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Afrika, Ausland

Reaktion aus Moskau über Pentagon-Chef Esper: „Die USA garantieren Afrika Wohlstand und Stabilität“

von Thomas Röper – https://www.anti-spiegel.ru/

Bei der Pressekonferenz des russischen Außenministeriums nahmen die USA am Donnerstag ungewöhnlich viel Raum ein und wurden ausgesprochen heftig kritisiert. Besonders eindrücklich wurde die Doppelmoral der US-Politik bei einem Besuch von US-Verteidigungsminister Esper in Afrika und bei einer seiner Reden dort sichtbar. Das hat eine heftige Reaktion im russischen Außenministerium hervorgerufen, die ich übersetzt habe.

Beginn der Übersetzung:

Wir können die Rede des Pentagon-Chefs Mark Esper nicht unkommentiert lassen, bei der er bei einem Besuch auf dem amerikanischen Militärfriedhof in Karthago in Tunesien am 30. September erneut anti-russische Äußerungen gemacht hat.

Seinen Aussagen zufolge verfolgt Russland angeblich eine „bösartige, räuberische und gewalttätige Politik, um afrikanische Länder zu destabilisieren und ihre Ressourcen zu plündern“ und Russland betreibe „Einschüchterung und Nötigung“ in der Region, um seinen Einfluss dort auszuweiten. Und um dies zu verhindern, schlägt er den Ländern vor, eisern auf die USA zu setzen, die ihnen „Wohlstand und Stabilität“ garantieren können.

Da stellt sich eine Frage: Von welcher Art von „Wohlstand und Stabilität“ sprechen wir? Vielleicht über das libysche Szenario, bei der das Land nach einer illegitimen Militärintervention durch die NATO ins Chaos gestürzt und zu einer Quelle regionaler Instabilität und einer Brutstätte des Terrorismus und des gewalttätigen Extremismus gemacht wurde?

Wir möchten Herrn Esper daran erinnern, dass Russland sich niemals in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten einmischt. Dies unterscheidet die Politik unseres Landes grundlegend von der Politik der Vereinigten Staaten, die allen anderen durch energische, wirtschaftliche und propagandistische Hebel unverhohlen ihren Willen aufzwingen, sich berechtigt sehen, anderen zu sagen, wie sie leben und mit wem sie zusammenarbeiten sollen.

Wenn die US-Politik scheitert, die die Grundlagen der Staatlichkeit, die Traditionen der Kultur, auf denen diese Gesellschaft aufgebaut wurde, zerstört hat, versuchen die Vereinigten Staaten, das Geschichtsbuch umzublättern und von Vorne zu beginnen, indem sie einfach das, was dort getan wurde, aus ihrem eigenen und dem Gedächtnis der Welt löschen. Es gibt viele Beispiele.

Es ist an der Zeit, dass die amerikanischen Kollegen erkennen, dass neokoloniale Versuche, souveränen Staaten ihren Willen aufzuzwingen, von der absoluten Mehrheit der Weltgemeinschaft abgelehnt werden. Wir sind zuversichtlich, dass die afrikanischen Länder ohne Vorgaben von außen ihre eigenen Entscheidungen über ihre Zukunft treffen können. Diese Länder erinnern sich gut ihre eigene Geschichte und sie erinnern sich daran, wer sie im 20. Jahrhundert unterstützt hat und wer sie im 20. und vorherigen Jahrhunderten ausgeplündert hat. Wir werden unsere Kollegen, auch die amerikanischen, regelmäßig daran erinnern.

Ende der Übersetzung

Reaktion aus Moskau über Pentagon-Chef Esper: „Die USA garantieren Afrika Wohlstand und Stabilität“

Diskussionen

Ein Gedanke zu “Reaktion aus Moskau über Pentagon-Chef Esper: „Die USA garantieren Afrika Wohlstand und Stabilität“

  1. Als vormaliger Top-Lobbyist US-amerikanischer Rüstungsunternehmen und derzeitiger Angriffsminister hat Mark Esper anscheinend noch nicht verinnerlicht, dass die USA mitnichten das Geschehen auf der Weltbühne und schon gar nicht deren Wertekanon selbstherrlich allein bestimmen können.

    Esper ist als Ex-Stasbschef der Heritage Foundation von dieser US-Denkfabrik, die auf der Grundlage maximaler Bezuschussung der privaten absoluten Monopolwirtschaft durch einen minimalen Staat die „Führung für Amerika“ sichern will, sowie als ehemaliger Lieutenant Colonel vom nationalen Militarismus der USA auf Dauer geprägt.

    Von daher glaubt Esper anmaßend das Recht des Stärkeren unilateral in der mulitpolaren Weltordnung durchsetzen zu können und als US-Macht „bösartige, räuberische und gewalttätige Politik“ umsetzen zu dürfen, „um afrikanische Länder zu destabilisieren, ihre Ressourcen zu plündern“ und mit „Einschüchterung und Nötigung“ den US-amerikanischen „Einfluss auszuweiten“.

    Als Höhepunkt präsentiert Esper dreist die Doppelzüngigkeit, „die USA garantierten Afrika Wohlstand und Stabilität“, obschon die USA der 2001 gegründeten und seit 2017 alle afrikanischen Staaten umfassenden Afrikanischen Union (AU) niemals als ebenbürtiger Geschäftspartnerin zu begegnen gedenken.

    In einer US-amerikanisch dünkelhaft dominierten Weltordnung sind afrikanische Werte, Grundfreiheiten und Bürgerrechte basierend auf der allgemeinen Menschenwürde äußerstenfalls zweitrangig, um nicht zu sagen absolut letztrangig.

    Um ihre globale Macht und Handlungsfähigkeit neuerdings nicht länger einseitig vorherrschaftlich zu sichern, müsste sich die Espersche Amerika-First-Nation besonders in Afrika wundersam vom intriganten Geber zum Partner auf Augenhöhe verwandeln und demgemäß ihre großspurige Entwicklungshilfe zur Entwicklungskooperation herausbilden.

    Selbstredend ist ist die Person Esper nicht Auslöser, sondern nur Verkörperer des äußerlich sicht- und hörbaren US-amerikanischen Krankheitssymptoms, beispielsweise auch mit neokolonialem Land Grabbbing nordamerikanischer Agrargroßkonzerne eine zutiefst eigennützige, aggressive Entwicklungspolitik zu betreiben, den souveränen afrikanischen Staaten ihren Willen aufzuzwingen und damit die Generierung und Wahrung von Frieden, Sicherheit, Wohlstand und Stabilität auf dem afrikanischen Kontinent zu unterminieren.

    Pentagon-Chef Esper garantiert lediglich, mit US-amerikanischen Vorgaben die eigenen Entscheidungen afrikanischer Länder über ihre Zukunft durch Destabilisierung und Armutsförderung zu torpedieren und deren wirtschaftlichen Aufschwung sowie einen nachhaltig fairen Handel mit dem afrikanischen Koninent aus „Amerika-Zuerst-Interessen“ zu umgehen.

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    Verfasst von Rosa | 11. Oktober 2020, 18:35

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