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Bill Gates und der Spiegel – Bezahlte „Berichterstattung“ oder zu blöd, einen Taschenrechner zu benutzen?

von Thomas Röper – https://www.anti-spiegel.ru/

Im Spiegel ist ein Artikel erschienen, der über eine Erklärung von Bill Gates und den Pharmakonzernen zu Corona-Impfstoffen berichtet. Wer jedoch die Erklärung selbst liest, der sieht, dass es sich Werbung für Bill Gates handelt.

Dass der Spiegel sich seine „Berichterstattung“ von Bill Gates mit Millionen bezahlen lässt, ist nicht neu. Gates konnte sich mit seinem Geld sogar eine eigene Rubrik beim Spiegel kaufen. Wenn das für Sie neu ist, lesen Sie es hier nach. In dem verlinkten Artikel habe ich die Frage gestellt, wie unabhängig der Spiegel gegenüber Bill Gates sein kann, wenn er sich von Gates 2,3 Millionen Euro „spenden“ lässt.

Die Antwort konnten wir nun wieder einmal lesen. Der Spiegel hat in einem Artikel eine Lobeshymne auf Bill Gates und die Pharmakonzerne gesungen, wie schon die Überschrift „Kampf gegen das Coronavirus – Pharmakonzerne wollen Zugang armer Länder zu Covid-19-Impfstoff sichern“ zeigt. Es wird suggeriert, dass die Konzerne – natürlich zusammen mit Bill Gates – den armen Ländern helfen wollen:

„Die gesamte Weltbevölkerung soll im Kampf gegen das Coronavirus unabhängig von Einkommensverhältnissen Zugang zu künftigen Impfstoffen, Medikamenten und Therapien erhalten. Dazu haben sich 16 globale Pharmakonzerne und Diagnostikfirmen in einer gemeinsamen Stellungnahme mit der Bill & Melinda Gates Stiftung verpflichtet. „Wir werden eine Reihe von Ansätzen verfolgen, um Produkte, die wir entwickeln oder unterstützen in Ländern mit niedrigerem Einkommen erschwinglich zu machen“, heißt es in dem an diesem Mittwoch veröffentlichten Kommuniqué, das von den Firmenchefs sowie Bill und Melinda Gates unterzeichnet wurde. Es müsse eine gerechte Verteilung weltweit geben.“

Das klingt doch wirklich toll, oder? Die Pharmakonzerne wollen als barmherziger Samariter der Welt helfen. Und das natürlich dank den Bemühungen von Bill Gates:

„Zu Jahresanfang haben sich die Pharma- und Life-Science-Unternehmen dem „Covid-19 Therapeutics Accelerator“ angeschlossen, den die Bill- & Melinda Gates Stiftung ins Leben gerufen hatte, um die Pandemie zu bekämpfen. (…) Über die Gates-Stiftung, die sich für eine bessere Gesundheitsversorgung weltweit einsetzt, unterstützt auch Bill Gates die Impfstoffentwicklung von Firmen wie Moderna und Curevac.“

Der ganze Artikel ist eine Lobeshymne auf Bill Gates und sein selbstloses Bemühen, die Welt zu retten.

Wer sich jedoch die Erklärung, um die es geht, durchliest, der merkt schnell, dass diese „Rettung der Welt“ auf Kosten anderer erfolgen soll. Was die Pharmakonzerne und Bill Gates hier tun, ist dreist. Sie verkünden großzügig die Welt retten zu wollen, aber bezahlen sollen das andere und den Gewinn wollen sie einstreichen. In der Erklärung wird nicht etwa mitgeteilt, dass die Konzerne die Impfungen kostenlos oder wenigstens zum Selbstkostenpreis zur Verfügung stellen wollen. Im Gegenteil, sie betteln um Geld, damit ihre Gewinne nicht geschmälert werden:

„Der Zugang zu Interventionen zur weltweiten Bekämpfung von COVID-19 erfordert finanzielle Ressourcen, Vermögenswerte, Infrastruktur und gerichtliche Unterstützung und Zusammenarbeit über die Kapazität oder Rolle der Unterzeichner dieser Verpflichtung hinaus. Wir fordern daher Regierungen, multilaterale Institutionen, Unternehmen, NRO und andere auf, auf unseren bereits eingegangenen Verpflichtungen und Anstrengungen aufzubauen“

Im Klartext: Um die Impfungen bereitzustellen, sollen andere bezahlen. Und es wird eine ganze Liste an Forderungen präsentiert. Zum Beispiel:

„Bereitstellung einer ausreichenden, engagierten, nachhaltigen und rechtzeitigen Finanzierung für die Beschaffung und Bereitstellung der Instrumente, die für die Beendigung der COVID-19-Pandemie erforderlich sind.“

Deutlicher kann man das Geld der Steuerzahler nicht fordern. Und nochmal: In der Erklärung wird mit keinem Wort erwähnt, dass die Konzerne ihre Margen auch nur senken wollen. Sie wollen ihren vollen Gewinn einstreichen, aber bezahlen sollen andere. Noch ein Beispiel:

„Förderung von zweckdienlichen Regulierungs- und Haftungsprozessen für alle beteiligten Akteure, die die Sicherheit priorisieren und gleichzeitig den Zugang zu wichtigen neuen Tools nicht verlangsamen.“

Im Klartext: Haften für mögliche Impfschäden wollen die Konzerne nicht, sie wollen nur die Gewinne einstecken. Die Verteilung der Impfstoffe sollen andere bezahlen, die Versorgung armer Länder sollen die reichen Länder bezahlen und haften für mögliche Impfschäden will man auch nicht. Die EU war ja schon so freundlich, den Herstellern eine Haftungsbefreiung für etwaige Impfschäden zu garantieren, wie ich hier aufgezeigt habe.

Es ist also wirklich ein dreistes „Rundum-Sorglospaket“, dass die Konzerne zusammen mit Bill Gates hier fordern. Die EU ist dem in vorauseilendem Gehorsam bereits gefolgt und hat nicht nur die Haftungsbefreiung garantiert, sondern auch Vorauszahlungen und Garantien versprochen. Sollte eine Firma an der Entwicklung des Impfstoffs scheitern, darf sie das für die Vorbestellung erhaltene Geld behalten, ohne geliefert zu haben, wie ich hier aufgezeigt habe.

Aber im Spiegel erfährt man von alledem nichts. Der Spiegel-Artikel lobt stattdessen Bill Gates und sein Engagement für die Rettung der Welt vor Corona. Dabei könnte ein aufmerksamer Spiegel-Leser beim Lesen der Lobhudelei zumindest ahnen, worum es geht, wenn der Spiegel über Aussagen von Bill Gates schreibt:

„Doch er räumte bereits ein, dass deren Vakzine voraussichtlich zu teuer sein würden für ärmere Länder. „Es ist unwahrscheinlich, dass wir diese Impfstoffe in Entwicklungsländern in großem Maßstab einsetzen können, schon wegen der Kosten“, sagte Gates dem SPIEGEL.“

Der Mann ist einer der reichsten Menschen der Welt. Wenn er tatsächlich selbstlos den armen Ländern helfen wollte, was hindert ihn dann daran, ein paar Milliarden in die Hand zu nehmen? Die EU kauft die Impfdosen für 2,50 Euro pro Stück, da ist der Gewinn der Konzerne schon drin. Astra-Zeneca, die Firma, die ihre Impfstofftests wegen einer schwerer Erkrankung eines Teilnehmers unterbrechen musste, hat mit der EU einen Vertrag über die Lieferung von bis zu 400 Millionen Impfdosen geschlossen. Das ist ein Geschäft über eine Milliarde Euro.

Bill Gates mit seinem Einfluss müsste den Firmen die Dosen auch für die Hälfte abkaufen können, zumal er sie „finanziell unterstützt“, wie es der Spiegel formuliert. Dann könnte Gates zum Beispiel fünf Milliarden Menschen impfen lassen und es würde ihn nur 6,25 Milliarden kosten. Sein Vermögen wird aktuell auf 114 Milliarden geschätzt, er könnte sich das also problemlos leisten, wenn er denn wirklich der barmherzige Samariter wäre, als der ihn uns der Spiegel verkauft.

Aber offensichtlich will Gates an der Nummer Geld verdienen und nicht selbstlos helfen. Nur im Spiegel klingt es völlig anders, aber das hat natürlich nichts damit zu tun, dass Gates dem Spiegel 2,3 Millionen Euro „gespendet“ hat. Aller reiner Zufall.

Dass es sich bei der gemeinsamen Erklärung von Bill Gates und den Pharmakonzernen in Wahrheit um eine Forderung nach staatlicher Finanzierung ihrer Gewinne handelt, kann man erst im letzten Absatz des Spiegel-Artikels kurz lesen:

„Auch eine weitere Finanzierung sei nötig.“

Aber wozu braucht es „eine weitere Finanzierung“, wenn Bill Gates die Kosten der Impfung aller Menschen auf der Welt aus der Portokasse bezahlen könnte und er doch nur helfen will und nur beste Absichten hat?

Nochmal zur Erklärung: Wenn Bill Gates alle Menschen impfen möchte und er dabei der selbstlose Philantrop ist, als der er uns verkauft wird, dann könnte er das sogar ohne Rabatte tun. Bei einem Preis pro Impfung von 2,50 Euro würde die Impfung von sieben Milliarden Menschen 17,5 Milliarden kosten. Gates hätte danach immer noch über 90 Milliarden Vermögen.

Nun darf sich jeder selbst überlegen, ob die Spiegel-Redakteure zu blöd sind, einen Taschenrechner zu benutzen, oder ob sie Bill Gates wegen der 2,3 Millionen-Spende über den grünen Klee loben.

Bill Gates und der Spiegel – Bezahlte „Berichterstattung“ oder zu blöd, einen Taschenrechner zu benutzen?

Diskussionen

2 Gedanken zu “Bill Gates und der Spiegel – Bezahlte „Berichterstattung“ oder zu blöd, einen Taschenrechner zu benutzen?

  1. Also nach meiner Rechnung sind 2.3 mil Investition bei gleichzeitigen Einnahmen von 1 mil kein Gewinngeschäft. Evtl wird ja das Gatessche Vermögen nicht zur direkten Bezahlung von Impfstoffen genutzt, sondern nur zum Anstoßen der Prozesse.

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    Verfasst von Ein Gedanke | 14. Oktober 2020, 8:22

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