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Ausland, Naher Osten

„Erdogan ist Hauptinitiator des Terrors“

von Michael Winkler – https://yourmediaagencypressdotcom.wordpress.com/

Neuer Konflikt zwischen Assad und Erdogan bahnt sich an

Seit Jahren schweigen Assad und Damaskus offiziell. Dazu, dass Ankara einen Teil Syriens besetzt hält und dort Islam-Terroristen „züchtet“. Die Sonderbesatzungszone im Norden (Hasaka) und Nordwesten (Idlib) soll es Syrien im Rest des Landes ermöglichen, den Wiederaufbau voran zu treiben. Das war und ist richtig. Doch Putin hat bereits in all den Jahren geduldig auf die Revanche gewartet. Die ist jetzt da. Assad hat bei RIA Novosti in russischen Staatsmedien eindeutig erklärt, dass Erdogan der Strippenzieher und Ober-Terrorist war, ist und weiterhin sein wird. Das könnte gravierende Folgen haben.

Nicht nur Assad und seine Getreuen haben in den letzten Jahren zähneknirschend das „Joch“ der türkischen Besatzer im Land ertragen. Die Bevölkerung in den Gebieten im Norden und im Nordwesten litt unter Verwüstung, Plünderungen, Drangsalierung und Erniedrigungen. Doch man beugte sich. Gemäß der mit Moskau gemeinsam ausgemachten Astana-Strategie. Für den Großteil Syriens vermittelten Lawrow und Putin mit Erdogan eine Art No-Fight-Zone zwischen Syrien und der Türkei. Im Norden und Nordwesten durfte die Türkei tun und lassen, was sie wollte. Dafür versprach Erdogan intern, Assad und den Rest des Landes in Ruhe zu lassen. Dieses Agreement scheint jetzt seinem Ende entgegen zu gehen.

Syriens Präsident hat gestern in Russlands TV RIA Novosti bewusst Erdogan provozierende Aussagen getroffen. Abgesprochen zwischen Damaskus und Moskau. Als Klatsche gen Erdogan nach dem Motto: Bis hierher und nicht weiter. Würde es nur um Syrien gehen, wäre der Zwist durchaus noch intern zu klären. Da Assad aber die türkisch-islamistische und aggressive Regionalpolitik Ankaras im Auge hatte und hat, geht es jetzt an die Substanz. Man kann davon ausgehen, dass alles, was Assad erklärte, zwischen ihm und Putin abgesprochen war. Assad: „Er (Erdogan d.A.) unterstützt Terroristen in Libyen; er war der Hauptinitiator und Initiator des jüngsten Konflikts in Berg-Karabach zwischen Aserbaidschan und Armenien.“ Und weiter: „Militante werden aus den Gebieten der Sonderverwaltungszone nach Berg-Karabach versandt. Wir können das bestätigen.“ Und weiter: „Die Tatsache, dass in Berg-Karabach die gleichen Methoden angewendet werden, erfordert keine Beweise. Dies ist sehr wahrscheinlich. Da, wie gesagt, die Türkei dieses Problem forciert und den Konflikt angeheizt hat.“

Türkei raus aus Syrien

Diese Aussagen des syrischen Präsidenten sind eine indirekte Kriegserklärung an die Türkei. Natürlich ist man in Ankara normaler Weise erhaben über mögliche syrische Kampfansagen. Und diese auch gewohnt. Immerhin verfügt die türkische Armee über eine Kampfkraft, die der der syrischen Armee (SAA) weit überlegen ist. Allerdings begrenzt. Durch die NATO. Und die hadert jetzt mit einem unberechenbaren Erdogan. Und die Gesamtsituation hat sich mit dem massiven Engagement Ankaras für Karabach geändert. Moskau könnte über Nacht vom Freund zum Feind der Türkei werden. Vor allem, weil nahezu der gesamte Westen gegen den „Sultan vom Bosporus“ aufbegehrt. Erdogan hat kaum noch Freunde. Nur noch Feinde.

Derart könnte schon bald von Daraa über Damaskus bis Aleppo und Hasaka der Schlachtruf erschallen: „Türkei raus aus Syrien“. Vielleicht sogar abgesprochen zwischen Trump und Putin. In diesem Falle wäre Putin sogar bereit, den USA eine Art „begrenztes Besatzungsrecht“ in Nordostsyrien einzuräumen. Nur um die Türkei dort ein für allemal los zu werden. Nach dem Motto: neue Freunde, neue Feinde. Putin ist flexibel.

Ein solches Szenario hätte auch zur Folge, dass Russland und die syrische Armee (SAA) unbehelligt den wohl letzten Schlag gegen den „syrischen Terrorismus“ (HTS/TIP) in und um Idlib führen können. Gegen Radikale, die bisher unbehelligt von Erdogans Türkei ausgerüstet und immer wieder aufgepäppelt wurden und werden. Möglicherweise bietet sich jetzt endlich die Chance, in Idlib „Terroristen“ von „Oppositionellen“ wirklich zu unterscheiden. Was bisher stets in einem nebulösen Umfeld ablief.

Endschlacht Idlib

Dass dies realistisch ist, beweisen Pressemeldungen der Anti-Assad-Opposition, die wegen der Karabach-Eskalation der Türkei auf Distanz zum bisherigen Partner in Istanbul gehen. Neueste Pressemeldungen verlauten, man gedenke keinesfalls „Kämpfer“ in den Kaukasus zu entsenden, die dort als Kanonenfutter für die Türkei verheizt werden. Ein „Aufstand“ der Pro-Türken-Milizen in Syrien gegen die Türkei bahnt sich an. Schließlich hat man es sich in Nordsyrien ja richtig gemütlich gemacht. Wieso und warum jetzt noch kämpfen? Die Türkei bezahlt gut. Bisher. Wie lange noch? Bei der Inflation. Aufrufe und Deklarationen in der oppositionellen Presse der Region belegen eine gemischt-verunsicherte Szenerie. Der Mittelstand (Händler/Kleriker/Großgrundbesitzer/Intellektuelle) möchte weiter gut verdienen. Das muss nicht zwingend unter HTS-Emir Julani (alNusra), Erdogans Geheimdienst MIT und Terror-Banden stattfinden. Viele aus der Bevölkerung bekommen jetzt erst richtig mit, dass Erdogan ihre Kinder benutzt, nicht um gegen Assad zu kämpfen, sondern für Feinde weit im Norden, im Kaukasus. Vormals in Libyen. Sie werden dort verheizt für Dollars, die die Türkei wegen ihrer Finanzkrise gar nicht hat. Natürlich gibt es in den Kriegsregionen Syriens kaum Arbeit. Ein Job als Söldner war bisher lukrativ. Doch wie lange noch. Und wer will schon einsam und grausam im eiskalten Kaukasus zu Tode kommen.

Putins Denksysteme, Konflikte über de-eskalierende soziale Formationen zu lösen, greifen jetzt und hier in Idlib und Syrien. Alles ist nur eine Frage der Zeit. Moskau hat Zeit. Und die Zeit für die Endschlacht in Idlib rückt näher. Je nachdem wie Erdogans Aggressivität im Kaukasus wächst. Erdogan hat im Gegensatz zu Putin keine Zeit. Er jagt von Expansion zu Expansion. Die Osmanen-Show für die Welt. Erdogan wird wohl schnell Idlib verlieren. Auch und wegen Karabach.

https://yourmediaagencypressdotcom.wordpress.com/2020/10/07/3288/

Diskussionen

2 Gedanken zu “„Erdogan ist Hauptinitiator des Terrors“

  1. Die Kurden waren die einzigen, genug Mumm hatten dem IS entgegenzutreten und diese Islamisten erfolgreich zurückzudrängen.

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    Verfasst von Wer nichts wurde, wurde Kurde | 8. Oktober 2020, 18:30
  2. Dank Erdogan sind Millionen von Syrien in Sicherheit.
    Hr. Assad wirD als Schlächter in Syrien bezeichnet. Den Namen haben ihn seine Landsleute gegeben.
    Dieser Artikel ist nicht mal der Rede wert.
    Man kann Erdoğan vieles sagen, aber dank Erdogan sinD Viele Syrier in Sicherheit.
    Das wollen die Kriegstreiber nicht war haben.
    Wo ist der Westen? Wer hat die Teroriesten PKK und den IsIs aufgerüstet?
    Wo sind die Kriegstreiber Frankreich, Saudi Arabien, VAE ?
    Ehrlich bleiben. Und nicht mit Halbwahrheiten auf Erdogan schießen.
    Gelle.
    Gruss GZ

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    Verfasst von GZ | 8. Oktober 2020, 15:05

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