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Horoskop der Pandemie: Der Kapitalismus stirbt nicht am Coronavirus

von   – http://de.granma.cu

Bild: „Wie sieht die Welt nach der Pandemie aus? Es wird dieselbe sein, nur mit der Gefahr, dass sie uns wieder die Zukunft rauben …die Zukunft, die sich schnell verschlimmern wird, wenn wir uns nicht organisieren, um sie umzuwandeln“. Foto:Internet

Was haben wir getan, um etwas zu ändern? Ohne heftige Kritik oder Selbstkritik ist keine Zukunft möglich

Wie wird die Welt nach der Pandemie aussehen? Alle möglichen kühnen Vorstellungen darüber gehen um die Welt- Einige rufen danach, „zur Normalität zurückzukehren“. Andere nähren die Hoffnung, dass wenn der Virus tot ist, die Wut des Kapitalismus zu Ende sei. Andere geben ihren Betrachtungen einen mehr grünen ökologischen Anstrich und natürlich dürfen auch die Prediger nicht fehlen, die die Situation als bösen Zauber außerirdischer Vorsehung verstehen, aber dabei   gut aufpassen, dass ihre „Zehnten“ sich summieren.

Aber da sind auch die „Think Tanks“, die intellektuellen Berater, die Akademiker und die „Gurus“ für jede Gelegenheit. Sie entfalten bereits ihre Künste des Opportunismus und das komplette Menu des Reformismus, um die mit Statistiken und Infografien aktualisierten Dispositive des in „gesunden Menschenverstand“ verwandelten falschen Bewusstseins zu installieren. Sie möchten uns dringend mit der Illusion eines „neuen Kapitalismus“ erfreuen, der human und progressiv ist, und dank der Pandemie von seinen Schrecken befreit wurde.

Ein verrückter Wettlauf, um die Zukunft zu „erraten“ ist entfesselt worden. Auf den Schalttafeln der herrschenden ideologischen Kontrolle schrillen die Alarmglocken, denn dort sieht man die Hinterhalte, die das Kapital gegen die Menschen errichtet hat, zusammenbrechen. Sie sind alarmiert und haben ihre Meuten losgelassen, um uns „wieder einmal“ die Zukunft zu entführen und sie schnell mit mehr von dem Gleichen zu prägen. Für die Unterdrücker ist es genauso wichtig, die Zukunft mit ihren „neuen“ – alten- Werten zu infizieren, wie einen Impfstoff gegen COVID-19 zu finden. Beides ist für sie ein großes Geschäft.

Sie versuchen, das herrschende Wirtschafssystem kosmetisch zu bearbeiten, seine Folterräume am Arbeitsplatz, seine Finessen beim Bankwucher, seine Strategien der Plünderung und Privatisierung bei Bildung, Gesundheit, Wohnungsbau, Kultur… sie versuchen das Monströse ihrer kapitalistischen Kriegsindustrie zu vertuschen, ihre Handlanger im Bereich Finanzen und Medien — und alle anderen Gemeinheiten, die sie sich Jahrhunderte lang unentwegt ausgedacht haben, um die Menschheit mit Hunger und Armut zu demütigen: die größte ideologische Chirurgie als kleines Lifting präsentiert.

Sie bereiten ein Arsenal an Palliativen und Schmerzmitteln und an Unterhaltung vor, mit denen die Rebellion betäubt werden soll, um das Entsetzen zu verwässern, das die Pandemie enthüllt hat und um uns zu überzeugen, dass man nichts verändern kann, dass „die Dinge sind, wie sie sind“ und wir uns darin ergeben sollen — dass schon der eine oder andere Krümel vom Tisch des „erneuerten“ Kapitalismus fallen werde.

Die intellektuellen Jungs, die dieser Schurkerei zu Diensten sind, arbeiten schwer. Sie haben bereits viele Seiten in den „wichtigsten“ Tageszeitungen und viele Stunden in Radio und Fernsehen des transnationalen Monopolzirkusses reserviert und natürlich in den „sozialen Netzen“.

Unter den Förderern der neuen Verschönerung der Kapitalismus befinden sich dieselben alten Ideologen, die zum horrenden Desaster beigetragen haben, unter dem die Menschheit leidet. Es sind dieselben Nachnamen, dieselben Universitäten, dieselben Finanzhaie … nichts Neues an dieser „Erneuerung“, die sie uns aufzuzwingen versuchen, um die Frage zu beantworten: Wie sieht die Zukunft der Menschheit nach der Pandemie aus? Anders ausgedrückt: Mehr von demselben, mit einigen kleinen Reformen. Ohne Gewinnverlust, versteht sich.

Im Innern der Eingeweide des Kapitalismus befindet sich die Kraft, die in zerstören wird. Man muss die Kraft nicht woanders suchen. Es ist die Kraft, die den Kapitalismus liquidiert und begräbt, um eine neue Gesellschaft zu schaffen. „Die Bourgeoisie produziert vor allem ihre eigenen Totengräber“, sagte Karl Marx. Man braucht nicht viel Wissenschaft, um das jeden Tag in voller Aktion zu sehen. Sie zerstört der Widerspruch Kapital-Arbeit, an ihrem Punkt höchster Spannung, der mit einer Revolution, die im Gange ist, gegeben ist, auch wenn sie viel Geld dafür ausgeben, das zu verschleiern.

Aus diesem Antagonismus ergibt sich die Spannung, die die historische Rolle und die Ziele des Klassenkampfes des Proletariats in größerem Umfang verdeutlichen wird. Der Kapitalismus schafft nicht nur immer wieder die Krisen, er erfindet auch Trugbilder, um zu verkünden, dass man die „Wiedererholung“ der Weltwirtschaft erreichen werde und ihre Szenarien mit langfristigen Reformstrategien erneuern wird. Er wird „neue“ Reformen und große Täuschungsmanöver durchführen, damit das Kapital weiter über den Menschen steht.

Auch ist eine internationalistische Philosophiebewegung zur Umwandlung der Realität notwendig. Man löst die Probleme, die die Akkumulation des Kapitals der Menschheit aufzwingt, nicht nur mit Steuerreformen, nicht nur mit Reformen des Staatsapparates, der vor den Oligarchien in die Knie geht. Man löst sie nicht nur mit mehr Krankenhäusern, nicht nur mit mehr Schulen und auch nicht mit noch mehr von dem Gleichen. Man muss die Inhalte jeder Institution vollständig reformieren.

Die Produktionsweisen und die Produktionsverhältnisse, die Landnutzungsrechte, die „Bergbaukonzessionen“, die Souveränität der Küstenmeere und ganz allgemein das Recht der Völker ihre natürlichen Reichtümer und die Produkte ihrer Arbeit zu genießen, müssen angesprochen werden. Man muss die gesamte bürgerliche Demokratie diskutieren. Ihre Geschichte, ihre Definitionen, ihre Gesetze und ihre Tausenden von ideologischen und rechtlichen Hinterhalten. Für die humanistische Revolution muss man ernsthaft philosophieren.

Es ist auch die Stunde gekommen, um die Philosophie zu entkolonisieren. Gegen die Mafias in den Eingeweiden vorzugehen, die sie entführt haben, um den Klassenkampf zu verbergen und das Kapital auszuzeichnen. Man muss die Bildung insgesamt und ihre Unterwerfung unter den Markt des Wissens in Frage stellen. Man muss das Gesundheitsmodell und seine Prinzipien hinterfragen, um sich von der merkantilen Logik und dem messianischen Individualismus zu emanzipieren. Man muss bis an die Schmerzgrenze die ganze „Wertestruktur und den „gesunden Menschenverstand“ in Frage stellen, die uns vom Netz der „Kommunikationsmedien“ eingeimpft werden, und die gekidnappt wurden, um uns dem „Stockholm Syndrom“ zu unterwerfen, das uns zwingt, sie zu akzeptieren, als ob die Werte der Klasse der Unterdrücker unsere eigenen Werte wären. Man muss den gesamten Justizapparat in Frage stellen, den Apparat der Bestrafungen… den Kapitalismus als Ganzes, uns alle eingeschlossen. Man muss auch die Führungskrise unserer revolutionären Linken hinterfragen und sie lösen, um mit dem Kapital Schluss zu machen. Wie wird die Welt nach der Pandemie aussehen? Genauso, nur noch mit der Gefahr, dass sie uns erneut unsere Zukunft entführen …dieselbe, die sich schnell verschlimmern wird, wenn wir uns nicht organisieren, um sie umzuwandeln. „Im Zögern liegt die Gefahr“, würde Eloy Alfaro sagen.

http://de.granma.cu/mundo/2020-05-11/horoskop-der-pandemie-der-kapitalismus-stirbt-nicht-am-coronavirus

Diskussionen

Ein Gedanke zu “Horoskop der Pandemie: Der Kapitalismus stirbt nicht am Coronavirus

  1. also ich sehe keine verschönerung des kapitalismus sondern im gegenteil die weltweite einführung des chinesischen polizei/überwachungsstaates mit freiwilligen verzicht auf jegliche freiheitsrechte/die totale unterwerfung einer läufigen hündin— aber jeder hat es in der hand, denn China lebt auch nur von den konsumtrotteln und wenn jeder auf das unnötige auto/eigenheim/yacht usw. verzichtet bricht das satanistische system zusammen wie eine kartenhaus

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    Verfasst von cource | 13. Mai 2020, 9:43

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