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Ausland, Nordamerika

Werden wir in den USA eine Farbrevolution erleben?

von Kit Knightly – https://www.theblogcat.de

Übliche Metaphern gibt es zur Genüge, und Trump könnte diesen Sturm nicht überleben

Es begann mit friedlichen Protesten. So fängt es immer an. Unterdrückte, arme oder sonst wie verzweifelte Menschen gehen auf die Straße, denn sie wissen nicht was sie sonst tun sollten. Weil ihre Nachbarn es tun. Weil die Welt zu so vielen Menschen ungerecht ist. Weil sie gehört werden wollen.

Die Gründe spielen keine Rolle. Die Friedfertigkeit schon.

Niemand, der für Gerechtigkeit und Wandel demonstriert, will wirklich eine Bäckerei abfackeln oder Turnschuhe aus einem Nike-Laden klauen.

Aber dann geht es los.

Schaufenster werden eingeschlagen. Pflastersteine fliegen. Zivilisten werden mit Tränengas besprüht. Schaulustige sind in dem Gewühl gefangen. Menschen werden verletzt.

Es muss nicht passieren, aber es passiert.

Manchmal gerät die Polizei angesichts der einschüchternden Mengen in Panik. Manchmal kocht die Wut der Demonstranten über. Eine kleine Minderheit hat einfach Spaß an Gewalt und Chaos. Andere profitieren davon, sie stacheln den Konflikt an und weisen Schuld zu.

Dann fliegen Molotow-Cocktails und Scharfschützen schießen auf Menschen auf beiden Seiten. Es wird blutig und Barrikaden werden errichtet und die ganze Sache gewinnt an Eigendynamik.

Und währenddessen sondern die Medien unablässig ihren Lärm ab. Parteiisch und entmenschlichend. „Kriminelle“ auf der einen Seite, „Faschisten“ auf der anderen. Beide Seiten werden Rowdys genannt. Fox News und CNN erzählen die selbe Story, aber mit umgekehrten Vorzeichen, und sie spalten die Gesellschaft in der Mitte entzwei.

Und das Chaos nimmt zu. Der Präsident muss etwas unternehmen, also ruft er das Militär zu Hilfe.

Jetzt nennt die Presse ihn einen Faschisten und Diktator. Sie sagen, er habe sein Amt missbraucht und müsse zurücktreten oder gestürzt oder verhaftet werden.

Ich rede nicht von den Vereinigten Staaten.

Ich rede von der Ukraine im Jahr 2014. Oder Ägypten und Syrien im Jahr 2011. Oder Libyen 2010. Oder Bolivien im letzten Winter. Oder Venezuela in jedem Jahr seit Jahrzehnten.

Wenn jene Ereignisse, die sich in Städten quer durch die USA ereignen, in einem anderen Land auf der Welt geschehen wären, dann würden viele von uns bereits denken, dass der Tiefe Staat der USA dahinter steckt. Es sind alle Anzeichen dafür vorhanden.

Die konstruierten Narrative. Die geeigneten Hilfsmittel. Die Agents Provocateur. Die hysterischen Medien. Der Gestank einer Agenda.

https://twitter.com/MikeWhit718/status/1266773624888930304

Bedenkt einmal, dass das, was in Minneapolis und New York und Los Angeles passiert, nahezu zwei Jahre lang in Paris und einer Reihe anderer Städte in Frankreich passiert ist.

Der Guardian hat Macron nie als einen Faschisten bezeichnet. CNN hatte nie einen Livestream dazu.

Vergleicht die Berichterstattung über die Gelbwesten mit Black Lives Matter, und dann mit den Maidan-Protesten.

Die Gummigeschosse und das Tränengas sind das selbe. Die Schlagzeilen nicht.

CNN hatte eine Gast. Er nannte Trump einen „Schurken“, der sich „in seinem Bunker versteckt“, und ein anderer sagte: „Trump hat den Amerikanern den Krieg erklärt.“ Robert Reich schrieb im Guardian und sagte:

[Trump] ist nicht länger Präsident. Je eher wir damit aufhören, ihn wie einen zu behandeln, desto besser.“

Die Washington Post hatte einen Kommentar mit der Überschrift:

Trump muss abgesetzt werden, Und mit ihm seine Helfer im Kongress.“

Das Magazin Slate:

Setzt Trump jetzt ab“

Die Konzerne spielen alle mit. Sie alle haben Solidaritätsbekundungen herausgegeben und mitfühlend auf Instagram gepostet und Geld an die richtigen Stellen verschickt. Nike hatte seine berühmte Werbung.

Denn die selben Firmen, die in den riesigen Sweatshops 10-jährigen indonesischen Kindern Sklavenlöhne zahlen, hassen Rassismus und Ungleichheit, ehrlich.

Wir haben das schon mal gesehen, nicht wahr? Sieht das nicht nach einem Machtwechsel-Spiel aus? Wie eine kommende Farbrevolution?

Ich denke, wir sollten fragen: „Warum jetzt?“ Trump steht schließlich in fünf Monaten vor einer Wiederwahl. Biden hat nicht den Hauch einer Chance, aber sie könnten in wegen „schlechter Gesundheit“ zum Verzicht bringen, ihn mit Harris, Warren oder Michelle Obama ersetzen. Zur Hölle, sie könnten es einfach manipulieren. Sie haben es schon einmal gemacht.

Aber vielleicht geht es gar nicht um Trump an sich. Vielleicht geht es um den Wahlvorgang und das Amt des Präsidenten allgemein. Vielleicht geht es darum, das Kriegsrecht einzuführen, bevor die Auswirkungen von Covid19 einsetzen. Vielleicht ist da etwas anderes am Kochen, das es klarer machen wird.

Angenommen der Plan lautet, Trump loszuwerden. Was kommt als Nächstes?

Nun, vielleicht eines dieser Dinge.

Erstens ist es möglich, dass das Ganze abebbt. Aber wenn uns 2020 etwas gelehrt hat, dann, dass der Tiefe Staat ein schlechtes Blatt nicht wegwirft, sondern den Einsatz verdoppelt und versucht, weiter zu bluffen.

Zweitens besteht die Möglichkeit, dass Trump das Kriegsrecht einführt und zu einem Quasi-Diktator wird. Ich bin mit zwar sicher, dass er damit keine moralischen Skrupel hätte, aber es ist schwer zu erkennen, dass er dafür die (wichtige) Unterstützung des Pentagon und der Geheimdienste bekommen würde. Sie haben in den letzten vier Jahren gezeigt, für wen sie einstehen. So nützlich Trump auch war, er ist kein Insider und vollkommen austauschbar.

Und schließlich Drittens: Trump tritt zurück. Ob es ein Impeachment ist oder ein Verfahren oder eine vorgezogene Wahl oder ein Bürgerkrieg… ich weiß es nicht. Aber es ist schwer zu erkennen, wie Trump diesen Sturm überstehen soll.

Müsste ich raten, so würde ich sagen, dass die Proteste und der Druck so weit zunehmen werden, bis Trump eine Dummheit begeht. Wenn er Versuche eines Zugeständnisses á la Janukowitsch macht (das wird er vermutlich nicht tun), so wird das ignoriert oder heruntergespielt werden, oder man hält sich nicht an die Spielregeln (das haben wir bereits gesehen, als die Verhaftung von Derek Chauvin fast vollständig ohne Beachtung blieb).

Sollten Soldaten auf Zivilisten schießen – ob Trump es angeordnet hat oder nicht, oder ob Söldner die Armee hintergehen (wie in der Ukraine) – dann war’s das. Das Militär wird massenhaft kündigen, sich gegen Trump wenden und er wird davongejagt.

Von da ab könnte es einen ernannten „Interims“-Präsidenten geben, ein Allerwelts-Typ mit der Unterstützung beider Parteien , dessen Aufgabe es ist, „das Land zu einen“ und „die Spaltungen zu heilen“.

Das Auftauchen eines völlig ungewählten Präsidenten wird natürlich im Guardian als „ein Triumph des demokratischen Geistes“ oder so bezeichnet werden.

Die Unruhen werden die Schuld an einer konstruierten „Zweite Welle“ von Covid19 bekommen. Gerade rechtzeitig für eine der ersten Ankündigungen des neuen POTUS, dass „Amerika jetzt Covid19 ernst nehmen wird“. Schärfere Lockdown-Regeln, eine Pflicht zu Track and Trace… das volle Programm.

Natürlich wird ihm/ihr das in den Massenmedien Pluspunkte verschaffen, mit dem (völlig zufälligen) Bonus, dass jeder, der es wagt zu protestieren, zu einem Gesetzesbrecher wird, zu einem Egoisten, der das Leben andere riskiert (und womöglich auch noch ein Rassist ist).

Das sind alles nur meine Vermutungen. Ich könnte falsch liegen, ich hoffe, dass ich falsch liege. Aber ich sehe, dass es in diese Richtung geht. Und diese Vorstellung sollte jedem Sorgen machen. Nicht wegen Bedenken um Donald Trump, schon klar. Sondern wegen der Stabilität der Welt. Umstürze oder Impeachments oder andere undemokratische Machtwechsel sind nichts Gutes. Sie enden nicht gut.

Sie enden nicht gut für jene Anführer, die geschasst werden, die nahezu überall im Exil landen oder aufgehängt oder vergiftet oder erschossen werden. Manchmal noch Schlimmeres.

https://en.wikipedia.org/wiki/Muammar_Gaddafi

Am Wichtigsten ist, dass es für die einfachen Menschen nicht gut endet, sie leiden immer, wenn der Tiefe Staat eine Gesellschaft auf den Kopf stellt.

Und in diesem Fall könnte es für die gesamte Welt nicht gut enden, die plötzlich eine atomar bewaffnete Supermacht in einem extrem instabilen Zustand hat, über die man sich Sorgen machen muss.

Wir sollten alle besorgt sein.

Es gibt diesen alten Witz:

Frage: Warum hat es in den USA noch nie einen Militärputsch gegeben?

Antwort: Weil es da keine US-Botschaft gibt.

Sieht so aus, als würde das nicht mehr gelten.

Are we about to see a Colour Revolution in the United States?

https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/farbrevolution-02-06-2020/

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