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Inland, Medien

Kleinigkeiten mit großer Wirkung: Wie der Spiegel bei jeder Gelegenheit schlecht über China berichtet

von Thomas Röper – https://www.anti-spiegel.ru

China ist böse und unfrei, das lernen wir in unseren Medien. Der Spiegel hat seinen Lesern jetzt ein weiteres Mal gezeigt, wie böse China ist. Dabei ist das neue chinesische Gesetz, über das der Spiegel berichtet, viel liberaler, als sein deutsches Gegenstück.

Artikel wie diesen schreibe ich gerne zum Ende der Woche: Es handelt sich um leichte Kost, etwas Humor ist dabei und trotzdem zeigt das Beispiel einmal mehr auf, wie wir von den Medien in die gewünschte Richtung manipuliert werden sollen. Ein schönes Thema für den Freitagabend.

Der Spiegel hat unter der Überschrift „Neues Gesetz — China verpflichtet scheidungswillige Paare zu Bedenkzeit“ einen Artikel veröffentlicht, der so beginnt:

„In China hat ein neues Gesetz mit verschärften Vorschriften für Scheidungen Empörung ausgelöst. Paare müssen künftig einen Monat warten, bis ihr Antrag auf Scheidung bearbeitet werden kann.
„Wir können uns nicht einmal frei scheiden lassen“, kritisierte ein Nutzer in einem Beitrag auf der chinesischen Internetplattform Weibo. „Es gibt immer noch eine Menge Leute, die impulsiv heiraten — dann sollen sie auch eine Bedenkzeit für Hochzeiten vorschreiben.“
Zahlreiche weitere Menschen äußerten auf der Plattform Kritik an dem neuen Gesetz. Die Beiträge wurden bislang mehr als 25 Millionen Mal aufgerufen.“

Es geht um China, der Spiegel kann von der Empörung der Chinesen über ein neues Gesetz der bösen chinesischen Regierung berichten und dass ganz viele Leute die Beiträge in sozialen Netzwerken lesen: 25 Millionen ist ja sehr viel. Der Spiegel hat also seine Aufgabe erfüllt und mal wieder was negatives über China geschrieben, damit die Leser nicht vergessen, wer der Bösewicht ist.

Allerdings hat China 1,5 Milliarden Einwohner, 25 Millionen sind also weniger als zwei Prozent der Chinesen. Zum Vergleich: Deutschland hat 80 Millionen Einwohner und wenn in Deutschland zwei Prozent etwas in sozialen Netzwerken lesen, sind das 1,6 Millionen. Das ist zwar viel, aber ich kenne alternative Medien, die monatlich mehr Zugriffe auf ihre kritischen Berichte über die deutsche Regierung haben. Die sind dem Spiegel allerdings keinen Artikel wert.

Aber das nur nebenbei.

Die Chinesen beschweren sich also, dass sie nun einen Monat warten müssen, bis sie eine Scheidung bearbeitet wird. Da würde ich sagen: „Kommt doch mal nach Deutschland!“

In Deutschland muss man darauf ein Jahr warten, das nennt sich im deutschen Recht „Trennungsjahr“ und das muss beim Antrag auf Scheidung nachgewiesen werden.

Ich lebe in Russland und betreibe meine Seite unter anderem deshalb, weil ich sehe, wie unwahr in Deutschland über Russland berichtet wird. Da gibt es eine Menge richtig zu stellen und das sehe ich als einen Teil meiner Arbeit an. Nicht um russische Propaganda zu betreiben, sondern als Beitrag zur Völkerverständigung.

Wenn ich mit Menschen spreche, die China gut kennen, scheint es da das gleiche zu sein: Die Berichterstattung in Deutschland hat nichts mit den Realitäten in China zu tun. Dazu gab es übrigens gerade ein sehr interessantes Interview bei Ken-FM mit einem China-Kenner.


 

Kleinigkeiten mit großer Wirkung: Wie der Spiegel bei jeder Gelegenheit schlecht über China berichtet

Diskussionen

Ein Gedanke zu “Kleinigkeiten mit großer Wirkung: Wie der Spiegel bei jeder Gelegenheit schlecht über China berichtet

  1. Extrem interessantes Interview.

    Der Herr Jebsen kann ja mal bei der chinesischen Regierung anfragen, ob der weltweite Umgang mit Sars-CoV-2 übertrieben ist.
    Einerseits die Pandemie bestreiten und andererseits China für seine Art der Bekämpfung loben ist widersprüchlich.
    Die Rechten haben in Deutschland und Europa schlimm gewütet, nicht mit denen die diese Taten relativieren oder sogar gutheißen marschieren zu wollen, ist doch das Mindeste was wir gelernt haben sollten.
    Parteien werden unterwandert, richtige Inhalte werden dadurch aber nicht falsch, ein schwieriges Thema.
    Informationen darüber wie Meinungsfreiheit in China umgesetzt wird sind weiterhin interessant.
    Beweise dafür, dass es auf dem Platz des himmlischen Friedens nicht Tausende von Toten gegeben hat auch.
    Ohne diese hat man in Gesprächen kein Werkzeug um überzeugen zu können, was regelmäßig ärgerlich ist.
    Ansonsten ist dieses Interview ein einziges Argument dafür die USA nicht noch weiter bei der Demütigung Chinas zu unterstützen.
    Wir wären so dumm diejenigen die bei Wohlstand, Forschung und Nachhaltigkeit so viel weiter sind wie wir nicht als Verbündete zu gewinnen.
    Covid-19 deckt so viel auf, die Überlegenheit Chinas gegenüber den USA was die Versorgung der Bevölkerung betrifft ist bewiesen.
    Die USA werden vom MIK ruiniert, im Interesse der Allgemeinheit in den USA ist das nicht.
    Sehr viele unserer Politiker und Medien sind leider „transatlantisch korrumpiert“, es gab mal eine Folge der Anstalt die das wunderbar kenntlich gemacht hat.
    Wenn wir der US-Linie weiter folgen und China komplett verärgern, dann haben wir noch längerfristig viele wirtschaftliche Probleme, einen weiterhin zunehmenden Migrationsdruck, vermehrt auftretende rechtspopulistische Regierungen und eine zunehmende Militarisierung, weil das Schutzgeld für den MIK ja generiert werden muss.
    Auf der anderen Seite lockt uns China, was wahrscheinlich sogar bei der Wasserstofftechnologie interessante Ergebnisse hat, und von dem wir wissenschaftlich und wirtschaftlich total und absolut profitieren könnten.
    Und Russland, bei dem wir als Deutsche eh auf ewig in der Schuld stehen und was darüber hinaus auch gigantische Rohstoffvorkommen hat.
    Jedem der auch nur einen Hauch an Europa hängt müsste doch sofort klar sein, dass wir uns auf gar keinen Fall gegen China und Russland entscheiden sollten.
    Vor allem jetzt der Hetze wegen Hongkong nicht glauben wäre für Europa sehr gut und stattdessen auch mal die Informationen aus solchen Artikeln verbreiten;
    linkezeitung.de/2019/08/21/hinter-einer-tv-gefertigten-protestgeschichte-aus-hongkong-setzt-washington-auf-nativismus-und-mobgewalt/

    Das beste wäre Jodie Foster würde US-Präsidentin werden und sofort den US-Imperialismus beenden, damit wäre den Menschen in den USA dann auch geholfen.

    Die Definition was Links ist müsste vielleicht neu aufgelegt werden, in dem Beitrag werden keine Namen genannt, man kann mit der generellen Kritik an „ Links“ so nicht viel anfangen.

    Rationell und USA passen leider so gut wie gar nicht mehr zusammen, beruhigend ist anders.
    Selbstständiges Wirtschaften ist erlaubt und es gibt keine geplante Produktion, m.E. ist das Kapitalismus in China.

    Sehr gutes Interview!

    Liken

    Verfasst von Clara | 30. Mai 2020, 14:31

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