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Debatte, Gesellschaft

Die Verfälschung des Begriffs Faschismus soll den Kapitalismus gut dastehen lassen

von Ismael Hossein-zadeh – http://www.antikrieg.com

Dieser Artikel des emeritierten Professorsfür Wirtschaftswissenschaft Ismael Hossein-zadeh erschien vor ca.vier Jahren auf dieser Website. Der Artikel ist nach wie vor höchst aktuell und wird immer aktueller, wie sich abzeichnet.

Die oberflächliche und willkürliche Verwendung des Begriffs Faschismus hat zu einem weitverbreiteten Missverständnis und zu falscher Anwendung seiner Bedeutung geführt. Auf die Frage, wie sie Faschismus definieren, würden die meisten Menschen mit Begriffen wie Diktatur, Antisemitismus, Massenhysterie, effiziente Propagandamaschinerie, hypnotisierende Reden eines psychopathischen Führers und ähnlichem antworten.

Ein dermaßen allgegenwärtiges falsches Verständnis der Bedeutung des Begriffs Faschismus ist keineswegs zufallsbedingt. Es besteht weitgehend aufgrund einer lange anhaltenden bewussten missbräuchlichen Verwendung des Begriffs. Der Begriff Faschismus wird ganz bewusst vernebelt, um den Kapitalismus gut dastehen zu lassen. Ideologen, Theoretiker und Meinungsmacher des Kapitalismus haben systematisch die systembedingten Sünden des Faschismus von durch den Markt/Kapitalisten bedingtem Versagen auf individuelle oder persönliche Fehler verschoben.

So werden die Ursprünge, der Anstieg und das Wüten des klassischen europäischen Faschismus weitgehend Adolf Hitler und Benito Mussolini in die Schuhe geschoben, nicht den sozioökonomischen Bedingungen, die zum Aufstieg dieser instrumentell „nützlichen“ Charaktere führten. Ein offenkundiger Fehler dieser Interpretation des Faschismus ist, dass diese nicht Manifestationen des Faschismus in jüngster Zeit erklären kann: nachdem der Archetyp des europäischen Faschismus Hitler und Mussolini zugeschrieben wird, hätte deren Untergang logischerweise das Ende des Faschismus bedeuten müssen. Dennoch waren Erscheinungsformen des Faschismus ein wiederkehrendes Phänomen, das für Perioden kapitalistischer Krisen charakteristisch ist, wie durch die heutigen Äußerungen faschistischer Tendenzen in den meisten der kapitalistischen Kernländer erkennbar ist.

Diese unheilverkündenden Entwicklungen beweisen die Tatsache, dass die Keime des Faschismus dem Kapitalismus innewohnen, wie auch periodische Krisen dem Kapitalismus innewohnen. Als solches wird der Faschismus zwangsläufig immer wieder an die Oberfläche kommen, solange der Kapitalismus die bestimmende Art der sozioökonomischen Produktion bleibt.

So wie die Schuld am europäischen Originalfaschismus Hitler und Mussolini gegeben wurde, so wird die heutige Zurschaustellung faschistischer Neigungen Charakteren wie Donald Trump (in den Vereinigten Staaten von Amerika), Marine Le Pen (in Frankreich), Norbert Hofer (in Österreich), Alexander Gauland (in Deutschland) und so weiter zugeschrieben. Der wahre Schuldige war jedenfalls Versagen des Marktes und wirtschaftliche Unsicherheit, damals wie heute.

Zusätzlich zu der beabsichtigten Freisprechung des Kapitalismus von den Sünden des Faschismus, bietet dessen aus Nützlichkeitsüberlegungen betriebene falsche Darstellung den politischen Vorteil, jeden „unfreundlichen“ Politiker oder „schurkischen“ Staatschef bequem als Faschist zu dämonisieren. Jean Bricmont schrieb kürzlich auf dieser Seite: „Neue Hitlers sprießen in der Vorstellung des Westens wie Pilze in einem herbstlichen Wald“: Gaddafi, Saddam Hussein, Assad, Milosevic, Le Pen, Putin und Ahmadinejad wurden alle derartigen Charakterisierungen unterzogen. In der Tat wurde eine Reihe von „unbequemen“ nationalen Anführern wie Saddam Hussein und Gaddafi zuerst als Faschisten gebrandmarkt, ehe sie gestürzt und ermordet wurden.

Die falsche Darstellung des Faschismus zielt darauf ab, den Kapitalismus in zwei wesentlichen Bereichen von seiner Verantwortung loszusprechen. Erstens gibt sie dem ausführenden Organ des Faschismus (zum Beispiel Hitler) die Schuld am Aufstieg und an den Verbrechen des Faschismus. Zweitens schiebt das ausführende Organ die Verantwortung vom System oder von der sozioökonomischen Struktur auf Sündenböcke wie Migranten, ethnische, rassische oder religiöse Minderheiten.

Faschismus kann nicht willkürlich definiert werden. Er kann nicht reduziert werden auf die Verbrechen einzelner Führer Nazideutschlands oder auf die pathologischen Probleme von Hitlers Verstand oder auf die „unfreundlichen“ nationalistischen Anführer, die sich der imperialistischen Agenda von Krieg und Militarismus widersetzen. Während vernebelnde Beurteilungen dieser Art gelegentlich dazu führen mögen, den furchtbaren Taten, die das kapitalistische System gelegentlich vollbringen kann, erfolgreich die Uniform Adolf Hitlers umzuhängen, wären derlei reduktionistische Beurteilungen nicht sehr hilfreich für den Zweck, soziale Bedingungen abzuwehren, die zum Wiederauftreten des Faschismus führen können.

Faschismus ist eine spezifische historische Kategorie, die aus besonderen sozioökonomischen Bedingungen heraus entsteht. Er wächst aus Zuständen schwerer wirtschaftlicher Belastungen und tiefer sozialer Unzufriedenheit. Nachdem derartige Bedingungen dazu tendieren, zu Protestaktionen und radikalen Forderungen seitens der Arbeiter und anderer Basisgruppen der Linken zu führen, rufen sie auch gegenläufige soziale Kräfte der Rechten auf den Plan. Anders gesagt ist Faschismus im Wesentlichen eine konterrevolutionäre Strategie, um revolutionäre Entwicklungen zu verhindern.

Das bedeutet, dass der Faschismus im Kern eine sozialpolitische Strategie oder ein Werkzeug ist, das vom Big Business oder der herrschenden kapitalistischen Klasse eingesetzt wird, um gleichzeitig die unzufriedene Öffentlichkeit ruhig zu stellen und radikale sozialistische Entwicklungen auszugrenzen. Es bedeutet auch, dass beide, nämlich Faschismus und Sozialismus, obwohl es sich um widersprechende Elemente handelt, in relativ fortgeschrittenen kapitalistischen Strukturen latent vorhanden sind – ein Fall der Einheit von Gegensätzen.

In Perioden wirtschaftlicher Expansion und relativ niedriger Niveaus bei Arbeitslosigkeit und Armut treten sie praktisch kaum in Erscheinung. Im Gegensatz dazu beginnen in Perioden wirtschaftlicher Verwerfungen Zeichen und Symbole beider Seiten wieder aufzutauchen. Allgemein gesagt bleiben faschistische Zeichen und Symbole so lange in Ruhezustand, als sozialistische Manifestationen ruhen, nachdem die ersteren oft als Reaktion auf die letzteren aufkommen.

Die Entwicklung und Brutalität des Faschismus entspricht dem Grad der Härte der wirtschaftlichen Krise oder der Schwere des Klassenkampfs. Zum Beispiel spielten die Intensität der sozioökonomischen Krise der 1930er Jahre in Europa und die Stärke sozialistischer Bewegungen und Organisationen besonders in Deutschland eine entscheidende Rolle bei der Katapultierung der Nazikräfte an die Macht und bei der Errichtung der bösartigen Herrschaft des Faschismus in diesem Land.

Im Vergleich blieben faschistische Manifestationen im Rahmen der Wahlkampagne Donald Trumps sporadisch und relativ mild, nachdem die bürokratischen Arbeiterführer im laufenden Wahlkampf (in den Vereinigten Staaten von Amerika) beschlossen, die Kandidatin des Status Quo Hillary Clinton zu unterstützen und Bernie Sanders in seinem Wahlkampf nicht in die Nähe eines sinnvollen sozialistischen Programms kam. Hätten die mit der herrschenden Klasse kollaborierenden Führer der großen Gewerkschaften (Leon Trotzky bezeichnete sie als die „Arbeiterleutnants des Kapitalismus“) eine unabhängige Graswurzelkampagne auf die Beine gebracht und eine handfeste sozioökonomische Revolution gefordert, an Stelle von Sanders hohler „politischer Revolution,“ dann wären faschistische Tendenzen und Ausbrüche bei Trumps Kampagne in gefährliche Höhen eskaliert.

Am Rande muss darauf hingewiesen werden, dass die kapitalistische herrschende Klasse (besonders das “weitsichtige” unabhängige Big Business-Establishment) faschistische Methoden der Kontrolle nur als letztes Mittel einsetzen würde. So lange keine ernsthafte Bedrohung des Status Quo durch die Basis vorliegt, besänftigt sie wirtschaftlichen Stress und soziale Spannungen lieber mittels minimaler Reformen und üblichen „demokratischen“ Maßnahmen. Nur wenn solche Maßnahmen nicht in der Lage sind, die unruhigen und rebellischen Massen der Arbeiter und anderer Menschen an der Basis ruhigzustellen, das heißt wenn die herrschende Klasse sich außerstande sieht, mit Hilfe der „demokratischen“ Maschinerie zu regieren, dann würde sie faschistische Mittel der Kontrolle anwenden.

Es muss auch darauf hingewiesen werden, dass eine direkte Verbindung erkennbar ist zwischen dem Ansteigen faschistischer Tendenzen in jüngster Zeit in den meisten der kapitalistischen Kernländer einerseits und dem Aufstieg oder der Herrschaft des parasitären Finanzkapitals in diesen Ländern andererseits. Da der unproduktive schmarotzende Finanzsektor den produktiven, real wirtschaftenden Sektor dieser Länder ausgemergelt hat, wurde chronische Stagnation zu einem beständigen Merkmal ihrer Märkte.

Dementsprechend wurden auch hohe Arbeitslosigkeit, Armut und Ungleichheit zu üblichen Merkmalen dieser Gesellschaften. Da diese bedrohlichen Entwicklungen die öffentliche Unzufriedenheit und die Kampfbereitschaft der Werktätigen in diesen Ländern ansteigen lassen haben, haben sie auch zu Äußerungen des Faschismus geführt. Und da Wirtschaftskrisen im Zeitalter der Vorherrschaft des parasitären Finanzkapitals dazu tendieren, häufiger aufzutreten, tendiert auch das Gespenst des Kriegs und Militarismus gemeinsam mit Drohungen der Repression und des Polizeistaats im eigenen Land bedrohlicher zu werden.

Aus dieser kurzen Diskussion ergibt sich, dass Krisensituationen sowohl Chancen als auch Gefahren bieten, sowohl revolutionär/sozialistische Möglichkeiten als auch konterrevolutionäre/faschistische Aussichten. Derartige sozialökonomische Perioden von widersprüchlichen Entwicklungen veranlassten die deutsche Revolutionärin Rosa Luxemburg zur Aussage: Sozialismus oder Barbarei. Ob sich Sozialismus oder Barbarei durchsetzen, liegt entscheidend an der Balance der politischen Macht beziehungsweise am Ergebnis des Klassenkampfs.

Viele Radikale haben die Klassenpolitik gerade zu dem Zeitpunkt fallen lassen, in dem sie am meisten benötigt wird. Rosa Luxemburgs Sichtweise, dass Sozialismus die einzige humane Alternative zur kapitalistischen Barbarei ist, ist heute so relevant wie damals, als sie sie äußerte (während der Schlächterei des Ersten Weltkriegs). Barbarei starrt uns an in vielen maskierten Formen. Dennoch scheuen sich dieser Tage viele aus der Linken, Wörter wie Klassenkampf, Organisation zu gebrauchen, oder über die entscheidende Rolle der Werktätigen bei sozialer und wirtschaftlicher Veränderung zu sprechen.

Während die Teilnahme aller Bereiche der Basis entscheidend ist für den Erfolg des Kampfes für eine Zivilisation, die der unter dem Kapitalismus herrschenden überlegen ist, wird die Rolle der Werktätigen in der führenden Koalition der Massen besonders kritisch sein. Nur die Werktätigen – im breitesten Sinn des Begriffs, der beide, die sogenannten blue-collar und white-collar-Arbeiter umfasst – können die Herrschaft des Kapitals zu einem Ende bringen, und damit die ständig lauernden Gefahren von Wirtschaftskrisen, von Faschismus, von Armut und von Polizeistaat im Inland und Krieg und Militarismus im Ausland.

Die Umformung der Weltwirtschaft gemäß den Interessen der Mehrheit der Menschen ist natürlich nicht einfach. Sicher kann sie nicht in einem Sprung oder in einem Aufstand über Nacht bewerkstelligt werden. Sie kann nur als kumulatives Ergebnis vieler Schritte auf dem Weg einer langen und schwierigen Reise ständigen sozialen und wirtschaftlichen Wandels erfolgen. Niemand kann von vorneherein sagen, wie lange solche Übergangsschritte dauern oder welche Form sie haben werden. Was die Umbildung der Weltwirtschaft im Interesse der Mehrheit der Menschen betrifft, steht jedenfalls fest, dass die Werktätigen neue politische Strategien und neue Organisationen brauchen werden, um den Kampf für Veränderung zu artikulieren.

Das erfordert eine neue Arbeiterbewegung mit unabhängiger Politik und Organisation(en). Wie immer die neue Organisation der Werktätigen heißen wird, sie wird sich nicht nur vom Modell der Gewerkschaften in den Vereinigten Staaten von Amerika unterscheiden müssen, sondern auch vom sozialdemokratischen Modell in Europa, Gewerkschaften + Partei. Das heißt, dass die neue Arbeiterbewegung und/oder Organisation die Interessen der gesamten Klasse der Werktätigen vertreten wird müssen, nicht nur organisierte Industriearbeit oder einzelne wirtschaftliche Interessen. Zusätzlich muss sie darauf abzielen, die Interessen all derjenigen zu vertreten, die die Logik des profitgetriebenen Marktmechanismus in Frage stellen. Die Arbeiterklasse kann die Weltwirtschaft beeinflussen, formen und letztendlich führen, wenn sie die Herausforderung annimmt (a) auf einer internationalen Ebene und (b) im Kontext breiterer Koalitionen und Allianzen mit anderen sozialen Schichten, die ebenfalls für Gleichberechtigung, Umweltschutz und Menschenrechte kämpfen.

erschienen am 17. Juni 2016 auf > counterpunch > Artikel

Ismael Hossein-Zadeh ist Professor emeritus für Wirtschaftswissenschaft an der Drake University in Des Moines, Iowa. Er betreibt eine eigene Website.

http://www.antikrieg.com/aktuell/2020_04_12_dieverfaelschung.htm

Diskussionen

6 Gedanken zu “Die Verfälschung des Begriffs Faschismus soll den Kapitalismus gut dastehen lassen

  1. Habe gerade das Buch ‚Faschusmus‘ der unsäglichen Frau Albright in die Finger gekriegt, eine entsetzliche Schreibe. Erklärt oder definiert wird Faschismus überhaupt nicht, aber es waren halt Hitler und Mussolini und er kulminierte im Holocaust. An sich selbst versucht sie das Los der armen Juden zu exemplifizieren, nur: ARME Juden waren ihre Familienmitglieder nicht. Und wenn man nach Antisemitismus und Mc Carthy’s antiamerikanischen Umtrieben in den USA nach dem Krieg sucht, findet man nichts, unter Mc Carthy mußte man auf einer Seite stehen, damit dürfte klar sein, welche das bei Familie Albright war.

    Besonders ‚Schön‘: Da haben die bösen Faschisten London bombardiert, 200 Bomber warfen 376 Tonnen Bomben ab in einer Nacht. Rechnen wir nach: die Avro Lancaster hatte eine Bomben- ‚Nutzlast‘ von 6,35 Tonnen und wurde gerne für 1000 Bomber Angriffe genutzt, die wegen der anfangs noch starken Deutschen Luftabwehr zunächst eingeschränkt, aber später zur Regel wurden. Macht 6500 Tonnen Bomben in einer Nacht. Mit der Feuersturm- Taktik der RAF dienten diese Bomben aber nur als Katalysator, die Städte selbst lieferten die Brandlast.

    Ein Mensch, der Logik hat könnte also schlußfolgern: Der Kapitalismus ist mehr als 20 mal so schlimm, wie der Faschiusmus. Frau Albright tut das freilich nicht.

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    Verfasst von zivilistin | 17. April 2020, 7:52
  2. Ich denke nicht, dass Strömungen wie AfD, RN, FPÖ oder auch Trumps Bewegung faschistisch sind. Natürlich gibt es überall faschistische Elemente, aber im großen und ganzen sind diese Strömungen doch eher einfach sehr konservativ. Wären sie faschistisch, würden die Mainstream-Medien eher anders reagieren. Man sieht in der Ukraine bei der Maidan-Bewegung, in Syrien bei den Islamisten oder in Russland bei Nawalny sehr gut, dass Faschisten von proimperialistischen Medien in der Regel gefeiert werden.
    Die Rechtspopulisten sind oft nicht gerade imperialistisch und militaristisch. Von Deutschland würde ich eher erwarten, dass es einen Krieg führt, wenn die Grünen in der Regierung sind, als wenn die AfD regiert. Auch die EU wird eher nicht von Rechtspopulisten vorangetrieben, eher im Gegenteil. Und die ukrainischen Faschisten werden zwar von westlichen Neonazis und Linksliberalen gleichermaßen unterstützt, deutlich weniger allerdings von Rechtspopulisten.
    Ich will jetzt die Rechtspopulisten nicht verteidigen, aber man sollte nicht einen Faschismus herbeireden, wo keiner ist, und weitaus größere Gefahren dabei aus den Augen verlieren.

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    Verfasst von GV | 13. April 2020, 22:39
    • Eine sehr kluge Einschätzung. Hinzuzufügen wäre, daß die Grüne nicht nur einen Krieg führen würden; sie haben bereits den Jugoslawienkrieg mitgeführt und alle EU-Kriegsmitläuferei im nahen Osten und Afrika unterstützt.

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      Verfasst von LZ | 13. April 2020, 23:20
  3. kapitalismus führt in regelmäßigen abständen zur entwertung von geld/werten siehe börsencrash 2008 wo viele ihre spareinlagen in fonds/aktien komplett verloren haben, wohlstand für alle wie vor 2008 verhindert die ausbeutung, weil man mit genügend spareinlagen vorzeitig in rente gehen könnte und/oder nicht gezwungen ist niedriglohnjobs anzunehmen, erst der staatlich verordnete niedriglohnsektor sowie die erhöhung der fixkosten: steuern/sozialabgaben/pflegeversicherungen/miete/strom/wasser/lebensmittel usw. ermöglicht die ausbeutung der niedriglöhner—-allgemeiner wohlstand ist tödlich für das kapitalistische ausbeutungssystem

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    Verfasst von cource | 13. April 2020, 11:19
    • Dazu hätte ich eine Frage. Und zwar frage ich mich, ob in deiner Vorstellung kapitalistischen Tauschens von Ware gegen Geld, oder Arbeit gegen Geld oder auch Ware gegen Arbeit eine Seite zwingend verlieren muss. Oder ob es auch die Situation gibt, in der beide Seiten als Gewinner aus dem Tauschakt herausgehen?

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      Verfasst von Dirk | 13. April 2020, 20:08
  4. Faschismus ist die Fusion von Wirtschaft und Politik. Definiert hat das niemand geringeres als Mussolini. Kapitalismus ohne „neoliberal“ ist die Eigenverantwortung des Privateigentums in dem Sinne, als dass wer seine Arbeit und sein Hab und Gut erfolgreich einsetzt, der bekommt die volle Belohnung und wer das Gegenteil macht, der muss die vollen Kosten tragen. Im Kapitalismus hilft niemand – und vor allem nicht der Staat – aus, wenn es schief geht. Kapitalismus ist damit das exakte Gegenteil von Faschismus, da dieser die Verschmelzung von Staat und Wirtschaft verlangt. Insofern lehne ich die Grundhypothese dieses Artikels ab.

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    Verfasst von Dirk | 13. April 2020, 10:06

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