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Ausland, Nordamerika

Wirtschaftliche Auswirkungen des Coronavirus könnten revolutionär sein

von Paul Craig Roberts – http://www.antikrieg.com

Das Coronavirus und der Globalismus werden uns wichtige Lehren erteilen. Die Frage ist, ob wir wichtige Lektionen lernen können, die nicht den herrschenden Interessengruppen und Ideologien dienen.

Das Coronavirus wird uns lehren, dass ein Land ohne kostenlose nationale Gesundheitsversorgung schwer benachteiligt ist. Millionen von Amerikanern leben von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck. Sie können sich keine Gesundheitsprämien, Abzüge und Selbstbeteiligungen leisten. Millionen von Menschen sind nicht versichert. Das bedeutet, dass Millionen von Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert sind, keine medizinische Hilfe erhalten können. Die daraus resultierende Krankheitsquote ist in jeder Gesellschaft untragbar.

Die Stilllegungen im Zusammenhang mit den Bemühungen, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, werden Millionen von Amerikanern, die von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck leben, ein Einkommen unmöglich machen. Wie kommen sie für Nahrung, Unterkunft und Transport auf? Man muss nicht lange in dieser Richtung denken, um ein sehr beängstigendes Szenario zu erkennen.

Der Globalismus hat die Leiter der Aufstiegsmobilität niedergerissen, indem er Arbeitsplätze der amerikanischen Mittelklasse nach Asien exportiert hat. Eine Bevölkerung, die einst in der Lage war, zu sparen, lebt heute von Schulden, deren Bedienung durch Rezession/Depression und durch den Schuldendienst, der das gesamte verfügbare Nettoeinkommen absorbiert, beeinträchtigt wird.

Der Globalismus hat auch die Überlebensfähigkeit unserer Gesellschaft verringert, indem er sie von extern produzierten Gütern abhängig macht, deren Versorgung abgeschnitten werden kann durch Störungen in anderen Gesellschaften, durch politische Meinungsverschiedenheiten, die zu Sanktionen führen, und durch die Unfähigkeit, genug zu exportieren, um die Importe zu bezahlen, welche die ausgelagerte Produktion von US-Firmen darstellen.

Die Vereinigten Staaten von Amerika haben eine ungeschützte Bevölkerung und eine Wirtschaft in Schwierigkeiten. Seit Jahren leiten die Führungskräfte ihre Unternehmen zugunsten ihrer Boni, die weitgehend von der Steigerung des Aktienkurses ihres Unternehmens abhängig sind. Folglich wurden Gewinne und Kredite in den Rückkauf von Aktien der Unternehmen investiert und nicht in neue Investitionen in die Unternehmen. Die Verschuldung der Unternehmen ist extrem und wird bei einem wirtschaftlichen Abschwung viele Unternehmen und viele Arbeitsplätze bedrohen. Boeing ist ein typisches Beispiel dafür.

Der Ökonom Michael Hudson hat über viele Jahrzehnte die Nutzung von Schuldenerlass zur Wiederbelebung von durch Schuldenlasten zugrunde gegangenen Volkswirtschaften untersucht. Der Schuldenerlass für Unternehmen hat eine andere Bedeutung als der Schuldenerlass für Einzelpersonen. Für die Unternehmen bedeutet der Schuldenerlass für diejenigen, die die Wirtschaft und die Bevölkerung finanziert und verschuldet haben, eine Befreiung von der Last. Um sie nicht für die von ihnen verursachte Katastrophe zu belohnen und um einen weit verbreiteten öffentlichen Aufschrei und Misstrauen zu vermeiden, wird für insolvente Unternehmen und Banken eine Verstaatlichung in Betracht gezogen.

Die Verstaatlichung würde sich auf insolvente Unternehmen und Finanzinstitutionen beschränken und bedeutet nicht, dass es keine privaten Unternehmen oder Betriebe gäbe. Eine zusätzliche Verstaatlichung könnte dazu genutzt werden, strategische Unternehmen daran zu hindern, ihre Interessen an die Stelle nationaler Interessen zu setzen, was sie tun, wenn sie amerikanische Arbeitsplätze und Fabriken ins Ausland verlagern. Pharmazeutika könnten in Verbindung mit der Gesundheitsversorgung verstaatlicht werden. Energie, die oft die Umwelt ihren Profiten opfert, könnte für eine Verstaatlichung in Betracht gezogen werden. Eine erfolgreiche Gesellschaft muss mehr Antriebskräfte haben als privaten Profit.

Für die meisten Amerikaner ist Verstaatlichung ein schmutziges Wort, aber sie hat viele Vorteile. Zum Beispiel reduziert ein nationales Gesundheitssystem die Kosten enorm, weil es den Profit aus dem System herausnimmt. Außerdem könnten verstaatlichte Pharmaunternehmen dazu gebracht werden, sich mehr auf Forschung und Heilung zu konzentrieren als auf Profitmöglichkeiten. Jeder weiß, wie Big Pharma die medizinischen Fakultäten und die medizinische Praxis im Einklang mit dem Ansatz von Big Pharma beeinflusst. Eine offenere Herangehensweise an die Medizin wäre von Vorteil.

Sozialistisch ist ein weiteres amerikanisches Schimpfwort, das gegen Bernie Sanders verwendet wird. Ich bin nicht über Nacht zum Sozialisten geworden. Ich denke einfach nur laut. Wie kann sich die Wirtschaft erholen, wenn die Bevölkerung und die Unternehmen von Schulden erstickt werden? Schuldenerlass ist der einzige Ausweg aus dieser würgenden Verschuldung. Können Schulden ohne Verstaatlichung erlassen werden? Nicht ohne ein riesiges Geschenk an die Finanzleute und die Wall Street. Es sind die Mitglieder des „einen Prozents“, die 95% des Zuwachses an Einkommen und Vermögen in den usa seit 2008 erhalten haben. Wollen wir sie dafür belohnen, dass sie die Wirtschaft mit Schulden ersticken, indem wir sie ohne Verstaatlichung aus der Klemme holen?

Die Kombination aus einer verschuldeten Wirtschaft und einer ungeschützten Bevölkerung ist eindeutig revolutionär. Haben wir eine Führung, die in der Lage ist, aus der Politik der Interessengruppen und den herrschenden Ideologien auszubrechen, um unsere Gesellschaft zu retten und auf eine nachhaltigere Basis zu stellen?

Oder werden die wirtschaftlichen Schwierigkeiten dem Virus angelastet, dem Katalysator, der die Zeitbombe der Verschuldung ausgelöst hat?

erschienen am 14. März 2020 auf Paul Craig Roberts´Website – Artikel

http://www.antikrieg.com/aktuell/2020_03_15_wirtschaftliche.htm

Diskussionen

3 Gedanken zu “Wirtschaftliche Auswirkungen des Coronavirus könnten revolutionär sein

  1. Insbesondere Protestierenden, siehe Aufstehen und Friedensbewegung sind jetzt die Hände gebunden, Keine Versammlungen, keine Demos usw.. Jeder sollte nun überlegen welche Ausdrucksform für seine Ideen und Meinung er jetzt wählt. Abwarten bringt überhaupt gar nichts. https://kinesiologiewordpress.wordpress.com/2020/03/14/coronavirus-wieder-mal-schockstrategie-aber-wofuer/

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    Verfasst von Kinesiologie Köhn Potsdam | 16. März 2020, 11:52
  2. das problem liegt in der natur des menschen, ein einmal priveligierter unternehmer wird sich niemals unter die fuchtel eines anderen freiwillig begeben, deshalb ist nur eine autonome gesellschaft unter dem prinzip: „keine macht für niemand“ in dieser hinsicht zielführend alles andere läut mehr oder weniger auf eine „freiwillige selbstversklavung/selbstausbeutung“ hinaus egal unter welchem system/diktatur sihe China

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    Verfasst von cource | 15. März 2020, 13:12
    • China ? Das ist doch Grund zur Hoffnung! Kapitalismus ist Krieg. Die Asiaten sind generell nicht so kriegerisch. Die NATUR des Menschen ? Pappalapp. Vielleicht wurde mancher Unternehmer für Dinge privilegiert, für die er hätte bestraft werden müssen ? Das von Ihnen angesprochene Problem dürfte leicht zu lösen sein UND die USA könnten dennoch vom Platz 1 bei der Gefangenenrate runterkommen. Knast ist übrigens ein weiteres Betätigungsfeld privilegierter Unternehmer.

      Die Frage, ob wir eine solche Führung haben, wie sie P C Roberts stellt, ist leider zu verneinen, für die USA, für die Westeuropäische Halbinsel und für Deutschland. Und wie die Wende ohne Führung verlaufen wird, dafür gibt der Zusammenbruch der SU nur einen leichten Vorgeschmack.

      Das Zusammenspiel von gepanschten ‚Lebens’mitteln und symptommildernden Pillen wird sehr treffend mit dem Begriff ‚Pharming‘ beschrieben, den Gaby Weber in ihren Recherchen über die Monsanto- Bayer Liaison bringt. Die Deutsche ‚Gesundheitsreform‘, ein über dreißigjähriges Perpetuum Mobile, hat sich ja jetzt auf die Generierung von ‚Fallpauschalen‘ spezialisiert. Damit, die Menschen gesund zu erhalten, wie das Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge jeden Staates sein müßte, hat das nur noch peripher zu tun. Neben Krieg bringt ‚Gesundheit‘ die höchsten Renditen. Mit einem Bruchteil ihres Kriegsbudgets könnten die USA und die BRD mit Leichtigkeit ihre Bürger gesund erhalten!

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      Verfasst von zivilistin | 15. März 2020, 19:36

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