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Ausland, Lateinamerika

Im Schatten von Corona: Droht jetzt doch ein Krieg in Venezuela?

von Thomas Röper – https://www.anti-spiegel.ru

Da die Coronakrise in den Medien alles überschattet, wird kaum darüber berichtet, dass sich die Lage rund um Venezuela dramatisch zuspitzt. Sogar eine militärische Konfrontation zwischen den USA und Venezuela scheint wieder möglich zu sein.

Die USA nutzen die Coronakrise, um Venezuela weiter abzuwürgen. Dass sich dabei das Virus dort weiter ausbreiten und dann auch wieder auf andere Länder überspringen kann, scheint den USA dabei egal zu sein. So hat der IWF, in dem die USA die Mehrheit haben, Venezuelas Bitte um Hilfe abgelehnt, weil es angeblich Unklarheiten bezüglich der Legitimität der Regierung gibt. Die USA, denen es angeblich um die notleidenden Venezolaner geht, verstärken deren Leiden durch solche Schritte unnötig weiter. Außerdem haben die USA in Wild-West-Manier ein Kopfgeld in Höhe von 15 Millionen Dollar auf den venezolanischen Präsidenten Maduro ausgesetzt.

Damit aber nicht genug. Am Dienstag hat US-Außenminister Pompeo einen neuen „Lösungsvorschlag“ für das Problem in Venezuela gemacht, das die USA durch ihre Unterstützung für den Putschisten Guaido erst selbst geschaffen haben. Pompeo schlug eine Übergangsregierung vor. Er will dazu einen „Staatsrat“ einrichten, der bis zu den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen als Übergangsregierung dienen soll. Ihm sollen Vertreter des venezolanischen Staatschefs Nicolas Maduro und Mitglieder der Opposition angehören.

Dabei sollen Maduro und Guaido die Übergangsregierung als „die einzige Exekutivmacht während der Übergangszeit“ anerkennen. Pompeo sagte dazu:

„Der Plan sieht die Bildung einer allgemein aanerkannten Übergangsregierung vor, um freie und faire Präsidentschaftswahlen abzuhalten und die Bedingungen für die Aufhebung der US-Sanktionen gegen Venezuela zu schaffen. Der Plan basiert auf Vorschlägen der Übergangsregierung Venezuelas, die von Juan Guaido geleitet wird.“

Was gut klingt, ist eine Falle. Die USA und Guaido ziehen an einem Strang, es geht ihnen nur darum, Maduro von der Macht zu entfernen. Danach dürften alle Versprechen nichts mehr wert sein. Das Schema kennen Beobachter zur Genüge. Zuletzt war es in Bolivien zu sehen, wo die Rede von Wahlfälschung war und Neuwahlen gefordert wurden. Kaum war jedoch die Übergangsregierung an der Macht, begann sie Kandidaten der ehemaligen Regierung daran zu hindern, bei der anstehenden Wahl zu kandidieren. Auch in der Ukraine lief das gleiche Spiel 2014 beim Maidan ab: Es gab eine Einigung mit der Regierung und es sollte eine Übergangsregierung eingesetzt werden. Stattdessen kam es zu dem Putsch in Kiew und die Anhänger der weggeputschten Regierung wurden bei den Neuwahlen massiv behindert.

Und die USA erhöhen den Druck auf Venezuela noch. Ich habe die offizielle Erklärung der russischen Regierung vom Donnerstag übersetzt. Dort wurde bereits erwähnt, dass die USA nun unter dem Vorwand des Kampfes gegen Drogenschmuggel eine der größten Marineoperationen in der Region der letzten Jahrzehnte anlaufen lassen. Zuletzt gab es eine Operation dieser Größenordnung als die USA 1989 in Panama einmarschiert sind.

In Deutschland berichten die „Qualitätsmedien“ darüber bestenfalls im Kleingedruckten. Wer ausführliche Informationen darüber lesen möchte, der muss schon RT-Deutsch lesen, wo es einen ausführlichen Artikel darüber gab. Und nein: Das ist weder „russische Propaganda“ oder „Fake News“, die US-Regierung tweetet diese Meldungen auch selbst. Nur in Deutschland sollen die Leser das wohl nicht unbedingt wissen.

Trump War Room – Text TRUMP to 88022

@TrumpWarRoom

The U.S. Navy is dispatching ships to protect Americans from narco-terrorists taking advantage of the coronavirus crisis.

Sec. Esper: „The illegitimate Maduro regime in Venezuela [relies] on…the sale of narcotics to maintain their oppressive hold on power.“

Eingebettetes Video
1.342 Nutzer sprechen darüber

Dass Venezuela passiv und in Ruhe zuschaut, wie die US-Flotte vor der venezolanischen Küste aufmarschiert, sollte man nicht erwarten. Maduro hat darauf reagiert, indem er die venezolanische Artillerie in Alarmbereitschaft hat verletzen lassen, um Schiffe, die ohne Erlaubnis in venezolanische Gewässer eindringen, beschießen zu können.

Eine Forderung des Westens ist es übrigens, dass Venezuela bei den anstehenden Wahlen ausländische Beobachter zulässt. Und es wird der Eindruck erweckt, dass Maduro das nicht wolle. Das ist ein falscher Eindruck, denn schon am 24. Januar hat Maduro Beobachter aus der EU eingeladen, die Wahlen zu beobachten. Die dürften das aber ablehnen, weil man im Westen eine Wahl, bei der die Möglichkeit besteht, dass Maduro sie regulär gewinnt, auf keinen Fall zulassen will und sollte sie stattfinden, wird der Westen die Wahl nicht anerkennen.

Dass Maduro die Wahl regulär und ohne „Tricksereien“ gewinnt, ist übrigens sehr wahrscheinlich. Er war keineswegs allzu populär und ist nach allem, was ich aus der Region gehört habe, auch kein charismatischer Führer oder Redner. Aber die USA und ihre Politik der Vorherrschaft in der Region, in deren Folge es immer wieder US-gesteuerte Putsche (zum Beispiel Chile) oder sogar Kriege (zum Beispiel Panama) gab, sind in der Region sehr unpopulär. Da Guiado sich offen als US-Marionette zu erkennen gegeben und sogar einen US-Einmarsch in Venezuela befürwortet hat, ist er in den Augen der meisten Venezolaner untragbar.

So hat der von den USA orchestrierte Putschversuch, den wir seit über einem Jahr in Venezuela beobachten können, das Gegenteil von dem bewirkt, was die USA erreichen wollten: Maduro wurde gestärkt und Guiado ist diskreditiert.

Im Schatten von Corona: Droht jetzt doch ein Krieg in Venezuela?

Diskussionen

4 Gedanken zu “Im Schatten von Corona: Droht jetzt doch ein Krieg in Venezuela?

  1. venezuela soll dem Trump alle rechte über die rohstoffe/erdöl geben, mal sehen, was er dann sagt, wenn er trotzdem einen krieg anzettelt geht es offensichtlich nur um eine ablenkung von dem systemversagen–Trump will sein unternehmen und den amerikanischen traum/börse retten und dazu brauch er einen krieg

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    Verfasst von cource | 13. April 2020, 20:35
  2. es geht nur noch um rohstoffe/u.a. erdöl, die USA haben erkannt: das man nur mit innovationen/apple/microsoft/elektroauto usw. zukünftig keine großen sprünge mehr machen kann, d.h. nur noch mit der ausbeutung von kostenlosen/gestohlenen/geraubten rohstoffen/erdöl und einem weltweiten niedriglohnsektor kann man an den unnötigen konsumgütern versuchen etwas zu verdienen/rendite zu erzielen bzw. den lohnsklaven dazu zu bringen diese zu kaufen–ohne kosum bricht das system zusammen, siehe neuer marshallplan für deutschland

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    Verfasst von cource | 5. April 2020, 11:22
  3. übliche US-Lügen-Propaganda eben..wieso holen die venezolaner sich nich endlich offiziell Russland +china als Schutzmacht mit dauerhaften Stützpunkten ins Land , so wie Assad in syrien ??

    der Versager in Bolivien war auch so blöd , das nicht zu tun

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    Verfasst von tom | 5. April 2020, 10:34
  4. Wieso bettelt Maduro den US-IWF an ?.., den Ausplünderer der Nationen ?,..u-. holen keinen kredit von China..
    Is der geistig umnachtet ? soviel Blödheit, das tut schon weh , beim lesen

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    Verfasst von tom | 5. April 2020, 10:27

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