//
du liest...
Ausland, Nordamerika

„Ein Sturm zieht auf“: Die durchschnittliche amerikanische Stromrechnung steht kurz davor, um bis zu 30% zu steigen

von Tyler Durden – https://www.zerohedge.com

Übersetzung LZ

In der heutigen Nachricht „Die Fed kann nirgendwo eine Inflation erkennen“ sieht es so aus, als würde sich das Jahr 2020 für den Durchschnittsamerikaner von schlecht zu schlechter entwickeln. Bloomberg berichtet, dass die meisten Verbraucher angesichts der steigenden Temperaturen während des zu erwartenden heißen Sommers mit einem „starken Anstieg“ der Stromrechnungen konfrontiert sein werden, der einige „an den Rand des finanziellen Ruins treiben könnte“.

Das ist eine ernste Behauptung, die man über eine Stromrechnung aufstellen kann, aber die Fakten sind da, um sie zu untermauern. Die Menschen, die in diesem Sommer zu Hause statt im Büro festsitzen, werden viel mehr als früher auf Klimaanlagen angewiesen sein. Dies wird die Stromrechnungen in Teilen der USA um „25% in die Höhe treiben“, so der Bericht. Dies kommt zu einer Zeit, in der etwa 50 Millionen Menschen in finanzielle Notlagen geraten.

Die Arbeit von zu Hause aus hat laut Innowatts, einem Berater für Versorgungsunternehmen, die Stromnachfrage der Haushalte während der Arbeitszeit bereits um 15% erhöht. Con Ed hat davor gewarnt, dass die Kundenrechnungen in diesem Sommer um 10% steigen könnten, und in Kalifornien könnte die durchschnittliche Rechnung um 25% auf über 200 Dollar steigen, warnte die staatliche Kommission für öffentliche Versorgungsbetriebe.

In Teilen des Südens der USA könnten die Preise um bis zu 30% steigen, so die Union of Concerned Scientists. 

Die Erhöhungen könnten sich auf bis zu 50 Dollar pro Monat belaufen, so der Bericht, und werden viele, die bereits mit der Pandemie zu kämpfen haben, unverhältnismäßig stark treffen.

Sindy Benavides, Vorstandsvorsitzender der Liga der Vereinigten Lateinamerikanischen Bürger, sagte: „Es wird Menschen geben, die vor der Frage stehen, ob sie ihre Rechnung bezahlen oder Essen auf den Tisch bringen sollen. Es wie vor dem Ausbruch eines Sturms“.

Einkommensschwache Familien geben dem Bericht zufolge etwa 9% ihres Budgets für Energierechnungen aus. Das Problem betrifft unverhältnismäßig stark schwarze und hispanische Familien, die laut dem American Council for an Energy-Efficient Economy und dem U.S. Census Bureau doppelt so häufig in Armut leben.

Jacqui Patterson, Direktorin des NAACP-Programms für Umwelt- und Klimagerechtigkeit, sagte: „Die Menschen werden anfangen, sehr harte Entscheidungen zu treffen. Es ist eine weitere Situation, in der die Menschen den Preis der Armut mit ihrem Leben bezahlen“, sagte Jacqui Patterson, Direktorin des NAACP-Programms für Umwelt- und Klimagerechtigkeit.

Für den größten Teil der USA wird für dieses Jahr ein langer heißer Sommer vorhergesagt, und Orte wie Kalifornien hatten bereits mit zwei schweren Hitzewellen zu kämpfen. New York, Boston und Philadelphia haben in diesem Jahr bereits hohe Temperaturen erreicht.

Das sagte Jim Rouiller, leitender Prognostiker der Energy Weather Group: „Wir haben die Wende zu dem geschafft, was zu einem langen Hitzesommer werden wird.

Jeremiah Bohr, Assistenzprofessor für Soziologie an der University of Wisconsin, Oshkosh, schloss: „Das unterstreicht die größere Frage, wie schwierig es ist, über die Runden zu kommen.“


https://www.zerohedge.com/personal-finance/storm-waiting-happen-average-americans-power-bill-about-rise-much-30?utm_campaign=&utm_content=ZeroHedge%3A+The+Durden+Dispatch&utm_medium=email&utm_source=zh_newsletter

 

Diskussionen

6 Gedanken zu “„Ein Sturm zieht auf“: Die durchschnittliche amerikanische Stromrechnung steht kurz davor, um bis zu 30% zu steigen

  1. Irgendwie klingt das für mich alles ein wenig an den Haaren herbeigezogen, zumindest aber etwas übertrieben.
    Auch bei uns kann es mal über einen längeren Zeitraum ziemlich warm werden (ich lebe im Südwesten). Ich kenne niemanden, der zuhause eine Klimaanlage besitzt. Wenn die Wohnung mal sehr aufgeheizt ist, tut es auch ein Ventilator. Wer gönnt sich denn den Luxus einer Klimaanlage (nichts anderes ist das), wenn er dann befürchten muss, dass zu wenig Geld fürs Essen da ist oder mich dieser Luxus gar in den Ruin treibt.

    Und wenn es ums Homeoffice geht, kann man den Arbeitgeber doch sicher um eine Art Zuschuß für den Energiemehrverbrauch bitten. Diese Kosten spart sich ja gleichzeitig auch der Arbeitgeber. Das US-System ist in Teilen zwar ziemlich asozial, aber so schlimm wird es wohl sicher nicht sein. Schließlich profitiert auch der Arbeitgeber davon, wenn der Laden einigermaßen weiterläuft.

    Ich würde mir mal eher darüber Gedanken machen, wenn bei uns im ach so soziale Deutschland Familien mit Kindern oder Rentnern der Strom abgestellt wird, auch ohne Klimaanlage. Oder was ist, wenn ein Hartz4-Empfänger aus seiner langjährigen Wohnung muss, weil diese der ARGE zu groß und/oder zu teuer ist. Solche Leute haben sicher ganz andere Probleme als den Verzicht auf eine Klimaanlage.
    Ich habe mir mal die Grenzen in Euro und Wohnfläche bei uns im Kreis angeschaut. Wenn ich den Wohnungsmarkt vor Ort betrachte, hätten wir hier kaum eine Chance, in Sachen Preis entsprechenden Wohnraum zu finden.

    PS: Es gibt ja auch Leute, die der Ansicht sind, man müsste im Winter im T-Shirt in der Wohnung sitzen.

    Liken

    Verfasst von Claus | 14. Juli 2020, 15:12
    • Im Süden der USA ist es erheblich heißer als im deutschen Südwesten. Die Temperaturen dort sind mit denen in Nordafrika vergleichbar. Darum ist dort die Klimaanlage ein absoluter Standard wie bei uns die Heizung im Winter. Zudem, das fehlt im Artikel, betrifft das Problem vor allem diejenigen, die wegen Krankheit und Alter etc. auf eine Klimaanlage angewiesen sind. Der Rest kann sicherlich auch bei dortigen Temperaturen irgendwie überleben so wie die meisten Leute in Nordafrika sich auch keine Klimaanlage leisten können.
      Daß amerikanische Kapitalisten einen Homeofficezuschuß zahlen, ist wohl eher ein Wunschtraum. Die arbeiten streng nach dem Prinzip hire and fire.

      Liken

      Verfasst von LZ | 14. Juli 2020, 17:00
  2. Soange der Ami 150 Kg wiegt, jeden Tag zum Essen ins Lokal geht, oder mit seinem Monsterauto zum MC fährt, kann doch alles nicht so arg sein, oder?

    Liken

    Verfasst von reinertiroch | 13. Juli 2020, 9:23
    • Das ist die übliche rechte Diffamierung von Armen. Ich könnt kotzen!

      Was machen rechten Schwachköpfe eigentlich in der Linken Zeitung?

      Armut macht dick
      https://www.stadtlandkind.info/armut-macht-dick/

      Liken

      Verfasst von Fx | 13. Juli 2020, 14:52
      • Und täglich grüßt die Nazikeule 😉

        Ich habe gerade dieser Tage einen Bericht aus den USA gesehen. Es ging um Essenspakete wegen Corona. Da standen die Autos Schlange, mit offenem Kofferraum, um nicht aussteigen zu müssen. Das Personal hat die Pakete dann in deren Kofferraum getan, diesen geschlossen und die Empfänger sind das von dannen gefahren.

        Mich hat dabei doch sehr gewundert, mit welchen Karossen diese „Hilfsbedürftigen“ da teils vorgefahren sind. Dies erklärt aber wahrscheinlich auch, warum ein Großteil der US-Amerikaner nicht in der Lage sein soll, kurzfristige Engpässe oder mittelpreisige Neuanschaffungen zu bewälteigen, weil sie schlicht keine Rücklagen haben.

        Na ja, in den USA galt ja schon immer das Motto: Schneller, breiter, größer 😉

        Übrigens: Auch eine gewisse Meinungsvielfalt gehört zu einer Demokratie.

        Nachtrag: Es war nicht der folgend verlinkte Beitrag auf den ich mich beziehe. Aber es zeigt das gleiche Bild.
        https://www.msn.com/de-de/video/panorama/lange-warteschlangen-an-den-tafeln-unz%C3%A4hlige-amerikaner-stehen-f%C3%BCr-essenspakete-an/vi-BB12LBT1

        Liken

        Verfasst von Claus | 14. Juli 2020, 14:19
      • die Frage nach Sinn und Zweck einer „linken“ Zeitung ist durchaus berechtigt.

        Trotz internationaler Solidarität scheint Einprügeln auf die eine hilflos ausgelieferte mittellose Unterschicht akzeptabel zu sein, wenn es gegen den ideologischen Klassenfeind USA geht. Das ist ebenso armselig wie verachtenswert. An anderer Stelle beweinen die gleichen Leute den Untergang des westlichen zivilisierten Abendlandes.

        Außerdem frönt man erstaunlich oft den gleichen Themen wie die Rechtsaußenfraktion von AfD usw:
        ultranationalistische Tendenzen, israelfeinmdlich bis antisemitisch „anglo-zionistiches Imperium“, und geschichtsrevisionistische Querfrontideologen, sowie völlig blindes Vertrauen in das russische Staatsfernsehen und die angeschlossenen Desinformationskanäle.

        Liken

        Verfasst von PRAVDA | 17. Juli 2020, 15:04

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Archiv

%d Bloggern gefällt das: