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Ausland, Russland

Wie in Russland über Politcal Correctness und Gender-Ideologie berichtet wird

von Thomas Röper – https://www.anti-spiegel.ru

Die Political Correctnes schlägt immer weiter um sich und es ist immer wieder erfrischend, wenn man sieht, dass dieses Phänomen auf die westliche Welt beschränkt ist und vom Rest der Welt mit ungläubigem Stauen beobachtet wird. Das hat nun wieder ein Beitrag des russischen Fernsehens deutlich gezeigt.

Bevor wir zu dem russischen Beitrag kommen, will ich kurz auf zwei kuriose Meldungen eingehen, die ich dazu in der letzten Zeit gefunden habe. So hat Facebook Anfang August mitgeteilt, dass Darstellungen des „Zwarte Piet“ auf der Plattform ab sofort verboten sind. Der Zwarte Piet ist in den Niederlanden der Gehilfe des Weihnachtsmanns, aber weil er eben ein Schwarzer ist und sich Niederländer dabei das Gesicht schwarz anmalen, ist diese Figur auf Facebook ab sofort verboten. Man stelle sich das vor: Eine amerikanische Firma verbietet den Niederländern ihre Tradition. Das ist keine Satire, das ist die Realität im Westen.

Mitte August hat die Firma Knorr nachgelegt und ihre Zigeunersauce in „Paprikasauce Ungarische Art“ umbenannt. Ich bin jetzt schon gespannt, wann die Ungarn sich wegen dieser „Diskriminierung“ beschweren.

Dieser Unsinn, der im Westen abläuft, ruft im Rest der Welt nur verständnisloses und ungläubiges Kopfschütteln hervor. Ich lebe in Russland und obwohl das „um die Ecke“ ist, es sind ja von St. Petersburg gerade mal zwei Flugstunden nach Deutschland und in Helsinki bin ich von hier aus mit dem Zug in vier Stunden, gibt es in Russland über die Auswüchse der Political Correctness einen riesigen Haufen an Witzen und die Russen glauben, das wäre alles ein Scherz.

Viele Russen halten die Berichte über Gender-Ideologie und ähnliches gar für anti-westliche Propaganda der russischen Medien, so unvorstellbar ist das für sie. Und die, die wissen, dass es wahr ist, fragen sich – wie man auf Russisch sagt – „mit welchem Körperteil Menschen denken“, die so etwas ernsthaft vertreten. Wenn ich Russen dann erzähle, dass das alles keine Witze sind, dass das im Westen todernst gemeint ist, dann glauben die, ich will sie auf den Arm nehmen, so unvorstellbar ist das für die meisten.

Und genau das hat sich nun wieder gezeigt, denn die Berlinale hat beschlossen, keine Preise mehr für männliche und weibliche Darsteller zu vergeben, ab sofort wird es einen einheitlichen Preis geben, dem Genderwahn sei dank. Das war dem russischen Fernsehen einen Beitrag wert, der mit seiner Meinung darüber nicht hinter dem Berg gehalten hat und den ich übersetzt habe.

Beachten Sie bitte auch meine Anmerkungen nach der Übersetzung.

Beginn der Übersetzung:

Die weltweit führenden Filmfestivals werden von großen Veränderungen erschüttert. Trotz der Pandemie werden in Venedig Preise verliehen, aber das Coronavirus hat die Organisatoren zu Änderungen gezwungen. Das Programm der Berlinale wird nicht nur von Corona verändert, sondern auch, um der weltweit wachsenden Bewegung für Geschlechtergleichstellung zu gefallen. Welche schockierenden Entscheidungen sind bereits getroffen worden und wie werden die roten Teppiche jetzt aussehen?

Aus Europa berichtet unsere Korrespondentin.

Die Vorbereitungen des Festivals sind im Zeitalter der der Pandemie nicht einfach, aber Venedig hat sich dennoch entschieden, das Risiko einzugehen. Ein verkürztes Programm, Masken bei den Filmvorführungen und auf dem roten Teppich, Tickets gibt es nur online, eineinhalb Meter Sicherheitsabstand zwischen den Zuschauern in der Halle. Wie sich die Organisatoren die Einhaltung der Distanzregeln auch bei den Fans durchsetzen, wird sich am 2. September bei der Eröffnung zeigen: Regisseure und Schauspieler aus 50 Ländern wollen nach Italien kommen, die Jury wird in diesem Jahr von Cate Blanchett geleitet.

Auch die Berliner Filmfestspiele erwarten Veränderungen. Die epidemiologische Situation für Februar vorherzusagen, ist noch nicht möglich, aber die Organisatoren verkünden neue Regeln: Das Festival verliert die Preise für die besten männlichen und weiblichen Hauptdarsteller, die Preise werden geschlechtsneutral.

Kein Schauspieler oder Schauspielerin: Der „Bär“ wird an den besten Hauptdarsteller und den besten Nebendarsteller verliehen, das heißt, die Auszeichnungen werden Geschlechter übergreifend. Aus Sicht der Organisatoren waren diese revolutionären Veränderungen – die Abschaffung von Mann und Frau – unvermeidlich, sie spiegeln moderne gesellschaftliche Strömungen wider. (Anm. d. Übers.: Das klingt wirklich blöd, dass es einen gender-neutralen Preis geben soll, aber dann vom „Hauptdarsteller“ die Rede ist. Aber so wurde es in dem Bericht gesagt, denn in Russland gibt es keine Geschlechter-neutrale Sprache und es zeigt die Absurdität der Geschichte auf. In der Pressemitteilung der Berlinale heißt es dazu wörtlich: „Statt der Auszeichnungen für den Besten Darsteller und die Beste Darstellerin werden künftig genderneutral ein „Silberner Bär für die Beste Schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle“ und ein „Silberner Bär für die Beste Schauspielerische Leistung in einer Nebenrolle“ vergeben.“)

„Es ist wichtig, dass wir verstehen, was getan werden muss, um das Festival zu verändern, um den Ansichten des jungen Publikums gerecht zu werden. Für mich ist es sehr wichtig, dass Kino nicht nur für 65-Jährige ist, sondern dass es auch für junge Leute interessant ist. Und ich denke, die Berlinale ist der perfekte Ort, um dies zu demonstrieren“, sagte eine der Organisatoren.

Es werden auch Veränderungen bei der Filmauswahl erwartet: Die Organisatoren werden versuchen, dafür zu sorgen, dass die Hälfte der Filme im Wettbewerbsprogramm von Regisseurinen ist und nicht wie im vergangenen Jahr ein Drittel. 2019 – zum Jubiläum der Berliner Filmfestspiele – unterzeichneten die Gäste sogar eine Petition zur Einführung einer Quote.

Das Streben nach Geschlechterneutralität ist ein Trend der letzten Jahre. Als erster haben die MTV Awards die Kategorien „Schauspielerin“ und „Schauspieler“ abgeschafft, das war 2007 und damals gewann Emma Watson als erste den geschlechtsneutralen Preis. Sie erklärte, dass der Preis für Talent und Können vergeben wurde, nicht für das Geschlecht, das eine Person hat.

Der russische Schauspieler Sergej Puskepalis, der 2010 den Berliner Bär für die männliche Hauptrolle gewonnen hat, ist von der Entscheidung der Organisatoren sehr überrascht.

„Das ist natürlich ein Schlag gegen grundlegende Dinge, gegen die Traditionen, auf denen das Kino basiert, gegen die Schaffung eines Helden, einer Heldin. Damit werden den Zuschauern in Zukunft die Figuren genommen, mit denen sie sich identifizieren können, mit denen sie mit fiebern können, denen sie nacheifern können. Jetzt sollen sie nebulösen Leuten nacheifern, von denen man gar nicht weiß, nach welchen Kriterien man sie bewerten kann und wie die Jury das machen soll“, ist seine Meinung.

Nach ethnischer, geschlechtlicher und sonst welcher Vielfalt streben nun alle großen Festivals, um nicht in die Kritik zu geraten. Das Programm, die Preise, die Auswahl der Gewinner – die öffentliche Meinung und die Aktivisten überwachen alles. 2016 wurde den Oscars Diskriminierung vorgeworfen, sie seien zu weiß gewesen: Unter den Bewerbern für die Statue waren keine Afroamerikaner. Es kam fast zu einem Boykott der Zeremonie, aber die Organisatoren versprachen, dass sich das nicht wiederholen würde.

Der bekannte russische Schauspieler und Regisseur Karen Schachnasarov meinte dazu: „Den Unsinn, der in der westlichen Welt, im Westen, vor sich geht, versteht niemand auf der Welt. Das versteht kein Mensch. Das verstehen die Chinesen nicht, die Inder verstehen es nicht, die Russen verstehen es nicht, die Moslems verstehen es nicht. Die Vormacht des Westens geht zu Ende – auch im kulturellen Bereicht. Wollen die mit solchen Aktionen die Avantgarde in dem Prozess bleiben?“

Das Beispiel der Berliner Festspiele kann sehr leicht ansteckend werden. Das gab es schon mal. Ausgerechnet auf der Berlinale gab es zum ersten Mal einen Preis für Filme über Sexuelle Minderheiten – den „Teddy“ – und heute haben fast alle solche Nominierungen. Cannes, Montreal, Carlsbad, Shanghai – die größten und berühmtesten Wettbewerbe können die langjährigen Regeln überarbeiten, wenn es modern ist. Was die Schauspieler, Regisseure und Filmkritiker darüber denken, werden wir Anfang September herausfinden: Bei den Festspielen von Venedig kann das zum Thema „Nummer eins“ werden.

Ende der Übersetzung

Damit Sie, geneigte Leser, die Sie wahrscheinlich in Deutschland wohnen, verstehen, warum ich auch mit einem so extremen Unverständnis auf die Entwicklungen in Deutschland blicke, möchte ich das kurz erklären. Sie kennen wahrscheinlich das Phänomen, dass ein Frosch, wenn man die Wassertemperatur langsam erhöht, gar nicht merkt, dass er irgendwann gekocht wird.

So kommt mir Deutschland vor, wenn ich von außen darauf schaue. Ich bin vor 22 Jahren ausgewandert und wenn ich alle paar Monate oder sogar Jahre mal dahin komme, sind mir die Veränderungen mit der Zeit immer deutlicher ins Auge gesprungen, die meine Freunde vor Ort gar nicht bemerkt haben, weil sie so langsam voran geschlichen sind.

Um das zu verdeutlichen, möchte ich Ihnen ein Video zeigen. Als ich Deutschland verlassen habe, lief im ZDF die Vorabendserie „Unser Lehrer Dr. Specht“ und das, was damals noch im Vorabendprogramm des ZDF über Political Correctness gesagt werden durfte, wäre heute undenkbar. Schauen Sie selbst, wie sich das Denken und damit das Land in so kurzer Zeit verändert haben.

Wie in Russland über Politcal Correctness und Gender-Ideologie berichtet wird

Diskussionen

3 Gedanken zu “Wie in Russland über Politcal Correctness und Gender-Ideologie berichtet wird

  1. Wie totalitaer die Politische Korrektheit mittlerweile ist,kann man heute wieder sehen (Verbot der Corona-Demonstration). Hier wird natuerlich nicht das „Fehlverhalten“ beim Maskentragen be-/verurteilt sondern die politische Gesinnung der Teilnehmer. Die Herrschende Klasse hat fuer das eigene Volk nur noch Hass und Verachtung uebrig, dies drueckt sich auch und gerade im staendigen Faschismusvorwurf aus. Jeder Andersdenkende ist fuer diese Leute ein Nazi, also ein potentieller Moerder. Wir muessen alles tun, um das Ende der kapitalistischen Bourgeoisie einzuleiten und eine wahrhaft sozialistische, freie und gerechte Gesellschaft einzurichten, in der das Volk WIRKLICH die Macht in den Haenden haelt.

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    Verfasst von Ulli Baumgarten | 26. August 2020, 20:32
  2. Schwarz in in jeglicher Form und überall verteufelt, aber die neue Werbung glitzert nur noch mit Schwarzen, denn nur so trichtert man uns ein, dass Europa so zu sein hat, Wie soll man sonst die bestellten 500 Millionen junger Afrikaner hier unbesehen unterbringen, ohne das es der dumme Bürger merkt, gell?

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    Verfasst von reinertiroch | 26. August 2020, 9:36

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  1. Pingback: Wie in Russland | inge09 - 26. August 2020

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