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Bewegungen, Inland

Eine bittere Bilanz

von Hanns Graaf – https://aufruhrgebiet.de

Um die Bewegung „Aufstehen“ ist es sehr still geworden – schon lange vor Corona. Die wenigen öffentlichen Statements waren meist mehr oder weniger hämische Abgesänge auf Sahra Wagenknechts Projekt. Doch inmitten dieser Trostlosigkeit gibt es immer noch engagierte Menschen, die bundesweit in mehreren Dutzend Basisgruppen aktiv sind. Das ist umso anerkennenswerter, als sie ohne jede Unterstützung von „oben“ auskommen müssen, ja sich sogar mit dem von Wagenknecht und ihrer Entourage angerichteten Chaos herumschlagen müssen.

Die offensichtliche tiefe Krise von „Aufstehen“ hat sehr viele engagierte links eingestellte Menschen dazu gebracht, sich von „Aufstehen“ zu verabschieden oder es zu ignorieren. Aber entgegen diesem Trend gibt es seit Monaten auch Bemühungen in der „Aufstehen“-Basis, sich demokratisch von unten nach oben zu vernetzen. Dabei gibt es auch schon Erfolge. So konstituierte sich im Land Brandenburg ein „Rat der Gruppen“, der aus gewählten Delegierten der Basisgruppen besteht, auch ein erstes (!) bundesweites Basis-Treffen ist in Vorbereitung. Es sollte schon am 16. Mai stattfinden, musste aber wegen Corona verschoben werden.

Im Folgenden dokumentieren wir in gekürzter Form einen Text, der im Landesverband Brandenburg verbreitet wurde, worin die Arbeit der „Spitze“ von „Aufstehen“ bilanziert wird. Wir kommentieren den Text hier nicht, weil er für sich selbst spricht, werden aber demnächst auf dieser Seite eine weitere eigene politische Analyse von „Aufstehen“ vorlegen. Bisher gab es dazu vier Beiträge auf dieser Seite: (Wagenknechts Sicht auf AufstehenAufstehen – wofür und wogegen?Aufstehen oder Abwarten? und Aufstehen – Wahlverein oder Kampfstruktur?).

Dokument

„Bilanz eines Jahres geschäftsführender Vorstandstätigkeit von Sahra Wagenknechts Mitarbeiterin

(…) Wie aus unterschiedlichen Quellen zu vernehmen ist, will sich Paula Rauch – nachdem sie den Zustand der Bewegung in verschiedenen Bereichen wissentlich verschlechtert, in mancherlei Hinsicht vielleicht sogar unwiederbringlich ruiniert hat – aus der Sichtbarkeit wieder in den Hintergrund zurückziehen. (…) Damit ist der Zeitpunkt gekommen, Bilanz zu ziehen (…). Schließlich war es Sahra Wagenknechts expliziter Wunsch, dass Paula Rauch in das von ihr selbst geschaffene Amt der geschäftsführenden Vorständin gehoben werden solle (…), damit sich alle Entscheidungsbefugnisse in ihrer Hand befanden. (…)

Nach einem ersten Sichtbarkeits-Auftakt mit einem auf der Internetseite der Sammlungsbewegung veröffentlichten Vorstellungsvideo und dem Anpassen des Impressums tauchte Sahra Wagenknechts Mitarbeiterin bereits wieder hinter die Kulissen ab. Weder setzte sie ihren Namen unter Mailing-, Social-Media- oder Internetbeiträge an die Unterstützer in der Bewegung, noch war sie vor Ort bei realen Treffen präsent; nicht einmal bei den Großveranstaltungen zeigte sie sich. Von den einst bis zu 170.000 auf aufstehen.de Registrierten kennt wohl nicht einmal 1% das Gesicht des mächtigsten Menschen in der Bewegung. (…)

Von den einst 170.000 auf aufstehen.de Registrierten seien zwischendurch noch 147.000 übrig geblieben (…) Registrierte sind nicht gleichzusetzen mit Aktiven. Tatsächlich handelt es sich (…) überwiegend um Passive, von denen (…) weniger als die Hälfte die an sie übermittelten Mailings überhaupt öffnete. (…) In Bezug auf Offline-Aktivitäten wurde durch die von Paula Rauch vorgegebene strategische Ausrichtung weniger als 1% der registrierten Unterstützer erreicht. Dies ist auch damit zu begründen, dass gemeinsame, bundesweite Aktionen auf der Straße, wie sie in einer Bewegung typisch sind (…) keinen Platz in der Agenda von Sahra Wagenknechts Mitarbeiterin fanden. (…)

Die Zahl der (…) Aktivengruppen der Sammlungsbewegung, die sich bundesweit in verschiedenen Orten gebildet hatten (…) betrug 199. Zum Ende der Amtszeit von Sahra Wagenknechts Mitarbeiterin ist davon nur noch etwa ein Viertel übrig (…). Die Kombination von konsequentem Ignorieren von Anfragen der Gruppen mit der mangelhaften Bereitstellung von Vernetzungsmöglichkeiten und dem Fehlen bundesweiter Aktionen ließ viele die Sammlungsbewegung verlassen. (…)

Eine Arbeitsstruktur mit ehrenamtlichen Landesansprechpersonen in jedem Bundesland wurde vom seinerzeit verantwortlichen Vorstand hergestellt, nachdem Sahra Wagenknecht am 9.3.2019 proklamierte „wir brauchen einen Neustart in der Führung von Aufstehen. Hier sollten sich die Berufspolitiker in Zukunft stärker zurücknehmen und die Bewegung denen übergeben, die sie ohnehin an der Basis gestalten.“ Diese vorhandene Arbeitsstruktur wurde am 30.3.2019 an Paula Rauch übergeben. Sie ruinierte diese Struktur binnen weniger Monate (…) Mehr als die Hälfte der Bundesländer ist ohne eigene Ansprechperson oder die Zuständigen ohne Arbeitsmittel. Die Vernetzung, durch die aus einer Vielzahl einzelner Aktivengruppen erst eine Bewegung (…) wird, wurde damit systematisch blockiert. (…)

Während alle wichtigen Kennzahlen der Sammlungsbewegung „Aufstehen“ rapide sanken, stieg die Anzahl bezahlter Mitarbeiter. (…) Während die Personalkosten also kontinuierlich stiegen, verringerten sich die im Sinne der Sammlungsbewegung „Aufstehen“ erbrachten Dienstleistungen. (…) Insgesamt wurden 2019/2020 lediglich sechs Slogans entwickelt (…) Ein paar Social Media Postings und dazugehörige Sticker wurden als Kampagne bezeichnet. (…) Aktionsideen für Demonstrationen wurden (…) nicht erarbeitet. Die Aktivitäten beschränkten sich auf die Arbeit im Internet (…).

Aktionsideen aus dem Basis-Unterstützerkreis wurden (…) blockiert. (…) Es ist kein Beispiel eines Finanzierungszuschusses zu Basis-Aktivitäten aus Spendengeldern bekannt. (…) Die vielfältige Arbeit der Aktivengruppen vor Ort (…) wurde nicht sichtbar gemacht. Auch das führte dazu, dass sich immer mehr Gruppen auflösten und sich die Unterstützer enttäuscht von der Sammlungsbewegung abwandten. (…) Beide – Sahra Wagenknecht und ihre Mitarbeiterin Paula Rauch – haben jegliche Bemühungen der Unterstützer-Basis, eine bessere Vernetzung innerhalb der Sammlungsbewegung „Aufstehen“ zu realisieren und in diesem Kontext initiierte Tools oder bundesweite Vernetzungstreffen schlicht ignoriert. (…)

Die Definition des Aufstehen Trägerverein Sammlungsbewegung e.V. „Der Aufstehen-Trägerverein ist aus den Aufstehen-Initiator/innen hervorgegangen und ist als eingetragene Rechtsperson satzungsgemäß Dienstleister der Bewegung“ wurde dem unternehmerischen Denken eines sehr von sich eingenommenen Startups unterworfen: ‚Ich habe mir ein tolles Angebot ausgedacht, das ich euch zur Verfügung stelle: Kommt und kauft!‘ Doch schon der erste Schritt, den jedes Startup, das am Markt überleben will, selbstkritisch gehen muss, nämlich festzustellen, ob das Angebot angenommen wird oder nachgebessert werden muss, wurde konsequent verweigert. Hier schlug der typische Denkansatz in einer politischen Blase zu, in dem Geld keine Rolle zu spielen scheint, weil es genügend Mittel (hier Spendengelder) gibt, so dass man einfach weiter finanziert, ohne das eigene Handeln ausreichend zu reflektieren. (…)

Für die Design-Überarbeitung der Internetseite (…) verplante Sahra Wagenknechts Mitarbeiterin weitere Spendengelder und beauftragte hinter den Kulissen auserwählte Freunde mit der Umsetzung, ohne darüber transparent zu informieren. Die inhaltliche Aktualisierung der Internetseite lag und liegt hingegen über weite Zeiträume brach. Auch auf der neu gestalteten Internetseite führen Verlinkungen ins Leere, sind Aktivengruppen und Termine nicht aktualisiert und die Kampagne zum NATO-Manöver wurde gar nicht begonnen. (…) In der Amtszeit von (…) Paula Rauch, kam kein einziger prominenter Unterstützer hinzu. Auch der Vorschlag von Prof. Mohssen Massarrat, „die wichtigsten zivilgesellschaftlichen Initiativen (wie Fridays for Future, Friedensbewegung, Volksentscheid zur Enteignung von Wohnungskonzernen, Initiativen gegen die Agenda 2010 etc.) zu einem Koordinierungstreffen einzuladen …, um die inhaltlichen Schnittstellen auszuloten und gemeinsame Forderungen für einen nachhaltigen Politikwechsel zu formulieren“, verhallte ungehört. (…) Während der Amtszeit von (…) Paula Rauch gab es keine einzige Pressemitteilung der Sammlungsbewegung „Aufstehen“.

Summa summarum hat Sahra Wagenknechts Mitarbeiterin, Paula Rauch, während ihrer Tätigkeit auf der extra geschaffenen Position als geschäftsführende Vorständin zwar alle eingenommenen Spendengelder für ihre Verwaltungsstruktur ausgegeben, allein von April bis Dezember 2019 63.873,86 EUR, dafür die Sichtbarkeit der Sammlungsbewegung nach innen und nach außen, die interne und externe Vernetzung und daraus resultierend auch die Anzahl der Aktiven sowie der Unterstützer gravierend verschlechtert. Ein katastrophales Ergebnis! (…)

Da hinter den Kulissen aber der Mitarbeiterstab zuzüglich Parteifreunden zweier Berufspolitiker im Wesentlichen für all das verantwortlich zeichnet, muss man hinterfragen, was sie damit bezwecken. Es scheint, als habe Sahra Wagenknecht, nachdem sie selbst ihr Interesse verlor, die Sammlungsbewegung „Aufstehen“ an ihren einstigen Schützling Fabio De Masi übergeben. Selbst Sahra Wagenknechts Mitarbeiterin Paula Rauch ist durch ihren Mann, Ole Rauch (Mitarbeiter bei Fabio De Masi), eng mit Fabio De Masi vernetzt. (…) Vielmehr wird (…), hinter den Kulissen darüber diskutiert, ob und wie der nächste Bundestagswahlkampf von Fabio De Masi über die Kanäle der Sammlungsbewegung „Aufstehen“ unterstützt werden kann.“

Eine bittere Bilanz

Diskussionen

12 Gedanken zu “Eine bittere Bilanz

  1. Verzeihung bitte, ich möchte noch etwas sagen zu dem Thema.

    Frau Wagenknecht positioniert sich nicht komplett so wie mir das passt, dass wird wahrscheinlich auch nie so sein.

    Vor allem ihr unterstützen der Inflationstheorie in Bezug auf die Wirtschaftswissenschaften regt mich momentan auf.

    Trotzdem wäre es für die Umfragewerte der Linken gut, wenn sie Parteichefin werden würde, ohne dabei total radikal zu sein, davon bin ich ziemlich überzeugt.

    Liebe Grüße

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    Verfasst von Clara | 21. Mai 2020, 11:17
  2. Vielleicht sollte man die Fixierung auf einzelne Personen auch wirklich überdenken.

    Hinter der Argumentation von Frau Wagenknecht bei Anne Will am 17.5 2020 kann ich überhaupt nicht stehen.

    Kein vernünftiger Mensch denkt, dass alle „Anti-Corona“ Demonstranten Rechte sind.
    Es wäre aber m.E. gut wenn die paar Rechte, die ab und an dabei sind ausgeschlossen werden würden.
    Ansonsten ist das sich aneinander gewöhnen von ein paar Rechtsextremen und sehr vielen relativ unpolitischen Menschen schon auch gefährlich.

    Frau Wagenknecht warnt m.E. nicht deutlich genug davor.

    Bestimmt haben viele Demonstranten Existenzsorgen, natürlich muss man versuchen Lösungen dafür zu finden, keine Frage.

    Ein Grundeinkommen wäre jetzt sehr hilfreich, müsste aber erst mal über Schulden finanziert werden und wir bräuchten, wenn es wirtschaftlich wieder runder läuft etwas mehr Staatseinnahmen dafür.
    Im Gegenzug würde ein Grundeinkommen auf Sozialhilfesatz die Arbeitsbereitschaft erhöhen, weil man dadurch deutlich mehr hat wie jemand der nicht arbeitet.
    Die Arbeitslosigkeit wird steigen, so könnte man vielen Menschen den demütigenden Weg zur Arge ersparen.
    Darüber nachdenken könnte man ja mal, Nachteil ist das es teuer ist, dafür würde es die Nachfragelücke etwas füllen.

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    Verfasst von Clara | 18. Mai 2020, 17:20
  3. @ Hans

    Veränderungen müssen mehrheitsfähig sein, wir haben ein Mehrparteiensystem.
    Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich, was die Unternehmen noch mehr belasten würde ist momentan wahrscheinlich nicht wirklich gefragt, Regional kaufen hingegen sehr.
    Wir wollen aber nicht nur Obst und Gemüse, sondern auch einen Fernseher, einen PC, usw..

    Eine wo möglich automatisierte breitgefächerte Produktion und ein Grundeinkommen in Sozialhilfehöhe wäre m.E. zukünftig wünschenswert.
    Aber selbst wenn das mehrheitsfähig wäre, würde die Veränderung dahin Zeit brauchen.

    Im Moment beziehen wir viele unserer Waren aus dem Ausland, wo preisgünstiger produziert wird und stellen selber vor allem teure Autos und Maschinen her.
    Das ganze m.E. kritikwürdige Konstrukt ist durch Sars-CoV-2 etwas ins Wanken geraten, bis jetzt wollen die Entscheidungsträger es aber wie es aussieht genauso wieder ans Laufen bringen.

    Das können wir leider bei den momentanen Mehrheitsverhältnissen kaum beeinflussen.

    Stattdessen können wir aber Vorschläge machen, wie das Geld für das kommende Konjunkturprogramm eingesetzt wird und haben so die geringe Chance positiv Einfluss zu nehmen.

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    Verfasst von Clara | 18. Mai 2020, 11:15
  4. Zu Clara_
    es geht um die Umsteuerung der Gesellschaft zur Entfernung aus der Abhängigkeit von Arbeit als Grundlage einer ausreichenden individuellen Reproduktion, hin zu Arbeitszeitverkürzung (warum die Kurzarbeit nicht zur Transformation nutzen) und zum Ausbau einer besseren Selbstversorgung der Haushalte über eigene Möglichkeiten und über regionale Versorgungsstrukturen z.B. auch über den Anschluß der Siedlungshaushalte auf dem Land an örtliche Landwirtschaften mit entsprechender Vielfaltsproduktion. Es gibt immer mehr Menschen, die bereit wären, diesen Weg zu gehen, anstatt nur Geld zu verdienen um es anschließend den Lebensmittelkonzernen – auch Amazon – in den Rachen zu werfen. Es geht um den ‚Wiederanschluß der Menschen an ihre natürlichen Grundlagen, ohne die es ohnehin keine Zukunft gibt: Es ist nur die Frage, wer am Ende der bessere Haushälter ist: die Menschen die sich selbst versorgen, regional einkaufen, oder die Handelskonzerne, die mit ihrem Preisdruck dafür sorgen, dass die Lieferanten alles rauspressen aus der Natur und den Hilfsarbeitern aus dem Osten, was nur irgendmöglich ist.
    Viele Grüße und alles Gute!
    Hans

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    Verfasst von Hans | 16. Mai 2020, 19:56
    • selbstversorgung funktioniert in deutschland/klima nicht aber in Italien/Spanien/Griechenland usw. denkbar wenn da nicht die Mafia dazwischen funken würde

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      Verfasst von cource | 16. Mai 2020, 21:12
  5. selbst die enttäuschten mehrheiten schuften weiter in der illusion nach corona wird alles besser–die kognitive dissonanz/gesicht wahren/zu seinen entscheidungen stehen, verhindert eine kursänderung erst wenn von außen eine tatsache/weltwirtschaftskrise/börsencrash/arbeitslosigkeit usw. „ein weiter so“ unterbindet kommt es plötzlich zur einsicht: dass man eine falsche entscheidung getroffene hatte, aber nur weil man jetzt diesem äußeren umstand die schuld in die schuhe schieben kann und sich nicht selbst für unfähig erklären muss—viele selbständige die glaubten das in diesem system „das geld auf der strasse liegt“ sind jetzt in der lage diese selbstverarsche einzugestehen und sich von einem illusorischen lebensstandard/konsum zu verabschieden/fixkosten werden massiv reduziert und das zerstört auch die grundlage unserer pervertierten wegwerfgesellschaft

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    Verfasst von cource | 15. Mai 2020, 7:19
  6. Unentwegt hatte ich verucht, Wagenknecht auf die überlebenswichtige Bedeutung des Klimawandels und einer ökologischen Funamentierung ihres sozialen Anspruches hinzuweisen. Aber es kam nichts, nur Ignoranz. In meinen Augen ist das kein Zufall: So wenig der Marxismus ein Gefühl für die Bedeutung der Natur und ihrer umfassenden Produktivität hat, so wenig hat Wagenknecht einen Sinn für die wahren Quellen des Reichtums für die Kapitalisten bis hin zu den Hartz4-Empfängern: Warum verlangt sie keine Vermögensabgabe der Großaktionäre, die selbst noch in Krisenzeiten mit Spekulationen Millionen verdienen? Wenn der Staat schon die Konzerne, wie z.B. die Lufthansa, retten muß und ohne staatliche Finanzierung nichts mehr geht, warum verlangt man nicht eine Neuordnung der Wirtschaft, die geeignet ist, die bevorstehende Klimakatastrophe abzuwenden? Eine weitergehende Erderhitzung wird in weniger als 50 Jahren alle Gesellschaften kollabieren lassen, auch die deutsche! Haben die Linken verlernt wissenschaftliche Tatsachen ernst zu nehmen und in adäquate Forderungen zu übersetzen? Noch nie war die Not so dringlich, um eine grundlegende Entmachtung der Konzerne – insbesondere Automobil, Energie und Chemie – zu verlangen. Aber, warum tut dies keiner? Gibt es keine Linken mehr?

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    Verfasst von Hans | 14. Mai 2020, 19:27
    • @ Hans

      Sahra Wagenknecht verlangt doch andauernd Vermögensabgaben und höhere Besteuerung.
      Mir ist das oft zu viel, weil ich weiß das die Bevölkerung höhere Steuern nicht schätzt und mir gute Wahlergebnisse der Linken wichtig sind.

      Gerade im Moment herrscht viel Verunsicherung, eine allgemeine Steuerdebatte verunsichert die Menschen noch mehr.

      Die große Internetkonzerne sollten zuerst einmal dort wo sie ihr Geld verdienen auch Steuern zahlen, dass ist mehrheitsfähig, dass kann man also gefahrlos fordern.

      Mit weiterführenden Steuerdebatten muss man m.E. vorsichtig sein momentan.

      Firmenvermögen darf natürlich nicht verrechnet werden.

      Man könnte vielleicht mal freundlich anfragen ob die Frau Quandt nicht einfach etwas spenden möchte, aber auch das müsste m.E. begabt geschehen, weil kaum jemand Lust auf Klassenkampf hat.

      Geld nur gegen den Umbau der Produktion auf nachhaltige Antriebe war auch meine Idee.

      Es gibt aber noch keine Passagiermaschinen, die mit Wasserstoff betrieben werden, es wurden wie es aussieht noch keine entwickelt…

      Dasselbe gilt wie es aussieht für Kreuzfahrt und Containerschiffe…

      Es ist also alles noch viel schlimmer.

      Man kann den Umbau der Produktion aktuell nur für Autos fordern und auch da haben sie sich in die Elektromobilität verbissen, obwohl das gigantische Berge aus unbrauchbaren Akkus erzeugt.

      In Bezug auf den Flugverkehr und die Werften kann man nur fordern, dass sie Wasserstoffantriebe erforschen.
      Aber wie es aussieht bezahlen diejenigen die Forschung, die auch Aktien bei der Petrochemie haben, so das der Verdacht entsteht, dass sie die Forschung eher verzögern.

      Unabhängige Forschung mit ausreichender Finanzierung ist wie es aussieht der Flaschenhals.

      Selber nicht fliegen und kein Fleisch essen ist denke ich ziemlich wichtig.

      Liebe Grüße

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      Verfasst von Clara | 15. Mai 2020, 7:07
    • @Hans — 1) Das Kapital liegt im Sterben, und es macht wenig Sinn, einen Sterbenden zu irgendwelchen Leistungen heranziehen zu wollen. 2) Aha, Klimawandel! Schon mal erwogen, Hans, daß die IPCC-CO2-Gemeinde ein aus schlichten Dummköpfen bestehender Haufen von Untertanen sein könnte und darum auch das militärische und kommerzielle Engineering von Wetter/Klima schlicht ausblendet. Nur gut dressierte Untertanen glauben „der“ Wissenschaft. In seiner «Kritik der reinen Vernunft» löste Immanuel Kant ein großes Rätsel der Dummheit von Wissenschaftlern im besonderen. Also aufgepaßt nun Hans: Erkenntnisfähigkeit beruhe auf drei Geisteskräften:

      1. Verstand — dieser beschreibt Dinge und Sachverhalte in unmißverständlich klaren Begriffen;

      2. Urteilskraft — diese entscheidet, ob eine Aussage wahr oder falsch ist;

      3. Vernunft — diese folgert aus Punkt 2 auf die dann jeweils logisch richtigen Handlungen und Vorgehensweisen.

      Anders als man denken möchte, macht Dummheit sich nicht am Fehlen der Vernunft (Punkt 3) fest. Wirkliche Dummheit scheitert bereits an Punkt 2!

      Immanuel Kant im Jahre 1787:

      «Der Mangel an Urteilskraft ist eigentlich das, was man Dummheit nennt, und einem solchen Gebrechen ist gar nicht abzuhelfen. Ein stumpfer oder eingeschränkter Kopf, dem es an nichts als an gehörigem Grade des Verstandes […] mangelt, ist durch Erlernung sehr wohl, sogar bis zur Gelehrsamkeit auszurüsten. Da es aber gemeiniglich alsdann auch an jenem zweiten geistigen Vermögen, der Urteilskraft, zu fehlen pflegt, so ist es nichts Ungewöhnliches, sehr gelehrte Männer anzutreffen, die im Gebrauche ihrer Wissenschaft jenen nie zu bessernden Mangel häufig blicken lassen.» [Fußnote S. AA133]

      Greta Thunbergs Aufforderung «Follow the science!» nachzukommen, könnte laut Kant also nicht klug bzw. sogar ganz schön dumm sein.

      Zu behaupten, Hans, es gebe keine dummen Wissenschaftler, ist eine VERSCHWÖRUNGSTHEORIE.

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      Verfasst von No_NWO | 17. Mai 2020, 12:33
  7. Wer das agieren der Partei Die Linke z.B. in Berlin und im Bund
    Verfolgt, erkennt doch ganz deutlich die Systempartei. Das Gleiche
    Wen wundert diese Entwicklung von Aufstehen?
    gilt auf der rechten Seite für die AfD.
    Es wird versucht, die noch aktiven Unzufriedenen sowohl Rechte wie
    Linke in Sammlungsbewegungen oder neuen Parteien zu sammeln um
    sie dann dort früher oder später zu desillusionieren. Enttäuscht geben die
    meisten dann auf. Das hat doch System.
    Weder der Kapitalismus noch sein Parteiensystem sind reformierbar.
    Die verbliebenen Aufstehen–Basisgruppen sollten sich von der Organisation
    Aufstehen trennen, untereinander aber vernetzt bleiben und als Basisgruppen
    auch an der Basis aktiv sein, dies wäre die Kommune und der Landkreis.

    Eine Basisdemokratische Bewegung sollte auch aus der Basis heraus Starten
    und das ist die Kommune. Dort gilt es die etablierten kapitalistischen Systemparteien
    zu verdrängen. Dies käme einer Entwurzelung der etablierten kapitalistischen Systemparteien
    gleich. Diese ist notwendig um den Niedergang des Systems auszulösen.
    Die Coronakrise und ihre Katastrophalen Folgen die uns noch bevor stehen, sind eine gute
    Gelegenheit für einen Start für eine solche politischen Bewegung oder Parte. Partei.
    Aufgrund der bevorstehenden massiven sozialen Verwerfungen gibt es sehr viele
    Gelegenheiten sich regional zu engagieren. Wenn die Menschen diese
    Situation nicht nützen für einen Umbau in eine solidarische
    Gesellschaft, dann haben sie die Chance für lange Zeit verstreichen lassen.

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    Verfasst von G. Karfeld | 14. Mai 2020, 13:46
  8. Sahra Wagenknecht muss stramm-rote enttäuschen, nur so ist sie mehrheitsfähig.

    Menschenfreunden sollte es nicht um das Schwenken der größten roten Fahne gehen, sondern darum Mehrheiten zu generieren, die einen Politikwechsel dann auch tatsächlich möglich machen.

    Das ! ist dann im Interesse der Allgemeinheit und das wiederum ist viel wichtiger als das Bedienen von Ideologien die m.E. dringend überdacht und an die heutige Zeit angepasst werden müssten.

    Es sieht so aus als ob vor allem enttäuschte Marxisten sich hier äußern.

    Vielleicht müssten die Ersteller des Textes die verschiedenen Gründe für ihre Enttäuschung einfach mal auseinandersortieren.

    Aufstehen ist m.E. vor allem ein Angebot an Mitglieder von SPD und Grünen um eine Zusammenarbeit mit der Partei die Linke in die Wege zu leiten.

    Aber bevor die Linke nicht auch auf Nato-Kriegs-Kurs einschwenkt, dürfen die Mitglieder aus SPD und Grünen wie es scheint noch nicht einmal freundlich winken.

    Dafür kann Sahra Wagenknecht überhaupt nichts, ihre Idee war auf jeden Fall ehrenwert.

    Man sieht ja gerade an Widerstand 2020 wie viel Unzufriedenheit in der Bevölkerung vorherrscht.

    SPD und Grüne haben das Angebot von Aufstehen ausgeschlagen, jetzt bündelt sich die Unzufriedenheit von einem Teil der Bevölkerung in einer Querfrontbewegung die Rechtsextrem Schutz bietet.

    Vielleicht wäre es am besten, wenn man Aufstehen ruhen lässt und sich diejenigen die sich der Bewegung angehörig fühlen der Linken zuwenden, aber kritisch.
    Es hat seinen Grund wieso sie nicht direkt zur Linken sind, die Gründe sind wahrscheinlich zum Teil sehr unterschiedlich.
    Das müsste kommuniziert werden.

    Die Linke ist gerade in den Umfragen am Abstürzen.

    Es wäre sehr gut, wenn die Partei endlich begreifen würde wie gut Sahra Wagenknecht als Parteichefin wäre.
    Katja Kipping kann ja gerne einen anderen hohen Posten bekommen.
    Das beste für die Allgemeinheit wäre, wenn die beiden sich zusammenraufen, der Ball liegt aber ganz klar im Feld von Frau Kipping.

    Das würde die Linke dann stabilisieren, da bin ich mir sehr sicher.

    Dann kann man nochmal über Aufstehen als Diskussionsplattform für eine Koalition mit SPD und Grünen nachdenken.

    Wie es aussieht sind die Bundeswehreinsätze nach wie vor das größte Hindernis.

    Leider kann man nirgendwo darüber diskutieren.

    Liebe Grüße

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    Verfasst von Clara | 14. Mai 2020, 9:19

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