//
du liest...
Ausland, Europa

Ehemaliger Poroschenko-Vertrauter gibt schwere Verbrechen zu, aber kein Staatsanwalt interessiert sich dafür

von Thomas Röper – https://www.anti-spiegel.ru

Vor einer Woche hat sich die ehemalige rechte Hand von Poroschenko an die Öffentlichkeit gewandt und sich selbst beschuldigt, EU-Offizielle bestochen und einen Staatsstreich durchgeführt zu haben. Aber merkwürdigerweise interessiert sich dafür keine einzige Staatsanwaltschaft. Gestern hat er eine weitere Erklärung veröffentlicht.

Dawyd Żwanija war zur Zeit des Maidan die rechte Hand von Poroschenko und er kann aus erster Hand über die Vorgänge vor, während und nach dem Maidan berichten. Er bezeichnet den Maidan als Staatsstreich, berichtet über dessen Finanzierung und die Details von Poroschenkos Machtergreifung. Obwohl er sich selbst schwerer Verbrechen beschuldigt, die er und seine Komplizen in der Ukraine und auch in Deutschland begangen haben, interessiert sich auch nach einer Woche weder die ukrainische, noch die deutsche Staatsanwaltschaft für seine Erklärungen.

Ich habe seine Erklärung von vor einer Woche und auch folgende Erklärungen übersetzt. Sie finden sie hierhier und hier. Heute habe ich seine neueste Erklärung übersetzt.

Как финансировался госпереворот в Украине

Beginn der Übersetzung:

Eine Woche ist seit meinem ersten Aufruf vergangen und es gibt keine Reaktion von der Generalstaatsanwältin. Die unheimliche Gleichgültigkeit der Strafverfolgungsbehörden gegenüber meinem aufrichtigen Geständnis macht mir Angst.

Ich bin ein Mensch, der selbst zugibt, zusammen mit einer kriminellen Organisation einen Staatsstreich durchgeführt zu haben. Aber die Staatsanwaltschaft interessiert sich nicht dafür.

Ich wiederhole, dass ich Mitglied der kriminellen Vereinigung war, die den Staatsstreich durchgeführt hat. Ich habe meinen politischen Einfluss und meine Position als Leiter des Ausschusses für Staatsaufbau genutzt, um den Verschwörern zu helfen. Dieser Ausschuss war damals der Schlüssel zum Regierungswechsel. Das Parlaments hat seine Befugnisse danach neu verteilt, wodurch der Ausschuss unwichtig wurde. Aber im Jahr 2014 hatte ich durch ihn eine sehr große Macht, die ich für die Verschwörer eingesetzt habe.

Ich rufe die Generalstaatsanwältin Venediktova noch einmal auf, mich als Zeugen oder Beschuldigten vorzuladen und mich dazu zu vernehmen. Ich fordere die Öffentlichkeit auf, das von der Generalstaatsanwältin fordern, fordert Gerechtigkeit!

Ich will auch einige Anschuldigungen kommentieren, die gegen mich erhoben wurden.

Poroschenko lässt im Internet bezahlte Artikel veröffentlichen, die mich beschuldigen, in fünf Monaten mehr als 60 Mal in Moskau gewesen zu sein. Poroschenko kann zu seiner Verteidigung nichts vorbringen, daher versucht er, mich zu diskreditieren, um seine Anhänger zu überzeugen, dass man mir nicht glauben darf.

Dabei werden Berichte benutzt, die meine Grenzübertretungen nach Weißrussland zeigen. Ja, ich fliege tatsächlich sehr viel. Dafür gibt es Gründe, die nichts mit Verbrechen zu tun haben. Ich fliege nicht inkognito mit geklautem Geld auf die Malediven. (Anm. d. Übers.: Das ist eine Anspielung darauf, dass Poroschenko während seiner Zeit als Präsident mit einem falschen Pass auf die Malediven geflogen ist. Das war ein Skandal in den ukrainischen Medien, der aber keine Folgen hatte)

Ich will auch darauf hinweisen, dass Poroschenko die Informationen über meine Grenzübertritte nur vom Geheimdienst SBU bekommen konnte. Das bedeutet, dass der Freund von Präsident Selensky, der Chef des SBU, weiterhin Schmiergeld nimmt. Mehr noch: Der SBU nimmt Schmiergeld von Poroschenko, der Selensky wegputschen möchte.

An der Stelle von Selensky würde ich darüber mal nachdenken.

Außerdem hat der Anhänger von Poroschenko, der ehemalige Außenminister Klimkin, mitgeteilt, er hätte Merkel kein Schmiergeld gegeben, weil allgemein bekannt ist, dass Merkel keine Schmiergelder annimmt. Das ist ein Ablenkungsmanöver. Ich habe Merkel nie genannt und die Schmiergelder hat nicht Merkel bekommen. Sie hat damit nichts zu tun. (Anm. d. Übers.: Er spricht hier über eine erste Erklärung von vor einer Woche, die Sie hier finden)

Ich erinnere Klimkin daran, dass er über die ukrainische Botschaft in Deutschland einem hochstehenden EU-Offiziellen fünf Millionen Euro übergeben hat. Das ist Klimkin und Poroschenko sehr wohl bekannt.
Die Details will ich gerne der Staatsanwaltschaft mitteilen. Wenn nicht der ukrainischen, dann der deutschen. (Anm. d. Übers.: Hier beschuldigt sich jemand selbst, einen EU-Offiziellen in Berlin mit fünf Millionen Euro bestochen zu haben und die deutsche Staatsanwaltschaft interessiert sich bisher genauso wenig dafür, wie die ukrainische)

Warum werde ich jetzt mit Schmutz beworfen? Weil ich viel weiß und sie mich diskreditieren wollen. Zum Beispiel über den Maidan. 2014 wollte ich Opfer verhindern. Aber andere Führer der Aktion haben das anders gesehen. Die haben sich für nur die öffentliche, also internationale, Reaktion interessiert.

Am Anfang hat niemand gewusst, wie das ausgehen wird. Niemand hat geahnt, dass Turtschinow Menschen töten lassen wird. Aber als das Töten erst einmal angefangen hat, konnte es niemand mehr stoppen. (Anm. d. Übers.: Turtschinow war der Übergangspräsident nach dem Maidan. Er hat 2014 den Krieg im Osten des Landes angeordnet, die Details habe ich in meinem Buch über die Ukraine-Krise 2014 ausführlich beschrieben)

Ich weiß auch, wie der Staatsstreich finanziert wurde. Die Finanzierung der Machtergreifung erfolgte über verschiedene Wege. Eine der externen Quellen der Finanzierung war die litauische Botschaft, über die Geld und Waffen geschickt wurden. Und der interne Kanal war die „Diamantbank“. Ich habe Dokumente und Beweise, die belegen, was ich sage. Deshalb appelliere ich noch einmal an Generalstaatsanwältin Irina Venediktova: Eröffnen Sie ein Strafverfahren, laden Sie mich zur Vernehmung vor. Die Ukrainer müssen endlich die Wahrheit über das erfahren, was damals geschehen ist.

Es gibt kein Zurück mehr! Die Wahrheit wird siegen!

Ende der Übersetzung

Ehemaliger Poroschenko-Vertrauter gibt schwere Verbrechen zu, aber kein Staatsanwalt interessiert sich dafür

Diskussionen

Ein Gedanke zu “Ehemaliger Poroschenko-Vertrauter gibt schwere Verbrechen zu, aber kein Staatsanwalt interessiert sich dafür

  1. Dafür darf sich kein Staatsanwalt interessieren, sonst hätte ja der böse Putin die Ukraine nicht anektiert, gell?

    Liken

    Verfasst von reinertiroch | 1. August 2020, 9:42

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Archiv

%d Bloggern gefällt das: