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Ausland, Russland

Russlands verpasste Gelegenheit, die Sanktionen aufzuheben

von Paul C. Roberts – https://einarschlereth.blogspot.com

Aus dem Englischen: Einar Schlereth

Der Kreml hatte bei den Ölverhandlungen eine Trumpfkarte in der Hand und spielte sie nicht aus. USA und Saudiarabien brauchten dringend die Zustimmung Russlands zu ihrem Plan, den Ölpreis durch Produktionsdrosselung und Verringerung des Ölangebots zu erhöhen. Russland kann 20 oder 25 Dollar Barrel Öl tolerieren, aber die hoch verschuldete und bankrotte US-Frackingindustrie kann das nicht, ebenso wenig wie der aufgeblähte Staatshaushalt Saudi-Arabiens. Alles, was der Kreml hätte sagen müssen, war:

„Wir werden Euren Kuchen retten, wenn wir euch einen höheren Ölpreis geben, aber wir wollen auch was für uns dafür haben. Und zwar das Folgende: Alle Sanktionen werden aufgehoben, nicht nur die gegen uns, sondern auch die gegen Kuba, Venezuela, China und überall sonst. Sie sind nicht nur völkerrechtswidrig sondern auch Kriegserklärungen. Wir haben dafür keine Geduld mehr.

Wenn Russland euch einen höheren Ölpreis geben soll, verlangen wir auch, dass alle Rüstungskontrollverträge, die Washington grundlos und einseitig annuliert hat, wieder aktiviiert werden, dass alle Raketen von unseren Grenzen abgezogen und dass eure provokativen Kriegsmanöver an unseren Grenzen eingestellt werden.”

Angesichts einer hochverschuldeten, bankrotten Frackingindustrie hätte Washington zugestimmt.

Es ist schade, dass der Kreml diese Chance nicht genutzt hat, um die Welt wieder auf einen friedlichen Weg zu bringen, anstatt sich erneut dafür zu entscheiden, bei Washington Plus-Punkte zu sammeln. Washington hat die guten Absichten des Kremls nie zu schätzen gewusst und wird es auch nie zu schätzen wissen.

Das „Öl-Chaos“, mit dessen Verhinderung der Kreml prahlt, war Russlands bester Verbündeter. Der Kreml warf seine Trumpfkarte weg und ließ Washington und die Saudis mit den Gewinnen davonkommen.

Dr. Paul Craig Roberts war Assistant Secretary of the Treasury for Economic Policy und Mitherausgeber des Wall Street Journal. Er war Kolumnist für Business Week, Scripps Howard News Service und Creators Syndicate. Er hatte viele Termine an der Universität. Seine Internet-Kolumnen haben eine weltweite Fangemeinde angezogen. Roberts‘ jüngste Bücher sind The Failure of Laissez Faire Capitalism and Economic Dissolution of the West (Das Scheitern des Laissez Faire-Kapitalismus und die wirtschaftliche Auflösung des Westens), How America Was Lost (Wie Amerika verloren ging) und The Neoconservative Threat to World Order (Die neokonservative Bedrohung der Weltordnung). Spenden Sie und unterstützen Sie die Arbeit von Dr. Roberts.


Quelle – källa – source

https://einarschlereth.blogspot.com/2020/04/russlands-verpasste-gelegenheit-die.html

Diskussionen

4 Gedanken zu “Russlands verpasste Gelegenheit, die Sanktionen aufzuheben

  1. Sehr geehrter Dr. Roberts,
    ich kann Ihre Enttäuschung gut verstehen. Es wäre schön die USA zwingen zu können, ihre Sanktionspolitik aufzugeben.
    Doch die von Ihnen angesprochene Öl-Situation gibt ein solches Potential nicht her. Die OPEC+-Staaten haben sich auf eine Öl-Förderbeschränkung geeinigt, welche in ihrem Ausmaß bedeutungslos ist, denn der gewaltige Nachfrage-Zusammenbruch hätte für die nächsten Monate eine mindestens dreimal so große Beschränkung gebraucht. Unmittelbarer Beweis dafür ist der schon wieder fallende Ölpreis.

    Die jetzt beschränkte Öl-Produktion ist immer noch so groß, dass sie in kurzer Zeit die restlichen weltweiten Lagerkapazitäten aufgefüllt haben wird (https://www.welt.de/wirtschaft/article207221637/Oelpreis-Verzweifelte-Kampf-der-Opec-gegen-den-Preisverfall.html), und dann sind alle Produzenten automatisch gezwungen, ihre Produktion massiv zu kürzen, bzw. an den unmittelbaren Bedarf anzupassen. Da dies dann alle Öl-Produzenten betrifft, ergibt sich hieraus kein Potential zur Maßregelung der USA.

    Dieser Sachverhalt war natürlich allen Beteiligten vor der Vereinbarung der Kürzung der Öl-Förderung bekannt. Deshalb war es seitens Russlands klug, seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit zu zeigen und hieraus keine Forderungen gegen die USA abzuleiten – sie wären von vornherein wertlos gewesen …

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    Verfasst von Ralf | 15. April 2020, 15:23
  2. Sie mögen Recht haben, daß Präsident Putin eine Gelegenheit verpaßt hat, als „Gegengeschäft“ sämtliche Sanktionen gegen Russland, Venezuela, Kuba, China aufzuheben!?
    Ich glaube viel eher, daß Präsident Putin, geduldig, besonnen und visionär ein viel größeres Geschäft nicht nur
    erreichen, sondern sogar diktieren wird!

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    Verfasst von Anton Aman | 14. April 2020, 12:39
    • Um was könnte es sich dabei handeln ?

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      Verfasst von LZ | 14. April 2020, 13:03
      • Ich bin ja kein Wahrsager, aber es sind einige Projekte, die noch in Schwebe sind, wie z.B. North-Stream II,
        Turkish-Stream, die Anschlüsse zu Bulgarien, Serbien und Italien, die Verhinderung der 3-Seen-Pipeline mit
        Polen, das Baltikum….??? = Ostsee-Mittelmeer-Schwarzes Meer, Schutzpolitik für Syrien, Venezuela und vielleicht
        Bolivien, die Situation Transnistrien, mit Ungarn zusammen noch mehr Einbindung Serbiens.
        Hypothesen, nein wichtige geopolitische Interessen OHNE KRIEG!!!

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        Verfasst von Anton Aman | 14. April 2020, 13:46

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