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Inland, Medien

An den Interessen der Menschen „vorbei geschrieben“: Der Spiegel stellt bento ein

von Thomas Röper – https://www.anti-spiegel.ru

Der Spiegel hat seit 2015 versucht, mit seinem Ableger bento ein junges Publikum zu erreichen. Das ist gescheitert, bento wird nun eingestellt. bento war ein Produkt der Filterblase, in der die „Qualitätsmedien“ gefangen sind und in der die wahren Sorgen und Interessen der Menschen in Deutschland nicht vorkommen. Das lässt sich leicht belegen.

Wer bento auch nur am Rande verfolgt hat, der hat schnell gesehen, dass bento eigentlich nur wenige Themen hatte. LGBT-Dingsbums (oder wie der queere Buchstabensalat auch heißen mag) ist super, Männer (vor allem weiße Männer) sind stets verdächtig, Kinder kriegen ist doof, Migranten sind toll, Russland ist ganz böse und so weiter und so fort. bento war das Sprachrohr dessen, was die political Correctness gut findet und natürlich – ganz wie der Spiegel selbst – ein Sprachrohr der Transatlantiker.

Die Schlagzeilen auf dem Titelbild waren übrigens tatsächlich so bei bento zu lesen und stellen einen guten Querschnitt durch die Inhalte da.

bento sollte junge Leute an den Spiegel binden, hat dazu 16 Redakteure beschäftigt und bekam vom Spiegel massiv Schützenhilfe. bento hatte eine eigene Rubrik auf der Homepage des Spiegel, damit sollte sichergestellt werden, dass viele Leute bento kennen lernen, dass die neue „Jugendmarke“ des Spiegel wächst und sich aus den Werbeeinnahmen finanzieren und Gewinn machen kann.

Die Filterblase der „Qualitätsmedien“

Wer sich jedoch die Themenauswahl und die Artikel von bento angeschaut hat, der musste wissen, dass das nicht funktionieren kann. Und dabei zeigt sich unfreiwillig, in was für einer Filterblase die Redakteure des Spiegel und anderer „Qualitätsmedien“ leben. Eines der Hauptthemen von bento, also LGBT-Dingsbums, ist ein Minderheiten-Thema, auch wenn es die Medien und die Politik beherrscht. Es gibt keine verlässlichen Zahlen darüber, wie viele Menschen homosexuell oder trans sind. Aber sicher ist, es sind sehr wenige, trotzdem wird das Thema täglich in den Medien gehypt, gerade so, als sei es ein Thema, für das sich die gesamte Gesellschaft brennend interessiert.

Es gibt zwar keine verlässlichen Zahlen darüber, wie viele Menschen zur sexuellen Minderheit gehören, aber im Spiegel selbst gab es mal einen Artikel, der Rückschlüsse zulässt. Der Spiegel hat letztes Jahr darüber berichtet, wie viele homosexuelle Paare im ersten Jahr nach der Einführung der „Ehe für alle“ geheiratet haben:

„Seit der Einführung der Ehe für alle im Herbst 2017 haben bis Ende 2018 fast 33.000 gleichgeschlechtliche Paare geheiratet. Damit war jede 14. neue Ehe gleichgeschlechtlich, wie aus Daten des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden hervorgeht. Insgesamt wurden in dem Zeitraum 449.466 Ehen geschlossen.“

Das klingt so, als seien 8 bis 9 Prozent aller Ehen in Deutschland gleichgeschlechtlich, woraus sich folgern ließe, dass die Gruppe der sexuellen Minderheit der homosexuellen Menschen in etwa so viele Menschen umfasst. Aber in dem Artikel konnte man auch lesen:

„Zu den gleichgeschlechtlichen Eheschließungen zählten auch 21.477 Umwandlungen. Diese Paare lebten bereits zuvor in eingetragenen Lebenspartnerschaften und wandelten sie in eine Ehe um.“

Das bedeutet, dass nur ca. 12.000 gleichgeschlechtliche Ehen „neu geschlossen“ wurden. Dem stehen 416.000 neu geschlossene „hetero-Ehen“ im gleichen Zeitraum gegenüber.

Es geht mir hier nicht um die genaue Zahl derer, die zu sexuellen Minderheiten gehören, es geht um die grobe Größenordnung. Ob es drei, fünf oder sieben Prozent sind, ist nicht wichtig. Es ist eine kleine Minderheit, die aber die Medien beherrscht. Und anscheinend glauben die Schreiberlinge der „Qualitätsmedien“, dass das alle in Deutschland wahnsinnig interessiert und berührt, bloß weil sie selbst jeden Tag darüber schreiben.

Das Scheitern von bento zeigt nun, dass das nicht so ist. Und verstehen Sie mich richtig: Mir ist es egal, ob jemand homo, bi, hetero oder trans ist. Jeder soll so glücklich werden, wie er möchte! Wie bei jeder Minderheit (egal, ob ethnisch, religiös, weltanschaulich, etc.) müssen auch ihre Rechte geschützt werden, das steht außer Frage.

Aber es ist eben kein Thema, dass die Mehrheit der Gesellschaft interessiert oder berührt. Und das, obwohl die „Qualitätsmedien“ und die Politik das Thema seit Jahren zu einem der wichtigsten Themen zu machen versuchen.

Das Scheitern von bento in Zahlen

bento hatte massive Schützenhilfe des Spiegel. Laut dem Analyse-Tool von similarweb hat der Spiegel pro Monat ca. 114 Millionen Zugriffe. Ich kann nur davon träumen, dass eine Seite mit 114 Millionen Zugriffen eine Anti-Spiegel-Rubrik einrichtet und mir Leser bringt. Man muss sich also schon ziemlich dumm anstellen, wenn man mit so einer Schützenhilfe ein Projekt in den Sand setzt.

Aber die 16 bento-Träumer, die sich dort „Redakteure“ nennen durften, haben das geschafft. bento hat es trotz aller Hilfe des Spiegel nicht geschafft, sich zu etablieren und eine eigene Leserschaft aufzubauen. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Nur 14 Prozent aller Zugriffe waren bei bento direkte Zugriffe, das bedeutet, dass bento nur so wenige Stammleser rekrutieren konnte.

Den größten Anteil machten Verweise aus, also Leser, die von anderen Seiten kamen. Und wie man sieht kamen die fast zu hundert Prozent vom Spiegel.

Zum Vergleich mal die Verweise des Anti-Spiegel:

Daran, dass bento es in fünf Jahren nicht geschafft hat, von irgendwem – außer dem Spiegel – Verweise zu bekommen, sieht man, wie künstlich bento auch nach fünf Jahren noch am Leben erhalten werden musste.

Noch deutlicher wird es, wenn man sich das Interesse der Leser an den Inhalten von bento anschaut. Dazu geben Daten über die Verweildauer der Leser auf einer Seite Auskunft und auch die Absprungrate („Bounce-Rate“), die das Interesse der Leser an einer Seite anzeigt. Beide Zahlen sind bei bento miserabel. Beim Spiegel bleibt der durchschnittliche Leser laut similarweb genau vier Minuten. Bei bento gerade mal 1.24 Minute. Worauf ich stolz bin: Beim anti-spiegel bleibt der durchschnittliche Leser sogar länger, als beim Spiegel, immerhin 4.27 Minuten.

Gleiches sieht man bei der „Bounce-Rate“. Je niedriger die Prozentzahl ist, desto besser. 100 Prozent bedeutet, dass alle Leser nach dem ersten Artikel die Seite verlassen haben. Je höher der Wert, desto weniger konnte die Seite das Interesse der Leser wecken.

Beim Spiegel liegt die Bounce-Rate bei 49,33 Prozent. Bei bento bei 78,38 Prozent. Das ist ein miserabler Wert, denn er bedeutet, dass nur recht wenige bei einem Besuch von bento nach dem ersten Artikel Lust hatten, noch einen zweiten zu lesen. Medienseiten freuen sich in der Regel, wenn die Bounce-Rate unter 70 Prozent liegt, das gilt als ordentlicher Wert.

Auch die Verweildauer zeigt das bereits an, denn die durchschnittliche Verweildauer bei bento von 1.24 Minuten reicht nicht aus, um auch nur einen Artikel komplett zu lesen. Die meisten Leser von bento sind also abgesprungen, ohne auch nur einen Artikel zu Ende gelesen zu haben.

Da ich es erwähnt habe, hier zum Vergleich auch noch die Bounce-Rate vom anti-spiegel: 58,79 Prozent.

Noch zu den nackten Besucherzahlen. Der anti-spiegel wurde in den letzten sechs Monaten zwischen 340.000 und 490.000 Mal monatlich angeklickt. Bei bento schwankte die Zahl zwischen 4,1 und 5,85 Millionen. Im Mai waren es bei bento 4,09 Millionen, davon waren weniger als 14 Prozent direkte Zugriffe, also Stammleser. Das bedeutet, dass bento nur etwa 500.000 bis 600.000 Stammleser gewinnen konnte. bento hat in fünf Jahren also kaum mehr Stammleser gewonnen, als der kleine Anti-Spiegel in zwei Jahren und das trotz der massiven Schützenhilfe des Spiegel. Direktzugriffe, also Stammleser, machen beim anti-spiegel über 80 Prozent der Zugriffe aus.

Ja, das klingt nach Eigenlob, aber ich bin auch ein wenig stolz darauf, das im „Ein-Mann-Betrieb“ erreicht zu haben, ohne Redaktion, Gastartikel und Mitarbeiter. Daher an dieser Stelle einen herzlichen Dank an alle Leser!

Der Spiegel plant bento-Nachfolger

Wie gesagt, man muss sich schon wirklich dumm anstellen, um eine Nachrichtenseite trotz einer so mächtigen Unterstützung so zu vergeigen, wie bento es getan hat. Dazu muss man wirklich massiv an den Interessen der Leser im Land „vorbei schreiben“. Das Ende von bento ist daher eine durchaus gute Nachricht, denn es zeigt, dass die Macht der Medien, in der gesellschaftlichen Diskussion Themen zu setzen, begrenzt ist. Oder einfacher ausgedrückt: Die Menschen lesen nicht jeden Müll, der ihnen vom Mainstream vorgesetzt wird.

Der Spiegel hat angekündigt, bento im Herbst einzustellen, er will aber ein neues „Jugendprojekt“ starten, es soll „Spiegel Start“ heißen. Dazu hat die FAZ geschrieben:

„„Spiegel“-Chefredakteurin Barbara Hans betonte, Analysen zeigten, dass sich die Zielgruppe vom „Spiegel“ Orientierung zu Fragen rund um Studium und Jobeinstieg wünsche. „Ein darauf zugeschnittenes Angebot werden wir nun entwickeln.““

Wenn der Spiegel die Themen wieder so auswählt, wie bisher, dann dürften wir bei Spiegel-Start demnächst lesen, wie Transgender, Homosexuelle, Migranten und junge Transatlantiker sich im Studium und im ersten Job fühlen.

Darauf hat die deutschsprachige Leserschaft sehnsüchtig gewartet!

An den Interessen der Menschen „vorbei geschrieben“: Der Spiegel stellt bento ein

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