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Debatte, Ideologien

Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer Linke müssen jetzt den Kampf gegen den Irrationalismus aufnehmen

von Marianna Schauzu/Andreas Wehr – https://www.andreas-wehr.eu

Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer – Linke müssen jetzt den Kampf gegen den Irrationalismus aufnehmen

Nicht das Corona-Virus gelte es zu bekämpfen, sondern Bill Gates mit seiner Stiftung. Nicht das Fehlen eines Impfstoffs gegen die neue Krankheit COVID-19 sei das Problem, sondern Impfungen sind des Teufels. Nicht die Angriffe eines Trump auf die WHO sind verwerflich, sondern die angebliche Zusammenarbeit dieser Organisation mit Big Pharma. Nicht die nachlässige Haltung der Bundesregierung gegenüber der heraufziehenden Pandemie ist der Skandal, sondern die von ihr angeordneten Kontaktbeschränkungen, womit sie die eigene Bevölkerung in Geiselhaft genommen habe. So und ähnlich heißt es auf den Hygiene-Demonstrationen in Berlin, bei den nichtohneuns.de-Versammlungen in München, auf den Kundgebungen der Initiative Querdenken 711 in Stuttgart sowie auf Protestmärschen und Versammlungen in vielen anderen Orten des Landes. Solche Behauptungen findet man in einem Blatt mit dem großspurigen Namen Demokratischer Widerstand, das sich als „größte Zeitung Deutschlands“ ausgibt. Und so kann man es täglich bei KenFM, auf Rubikon und auf vielen anderen Websites lesen.

Die Welt scheint verrückt geworden zu sein. Gläubige Esoteriker, unverfrorene Verschwörungsphantasten, notorische Impfgegner und Geschichtsfälscher, die die heutige Bundesrepublik mit dem Hitlerfaschismus in eins setzen und für die das Nazi-Regime und die DDR identisch sind, beherrschen das Feld.

Noch schlimmer: Einige Linke stützen und verteidigen diesen Irrsinn. Da wirft etwa ein bekannter Autor den Medien vor, den armen Ken Jebsen zum „Erz-Bösewicht des Tages“ gemacht zu haben. Und da beklagt eine Bundestagsabgeordnete der Partei DIE LINKE, dass der gegenwärtige „Demokratieabbau“ weit über das hinausgehe, was die Notstandsgesetze ermöglichten.

Zum Glück halten jedoch die meisten Linken Abstand gegenüber diesem Treiben. Die Antifa verdächtigt die Protestierenden nicht zu Unrecht nach rechts offen zu sein. Peinlich genau zählen sie die auf den Kundgebungen gezeigten Schwarz-Weiß-Roten Reichsflaggen.

Doch die Stigmatisierung der Protestbewegungen als „Querfront“ oder gar als von rechts initiiert überzeugt nicht und schreckt kaum jemanden ab. Und tatsächlich sind ja die Proteste, zumindest in ihrem Kern, Ausdruck kruder Weltsichten, die keineswegs neu sind, die aber bislang als harmlos und noch beachtenswert galten. Jetzt versammeln sich die gläubigen Leser einer seit Jahrzehnten boomenden esoterischen Literatur. Es zeigen sich die Phantasten, die nicht müde werden, mit immer neuen Theorien darüber aufzuwarten, auf welche Art und Weise denn nun die US-Regierung die Türme des World-Trade-Centers hat zusammenstürzen lassen. Es melden sich die Impfgegner zu Wort, denen es um ein Haar gelungen wäre, die Pflicht zur Masernschutzimpfung von Kindern zu torpedieren. Es demonstrieren die Gentechnikgegner, die seit Jahren vor einer angeblich drohenden „Vergiftung unseres Essens“ warnen. Schließlich die Veganer, für die das Zusichnehmen tierischer Produkte Sünde ist. All‘ diese Weltsichten haben sich in der Vergangenheit stark verbreitet. In der Corona-Krise zeigen sich jetzt ihre Jünger. Und es sind viele.

Eine solche Konjunktur des Irrationalismus mag nichts Ungewöhnliches sein in Flauten des Klassenkampfs, in denen eine antikapitalistische Linke noch immer unter dem Trauma des Scheiterns des realen Sozialismus leidet, sich in Anpassung flüchtet oder in Selbstmitleid ergeht. „Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer“ heißt eine Grafik von Francisco Goya. So ist es.

Doch müssen Linke spätestens jetzt fragen, wie sich ein derartiger Irrationalismus so ausbreiten konnte. Und sie müssen selbstkritisch prüfen, welche Schuld sie daran tragen. Es ist eine Tatsache, dass ihre schwachen Organisationen und die ihnen verbliebenen Publikationen vor diesem Treiben stetig zurückgewichen sind, und sie damit dem Irrationalismus immer mehr Raum gegeben haben.

Marxisten verfügten einst über eine Theorie, wie das Zusammenspiel von Staat und Monopolen schlüssig zu erklären ist. Diese Theorie des „Staatsmonopolistischen Kapitalismus“ halten sie jetzt aber verschämt versteckt, da sie auch in der Sowjetunion und der DDR verbreitet war. An ihrer Stelle beherrschen nun Verschwörungsphantasien vom „tiefen Staat“ das Feld.

Die Arbeiterbewegung war einmal Verfechter einer öffentlichen Gesundheitsvorsorge mit dem schönen Wort „Volksfürsorge“. Dazu gehörten selbstverständlich Impfkampagnen. Man war sogar stolz darauf, Impfungen auch für die Ärmsten erkämpft zu haben. Heute weicht man vor selbsternannten Impfgegnern zurück, widerspricht nicht ihren unhaltbaren Behauptungen.

Vor nicht allzu langer Zeit konnten sich Arbeiter kein oder nur selten Fleisch leisten. Heute duckt man sich vor der Modewelle des Veganismus, traut sich nicht, diese Ernährungsweise als das zu bezeichnen, was sie ist: gesundheitsgefährdend, vor allem für Kinder. Stattdessen achten Linke wie Kommunisten sorgsam darauf, dass auch bei der kleinsten ihrer Veranstaltungen mindestens ein veganes Angebot im Sortiment enthalten ist.

Es sind inzwischen linke Gemeinplätze, dass die industrielle Landwirtschaft per se verwerflich und die von ihr angewendete Gentechnik Teufelszeug sind. Vergessen ist die marxistische Erkenntnis, dass nicht die Entwicklung der Produktivkräfte das Problem ist, sondern ihre konkrete Anwendung im Kapitalismus. Erst dadurch können sie zu Destruktivkräften werden. An Stelle dessen befürwortet man die Rückkehr zu idyllischen Verhältnissen einer bäuerlichen, familiären Landwirtschaft.

Angesichts der Herausforderungen der Corona-Krise wird es höchste Zeit, dass Linke, ob Anhänger der Partei DIE LINKE, Kommunisten oder Unorganisierte, endlich aufwachen und sich wieder ihres gemeinsamen Instruments der wissenschaftlichen Weltanschauung bedienen. Das verlangt aber, zunächst einmal für Klarheit in den eigenen Reihen zu sorgen. Vor dem sich ausbreitenden Irrationalismus darf nicht länger zurückgewichen werden!

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Diskussionen

36 Gedanken zu “Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer Linke müssen jetzt den Kampf gegen den Irrationalismus aufnehmen

  1. Clara schreibt: dazu in ihrem Text ein paar Anmerkungen bzw. Klarstellungen:
    @ A.Holberg

    Sich weltweit für Arbeitnehmerrechte einsetzen ist extrem wichtig.

    Aber, wenn auch wir die Menschen in Hochwohlgeboren und Arbeiter einteilen, dann übernehmen wir m.E. ein falsches hierarchisches Denken.
    Für die Feudalherren war es unvorstellbar, dass wir alle gleiche Bürgerrechte haben, die Fabrikbesitzer wollten, dass wir uns nur als ihre Arbeiter definierten und devot waren.

    {Das Problem ist, dass in der Klassengesellschaft die Hierarchie objektiv vorhanden ist, ob wir wollen oder nicht. Die Hierarchie, in der die Arbeiter gegenüber den Bourgeois (Kapitalisten) untergeordnet und unterprivilegiert sind, ist nur durch die Beendigung der – bürgerlichen/kapitalistischen – Klassengesellschaft und damit der Aufhebung des Proletariats (Arbeiterklasse) als Klasse zu beenden}

    Heute sind es vor allem gut gebildete und situierte Mittel-und Oberschichtskinder sich für die sogenannte Arbeiterklasse einsetzen.
    {das war im Kern schon immer so. Weder Marx, Engels noch Lenin oder Trotzki waren Lohnarbeiter. Dass das – zumindest in der Anfangsphase – so ist, ist Ergebnis dessen, dass die Arbeiterklasse als subalterne Klasse zumindest im 19. und frühen 20.Jh. keinen oder nur unzureichenden Zugang zu Bildung hatte. Diese Bildung war unvermeidlich eine bürgerliche, und sie war Voraussetzung für einen wissenschaftlichen Zugang zu den anstehenden ökonomischen, sozialen und kulturellen Fragen}

    Sich selbst als überlegen ansehen, der sich für Schwächere einsetzt ist eine Rolle in der sich viele gefallen.
    Das sich überlegen fühlen wird aber weiter nicht hinterfragt, es wechseln nur die Protagonisten.
    {So ist es. Deshalb kann eine Revolution, die den Namen proletarische/sozialistische udgl. verdient, nur stattfinden, wenn eine ausreichende Zahl von Lohnarbeitern ihre nicht nur ökonomischen sondern auch politischen Klasseninteressen erkennt und aktiv Teil auch an der unverzichtbaren Arbeit um die Erkenntnis der Wirklichkeit nimmt}
    Früher war es der Lehnsherr, heute ist es der gebildete Kommunist, der uns sagt was wir denken sollen.
    Das Privateigentum an Produktionsmitteln verbieten und uns stattdessen alle in Kollektive zwingen, um die gesamte „Arbeiterklasse“ zu befreien, findet bei Wahlen 0,2% Zuspruch.
    {Dass das kommunistische Programm heute nur bei 0,2% Zuspruch findet, stimmt (vielleicht ist die Zahl nicht ganz richtig, aber vermutlich auch nicht ganz falsch). Aber ist es denn so, dass die Menschen, die von der Lohnarbeit leben (müssen) nun trotzdem frei und real gleichberechtigt sind? Ich kann mir nicht vorstellen, dass Du das denkst. Wenn dem aber nicht so ist, woran liegt es dann? Nicht vielleicht doch daran, dass die übergroße Mehrheit der Lohnabhängigen eben – aus welchen Gründen auch immer kein politisches Klassenbewusstsein haben (sehr viele haben durchaus in verschiedenster Form ein ökonomisches, d.h. sie wissen, dass nicht sie, sondern der Eigentümer ihres Arbeitsplatzes das Sagen hat und dass z.B. „der Teufel immer auf den größten Haufen scheißt“. Aber das langt offensichtlich nicht. Sie können sich nur vorstellen, einen etwas größeren Teil vom Kuchen z.B. durch gewerkschaftliche Kämpfe zu bekommen, nicht aber den ganzen von ihnen gebackenen Kuchen.}

    Konzepte die in die Zeit passen wären gut.
    Das Weltwährungssystem ist kritikwürdig, das Steuersystem müsste an die neue Zeit angepasst werden, der weltweite Unterbietungswettbewerb schadet sehr vielen Menschen, usw.

    Um all das zu ändern muss man nicht das selbstständige Wirtschaften verbieten.
    Gute Gesetze würden reichen.
    {da stellt sich doch de Frage, weshalb solche schönen Sachen nicht realisiert werden. Weshalb z.B. der Reallohn der Arbeiterklasse selbst in der entwickelten kapitalistischen Ländern nach dem Zusammenbruch des „realen Sozialismus“ und dem Siegeszug des Neoliberalismus zurückgegangen ist, während gleichzig der Anteil des Eigentums einer immer kleineren Zahl von Superreichen in dieser Welt immer größer geworden ist. Da stellt sich dann auch die Frage, wessen Interessen die Regierenden (NB. nicht die Herrschenden!) denn in der Realität vertreten. Ist das nicht wie in jedem Staat (Klassengesellschaft) seit den alten Sumerern die Aufrechterhaltung des sozio-ökonomischen Systems, das die ökonomische, politische und kulturelle (ideologische) Herrschaft der Minderheit über die Mehrheit wahrt? Dabei müssen die Herrschenden und ihre Regierungen (die deshalb von den Beherrschten gewählt werden, weil diese eben ihre mit denen der Herrschenden unvereinbaren Interessen nicht er-kennen)natürlich sowohl die unterschiedlichen Interessen der verschiedenen Fraktionen der Herrschenden als auch die der Beherrschten berücksichtigen. Tun sie das – insbesondere das zweite – nämlich allzu offensichtlich überhaupt nicht, drohen soziale Unruhen, die entweder zur Revolution führen (überaus selten) oder zu irgendeiner Form bürgerlicher Gewaltherrschaft, z.B. dem Faschismus (wesentlich häufiger). Zum Schluss noch: man muss keineswegs selbst als Proletarier malochen, um sich etwas von einer postkapitalistischen Welt zu versprechen. Materielle, psychiscge und kulturelle Verelendung, konfrontieren einen mit einer immer unerträglicheren menschlichen Umwelt, und die ökologiische Krise, wesentlich ein Ergebnis unserer Wirtschaftsordnung,
    , von der Corona heute eines der Warnzeichen ist, bedroht jeden von uns.
    nicht minder liebe Grüße.

    Liebe Grüße

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    VERFASST VON CLARA | 27. MAI 2020, 9:24

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    Verfasst von A.Holberg | 27. Mai 2020, 18:20
    • Der Satz mit dem „ein Stück vom Kuchen oder den ganzen haben,“ ist typisch vulgärmarxistisch bzw. linkssozialdemokratisch und avisiert mitnichten eine höhere gesellschaftliche Formation, sondern einen „Sozialismus“, der in Wahrheit ein staatskollektivistischer und bürokratisch-totalitärer Kapitalismus ist — die exklusive Verfügung über die Produktionsmittel sowie Mehrwertabschöpfung durch eine (nun bürokratisch-politisch-administative) Klasse bestehen fort.

      Die politische Ökonomie von Marx/Engels verweist glasklar nachvollziehbar auf eine HISTORISCH FINALE PROFITKRISE des Kapitals, heißt: Es gibt irgendwann GARKEINEN Kuchen mehr, weder fürs Kapital, noch für die Arbeit. Erst in den jetzigen Jahrzehnten ist diese finale Krise des Kapitals eingetreten. Kurz: Gesellschaft ist kein Warenhaus, und Geschichte kein Kindergeburtstag. Es geht nicht um Kuchen!

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      Verfasst von No_NWO | 27. Mai 2020, 18:46
    • @ A.Holberg

      Die allermeisten kleinen und mittelständischen Unternehmer sind auch in einer Tretmühle gefangen, sehr oft arbeiten sie gerade in der Anfangsphase des Unternehmens deutlich mehr wie ihre Mitarbeiter.
      Dafür, dass sie dann hinterher mehr verdienen und das sagen haben, sind viele vorher auch wirklich extrem fleißig, sie backen den Kuchen m.E. sehr wohl mit.
      Die Abhängigkeit beruht eigentlich auf Gegenseitigkeit, gute Mitarbeiter sind total wichtig.

      Aber es muss natürlich auch noch sehr viel verbessert werden, überhaupt keine Frage.

      Mir sind so viele Oberschichtkinder begegnet, die sich total geschämt haben für ihr hochwohlgeboren-sein, es muss eine Lösung mit ihnen und nicht gegen sie geben.

      Intelligenz kann Bildung ersetzen, Bildung aber nie Intelligenz, dass war auch damals schon so.
      Aber man war halt vor allem mit malochen beschäftigt und hatte wahrscheinlich deswegen nicht genügend Energie zum nachdenken.

      Der weltweite Unterbietungswettbewerb ist m.E. die Ursache sowohl für das absinken des Wohlstandsniveaus in den sogenannten Industrieländern, als auch für den Anstieg des Vermögens von ein paar wenigen.
      Überakkumulation halt.
      Das Weltwährungssystem ermöglicht diese Zustände.
      Ein „Welto“ und ein weltweiter wohlstandsschaffender Mindestlohn könnten eine marktwirtschaftliche Lösung sein.
      So etwas wie der nächste Schritt der „Globalisierung“.
      Leider sind solche Überlegungen noch nicht mal Zukunftsmusik.
      Aber sie wären, wenn man die Weltbevölkerung befragen würde, wahrscheinlich mehrheitsfähiger wie ein weltweiter Kommunismus.
      Die Motivation der Menschen, in die eigene Tasche wirtschaften zu dürfen könnte erhalten bleiben und trotzdem wäre es überall auf der Welt möglich sich etwas Wohlstand zu erarbeiten.

      Entweder wir haben einen Staat der Rechtssicherheit gewährt oder wir leben im Feudalismus, in dem das Recht des Stärkeren herrscht.
      Meines Erachtens ist Staatsbildung etwas überaus extrem wertvolles, wenn er auf den Werten der Aufklärung aufgebaut ist.
      Warum die Menschen ihre Einflusssphäre nicht intelligent gestalten?
      Wir sind auf Gruppenzwang programmiert, lange Zeit war es lebensgefährlich sich gegen die Gruppe oder die Anführer zu stellen.
      Zitat Immanuel Kant :
      Unmündigkeit sei das „Unvermögen sich seines Verstandes ohne die Leitung eines anderen zu bedienen“. Diese Unmündigkeit sei selbstverschuldet, wenn ihr Grund nicht ein Mangel an Verstand sei, sondern die Angst davor, sich seines eigenen Verstandes ohne die Anleitung eines anderen zu bedienen.
      Zitat Ende

      Die Welt wie sie ist, ist natürlich nicht im Mindesten zufriedenstellend.
      Es kann eigentlich nur darum gehen, wie die bessere Welt aussehen soll.

      Eine soziale Demokratie in der Banken, Pharmakonzerne, Krankenhäuser und Pflegeheime vergesellschaftetet sind wäre m.E. anstrebenswert ist.

      Liebe Grüße

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      Verfasst von Clara | 27. Mai 2020, 20:38
      • Zu einigen Punkten:
        Von den Klein- und mittelständigen Unternehmern habe ich nicht gesprochen. Insbesondere die Kleinunternehmer (z.B. mein Friseur) leben von der Selbstausbeutung und haben nicht mehr zu sagen als der durchschnittliche Lohnabhängige. Um deren „Verstaatlichung“ geht es sicher nicht. Es bleibt aber die Frage, ob sie es weiter als Teil ihres Lebensglücks, ihrer Selbstverwirklichung betrachten würden, in einer der (kapitalistischen) Profitmaximierung nicht mehr unterworfenen Gesellschaft so wie jetzt zu arbeiten.
        Natürlich ist Staatsbildung ein historischer Fortschritt, ist sie doch nicht zuletzt wesentlich Ergebnis wachsender Produktionskräfte und damit der Möglichkeit des Aneignung von Mehrprodukt durch die Einen ohne dass alle Anderen verhungern müssen. Ebenso ist Rechtssicherheit ein hohes Gut, denn wie es J.J.Rousseau sagte: „Zwischen dem Starken und dem Schwachen ist es die Freiheit, die unterdrückt, und es ist das Gesetz, das befreit“. Diese Wahrheit muss natürlich dahingehend eingeschränkt werden, dass das nur für Gesetze gilt, die für Starke wie Schwache gleichermaßen gelten. Aber wie sagte Brecht: „Was ist der Einbruch in eine Bank gegenüber der Gründung einer Bank?“
        Das generelle Problem mit der „Marktwirtschaft“ scheint mir allerdings darin zu liegen, dass ihre Gesetzmäßigkeiten (Konkurrenz und daraus erwachsender Drang zur Profimaximierung) notwendigerweise zur sozialen und damit politischen Ungleichheit führen, einer Ungleichheit, die je größer sie ist, immer weniger das Ergebnis von Leistung ist (es sei denn, man betrachte die üblichen Fähigkeiten, z.B. Steuern zu hinterziehen, durch gute Kontakte zu den „Kumpels“ in Politik und Behörden zu verhindern, dass auch nur die jämmerlichen Mindestlöhne bezahlt werden, oder irgendwo auf der Welt noch einen Platz zu finden, wo man Schrotttextilien zu noch niedrigeren Löhnen als hierzulande und ohne Rücksicht auf die Umwelt und folglich die Gesundheit der dortigen ArbeiterInnen herstellen kann etc. etc., als eine größere Leistung als z.B. wissenschaftliche Forschung, die Gewährleistung medizinischer Verpflegung oder den Bau einer Straße – alles für die Allgemeinheit unverzichtbare Tätigkeiten, für die jene, die sie erbringen – auch in den höchsten Lohn- und Gehaltsklassen – nur ein im Vergleich zu den Eigentümern des Großkapitals minimalstes Entgelt erhalten.)
        Du schreibst abschließend: „Eine soziale Demokratie in der Banken, Pharmakonzerne, Krankenhäuser und Pflegeheime vergesellschaftetet sind wäre m.E. anstrebenswert ist.“ Da hast Du natürlich recht! Aber auch ein solcher Fortschritt stößt an seine Grenzen, wenn das dem Kapitalismus zugrunde liegende Prinzip der Profitmaximierung nicht aufgehoben wird. So würden sich z.B. verstaatlichte Banken oder auch die Pharmaindustrie im Land X im Verdrängungswettbewerb mit solchen im Land Y befinden. Und all diese tollen Errungenschaften z.B. im Gesundheitswesen würden sich nicht halten lassen, wenn das Land im wirtschaftlichen Konkurrenzkampf mit anderen pleite ginge. Das ist einer der Gründe, dass „Sozialismus in einem Land“ nicht machbar ist (wie der Zusammenbruch der Ostblockstaaten gezeigt hat). In diesem Zusammenhang ein schönes Zitat des ex-DDR-Kabarettisten Wolfgang Schaller: „Der Sozialismus musste untergehen, weil er keiner war. Der Kapitalismus wird untergehen, weil er einer ist.“

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        Verfasst von A.Holberg | 28. Mai 2020, 15:11
        • @ A.Holberg

          Die Konkurrenz innerhalb marktwirtschaftlicher Systeme kann man unterteilen in schädliche und nicht schädliche.
          Geht es um Schönheit und Haltbarkeit der Produkte so ist sie nicht schädlich, geht es um eine möglichst billige Herstellung so ist sie schädlich, Mindestlöhne wären eine Lösung.

          Seit China die privatwirtschaftliche Bereicherung erlaubt und aber gleichzeitig einen durchdachten ordoliberalen Rahmen geschaffen hat, geht es aufwärts.
          Die Friseurin möchte mit Sicherheit ihren Laden behalten und freut sich über Profit.

          Man kann nicht sicher sagen wann der erste Staat gegründet wurde, etwas mehr sammeln, jagen, anbauen usw. als Sammler, Jäger und Bauern selber verbrauchen können wir aber ziemlich sicher schon sehr lange.

          Die Ausbeutung der Armen war damals sehr wohl per Gesetz geregelt, die Freiheit von der J.J.Rousseau spricht gab es also so nicht. Argumentation falsch, Schlussfolgerung richtig könnte man sagen.

          Sie wollen das selbstständige Wirtschaften nicht abschaffen, aber eine Planwirtschaft einführen, wenn ich das richtig verstehe.

          Meines Erachtens ist das weder wirtschaftlich sinnvoll noch mehrheitsfähig.

          Liebe Grüße

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          Verfasst von Clara | 30. Mai 2020, 9:56
  2. An die Redaktion lz, bitte ein 10-minütiges Video von Axel Burkart ==>

    Spanische Grippe war zig-millionenfacher Tod durch weltweite Massen-Impfkampagnen

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    Verfasst von NO_NWO | 25. Mai 2020, 18:41
  3. Antwort an Eugen Hardt (heute, 15:35) ==> Vor dem Hintergrund des Pechschwarzen beginnt selbst Düster-Dunkles hell zu leuchten.

    Immer nur Staat, Staat, Staat! Wer macht hier was lächerlich, wenn nicht der Autor Eugen Haardt all das, wofür Marx und Engels gestanden haben.

    Verdammt, ist das denn so schwer!? Das Kapital verschwendet alle Ressourcen, weil ihm alles Materielle nur Mittel zum Zweck ist, weil ihm Mensch, Natur und Welt bloß toter Rohstoff sind, aus dem das ihm einzig Heilige zu destillieren ist, nämlich Macht und Profit. Was letzteres der dumm-deubelige moderne Mensch gar noch als „Höheres“ auffaßt, als „Geistiges“ sogar. Mit dem Kapital sind wir mit einer Extremform der uralten geist-materie-dualistischen Kosmologie konfrontiert: Menschenleib ist zu vernutzend‘ Ding, vor Gott ohne irgendeinen Wert. Von Nietzsche und Erich Neumann wissen wir, daß dieser Dualismus der gesamten christlich-abendländischen Kultur den Grund legt und alles Kirchenchristentum beseelt. Das Kapital kam daraus hervor. Und mit ihm der moderne Staat. Ideeller Gesamtkapitalist nun, macht der moderne Staat seine „Bürger“ zu Dingen, er nimmt ihnen das allereinfachste Zutrauen zu sich selbst und zu allen anderen. Nicht bewußt tut er dies, sondern mithilfe einer Einrichtung, die in langen Jahrhunderten anfänglich von christlichen städtischen Bediensteten nach und nach bis zur heutigen Staatsschule entwickelt wurde; deren Konzeption deshalb tief vom materie-dualistischen Geist geprägt ist und welche so nun eine regelrechte Maschine zur Produktion jenes Untertanendings darstellt. Darum kann der moderne Mensch Gesellschaft nur noch als Staat denken, als einen bürokratischen Herrschafts-Organismus, der Dinge verwaltet, Untertanen.

    Im Ergebnis herrschen Untertanen über Untertanen; Menschen denen alles Zutrauen in sich und andere genommen ist, herrschen über Menschen, denen alles Zutrauen in sich und andere genommen ist. Opfer herrschen über Opfer und dienen irgendeiner frommen ideologischen Duselei, anstatt ihr Leben gemeinsam zum Wohle und Nutzen aller SELBST ZU ORGANISIEREN. Ohne Staat und Bürokratie, vor allem OHNE STAATSSCHULE.

    Sobald dies aber geschehen wird, hört alle Verschwendung von Ressourcen mit einem Schlag auf, Vernunft und Zweckmäßigkeit brechen sich Bahn, niemand braucht und niemand will dann noch staatliches Kommando, weil jeder sich und seine individuellen Interessen mit anderen und deren individuellen Interessen zuträglich abzustimmen versteht. Der Staats- und Untertanenkindergarten wird dann für alle Zeit geschlossen, und es wird Selbstorganisation geben OHNE STAAT.

    Der Nationalstaat muß mit einem Kapital, das nicht mehr genügend Mehrwert aus freier Arbeit abschöpfen kann, zwangsläufig mit untergehen. Der Nationalstaat China ist lediglich Intermezzo und wird in der nun entstehenden, auf Zwangsarbeit beruhenden Weltdiktatur aufgehen. Das Kapital hat fertig. Seine aus dem Geist-Materie-Dualismus erfließende gesellschaftliche Gestaltungsmacht aber wird weiterbestehen, solange staatsschulisch konditionierte Untertanen nach der Staatsschule und dem Staat rufen werden — nach den Garanten ihrer sozialen Hilflosigkeit. Was „marxistische“ Untertanen „Sozialismus“ nennen, wird ein massenmörderischer kollektivistischer Untertanen-Alptraum werden, eine Diktatur von Eugenikern und Psychopathen wie Gates, Fauci und den Führern der WHO. Aber bitte, so es Ihnen beliebt, Herr Hardt, so träumen Sie weiter von ihrem sozialistischen Kasperle-Staat. Schließlich sind Sie erwachsen.

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    Verfasst von NO_NWO | 25. Mai 2020, 18:13
    • @ NO_NWO

      Ohne Staat leben wir wieder im Feudalismus.
      Das Recht des Stärkeren anstreben ist nicht wirklich durchdacht.

      Ihr Nick wirkt auch seltsam.
      Sie wollen keine neue Weltordnung?
      Sind Sie mit der alten so sehr zufrieden?

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      Verfasst von Clara | 26. Mai 2020, 9:10
      • Hi Clara, in den sozialen Netzwerken muß versucht werden, sich ein Bild des unbekannten Gegenübers zu machen, und dazu wird selbstverständlich auf geläufige Vorstellungen zurückgegriffen, auf Klischees. Wenn Sie wüßten…! So ich etwas von Ihnen lese, wandern meine Mundwinkel zu den Ohren — Sie haben das Herz auf der Zunge und, wenn ich mir das Kompliment erlauben darf, einen wirklich kernigen Mutterwitz. Kurz: Ich betrachte Sie als geistig satisfaktionsfähig.☺️ Doch wir alle, wer wir auch sind, sind Kinder unserer Kultur. Die sozialisiert uns dahin, sich unter die Feldzeichen von irgendwelchen aberwitzigen moralischen Duseleien zu scharen und Herden zu bilden. Solcherlei Herden vereinbaren eine gemeinschaftliche Wahrnehmung der Welt (hierzu sehr lesbar und verständlich David Riesman, «Die einsame Masse»), und diese WahRnehmung ist WahN(!)nehmung: Welt ist Gute und Böse. Nun kann der Untertanensport namens Politik beginnen: Die verschiedenen Herden nehmen sich wechselseitig als die Bösen wahr/n. Damit dies auch ordentlich gelingt, bedarf es der Fähigkeit zu kognitiver Dissonanz. Ja, richtig gehört — Fähigkeit! Kognitive Dissonanz, die vornehme Umschreibung für Denken in unklaren Begriffen und so – zwangsläufig – auch wider die Logik, ist eine Fähigkeit. Sie besteht aus vor allem zwei Fertigkeiten: Die durch einen Gut-Böse-Zerrspiegel betrachtete Welt für die wirkliche zu halten (Ursache der Bildung unklarer und verschwommener Begriffe); und alles, was die Unklarheit beheben könnte, überhaupt NICHT wahrzunehmen. Hier also die Rede nicht von einem Mangel an Intelligenz, sondern von einem der Wahrnehmung infolge von Herdenbildung. Nun die meinerseits dreiste Bitte, das zur Staatsschule als Maschine zur Fabrikation herdenbildender Untertanen Gesagte erneut zu lesen und zu durchdenken, jetzt allerdings mit dem hier weiter oben sogerade Mitgeteilten im Hinterkopfe. Ganz sicher, daß Ihre Fragen sich dann nicht mehr stellen.

        Klares Denken braucht den Mut, so böse und unchristlich sein zu WOLLEN, die einsame Masse ihrer Einsamkeit bzw. dem Elend ihres Wahns zu überlassen. Herdentiere sind paranoid, und Paranoide begreifen sehr schlecht.☺️

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        Verfasst von NO_NWO | 26. Mai 2020, 10:37
        • @ NO_NWO

          Wir sind halt weltweit total vernetzt, m.E. braucht es auch weltweite Lösungen.
          Die großen Konzerne handeln schon seit Jahrzehnten global und nutzen fehlende gemeinsame Gesetze zum Nachteil sehr vieler Menschen leider oft aus.

          Wir sollten ihnen das Feld m.E. nicht überlassen.

          Das Zusammenwachsen der Welt rückgängig machen ist so wie das Internet abschaffen wollen.

          Konzepte entwickeln die die Globalisierung für die Weltbevölkerung zuträglich macht ist wahrscheinlich der richtigere Weg.

          Das wäre dann auch so etwas wie eine neue Weltordnung, aber halt eine positive.

          Liebe Grüße

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          Verfasst von Clara | 26. Mai 2020, 13:01
        • @ NO_NWO

          p.s.

          Danke für die lieben Worte, meistens werde ich beschimpft, Ihre Ansprache verunsichert mich dementsprechend. 🙂

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          Verfasst von Clara | 26. Mai 2020, 13:18
        • Gern geschehen, Clara! Sie sagen es: Offen heraus zu sein, ist ein gefährliches Talent.☺️ Zum Nationalstaat noch zu sagen, soll der nicht verteufelt werden. Er ist eine mit dem Industrie-Kapital und zu dessen Nutzen und Frommen aufgekommene gesellschaftliche Formation. Seine Vorteile sind mit grausigen Schicksalen erkauft worden: Kolonialismus, Imperialismus, Kriege, brutale Unterdrückung sowie eben die zu Lohnarbeit und Untertanentum hin konditionierende und so zugleich menschenverachtende Staatsschule. Dies so ungeschminkt festzustellen, macht jedoch erst heute Sinn, da nun jenes Kapital, welches vom Mehrwert aus industriellen Warenproduktionen schöpft(e), mit der chronisch gewordenen Profitkrise an sein absolutes historisches Ende gelangt ist — und mit ihm zwangsläufig(!) der Nationalstaat. Der macht Sinn nur, um große Arbeiter- und Soldatenmassen zu dirigieren. Die selbe Entwicklung der Produktivkräfte aber, welche den Bedarf an händischer Arbeit drastisch reduziert hat, hat ja eben auch den Profit des Kapitals
          und so zugleich die politisch-ökonomische Sinnhaftigkeit des Nationalstaats ruiniert. Darum die gute Frage, welche Vorteile es hätte, wenn in die Stiefel eines Verstorbenen geschlüpft würde, wenn wir nun doch materiell und geistig hoch beweglich geworden sind und uns leichte Mokassins viel mehr entsprächen, als schweres Schuhwerk.

          Wir haben uns auf harte Zeiten gefaßt zu machen, der Untergang des Nationalstaats ist unumkehrbar. Bauen wir etwas eigenes Neues, das uns und der unter dem Kapital hinzugewonnenen Freiheit und Kreativität Raum zur Entfaltung gibt, anstatt uns in müßigen Vorstellungen von einem sozialistischen Nationalstaat zu verlieren, der politisch-ökonomisch unsinnig wäre und deshalb eine lächerliche und nicht lebensfähige Chimäre sein müßte. Nationalstaat gehört zum industriellen Bürgertum, wie der Sand zur Wüste. Verstorbene soll man ruhen lassen.

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          Verfasst von NO_NWO | 26. Mai 2020, 14:55
  4. Der Autor geht mit „Hinweisen“ wie diesem hausieren: „Noch schlimmer: Einige Linke stützen und verteidigen diesen Irrsinn. Da wirft etwa ein bekannter Autor den Medien vor, den armen Ken Jebsen zum „Erz-Bösewicht des Tages“ gemacht zu haben. Und da beklagt eine Bundestagsabgeordnete der Partei DIE LINKE, dass der gegenwärtige „Demokratieabbau“ weit über das hinausgehe, was die Notstandsgesetze ermöglichten.“ Da er keine Namen nennt, kann das nicht überprüft werden – weder die – immerhin vermutlich zutreffende – Behauptung noch gar die zugehörige Argumentation. Folglich handelt es sich bei dem Artikel letztlich um eine nutzlose Polemik – was übrigens auch für Behauptungen wie diese gilt: „Vor nicht allzu langer Zeit konnten sich Arbeiter kein oder nur selten Fleisch leisten. Heute duckt man sich vor der Modewelle des Veganismus, traut sich nicht, diese Ernährungsweise als das zu bezeichnen, was sie ist: gesundheitsgefährdend, vor allem für Kinder.“. In Hinblick auf den Veganismus dürfte er zwar recht haben. Aber es gibt durchaus gute Gründe dafür, statt täglich Massen von billigen Schrottfleisch in sich hineinzuschaufeln, lieber z.B. nur einmal in der Woche gutes und folglich teureres Fleisch zu essen. Diejenigen, die die industrielle Landwirtschaft – zu Recht – kritisieren, tun das i.A. keineswegs mit dem Argument, dass die Entwicklung der Produktivkräfte von Übel sei, sondern betreffs der real existierenden industriellen Landwirtschaft.

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    Verfasst von Anton Holberg | 25. Mai 2020, 15:09
  5. Kein Fleisch essen und Gentechnik ablehnen soll irrational sein?
    Sehr viele Menschen protestieren wahrscheinlich auch einfach aus Sorge.

    Wie soll man das Verschließen der NSU Akten erklären, wenn nicht mit einem „tiefen Staat“?

    Die Art und Weise wie produziert wird kann m.E. sowohl im Kapitalismus als auch im Kommunismus problematisch, also z.B. für den Planeten schädlich sein.

    Man müsste den Unternehmen das zu groß werden etwas vergällen.
    Aber vorsichtig, damit das nicht zu sehr auf die Motivation geht.
    Das würde die Absprache, also den „ Staatsmonopolistischen Kapitalismus“ erschweren.

    Was bitte sollen Linke jetzt genau tun?

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    Verfasst von Clara | 25. Mai 2020, 14:37
    • Clara schreibt: „Die Art und Weise wie produziert wird kann m.E. sowohl im Kapitalismus als auch im Kommunismus problematisch, also z.B. für den Planeten schädlich sein.“. Wenn man unter „Kommunismus“ das versteht, was einst durch die „realsozialistischen“ Staaten repräsentiert wurde, hat Clara wohl recht. Aber, wenn man als Basis des Sozialismus und schließlich gar Kommunismus mit Marx davon ausgeht, dass er die Selbstbefreiung der Arbeiterklasse (nicht etwa ihre Befreiung durch die „Rote Armee“) voraussetzt, dass die Beachtung der durch den Kapitalismus untergrabenen ökologischen Nachhaltigkeit schon von Marx deutlich als unverzichtbare Aufgabe der sozialistischen/kommunistischen Gesellschaft hervorgehoben wurde und dass natürlich die erwähnte Selbstbefreiung nicht die Arbeiterklasse, wie sie als unterdrückte „Klasse an sich“ im Kapitalismus ist, voraussetzt, sondern eine politisch bewusste „Klasse an und für sich“ (Trotzki nannte die „Klasse an sich“ im Kapitalismus „Ausbeutungsmaterial“) gibt es doch bzgl. des Sozialismus/Kommunismus etwas Grund zur Hoffnung.

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      Verfasst von A.Holberg | 25. Mai 2020, 15:23
    • Gentechnik kann nützlich sein, wenn sie den Menschen dient und nicht dem Profit. Das gilt so ganz allgemein, z.B. auch für Impfstoffe. Sie sind als solche ein riesiger Fortschritt der Medizin, doch im Kapitalismus sind sie eine Ware, der Zusatzstoffe beigefügt werden, welche den Profit erhöhen, auch wenn sie gesundheitsschädlich sind. Irrational ist es, Gentechnik und Impfungen als solche abzulehnen.
      Die ethischen Argumente gegen den Fleischkonsum sind fragwürdig, denn auch Pflanzen sind lebende, leidensfähige Wesen. Das eigentliche Problem liegt wieder beim kapitalistischen System. Dessen Wesensmerkmal ist „Freiheit“, d.h. die Ablehnung gesellschaftlicher Planung. Das führt dazu, daß die Menschen sich beliebig vermehren und entsprechend ernährt werden wollen. Eine Ernährung aller gegenwärtig über 8 Milliarden Menschen mit soviel Fleisch wie z.B. in den USA üblich, wäre, wenn überhaupt, nur mit tierquälerischer Massentierghaltung möglich. Die Lösung besteht aber nicht darin, jetzt 8 Milliarden Menschen vegan zu ernähren, denn bei ungeplanter Vermehrung würde auch das recht bald nicht mehr gelingen mangels Agrarland selbst bei ruinöser Ausbeutung der Böden.
      Die einzige rationale Lösung ist eine Bevölkerungsregulation, wie sie z.B. China nach der Revolution durchführte. Weltweit demokratisch durchgeführt wäre es möglich, allen Menschen auch Fleischkonsum zu ermöglichen bei gleichzeitiger tiergerechter Haltung und ökologischer Bodennutzung.
      So gesehen spricht Gates durchaus das reale Problem der Bevölkerungsexplosion an, seine Lösungen sind allerdings systembedingt mörderisch.
      Auch das Argument, die Vermehrungsrate ginge mit steigendem Wohlstand von selbst zurück, stimmt zwar für die imperialistischen Metropolen, ist aber irrelevant, weil es im Kapitalismus systembedingt unmöglich ist, Wohlstand für Alle zu generieren. Der Reichtum der einen ist immer nur möglich durch die Armut der anderen.
      Nur gesellschaftliche Planung (Sozialismus) im Weltmaßstab kann die Probleme des Planeten lösen, keinesfalls Veganismus etc.

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      Verfasst von Eugen Hardt | 25. Mai 2020, 15:35
      • Das wäre die Erfüllung aller Untertanenträume, denn wir gehen selbstverständlich davon aus, diejenigen, welche in diesem schönen neuen Staatsglück das Kommando haben werden, seien allesamt liebe Onkel und Tanten in ständigem Kontakt zum Weihnachtsmann. Und wenn es dann doch mal ein paar Bösewichte unter den lieben und guten Partei-Heinzelmännchen geben sollte, so eine richtige Vierer-Bande, dann wäre es wie im Kasperletheater, und der Räuber und das Krokodil würden von Kasper, Gretel und dem Polizisten schon mit vereinten Kräften in Gewahrsam gebracht. Es lebe der Sozialismus!

        Marx wußte schon, warum er einst an Engels schrieb: „Eins aber ist sicher: Ich bin kein Marxist.“ An was für Marxisten mag Marx da wohl gedacht haben.

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        Verfasst von NO_NWO | 25. Mai 2020, 16:26
        • Wenn nur noch Lächerlichmachung verbleibt, spricht das Bände. Gesellschaftliche Planung findet durch sich sozialistisch nennende Staaten statt, auch wenn diese in der Regel nicht rätedemokratisch aufgebaut sind, auch wenn in ihnen also eine als Partei organisierte Elite herrscht. Gleichwohl zeigt die Praxis von Kuba, China, Eritrea oder Venezuela, daß es das Elend des „freiheitlichen“ Kapitalismus, das Elend von Hunger, Krieg und Siechtum nicht gibt. Vor die Wahl gestellt, wo man lieber leben wollte, im „freien Westen“ oder bei der Viererbande, würde die Antwort sowohl den westlichen wohlhabenden Intellektuellen als auch den Bewohnern der Slums von Rio, Kalkutta oder den auf den Gehsteigen hausenden US-Wohnungslosen nicht schwer fallen. Sozialismus statt „Freiheit“ !

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          Verfasst von Eugen Hardt | 25. Mai 2020, 16:38
    • @ A. Hohlberg

      Also, ich sehe mich lieber als Mensch und nicht nur als Arbeiter.
      Jede so wie sie mag halt.

      @ Eugen Hardt

      Jede/r steht vor dem eigenem Gewissen, über Fleisch essen diskutieren bringt es m.E. nicht.
      Überwiegend von Bäumen und Sträuchern ernähren tötet am wenigsten.
      Was für Lösungen von Bill Gates meinen Sie?

      Kapitalismus und Wohlstand geht m.E. schon zusammen, allerdings mit mehr Regeln und manche Bereiche müssten vergesellschaftet werden.
      Aber auch nicht zu viele.

      2 Milliarden Menschen dürfen wir sein damit das den Planeten nicht überlastet, hab ich in einer Studie mal gelesen.
      2 Generationen lang weniger Kinder bekommen geht für Menschen mit Rentensystem deutlich leichter.

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      Verfasst von Clara | 25. Mai 2020, 16:45
      • Ich habe nicht wirklich verstanden, weshalb Clara gerade mir gegenüber betont, dass sie sich lieber als Mensch und nicht nur als Arbeiter sehe. Natürlich ist niemand „nur“ Arbeiter (er ist auch z.B. Ehepartner, Mutter/Vater, Deutscher/Nigerianer et.etc.). Aber in Hinblick auf die notwendige grundlegende Veränderung des Zusammenlebens der Menschen und damit überhaupt des Überlebens dieser zoologischen Art, ist die Frage einerseits der objektiven Interessen und andererseits der potentiellen Fähigkeiten, diese durchzusetzen, durchaus von großer Bedeutung. Lohnabhängige („Angehörige der Arbeiterklasse“) haben natürlich objektiv zunächst einmal ein unmittelbareres Interesse daran, dass ihr Leben und Überleben nicht den Interessen einer anderen Klasse, nämlich den Kapitalisten, untergeordnet bleibt (ob sie sich dessen bewusst sind oder nicht, ist eine andere Frage). Darüberhinaus aber haben sie auch am ehesten die Mittel (z.B. Streiks) in der Hand, den entsprechenden Druck zu machen. Die marxistische Position zur Arbeiterklasse oder überhaupt zum Klassenkampf als Motor der Geschichte hat nichts damit zu tun, dass man den Angehörigen der „Unterklassen“ besondere positive Eigenschaften zuschriebe. In der Tat ist es eher unwahrscheinlich, dass die soziale Unterdrückung durch die herrschende Klasse die Angehörigen der Unterklassen besonders „edel“ machen könnte. Ein Mangel an Kultur ist hingegen wahrscheinlicher, und die extreme Seltenheit von erfolgreichen Revolutionen der Unterklasse ist eine der Folgen davon. Deshalb ist es ja auch das Ziel der Marxisten, die Arbeiterklasse zusammen mit der Kapitalistenklasse und allen Zwischenklassen als Klasse aufzulösen

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        Verfasst von A.Holberg | 26. Mai 2020, 19:55
        • Dagegen ließe sich einwenden, daß die Arbeiterklasse ==> mit dem Materiellen umgeht und daher geerdet ist — in kollektiver Weise tätig ist und deshalb zugewandt und hilfsbereit ist — keinen großkotzigen Lebensstil hat und deshalb weiß, was wirklich zählt im Leben — gesellschaftlich nichts darstellen muß und deshalb elitären Schein und charakterliches Sein zu unterscheiden weiß — die Waren für sich selbst und alle anderen herstellt und deshalb Gebender ist. Wem noch mehr einfällt, bitteschön!

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          Verfasst von NO_NWO | 26. Mai 2020, 20:22
        • @ A.Holberg

          Sich weltweit für Arbeitnehmerrechte einsetzen ist extrem wichtig.

          Aber, wenn auch wir die Menschen in Hochwohlgeboren und Arbeiter einteilen, dann übernehmen wir m.E. ein falsches hierarchisches Denken.
          Für die Feudalherren war es unvorstellbar, dass wir alle gleiche Bürgerrechte haben, die Fabrikbesitzer wollten, dass wir uns nur als ihre Arbeiter definierten und devot waren.

          Heute sind es vor allem gut gebildete und situierte Mittel-und Oberschichtskinder sich für die sogenannte Arbeiterklasse einsetzen.
          Sich selbst als überlegen ansehen, der sich für Schwächere einsetzt ist eine Rolle in der sich viele gefallen.
          Das sich überlegen fühlen wird aber weiter nicht hinterfragt, es wechseln nur die Protagonisten.
          Früher war es der Lehnsherr, heute ist es der gebildete Kommunist, der uns sagt was wir denken sollen.
          Das Privateigentum an Produktionsmitteln verbieten und uns stattdessen alle in Kollektive zwingen, um die gesamte „Arbeiterklasse“ zu befreien, findet bei Wahlen 0,2% Zuspruch.

          Konzepte die in die Zeit passen wären gut.
          Das Weltwährungssystem ist kritikwürdig, das Steuersystem müsste an die neue Zeit angepasst werden, der weltweite Unterbietungswettbewerb schadet sehr vielen Menschen, usw.

          Um all das zu ändern muss man nicht das selbstständige Wirtschaften verbieten.
          Gute Gesetze würden reichen.

          Liebe Grüße

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          Verfasst von Clara | 27. Mai 2020, 9:24
        • @ A.Holberg

          Sry, für die fürchterliche Ausdrucksweise.
          Außerdem will ich keinen verletzen.
          Für Menschenrechte kämpfen ist natürlich total wertvoll.

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          Verfasst von Clara | 27. Mai 2020, 16:05
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    Verfasst von tom | 25. Mai 2020, 2:56
  7. nicht die Kontaktbeschränk. sind das Problem , sondern die drakonischen, völlig unverhälnismässigen Strafen, (150-500 E ) +die brutale behandlung durch die Polizei– sehr verdächtig ist, dass Leute mit der Verfassung in der Hand deshalb als straftäter bezeichnet werden = eindeutiges Indiz für kommende /bzw geplante offene rechte Diktuatur in der BRD +Putsch der Konzerne gegen die Verfassung

    1929 kamen 1/2 ? jahr später schon die Notverordnungen (am parlament vorbei ) 2 jahre später die Diktatur
    diesmal gehts wohl schneller ?

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    Verfasst von tom | 25. Mai 2020, 2:18
  8. langsam müsste aber auch bei Herrn Wehr, (und der LZ) angekommen sein , dass diese sog. „antifa“ in wahrheit eine NATOfa ist, eine rechte Truppe , gesteuert und bezahlt durch Nato-geheimdienste +die Merkel-SPD, die Haben ein gefälschtes Logo, unsinnige , nicht-sozialistiche Losungen , arbeiten bestens mit der Polizei zusammen +werden zur diskrediterung der linken propagandistisch genutzt (randalieren in arbeitervierteln, anzünden von autos, „wellcome to hell“

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    Verfasst von tom | 25. Mai 2020, 1:59
  9. offensichtlich wird die Virus-Geschichte zu 80 % aufgebauscht, weil die grösste Wirtschaftskrise der Menschheitsgeschichte begonnen hat, und das Kapital bereitet sich schon auf Massenunruhen +sozialen Aufstand vor +probt die Diktatur..–die testen aus, wieviel % brave Untertanen sind +alles glauben.+mitmachen .
    dise Krise kann eine Existenzkrise des systems werden und das wissen die Herren…., so wie 1929.. und sie bereiten sich drauf vor, ihre 20 jahre neoliberal zusammengeraubten Pfründe gegen den Pöbel zu verteidigen

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    Verfasst von tom | 25. Mai 2020, 1:52
  10. Also mein pers. Eindruck ist, bei den stattfindenden Coronademos geht vor allem die sogenannte Mitte, die ja von allen etablierten Parteien umworben wird, auf die Straße. Reichsflaggen habe ich keine gesehen. Rechte Parolen ebensowenig. Es mögen Rechte dabei sein, sie sind dann aber eine unbedeutende Minderheit. Viele der Demonstranten ahnt wohl dass der wirtschaftliche Stillstand Aufgrund der Coronakrise massive Einschnitte für ihren Lebensstandard bringen wird. Womit sie nicht Unrecht haben. Die meisten sind keine Impfgegner sonder Impfpflichtgegner. Es steht wohl jedem Menschen frei zur Impfpflicht eine Meinung zu haben ohne diskriminiert zu werden. Aus welcher autoritären Organisation kommt denn der Autor. Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden“.
    Die Einschätzung des Autors betreffend der Corona- Demonstranten ist fast identisch mit der, der kapitalistischen Eliten und ihren Medien. Das sagt eigentlich alles.

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    Verfasst von G. Karfeld | 24. Mai 2020, 15:03
    • Ja, so sieht’s aus. Herr Wehr kommt vom Rubikon-Magazin, einem Agenten des globalistischen Großkapitals, Parteigänger des EU-Green Deals, Befürworter von drastischer CO2-Reduktion sowie des Umbaus der Produktion in Richtung extrem teurer Energie-Erzeugung aus CO2 und anderen nichtfossilen Quellen — zugleich Massenmord durch Massenverarmung. Hier gibt er nun das Corona-besorgte Seelchen und wird sich hüten, seine brutalistische Klimakatastrophen-Propaganda zum Vortrage zu bringen.

      Corona ist ein Teilprojekt des Green Deal, um allen Widerstand der Nichteliten gegen einen CO2-totalitären Wirtschaftsumbau und den dazu parallelen Massenexitus zu brechen. Mit obigem Beitrag bleibt Herr Wehr seiner mörderischen faschistischen IPCC-Agenda also treu.

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      Verfasst von NO_NWO | 24. Mai 2020, 20:31
      • Andreas Wehr hat angesichts der Position des Rubikon zu Corona sich von selbigem abgewandt. Er hat nie “ brutalistische Klimakatastrophen-Propaganda“ betrieben. Wer solche Vorwürfe erhebt, sollte sie belegen oder als Verleumder dastehen. Gleichfalls verfolgt Andreas keine „mörderische faschistische IPCC-Agenda“. Das die Coronapandemie ein „Teilprojekt des Green Deal“ ist, ist vollkommen absurd und eine typische Verschwörungstheorie. Faschistisch ist in Wirklichkeit, daß auf dem Altar der „Freiheit“ die Gesundheit der Menschen geopfert wird. Den asozialen Kämpfern für individuelle Freiheit kann man nur zurufen: Solidarität statt „Freiheit“ !

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        Verfasst von LZ | 24. Mai 2020, 21:21
        • Sobald das Großkapital und seine gewerkschaftlichen Co-Manager ihren Trollarmeen Marschbefehl geben, werden Rubikon und Herr Wehr ihre wegen Corona zwischenzeitlich zurückgehaltene IPCC-Klimapropaganda gegen das böse CO2 wieder hochfahren so sicher wie das Amen in der Kirche! Herr Wehr KANN dem großen deutschen CO2-Propaganda-Outlet Rubikon nicht zugehört haben, ohne dessen politische Hauptlinie mitgetragen zu haben. Logisch, nicht!? Sollen wir im Rubikon-Archiv nachschauen, oder ist das schon gelöscht? Bitte, es steht ihm ja doch frei, hier einmal OFFEN Position in Sachen Klimawandel zu beziehen — Herr Wehr, für oder gegen das IPCC und den Green Deal der EU, bitteschön!

          Natürlich muß niemand den offensichtlichen Zusammenhang des Umbaus der Weltwirtschaft in eine CO2-Ökonomie mit dem Corona-Terror begreifen. Natürlich muß niemand begreifen, daß Corona- und Klimapanik die zwei großen Hebel sind, mit deren Hilfe das Großkapital zu einem weltweiten CO2-Zwangsarbeits-Regime zu gelangen hofft, um so das unausweichlich gewordene historisch finale Ende der Mehrwertabschöpfung aus freier Lohnarbeit machtlich zu überleben.

          Wieso auch sollten Linke politisch-ökonomisch logische Denkvollzüge leisten müssen; nur weil Marx, Engels und Lenin sie das gelehrt haben!? Aber nein, Linke dürfen genauso politisch-ökonomisch unbedarft argumentieren, wie alle anderen auch!

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          Verfasst von NO_NWO | 25. Mai 2020, 0:03
    • Ich möchte mich nicht zum Problem der Impfpflicht äußern bis auf den Hinweis darauf, dass massenhafte Impfung seinerzeit die Pocken hierzulande weitestgehend ausgerottet hat, dass es andererseits aber auch eine große Zahl von Impfgeschädigten gibt. Ebensowenig möchte ich an dieser Stelle die „Corobadems“ einschätzen. Was ich aber kritisieren möchte, ist die Logik des Schlusssatzes: Die behauptete Identität der Einschätzung des Autors mit der Einschätzung durch die kapitalistischen Eliten und ihre Medien sagt vielleicht Manches, aber sich nicht Alles. Die kapitalistischen Medien und ihre Hintermänner und -frauen behaupten sicher auch, dass sich die Erde um die Sonne dreht. Das nicht zu bestreiten, besagt aber keineswegs, dass man das Geschäft der kapitalistischen Eliten betreibt.

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      Verfasst von A.Holberg | 26. Mai 2020, 20:04
  11. Die Forderung nach Vernunft und Rationalismus ist berechtigt. Allerdings sehe ich Unvernunft und Irrationalismus auch bei den „Linken“. Angefangen bei den sich links und fortschrittlich fühlenden Zeitgeist- und Lifestyle-Linken. Die traditionelle Linke beförderte den Irrationalismus indem Ideologie zur Wissenschaft erklärt wurde. Die moderne Linke frönt dem Irrationalismus in postmoderner Subjektivität und Sozialkonstruktivismus. Allen voran ist der Feminismus der dritten Welle und der Klimaaktivismus ins Irrationale abgedriftet. Ebenso wie der Hass auf alles Rechte und der vorgebliche Kampf gegen den Faschismus. Die Linke selbst ist heute ein unvernünftiger und irrationaler Haufen, für den Sozialismus in erster Linie zu bedeuten scheint einen vom Staat alimentierten Lebensunterhalt zu erreichen.

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    Verfasst von Jochen | 24. Mai 2020, 12:34
  12. Sprechen wir es aus: Nicht der Schlaf der Vernunft gebiert Faschisten. Sondern die als Staatsschule bekannte Verblödungs-Einrichtung zur flächendeckenden Veruntertänigung ganzer Einwohnerschaften tut dies (siehe Anne Querriens «l’ensAignement»). Und so gebiert das Staatsbildungswesen überall auf der Welt die gleichen Links-, Rechts- und Mittefaschisten; Staatsherdentieren ist es ganz einerlei, ob sie sich nach links, nach rechts, oder demokr-artig mittig bücken dürfen. Hauptsache, das Bücken kann vor irgendeiner „höheren“ Moral stattfinden, vor irgendeiner frommen Duselei. Siehe:

    https://dudeweblog.wordpress.com/2020/05/24/wir-holen-euch-zuhause-ab/

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    Verfasst von NO_NWO | 24. Mai 2020, 11:42
  13. Eine sehr undifferenzierte Sicht auf die tatsächlichen Akteure und deren Motive. Hiervon abgesehen, was aber ist eine (die) wissenschaftliche Weltanschauung? Sie sollte die Welt, die Gesellschaft, in ihrer Widersprüchlichkeit (Gegensätzlichkeit), das meint auch Interessen und Bedürfnisse, erfassen. Der Staat in diesem Kontext soll den Interessengensatz der Klassen kompensieren, mildern oder abschwächen. Ein immerwährender Drahtseilakt. Gegenwärtig scheint jedoch bei sehr vielen Menschen das Vertrauen in die Politik und deren Institutionen erschöpft. Das hat nichts mit Esoterik, Impfgegnerschaft … zu tun. Wie unsolide das Ganze ist, zeigt die Rolle der staatstragenden Medien bei der sogenannten Corona-Krise. Jene haben nichts mit sachlicher Aufklärung am Hut, sondern sind Erfüllungsgehilfen bei der Durchsetzung von separaten Interessen, die ausschließlich am Gewinn (Profit) orientiert sind.

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    Verfasst von lumpazivagabundus | 24. Mai 2020, 11:28
  14. Das Zutagetreten der Spaltung in der Gesellschaft erschüttert sicher. War das Leben doch so bequem. Jeder Mensch sucht einen Strohhalm zum festhalten. Unvereinbare Positionen werden von Liebe oder Leid überwunden. Der Prozeß der Auseinandersetzung und Entwicklung hat einen starken Anschub bekommen und die Linke sollte dringend die Reihen schließen. Ersparen wir dem Planeten jedoch bitte eine Kulturrevolution nach Maos Vorbild oder und eine Massen an Fleisch ( DDR) produzierende und vertilgende, zwangsdurchgeimpfte ( mit immer dreckigeren Stoffen) pseudosozialistische Weltrepublik. Es gibt viel zu tun. Hand aufs Herz.

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    Verfasst von Shunyani | 24. Mai 2020, 9:58

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