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Ausland, Welt

Medizinische Fakten zur Coronaviruspandemie

von Eugen Hardt

Die Einschätzungen des Coronavirusausbruchs könnten nicht gegensätzlicher sein. Die Weltgesundheitsorganisation spricht von einer ernsten Gefahr und einer wahrscheinlichen Erkrankung von 40-70% der Weltbevölkerung in diesem Jahr, die chinesische Regierung nimmt die Krankheit sehr ernst und versucht mit extremen Maßnahmen ihre Ausbreitung einzudämmen, hat immerhin 700 Millionen Menschen unter Quarantäne gestellt. Dies führt zu einem extrem großen wirtschaftlichen Schaden, sodaß man simple Hysterie ausschließen kann.
Hingegen sprechen insbesondere deutsche Mediziner davon, es handele sich um eine milde grippeartige Erkrankung, der gegenüber die aktuelle Grippewelle sehr viel gefährlicher sei. Gesundheitsminister Spahn erklärt, das deutsche Gesundheitssystem sei bestens gerüstet und lehnt Maßnahmen benachbarter Länder wie Schließung der Grenzen ab.

Bisher wurde der Umstand, daß sich die Zahl der Erkrankungen außerhalb Chinas sehr in Grenzen hielt, so interpretiert, daß Chinesen anfälliger seien, jedoch der aktuelle Ausbruch im Iran und Italien belegen das Gegenteil.

Der Grund für die noch nie dagewesenen extremen Maßnahmen der chinesischen Regierung und inzwischen auch derjenigen von Iran, Italien und Österreich liegt in der Natur des Virus.

Es ist dadurch extrem ansteckend, daß schon in der Inkubationszeit infizierte andere Menschen anstecken können, also dann, wenn sie noch keinerlei Symptome haben und sich völlig gesund fühlen. Weiter ist es so, daß es viele subakute Verläufe gibt, in denen Menschen keinerlei Beschwerden haben, aber Träger des Virus sind und andere anstecken können. Schließlich überleben die Viren bis zu 8 Tagen außerhalb des Körpers, was bedeutet, daß man sich durch das Berühren von Oberflächen anstecken kann, die infizierte angefaßt haben. Wollte man also eine Ansteckung ausschließen, müßte man sich komplett von anderen Menschen fernhalten und immer Gummihandschuhe und Atemschutz tragen. Mit die gefährlichsten Orte dürften Arztpraxen sein, wohin sich alle begeben, die wegen grippeartigen Beschwerden Hilfe suchen.

Das Coronavirus löst grippeartige Beschwerden aus:

  • Fieber
  • Kälteempfindlichkeit
  • trockener Husten
  • Schnupfen
  • Nießen
  • Halsschmerzen
  • Apathie, Müdigkeit
  • Appetit- und Gewichtsverlust
  • Schmerzen (Kopf-, Rücken-, Muskelschmerzen)
  • Übelkeit bzw. Erbrechen
  • Durchfall

Nach Angaben der WHO nehmen rund 80 Prozent der Fälle einen milden Verlauf.

Knapp 14 Prozent der Betroffenen entwickeln schwere Symptome wie Atemnot, nur knapp 5 Prozent lebensbedrohliche Auswirkungen wie Atemstillstand, septischen Schock oder Multiorganversagen. Es gebe zudem relativ wenige Fälle bei Kindern.
Der Anteil der Infizierten, der an der Lungenerkrankung stirbt, liegt nach derzeitigen Daten in China bei etwa 2 % – also höher als bei einer Grippe. Bei den Grippe-Pandemien 1957 und 1968 lag die Fallsterblichkeit nach Angaben des Virologen Christian Drosten von der Berliner Charité bei etwa 0,1 %.

Betroffen sind vor allem alte Menschen und solche mit schweren Vorerkrankungen wie Herzkreislauf-Erkrankungen oder Diabetes. Bei Menschen über 80 Jahren liegt die aus den bisher vorliegenden Daten errechnete Todesrate bei knapp 15 Prozent, es sterben also in dieser Altersgruppe in China im Mittel etwa 15 von 100 Infizierten. In der Gruppe der 10 bis 39 Jahre alten Menschen sterben 0,2 Prozent der Infizierten, also etwa 2 von 1000 Betroffenen.

Ergebnisse einer Studie aus dem Jahr 2020. Eine vertrauenswürdige Quelle von 138 Personen, die mit dem NCIP in Krankenhäuser in Wuhan, China, eingewiesen wurden, ergab, dass 26 Prozent der Eingewiesenen schwere Fälle hatten und auf der Intensivstation (ICU) behandelt werden mussten. Etwa 4,3 Prozent dieser Personen, die auf die Intensivstation eingeliefert wurden, starben an dieser Art von Lungenentzündung.
Die Infektion verläuft nach aktuellem Stand des Wissens wahrscheinlich in den meisten Fällen symptomlos bzw. mit leichten Symptomen. Soweit schwere Verläufe vorliegen, kommt es innerhalb von 2 Tagen zu einem akuten Lungenversagen (ARDS).
Todesfälle traten bisher vor allem bei Patienten auf, die bereits zuvor an schweren Grunderkrankungen (Diabetes mellitus, Hypertonie (Bluthochdruck) oder kardiovaskuläre Erkrankungen/Herz-Kreislauf-Erkrankungen) litten.

Hier die Übersetzung dieser Studie:

Clinical Characteristics of 138 Hospitalized Patients With 2019 Novel Coronavirus-Infected Pneumonia in Wuhan, China.

ERGEBNISSE:

Von 138 hospitalisierten Patienten mit NCIP lag das mittlere Alter bei 56 Jahren (Interquartilsbereich 42-68; Bereich 22-92 Jahre) und 75 (54,3%) waren Männer. Eine krankenhausassoziierte Übertragung wurde als vermuteter Infektionsmechanismus für betroffene Angehörige der Gesundheitsberufe (40 [29%]) und hospitalisierte Patienten (17 [12,3%]) vermutet.
Häufige Symptome waren
Fieber (136 [98,6%]),
Müdigkeit (96 [69,6%]) und
trockener Husten (82 [59,4%]).
– Eine Lymphopenie (Lymphozytenzahl, 0,8 × 109/L [Interquartilsbereich {IQR}, 0,6-1,1]) trat bei 97 Patienten (70,3%) auf,
– eine verlängerte Prothrombinzeit (13,0 Sekunden [IQR, 12,3-13,7]) bei 80 Patienten (58%)
– und eine erhöhte Laktatdehydrogenase (261 U/L [IQR, 182-403]) bei 55 Patienten (39,9%).
Die Computertomographie der Brust zeigte bei allen Patienten beidseitig fleckige Schatten oder eine Mattscheibentrübung in der Lunge.
Die meisten Patienten erhielten eine antivirale Therapie (Oseltamivir, 124 [89,9%]), und viele erhielten eine antibakterielle Therapie (Moxifloxacin, 89 [64,4%]; Ceftriaxon, 34 [24,6%]; Azithromycin, 25 [18,1%]) und eine Glukokortikoid-Therapie (62 [44,9%]).
Sechsunddreißig Patienten (26,1%) wurden aufgrund von Komplikationen, darunter
– akutes Atemnotsyndrom (22 [61,1%]),
– Arrhythmie (16 [44,4%]) und

– Schock (11 [30,6%])
auf die Intensivstation (ICU) verlegt. Die mediane Zeit vom ersten Symptom bis zur Dyspnoe betrug 5,0 Tage, bis zur Krankenhauseinweisung 7,0 Tage und bis zum ARDS 8,0 Tage. Die auf der Intensivstation behandelten Patienten (n = 36) waren im Vergleich zu den nicht auf der Intensivstation behandelten Patienten (n = 102) älter (Medianalter, 66 Jahre vs. 51 Jahre), wiesen mit größerer Wahrscheinlichkeit zugrundeliegende Komorbiditäten auf (26 [72,2%] vs. 38 [37,3%]) und hatten mit größerer Wahrscheinlichkeit Dyspnoe (23 [63,9%] vs. 20 [19,6%]) und Anorexie (24 [66,7%] vs. 31 [30,4%]). Von den 36 Fällen auf der Intensivstation erhielten 4 (11,1%) eine High-Flow-Sauerstofftherapie, 15 (41,7%) eine nicht-invasive Beatmung und 17 (47,2%) eine invasive Beatmung (4 wurden auf eine extrakorporale Membranoxygenierung umgestellt). Am 3. Februar wurden 47 Patienten (34,1%) entlassen und 6 starben (Gesamtsterblichkeit 4,3%), die übrigen Patienten sind jedoch noch immer im Krankenhaus. Bei den lebendig entlassenen Patienten (n = 47) betrug der mittlere Krankenhausaufenthalt 10 Tage (IQR, 7,0-14,0).

SCHLUSSFOLGERUNGEN UND RELEVANZ:

In dieser einzentrischen Fallserie von 138 hospitalisierten Patienten mit bestätigtem NCIP in Wuhan, China, wurde bei 41% der Patienten eine vermutete krankenhausbedingte Übertragung von 2019-nCoV vermutet, 26% der Patienten wurden auf der Intensivstation behandelt, und die Mortalität lag bei 4,3%.“

Diese Studie erklärt die anfangs dargestellten widersprüchlichen Beurteilungen der Coronaerkrankung. Auf der einen Seite gibt es überwiegend subakute und milde Verläufe, auf der anderen Seite liegt die Sterblichkeit selbst bei maximaler klinischer Versorgung bei 4,3%. Man mag nicht darüber nachdenken wie hoch sie in Ländern sein wird, deren Gesundheitssystem mangelhaft ist. Aber auch in China oder Deutschland mit einem relativ guten Krankenhaussystem gibt es nur sehr begrenzte Resourcen zur intensivmedizinischen Behandlung von schweren Lungenentzündungen. Das bedeutet, daß vor allem alte und kranke Menschen bei einer steigenden Zahl von Erkrankungen nicht mehr adäquat behandelt werden können und versterben werden.

Die Gefährlichkeit des Coronavirus und Behandlungsmöglichkeiten

Die Studie zeigt das eigentliche Wesen des Virus auf, über das bislang nicht berichtet wurde. Bei 70% der Patienten wurde eine sogenannte Lymphopenie festgestellt. Dabei handelt es sich um eine starke Verringerung derjenigen weißen Blutkörperchen, deren Aufgabe es ist Antikörper gegen Viren herzustellen. Darum kommt es bei einer Lymphopenie zu einer großen Anfälligkeit allgemein für Viruskrankheiten.
Das Coronavirus ist so mit dem HIV-Virus zu vergleichen, das auch das Immunsystem lahmlegt.
Das hat zur Folge, daß es zu eher milden Krankheitssymptomen kommt. Hiesige Mediziner machen einen häufigen Fehler, wenn sie Symptome, die vom Krankheitserreger hervorgerufen werden mit solchen verwechseln, die durch die Abwehrtätigkeit des Körpers verursacht werden. Fieber und Entzündung sind so Symptome der Abwehrtätigkeit, hohes Fieber also Ausdruck eines intakten Immunsystems. Symptome der Aktivität von Krankheitserregern sind hingegen stets solche von Schädigung der befallenen Organe.
Es gibt wenige Krankheiten, bei denen die Körperabwehr wenig aktiv wird und die Symptome des Organuntergangs im Vordergrund stehen. Hierzu gehören Tuberkulose und Lepra.

Im Falle des Coronavirus bedeutet die zunächst relativ milde Symptomatik demnach nicht, daß es sich um einen leichten grippalen Infekt handelt, sondern daß die Viren durch die von ihnen erzeugte Abwehrschwäche ohne Widerstand tief bis zur Lunge vordringen können und bei 26% eine sogenannte atypische Lungenentzündung hervorrufen, also eine solche ohne hohes Fieber und heftige Entzündungssymptome. Statt dessen zerfällt die Lunge unter zunehmender Atemnot.

Angesichts der oben geschilderten Umstände wird sich auch bei noch so drastischen Absperrungsmaßnahmen, die in Deutschland bei Spahns Hybris gar nicht erst und wenn zu spät ergriffen werden, die Ausbreitung des Virus wahrscheinlich nicht verhindern lassen.

Es gibt aber erste Erfolge in Thailand. Dort wurden mit Erfolg Patienten eine Kombination von Antivirusmedikamenten und solchen gegen AIDS gegeben

https://www.wz.de/panorama/coronavirus-thailand-meldet-erfolgreiche-behandlung-mit-medikamenten_aid-48705227

https://www.the-scientist.com/news-opinion/flu-and-anti-hiv-drugs-show-efficacy-against-coronavirus-67052

 

Diskussionen

7 Gedanken zu “Medizinische Fakten zur Coronaviruspandemie

  1. in der naturheilpraxis ist die theorie der schwächeparasiten, die erst bei schwächung des wirts zum tragen kommen usus, wir tragen alle sehr viele viren mit uns herum und wenn wir unser immunsystem durch stress schwächen haben die schwächeparasiten ein leichtes spiel, deshalb ist es so wichtig sich keinem unnötigen stress auszusetzen und jegliches übergewicht/fettansatz und deren folgekrankheiten wie bluthochdruck/diabetis usw. zu vermeiden—nicht der virus ist der killer sondern unsere pervertierte leistungs-/stressgesellschaft

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    Verfasst von cource | 3. März 2020, 10:14
  2. der autoabsatz fällt schon seit jahrzehnten und jetzt kann man alles dem coronavirus in die schuhe schieben oder man macht die landesgrenzen dicht wegen dem coronavirus und löst damit das zuwanderungsproblem oder die panikkäufe retten den einzehandel vor dem bankrott oder die tourismusindustrie muss mit steuergeldern gerettet werden siehe entschädigung der thomas cook touristen durch deutsche steuergelder oder die pharma wird alle gegen das coronavirus impfen wollen das alleine könnte den konjunktureinbruch abmildern—-John Maynard Keynes lässt grüßen–das unvorbereitete gesundheitssystem bestraft/opfert seine bereits geschwächten/vorgeschädigten mitglieder u.a. die mit diabetis/bluthochdruck und sorgt damit für ein gesundes volk, wer sich jetzt noch vor dem karren spannen lässt dem ist wahrlich nicht mehr zu helfen

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    Verfasst von cource | 3. März 2020, 8:53
  3. man geht ja schon jetzt davon aus, dass sich 70% der bevölkerung anstecken werden und viele auch nach der „genesung“ nochmal bzw. das virus sich im körper versteckt und bei immunschwächer erneut ausbricht—-die allgegenwärtige gesellschaftsbedingte unterdrückung des immunsystems durch psychischer/physischer belastung/stress+umweltgifte ist die ursache für die natürliche verwertung der menschlichen körper durch schwächeparasiten/viren/bakterien/pilze usw, deshalb lasst euch nicht vor den karren spannen, ihr habt nur das eine leben—macht kaputt was euch kaputt macht

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    Verfasst von cource | 1. März 2020, 16:31
  4. Kurz, bündig, kein Geschwafel und gut verständlich — danke, Eugen Hardt!

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    Verfasst von NO_NWO | 26. Februar 2020, 16:36
  5. Ich wiederhole mich:

    Die Menschen sterben nicht am Virus, sondern an Lungenentzündung !

    “ Eine Lungenentzündung (Pneumonie, Bronchopneumonie) ist eine akute Entzündung des Lungengewebes durch infektiöse, allergische oder physikalisch-chemische Ursachen. In einigen Industriestaaten sind Lungenentzündungen die häufigste zum Tode führende Infektionskrankheit. “

    https://www.gesundheit.de/krankheiten/infektionskrankheiten/atemwegsinfektionen/lungenentzuendung-pneumonie

    Über die Lunge haben Lebewesen den größten Kontakt mit der Umwelt. Um Infektionen zu verhindern, bedarf es eines Intakten Immunsystems und der permanenten Spülung der Lunge und die geschieht mit Luft. Wer also immer nur flach atmet, weil er alt oder unsportlich ist, wie auch immer, bei dem sammelt sich halt der Dreck in den hintersten Winkeln der Lunge !

    Also, morgens ein Läufchen, kurz aber heftig, oder Schwimmen ! Wir haben keine Muskeln zum Einatmen, das Ausatmen ist der aktive Vorgang, also: die Lungen leerquetschen zur gründlichen Spülung !

    Und daß Antibiotika nicht (mehr) anschlagen, ist eines der ärgsten Probleme, welches die Pharmaindustrie produziert.

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    Verfasst von zivilistin | 26. Februar 2020, 14:30
    • „Wir haben keine Muskeln zum Einatmen, das Ausatmen ist der aktive Vorgang“ Warum wiederholst du offenkundigen Blödsinn ? Mach dich doch mal schlau ! Es ist genau umgekehrt.
      Natürlich ist flache Atmung ein Faktor, der zu Lungenentzündung disponiert, aber es ist das Virus, das die Lungenentzündung hervorruft, weil es das Immunsystem angreift. Es wird den über 80-jährigen mit schwachem Immunsystem nichts nutzen, wenn sie mit einem morgendlichem Lauf die Lungen durchpusten; bei Kontakt zu einem Infizierten werden sie mit oder ohne Morgenlauf erkranken.

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      Verfasst von Eugen Hardt | 26. Februar 2020, 14:41

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  1. Pingback: Medizinische Fakten zur Coronaviruspandemie — Linke Zeitung – uwerolandgross - 27. Februar 2020

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