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Ausland, Europa

Bürgermeister von Bergamo: „Das war eine biologische Bombe“

von https://deutsch.rt.com

Am 21. Februar wurde der erste Patient in Italien positiv auf das Corona-Virus getestet. Zwei Tage zuvor fand ein Champions-League-Spiel in Mailand statt, das für eine Massenansteckung und Ausbreitung nicht nur in der Lombardei, sondern sogar bis nach Spanien gesorgt haben könnte.

Einige Experten sind sich sicher, dass sich das Corona-Virus mindestes vier Wochen lang ungehindert in Norditalien verbreitet hat, ohne dass man es als solches erkannt hatte. Darunter zählt auch Dr. Stefano Paglia, Leiter der Notaufnahme in Codogno, wo eher zufällig der „Patient Null“ positiv auf das Virus getestet wurde. Laut dem Arzt gab es bereits im Januar in der Region eine ungewöhnlich hohe Zahl an Lungenentzündungen:

In der Gegend war das Corona-Virus seit mindestens Januar im Umlauf, ohne dass es nachgewiesen werden konnte.

Massimo Galli, Leider der Forschungsgruppe für Infektionskrankheiten des Sacco-Krankenhauses in Mailand, ist sogar der Meinung, dass das Corona-Virus von Deutschland aus nach Italien eingeschleppt wurde, nachdem sich in München eine Person bei jemandem infiziert hatte, der aus Schanghai kam. Als Infektionszeitraum wird „aller Wahrscheinlichkeit nach“ der Zeitraum vom 19. bis zum 22. Januar genannt.

Was aber als gesichert feststeht, ist, dass im Stadion San Siro in Mailand am 19. Februar das Achtelfinalhinspiel zwischen dem italienischen Fußballclub Atalanta Bergamo und dem FC Valencia aus Spanien stattfand. Für die 40.000 Fans aus Bergamo war es das Spiel des Jahres, als die Spanier mit 4:1 nach Hause geschickt wurden. Noch Stunden später wurde der Sieg auf Mailands Straßen und im 60 Kilometer entfernten Bergamo gefeiert. Die 2.500 angereisten Fans aus Valencia traten hingegen bitter enttäuscht über diese unerwartet hohe Niederlage die Heimreise an.

Nur wenige Tage nach diesem denkwürdigen Spiel entwickelte sich die Lombardei zum europäischen Hotspot der Corona-Pandemie mit Zehntausenden Infizierten. Aus Bergamo gingen Bilder um die Welt, als Armeefahrzeuge Särge von Dutzenden verstorbenen Menschen abtransportierten, weil die örtlichen Bestattungsunternehmen vollkommen überlastet waren.

Für Giorgio Gori, den Bürgermeister Bergamos, steht fest, dass dieses Spiel dazu beigetragen hat, dass sich das Virus so explosionsartig ausgebreitet hat. Betrübt sagte er am Mittwoch:

Das Spiel war eine biologische Bombe. Zu dieser Zeit wussten wir nicht, was los war.

Obwohl es keine wissenschaftlichen Belege gibt, dass dieses Spiel tatsächlich für die Verbreitung des Corona-Virus verantwortlich ist, gibt es dennoch Anhaltspunkte, die darauf hindeuten. So erkrankte nicht nur der Sportjournalist Enrique Mateu daran, nachdem er sich an jenem Abend im San-Siro-Stadion in Mailand aufhielt, sondern auch der „Patient Null“ in Kroatien. Beide Männer sind glücklicherweise wieder genesen und konnten das Krankenhaus in Mailand respektive Zagreb verlassen.

Mehr zum Thema – Russischer Virologe: Corona-Pandemie frühestens im Sommer vorüber

https://deutsch.rt.com/europa/99960-buergermeister-von-bergamo-war-biologische/

Diskussionen

Ein Gedanke zu “Bürgermeister von Bergamo: „Das war eine biologische Bombe“

  1. die selektive darstellung einer potentiellen todesursache/coronavirus ist irreführend, nur im vergleich mit anderen todesursachen/u.a. grippeviren kann man ungefähr einschätzen woran die opfer gestorben sind, zumal in Italien der anteil der lungentoten schon seit jahren unverhältnismäßig hoch ist, da ist wohl einiges im argen bzw aufklärungsbedürftig–die Italiener leben/sind demnach nicht besonders gesund

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    Verfasst von cource | 29. März 2020, 13:05

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