfront mit Gretel als Ikone tief in die Reihen der Linken einzudringen, während die nationalen Globalisten sich offen zur sozialdarwinistischen Politik der Herdenimmunität bekennen, zur Ignoranz von Umweltvernichtung, Armut Krankheit.
        Corona als eine gefährliche Bedrohung der Gesundheit insbesondere der Arbeiterklasse anzusehen bedeutet darum keinerlei Parteinahme für die „links-grüne“ Fraktion der Finanzoligarchie, sondern im Gegenteil die Forderung an beide herrschenden Fraktionen, die Gesundheit der Menschen zu schützen. Spahn und Drosten tun dies nämlich nicht, ein Umstand auf den die LZ von Anfang an hingewiesen hat.

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        Verfasst von LZ | 21. Oktober 2020, 11:32
        • Die von euch Angeführten, der nationalliberale und der „links-grüne“ Flügel, sind nur äußerlich unterschiedliche PR-Nebelkerzen, Opium fürs Volk. Schon vor dem 2. Weltkrieg gab es ein „nationales“ deutsches Großkapital kaum noch — begann nach Versailles bereits in anglo-amerikanische Hände überzugehen, was 1945 abgeschlossen war (siehe Hermann Ploppa oder Anton Chaitkin). Mehr noch, zwingen die ökonomischen Bewegungsgesetze des Kapitals diesem die immergleichen Politiken auf, welche unausweichlich auf einen globalen Totalitarismus nach dem Muster der NWO zulaufen. Das findet sich sogar schriftlich in der Koalitionsvereinbarung der derzeit amtierenden deutschen Regierung, welche sich zur Neuen Weltordnung bekennt, zum „global governance“. Auf Gedeih und Verderb müssen da auch Quandt & Co. mitspielen. Oder man nehme den Black-Rocker Merz. Deutlicher geht’s nicht mehr: Es mag ökonomisch noch Reste von nationalem deutschen Kapital geben, nicht aber politisch deutschnational handlungsfähiges solches Kapital.

          Die heute global dominierende Fraktion des Kapitals ist der digital-militärische Komplex. China ist sein politisches Experimentierfeld. Chinas Gleichung lautet: 5G als das technologische Rückgrat für digitales Geld und Internet der Dinge = totale Kontrolle aller Hamster UND ihrer Laufräder. Ganz genau das meint das Kapital, wenn es Neue Weltordnung sagt. Es kennt keine Vaterländer, es ist eine Weltmaschine.

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          Verfasst von No_NWO | 21. Oktober 2020, 12:56
        • Natürlich wurde nicht behauptet, daß es noch nationales Kapital gäbe. Vielmehr war die Rede davon, daß die globale Finanzoligarchie gespalten ist in zwei Flügel. Unbewiesen ist erstens die Behauptung, daß die globale Finanzoligarchie absolut einheitlich agiert und zweitens die Behauptung, daß China beim „global governance“ bzw. der NWO mitmacht oder China gar deren „politisches Experimentierfeld“ ist. In China herrscht das globale Finanzkapital nicht.

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          Verfasst von LZ | 21. Oktober 2020, 13:48
        • Entlohnung, die sich nach den gemessenen Zeiten von händisch ausgeführten Tätigkeiten in der Produktion und im Transport von Waren bemißt, bestimmt das Wesen kapitalistischen Wirtschaftens und ist die Grundlage von Profitrechnung. Dies gilt unabhängig von der privaten oder staatlichen Verfügung über Kapital. Der chinesische Kapitalismus ist Kapitalismus, Punkt. Die enorme Wettbewerbsfähigkeit chinesischer Waren auf dem Weltmarkt erzählt von was, bitteschön, wenn nicht von scharfer Ausbeutung des chinesischen Proletariats. Die KP Chinas ist global führend zudem in Sachen totalitärer Gesellschaftskontrolle. Zufall? Nein. Denn sowas kommt von sowas.

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          Verfasst von No_NWO | 21. Oktober 2020, 14:28
        • Ist wie bei Radio Eriwan: Im Prinzip stimmt das und ganz grundsätzlich. Aber die Wirklichkeit sieht ganz anders aus.
          Weil die KP in China an der Macht ist, kann sie den von ihr selbst teilweise wieder eingeführten Kapitalismus klassisch sozialdemokratisch regulieren, d.h. einen Teil der Profite mittels Steuern und Verordnungen abschöpfen und umverteilen. Auf diese Weise wurde die Armut in China extrem vermindert. Siehe dazu den Artikel vom Saker:
          „Chinas Ungleichheiten aus einer globalen Perspektive zu untersuchen, ist aufschlussreich. Im Jahr 2018 waren die Bewohner der Küstenprovinz Guangdong fünfmal reicher als die im Landesinneren von Gansu – aber die Gansu waren besser dran als die durchschnittlichen Armenier oder Ukrainer -, während die Bewohner des wohlhabenden Pekings, Shanghais, Tianjins und Jiangsus nicht nur mehr als der durchschnittliche Amerikaner verdienten Aber auch ihre durchschnittlichen Ersparnisse von 130.000 USD waren höher.“
          https://linkezeitung.de/2020/10/01/armut-und-ungleichheit-in-china/
          Das gibt inzwischen selbst die katholische Kirche zu: https://weltkirche.katholisch.de/Aktuelles/20180322_Gelingt_China_der_Sieg_%C3%BCber_die_Armut
          „Vor 40 Jahren lebten 90 Prozent der Chinesen in extremer Armut; sie hatten weniger als 1,90 US-Dollar täglich zur Verfügung. Das ist die von der Weltbank definierte Armutsgrenze. Heute sind es nur noch 1,9 Prozent. China hat eine atemberaubende Entwicklung hinter sich, die Millionen Menschen aus bitterarmen Verhältnissen befreit hat. Die verbliebenden 43 Millionen, die am Rande des Existenzminimums leben, will Präsident Xi Jinping bis 2020 aus der Armut führen.“
          Die enorme Wettbewerbsfähigkeit chinesischer Waren auf dem Weltmarkt erzählt also offensichtlich nicht von scharfer Ausbeutung des chinesischen Proletariats, sondern von einem beschleunigten Wachstum der Produktivkräfte, sprich, durch Technisierung und Automatisierung sinkt der Stückpreis.
          Marxismus ist nicht das Predigen von Dogmen, sondern die konkrete Analyse der konkreten Situation.

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          Verfasst von LZ | 21. Oktober 2020, 14:58
        • China zu verteufeln, wäre genauso falsch, wie es zu idealisieren. Was aber allemal im Blick zu behalten wäre, ist das mit der kapitalistischen Entwicklung unausweichlich gegebene Versiegen des Profits ==> tendentieller Fall sowie – inflationsbereinigt – „Verwohlfeilerung“ (Marx) der Waren, so auch der Produktionsmittel, und daraus dann im Falle gesättigter Nachfrage ein Investitionsnotstand bzw. eine über den tendentiellen Fall weit hinaus noch scharf anziehende Profitkrise.

          Heißt im Fazit, daß das mit einer ausreichend hohen Kapitalrendite zuvor gegeben gewesene Selbststeuern der ökonomischen Aktivitäten AUSFALLEN wird. Das ist der historische Augenblick der Wahrheit. Entweder totalitäre Steuerung von Wirtschaft und Gesellschaft seitens einer Machtelite. Oder Übergang in den Sozialismus, verstanden als Selbstbestimmung/Selbstorganisation der Warenproduzenten sowie der Akteure in auch allen weiteren maßgeblichen gesellschaftlichen Bereichen wie vor allem Kultur/Bildung/Forschung sowie Recht/Justiz/Sozialrecht.

          In jenem Augenblick der Wahrheit wird uns Nichteliten niemand mehr helfen. Keine Partei, kein Papst und kein Gott. Stier und Torero werden sich allein gegenüberstehen. Und in der Arena wird es ganz ganz still werden. Wer wollen wir sein? Stier oder Torero? Eine Frage, die über China hinausgeht. Oder die in China bereits entschieden wurde mit der Einführung eines digitalen Totalitarismus. Bargeldabschaffung und Sozialpunktesystem IST Totalitarismus.

          Im übrigen bin ich der Auffassung, daß Viruserkrankungen allesamt ein Hoax sind, der dem Kapital zur Verschleierung von Umweltvergiftungen dient. Beispiel: Polio entstand durch DDT. Da wird noch einiges ans Tageslicht kommen. Wenn wir die Arena als Sieger verlassen haben werden.

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          Verfasst von No_NWO | 21. Oktober 2020, 19:50
    • Genf – das Zentrum globaler Kontrolle?

      Known Traveller und ID2020 sind zwei Begriffe, die derzeit für Verunsicherung in der Bevölkerung sorgen. Steht tatsächlich eine virtuelle Kontrollbehörde, die weltweit die Daten der Menschen erfassen will, auf der Agenda US-amerikanischer Technologiekonzerne?

      https://www.zeitpunkt.ch/genf-das-zentrum-globaler-kontrolle

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      Verfasst von Info | 21. Oktober 2020, 17:04
      • Zu allen Themen im weiteren Umkreis von digitalem Totalitarismus und Great Reset sind hochwertig recherchierte Beiträge auch auf der Webseite von Norbert Häring zu finden.

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        Verfasst von No_NWO | 21. Oktober 2020, 23:41
  2. Anerkennung verdienend wird mit der argumentativ untermauerten Aufdeckung der “Great Barrington Declaration“ als“ ein Manifest des Todes“ der klassenpolitische Kontext der Corona-Pandemie und dadurch die Verschärfung des Klassenkampfes von oben mit seiner Nutzbarmachung der vermeintlichen Seuchenschutzmaßnahmen, seiner Verbrämung der schwersten kapitalistischen Wirtschaftskrise und seiner Abwälzung der Krisenfolgen auf die Arbeiterklasse in den Fokus gerückt.

    Wie einschlägige Medien aktuell registrieren – beispielsweise ruft Präsident Trump trotz der Pandemie die US-Bundesstaaten zur vollständigen Öffnung auf – sind in den USA die Befürworter der Herdenimmunität-Hypothese auf dem Vormarsch, die völlig beweisfrei und zynisch behaupten, bei genügend an Corona erkrankten Menschen bewirke eine Immunisierung des Großteils der US-Bevölkerung und entspanne sich die bedrohliche Pandemielage quasi “natürlich selektiv“ von selbst.

    Mit der Umsetzung der vermeintlich “entspannenden“ Herdenimmunitätspolitik könnte sich bei bis dato über 8 Millionen Ansteckungen die bisherige Anzahl von 220 000 Coronatoten in den USA auf 400 000 Todesfälle innerhalb eines Jahres steigern, folgert die Washington Post.

    “Kein Wunder, dass einige“ wissenschftsbasiert und global transparent forschende “Experten die Great Barrington Declaration nicht als Wissenschaft anerkennen, sondern als eine Form der räuberischen Erpressung neoliberaler Ökonomie in Verkleidung betrachten“, so Dr. Michael Head, Senior Research Fellow im Bereich Global Health an der Uni in Southampton, der treffend die US-amerikanische Zweiklassengesellschafts- und Altersapartheitsideologie der kapitalistischen Oligarchie charakerisiert, die Menschenleben zugunsten der Wirtschaft zu opfern bereit ist.

    Allemal berechtigt erscheint von daher die Befürchtung, dass die kulturell, politisch und ökonomisch herrschende Klasse die gewollte massenhafte Durchseuchung der wirtschaftlich relevanten Bevölkerung und der Corona bedingte Tod der als alt sowie anderweitig schutzbedürftig und damit als ökonomisch bedeutungslos angesehenen Einwohnerschaft nur mit Gewalt durchsetzen kann.

    “Die Antwort der Arbeiterklasse muss“ in diesem denkbaren Fall in der Tat “lauten, ihre eigene soziale und politische Stärke zu nutzen, um sich“ global mit wirklich durchschlagenden Seuchenpräventions- und -hygienemaßnahmen zur Bekämpfung des schwer akuten Syndroms SARS-CoV-2 mit weltweit über 35 Millionen Infizierten und über 1 Million Toten “gegen diese mörderische Politik“ der Finanzoligarchie “erfolgreich zur Wehr zu setzen.“

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    Verfasst von Rosa | 20. Oktober 2020, 20:57
    • Immunität ist ein biologischer Zustand, keine politische Agenda. Es liegt keine Hoffnung in der technokratischen Alternative die uns vorgaukeln möchte, Immunität könne gekauft werden.

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      Verfasst von Sicko | 20. Oktober 2020, 21:41
      • Eine ältere Dame beklagt sich beim Gendarmen, die Dorfjugend würde direkt hinter ihrem Grundstück nackt im See baden. Der Gendarm sucht die Beschwerdeführerin anderntags auf, aber findet keine Badenden vor. Er will schon wieder gehen, da fordert die Dame ihn auf, ins 1. Stockwerk hinauf zu kommen. „Da von diesem Fenster aus,“ insistiert sie. Doch weit und breit niemand. Der Gendarm verabschiedet sich höflich, als die Dame kurzerhand die Deckenluke zum Dachboden herunterklappt und die Lukenleiter herabfährt. „Gehen Sie hier hinauf. Oben dann das Fenster linker Hand, von dort kommen Sie aufs Dach. Steigen Sie ganz hinauf und von da aus weiter bis auf den Kamin. Aber den Kamin ganz hinauf! Von dort sehen Sie sie, hinter dem kleinen Wäldchen.

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        Verfasst von No_NWO | 20. Oktober 2020, 22:28
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    Verfasst von Tolstoi Institut | 19. Oktober 2020, 1:12
  4. Ein Manifest des Todes? Schweden ist praktisch schon ausgestorben? Die letzte Statistik, die mir bekannt ist, verzeichnete eine leichte Übersterblichkeit im Vergleich zu den letzten vier Jahren, die dann im Sommer sogar unter den gewöhnlichen Wert fiel. Der Autor hat sich nicht informiert, wer Lancet bezahlt, welches Schindluder dort immer wieder mit Studien getrieben wird? Ebenfalls interessierte den Autor dieses uninformierten Manifests nicht, von wem die anderen erwähnten Organisationen bezahlt werden, und abhängig sind? Auch nicht, was neueste Erklärungen der WHO zur Maskenpflicht, oder Zahlen von CDC bezüglich der stark reduzierten Sterbezahlen in den USA aufgrund von Covid-19 betrifft? Dass 15.000 Wissenschaftler weltweit die allgemeine Maskenpflicht und weitere einschränkende Maßnahmen ablehnen? Dass die WHO noch vor wenigen Jahren zum Schluss gelangte, dass Maßnahmen wie Contact Tracing nichts wesentliches zur Eindämmung einer Pandemie beitragen könnten?
    Hat er sich nicht über all das informiert, hätte er sich die tolle Überschrift „Manifest des Todes“ mitsamt dem restlichen Text eigentlich auch sparen können. Denn diese Art von Schreiberei hat nichts mit objektiver Information zu tun.

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    Verfasst von matrix169 | 17. Oktober 2020, 23:46
  5. Wahnsinnige Agitatoren haben Menschen auf dem Gewissen.
    So wie in Utoya, Christchurch, Pittsburg, Hanau oder Halle.

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    Verfasst von Heinrich Harrer | 17. Oktober 2020, 19:33
  6. Die Linke schafft sich ab. Ihr seid wahnsinnige Agitatoren. Schämt euch

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    Verfasst von Zygbert | 17. Oktober 2020, 14:07
    • Die wsws-Logik ist wieder einmal putzig: Trump und das Großkapital wollen kurz vor den US-Wahlen, daß es zu einem Massensterben kommt.

      Auch in der Psychologie der Persönlichkeitsstörungen und Psychosen bestens Kundige werden es schwer haben, die seelischen Befindlichkeiten hinter den Wahnvorstellungen der wsws-ler zu bestimmen. Sie halten sich wohlweislich in der Anonymität versteckt. Denn wie auch sollte es ihnen je gelingen, nach Auffliegen des ganzen Corona-Schwindels gesichtswahrend zurückzurudern. Diese wsws-Witzfiguren sind bis an ihr Lebensende verbrannt.

      Da ihnen das scheißegal zu sein scheint, bleibt nur der Schluß, daß wsws eine unter linksradikaler Flagge segelnde Operation des Tiefen Staats ist — also der Exekutive dessen, das bei Lenin als „supranationale Finanzoligarchie“ firmiert hat. Die Jungs und Mädels von wsws sind nicht das, was sie zu sein vorgeben.

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      Verfasst von No_NWO | 18. Oktober 2020, 14:51
    • Ergänzend: Ja, die Great Barrington Erklärung wurde von den falschen Leuten finanziert. Genauso funktioniert PR: Laß die Falschen das Richtige sagen. Und alle Dummköpfe werden glauben, das Richtige sei das Falsche.

      Ganz so funktioniert es auch in der CO2-Debatte. Wer auf die wissenschaftliche Absurdität der These von einem von „Klimagasen“ getriebenen „Klimawandel“ hinweist, ist seltsamerweise von Big Oil finanziert. Von den wirklichen Manipulationen des Wetters bzw. von dem in globalem Ausmaß zu kommerziellen und militärischen Zwecken
      großtechnisch betriebenen Engineering von Klima/Wetter und geologischem Untergrund ist von solchen Agenturen allerdings kein Sterbenswörtchen zu vernehmen. Siehe: geoarchitektur.blogspot.com

      Wir haben genau zwei Möglichkeiten: Entweder wir lernen, wie Meinungsmache funktioniert. Oder wir werden ihr Opfer.

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      Verfasst von No_NWO | 18. Oktober 2020, 15:14

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