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Ausland, Medien

Coronavirus: „Propaganda“ und „Wuhan-Virus“ – Der Medienkrieg des Westens treibt neue Blüten

von Thomas Röper – https://www.anti-spiegel.ru

Der Medienkrieg über das Coronavirus findet immer mehr Schlachtfelder. Russische und chinesische Hilfe führen Behauptungen über die „europäische Solidarität“ ad absurdum und die USA versuchen ebenfalls neue Tricks.

Während Italiens Bitten um Hilfe in der Coronakrise von den „Freunden“ in der EU nicht erhört wurden, haben Russland und China schnell und unbürokratisch geholfen. Das treibt die „Qualitätsmedien“ in die Enge, wie man momentan täglich sehen kann. Sie versuchen, das Kunststück fertig zu bringen, Hilfe als etwas Böses darzustellen.

Es ging ja sogar so weit, dass die Tschechei eine für Italien bestimmte Hilfslieferung kurzerhand konfisziert hat. Und wenn Deutschland sich nun rühmt, es hätte Schutzmasken nach Italien geliefert, dann wird verschwiegen, dass es sich um Masken handelt, die eine italienische Firma bestellt hatte und die am 2. März in Rotterdam angekommen waren. Sie sollten dann über Deutschland und die Schweiz nach Italien geliefert werden. Die Lieferung wurde aber in Deutschland gestoppt, als Deutschland Anfang März eine Genehmigungspflicht für die Ausfuhr von Schutzkleidung und anderen medizinischen Produkten beschlossen hatte.

Die europäischen Politiker und Journalisten sind angesichts der Tatsache, dass ausgerechnet China und Russland unbürokratisch helfen, offensichtlich völlig verzweifelt. Und so eröffnen die gleichen „Qualitätsmedien“, die Russland und China Propaganda vorwerfen, weil sie unbürokratisch und im großen Stil helfen, eine massive Propagandaschlacht.

Der Spiegel hat unter der Überschrift „Coronakrise und Propaganda – Europa verliert den Kampf der Bilder“ zwar das unsolidarische Verhalten der Europäer zumindest zum Teil erwähnt, aber er muss ja der Linie treu bleiben. Nicht die egoistischen Europäer haben etwas falsch gemacht, die Europäer helfen ja nun ganz fleißig:

„Inzwischen kommt auch von den europäischen Partnern Unterstützung. Deutschland lieferte jüngst unter anderem 300 Beatmungsgeräte. Sachsen hat acht italienische Corona-Patienten aufgenommen.“

Dass die EU-Staaten diese vergleichsweise minimale Hilfe wohl nur leisten, weil sie propagandistische „Argumente“ gegen die Hilfe von Russland und China suchen, erwähnt der Spiegel nicht. Es scheint aber genau so zu sein, denn die EU reagierte erst, als Italien sich bei den Helfern aus China und Russland bedankte. Daher muss der Spiegel seinen Lesern nun irgendwie erklären, dass russische oder chinesische Hilfe etwas schlechtes ist:

„In auffälligem Gegensatz dazu steht die von Pathos und Propaganda ummantelte Unterstützung aus China, Russland und anderen Ländern.“

Und weiter:

„Das ermöglicht es den beiden Ländern, nach außen hin als solidarische Wohltäter aufzutreten. (…) Die Aufbesserung des eigenen Images soll demnach dazu dienen, die Sanktionen aus der Welt zu schaffen, die die EU 2014 wegen der Ukrainekrise verhängte. Putins Sprecher Dmitrij Peskow stritt ab, dass die Unterstützung an irgendwelche Bedingungen geknüpft sei.“

Wenn Russland bestreitet, dass die Hilfe an Bedingungen geknüpft ist, hört sich das für den Spiegel-Leser natürlich wie russische Propaganda an. Daher meldet der Spiegel lieber auch erst gar nicht, dass der italienische Außenminister selbst klar gesagt, hat es habe keinerlei Bedingungen gegeben. Aber die „Qualitätsmedien“ können ihren Lesern ja schlecht erzählen, dass China und Russland menschlich sind und selbstlos helfen, wenn ein Land in Not ist. Diese Information könnte die jahrelange Arbeit der anti-russischen Agitation in den „Qualitätsmedien“ in wenigen Tagen zunichte machen.

Niemand stellt in den „Qualitätsmedien“ in diesem Zusammenhang übrigens die Frage, womit Deutschland eigentlich genau helfen soll. Das deutsche Gesundheitssystem ist so kaputt gespart, dass es keine Reserven hat. Es geht nicht um Geld, es geht um Schutzmasken. Auf dem Weltmarkt sind keine zu bekommen und Deutschland hat so wenige, dass der Spiegel in einem anderen Artikel sogar selbst unter der Überschrift „Coronakrise in Deutschland – Wo bleiben die Masken?“ darüber berichtet.

Aber das sind zwei ganz verschiedene Artikel. Das tun die Medien gerne, sie trennen Themen auf, anstatt über das Gesamtbild zu berichten. In einem Artikel reden sie über die Hilfe, die sich europäische Ländern angeblich nun leisten, in einem anderen reden sie davon, dass Deutschland keine Masken hat und nicht einmal die eigenen Bundesländer beliefern kann. Der Leser soll die Zusammenhänge möglichst nicht erkennen, ansonsten würden ihm die Widersprüche ja ins Augen springen.

Auch das ZDF hat in der heute-Sendung vom 26. März davon gesprochen, dass Russland und China unter „großem propagandistischem Aufwand“ Hilfe liefern. Dass die EU dazu erst den Grund geliefert hat, indem sie Italiens Bitte um Hilfe ignoriert hat, wird nicht erwähnt. Stattdessen wird von der Leyen mit dem nebulösen Satz zitiert, dass viele in Europa „zunächst nur an sich selbst gedacht“ hätten.

Wohlgemerkt: „Zunächst„.

Dabei ist das noch immer so, die Hilfe, die nun symbolisch geleistet wird, indem man ein paar Patienten in anderen Ländern aufnimmt, ist nur Symbolik. Darüber, dass zum Beispiel Tschechien und Deutschland sogar für Italien bestimmte Lieferungen zumindest vorübergehend festgehalten haben, schweigt das ZDF. Und es stellt auch nicht die Frage, warum es in der EU keine Reserve an Schutzkleidung gibt. Die Gesundheitssysteme sind kaputt gespart worden und haben keine Reserven für eine Krise. Aber diese wichtige (eigentlich sogar systemrelevante) Frage, warum das so ist, die soll sich der Zuschauer wohl besser nicht stellen. Schließlich waren Krankenhausschließungen und andere Maßnahmen ja „alternativlos“. Kostensparen war jahre- oder jahrzehntelang wichtiger, als die medizinische Versorgung der Menschen. Das rächt sich nun.

Aber das ist nicht das einzige Schlachtfeld in dem Medienkrieg. Wenn es nach den USA ginge, würden wir nicht vom „Coronavirus“ sprechen, sondern vom „chinesischen“ oder vom „Wuhan-Virus“. Das russische Fernsehen hat schon am Sonntag berichtet (und in dem Beitrag auch gezeigt), dass Trump in seinen Unterlagen handschriftlich den Namen des Virus von „Coronavirus“ in „chinesischen Virus“ umgeschrieben hat. Und so nennt er es auch konsequent.

Das soll einerseits von seinen (anfänglichen) Fehlern ablenken, immerhin hat er das Virus lange als Fake bezeichnet. Und das ist im Wahlkampf natürlich tödlich. Also ist es besser für Trump, wenn das Virus deutlich mit dem bösen China assoziiert wird. Das sind kleine Tricks, aber sie haben – wenn die Bezeichnung sich durchsetzen sollte – eine große Wirkung auf das Unterbewusstsein der Menschen.

So muss man andererseits auch die Bemühungen der USA verstehen, international nun die Bezeichnung „Wuhan-Virus“ durchzusetzen. Im UNO-Sicherheitsrat haben die USA darauf bestanden, dass eine Resolution zum Virus unbedingt einen Hinweis auf die „chinesischen Wurzeln“ des Virus enthalten solle. Auch bei den G7 sollte die Bezeichnung „Wuhan-Virus“ als offizielle Bezeichnung eingeführt werden, was die Außenminister aber in einer Telefonkonferenz abgelehnt haben. Das hat US-Außenminister Pompeo aber nicht davon abgehalten, in einem Interview darauf zu bestehen, das Virus trotzdem so zu nennen.

Man darf gespannt sein, ob und wann unsere deutschen „Qualitätsmedien“ das US-Wording übernehmen und auch in Deutschland die Bezeichnung „Wuhan-Virus“ einführen. Normalerweise sind sie ja schnell dabei, wenn es darum geht, Washington nach dem Mund zu reden.

Coronavirus: „Propaganda“ und „Wuhan-Virus“ – Der Medienkrieg des Westens treibt neue Blüten

Diskussionen

2 Gedanken zu “Coronavirus: „Propaganda“ und „Wuhan-Virus“ – Der Medienkrieg des Westens treibt neue Blüten

  1. die ursache für den ausbruch des coronavirus nur/gerade in Wuhan ist noch nicht belegt, es hätte eben so gut auch gleich in Beijing/Peking ausbrechen können oder haben dort etwa die Chinesen eine andere küche/essen

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    Verfasst von cource | 27. März 2020, 10:47

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  1. Pingback: Coronavirus: „Propaganda“ und „Wuhan-Virus“ – Der Medienkrieg des Westens treibt neue Blüten | HARTZ IV Betroffene e.V. - 27. März 2020

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