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Ausland, Europa

Wie man in Russland auf europäische Maßnahmen gegen das Coronavirus blickt

von Thomas Röper – https://www.anti-spiegel.ru

Das russische Fernsehen hat mit sichtbarem Kopfschütteln über die Maßnahmen berichtet, die in Europa gegen das Coronavirus beschlossen werden. Ohne weitere Vorworte habe ich den „Blick von außen“ auf die Situation in der EU übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Mehr als 3.400 Menschen sind in Europa gestorben, mehr als in Asien und Amerika. Die finanziellen Verluste durch das COVID-19 Coronavirus sind ein anderes Thema. Spanien und Italien fordern von Brüssel fast eine Miiliarde an Unterstützung, Frankreich sagt die Filmfestspiele von Cannes ab und die deutsche Bundesliga hat den Fans ehrlich mitgeteilt: In einer solchen Situation darf vor 2021 niemand mehr ins Stadion.

Symbolisch war vor diesem Hintergrund die Entscheidung des Vatikans, allen ihre Sünden zu vergeben, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Und die Sünden werden nicht nur ihnen vergeben, sondern auch allen, die den Kranken helfen.

Fürst Albert II. von Monaco, 62 Jahre alt, ist das erste Staatsoberhaupt, das sich mit Coronavirus angesteckt hat. Seine Hoheit wird unter Aufsicht seiner Privatärzten unter Quarantäne gestellt und es geht ihm gut. Aber jetzt müssen sich alle testen lassen, die in den letzten neun Tagen in seiner Gesellschaft waren, einschließlich des britischen Thronfolgers Prinz Charles.

111.000 Menschen: Die Gesamtzahl der Cornafälle in Europa übersteigt die Zahl der Fälle in China schon um 30.000.

„Wir stehen erst am Anfang der Krise. Wir haben außergewöhnliche Maßnahmen ergriffen, um diese erste Welle zu mildern, aber wir sind gerade erst mit dem Virus ins Rennen gegangen“, sagte der französische Präsident Emmanuel Macron.

Italien, Bergamo, die Hauptbrutstätte der Pandemie. Die Intensivstation des örtlichen Krankenhauses ist mit Patienten mit Lungenentzündung überfüllt. Im Flur warten Menschen auf Beatmungsgeräte. Wer braucht es am Dringendsten? Es geht um Leben und Tod und Ärzte irren sich manchmal. In ganz Norditalien ein ähnliches Bild. Es gibt einen Mangel an Medizintechnik und Schutzmasken, jetzt nähen Nonnen die Masken. Mobile Krankenhäuser werden eingesetzt und Schiffe werden in Krankenhäuser umgewandelt. Italiens Gesundheitssystem geht in die Knie, aber Virologen aus China, die gekommen sind, um zu helfen, sind überrascht von den Maßnahmen, oder besser von der Untätigkeit einiger lokaler Behörden.

„Ich glaube, dass es in Mailand, einer Stadt, die so vom Coronavirus betroffen ist, keine strengen Quarantänemaßnahmen gibt. Der öffentliche Nahverkehr arbeitet immer noch, die Menschen bewegen sich durch die Stadt. In den Hotels finden Mittagessen und Partys statt“, sagte Sun Shuopeng, ein Sprecher des Chinesischen Roten Kreuzes.

In Deutschland nennen sie es „Corona-Party“. Diskotheken, Bars und Restaurants sind geschlossen, aber junge Leute laufen einfach herum und verspotten die Kanzlerin. Vorgestern forderte Angela Merkel die Deutschen auf, die Quarantäne einzuhalten und sozialen Abstand zu ´wahren.

Und es sind nicht nur die Kids, die nicht hören. Fast 16.000 Menschen haben sich in Deutschland infiziert. Es ist einfache Arithmetik: In einer Woche werden es doppelt so viele sein, fast so viele, wie jetzt in Italien. Jeder weiß das, aber die Sonne kam heraus und die Parks füllten sich mit Menschen. Büros, Geschäfte und Schulen sind geschlossen, aber die Deutschen wollten sich in die Sonne legen. Dem bayerischen Ministerpräsidenten ist endlich die Geduld ausgegangen: Heute, ab Mitternacht gilt eine Ausgangssperre. Bei Verstößen droht ein Bußgeld von 25.000 Euro.

Solche Regeln wurden auch woanders eingeführt. In Frankreich verlangt die Polizei von den Menschen ein besonderes Schriftstück, in dem der Grund und die Zeitdauer angegeben sein müssen, wenn man sich in der Stadt bewegt. Ab nächster Woche könnte es solche Patrouillen auch in der deutschen Hauptstadt geben, wenn die Berliner an diesem Wochenende ungezogen sind. Für die Unterstützung der Wirtschaft, die unter den ungehorsamen Bürgern leidet, sind ganz andere Summen nötig.

Italien beispielsweise bekommt eingefrorene Gelder zurück, die auf EU-Konten eingefroren waren.

„Wir haben beschlossen, dass dieses Geld in Italien verbleibt. Italien kann das Geld nach Belieben verwenden“, sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen. „Das sind elf Milliarden und ich denke, das wird Italien in Zeiten der Wirtschaftskrise helfen.“

Natürlich wird weder dieses Geld, noch die vorhandenen italienischen Reserven ausreichen, um das Problem zu lösen. Zum Vergleich: Deutschland will eine halbe Billion in seine eigene Wirtschaft spülen.

Italien wird die Möglichkeit erhalten, mehr Kredite aufzunehmen, als der Stabilitätspakt vorsieht, der während der denkwürdigen Schuldenkrise von 2011 wichtig wurde. Und es scheint, dass Brüssel am Ende eine solche Flexibilität nicht nur bei Italien zeigen muss. Griechenland, Spanien und Portugal sind die ersten drei Länder, die zu Recht das Gleiche fordern. Auf der Grundlage des Grundsatzes der gleichen und kollektiven Verantwortung ist es schwierig, ihnen das zu verweigern, obwohl das für die Eurozone wie das Löschen eines Feuers mit Benzin wirken wird.

Ende der Übersetzung

Wie man in Russland auf europäischen Maßnahmen gegen das Coronavirus blickt

Diskussionen

Ein Gedanke zu “Wie man in Russland auf europäische Maßnahmen gegen das Coronavirus blickt

  1. auf einmal ist geld überhaupt nicht mehr die frage, sondern wie kann man verhindern, dass die systemfrage gestellt wird, denn wenn man vorher unnötigerweise „den gürtel enger schnallt“ siehe zitat von Frau Merkel und damit das volk unnötig gestresst/in die armut getrieben hat und jetzt die schwächsten daran glauben müssen, stellt sich automatisch die frage nach der existenzberechtigung solcher kaltherzigen/missgünstigen führer

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    Verfasst von cource | 21. März 2020, 12:04

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