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Ausland, Nordamerika

Wer kann JETZT noch behaupten, Amerika sei nicht zu einer Diktatur der Mega-Konzerne geworden?

von Eric Zuesse – https://www.theblogcat.de

Jon Hellevig hat am 16.Januar beim Saker den Artikel „Kapitalismus in Amerika: Wie ein miserables Zehntel Amerika komplett ausraubt“ veröffentlicht.

https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/kapitalismus-in-amerika-16-01-2020/

Es handelt sich um das umfangreichste und neueste Kompendium überhaupt, mit Daten zur ökonomischen Ungleichheit in Amerika. Und eine Tatsache sticht besonders hervor: „Das oberste 1% ist heute im Vergleich zum obersten 0,1% – dem miserablen Zehntel – ein Verlierer. Dort spielt die Musik. Das oberste 0,1% besitzt jetzt soviel Reichtum wie die unteren 90% zusammen.“ Dieses oberste 0,1% der Menschen spendet auch den Löwenanteil an jenem Geld, das politische Anzeigen und Organisationen für seine Kandidaten finanziert und gegen jene Kandidaten, die stattdessen von den Milliardären der anderen Partei finanziert werden. Kein Kandidat, der nicht von den Milliardären der einen oder anderen Partei finanziert wird (mit Ausnahme des unabhängigen Bernie Sanders, der wirklich eine Ausnahme darstellt), hat eine realistische Chance, einen Sitz im Kongress zu erobern oder zu behalten.

Diese drastische Ungleichheit des Reichtums in Amerika – „das oberste 0,1% besitzt jetzt soviel Reichtum wie die unteren 90% zusammen“ – wurde von der Deutschen Bank berechnet, in ihrer Studie vom Januar 2018: „U.S. Income and Wealth Inequality“:

https://www.db.com/newsroom_news/Inequality_Jan2018.pdf

Hier mehr aus dieser Studie:

Auf Seite 3 wird gezeigt, dass die USA mit Chile, Israel, Mexiko, Portugal und der Türkei (vor allem diese Länder wurden studiert) bei der „Ungleichheit des verfügbaren Haushaltseinkommens“ vergleichbar sind.

Auf Seite 6 : „Ein Höchststand von 30% der Haushalte in den Vereinigten Staaten besitzt kein Vermögen.“

Auf Seite 7: Der Höchststand des durchschnittlichen Nettovermögens (Basisdollar) war 2007, mit $119.000, fiel 2010 auf $67.000 und stieg 2016 auf $78.000.

Auf Seite 8: „USA: Das oberste 0,1% besitzt so viel Vermögen wie die unteren 90%.“

Auf Seite 10: Die USA haben eine höhere Einkommensungleichheit als alle anderen OECD-Staaten.

Auf Seite 11: Die Einkommensungleichheit steigt in den USA schneller als in allen anderen OECD-Staaten.

Auf Seite 15: Das Jahreseinkommen des obersten 1% betrug 2014 vor Steuern $1,3 Millionen oder mehr.

Beim obersten 0,1% betrug es $6 Millionen oder mehr.

Also: Wenn das oberste 0,1% in Amerika auch das oberste 0,1% beim Vermögen ist, dann verdienen jene Amerikaner, die mehr als $6 Millionen Jahreseinkommen beziehen, so viel wie alle 90%, die nicht in den obersten 10% sind.

*

Wenn die Milliardäre eines Landes nicht nur die Mega-Konzerne, sondern auch deren Regierung kontrollieren, dann bildet diese kleine Gruppe – die untereinander Geschäfte treiben – eine nationale Diktatur, die genauso schlecht ist wie in feudalen Zeiten, als eine winzige Aristokratie (die ebenfalls untereinander Geschäfte betrieben) die Regierung kontrollierte und eine kollektive Diktatur über die gesamte Bevölkerung eines Landes ausübte. Es braucht keinen König damit es eine Diktatur ist. Die meisten Diktaturen sind aristokratisch, nicht monarchisch. Darüber hinaus repräsentiert in nahezu allen Monarchien der König und stammt aus seiner Klasse – der Aristokratie. Eine kollektive Diktatur ist nicht besser oder schlechter als die Diktatur einer Person.

Gemäß der letzten Zählung von Forbes (2019) gibt es in den USA 607 Milliardäre, und zu diesen Leuten zählen zum Beispiel Jack Dorsey, der Twitter kontrolliert, und Eric Schmidt und John Doerr, die hauptsächlich Google kontrollieren, und auch Mark Zuckerberg, der Facebook kontrolliert. Natürlich gehören zu diesen 607 auch Bezos, Buffett, die Waltons, die Kochs und Hunderte andere: es ist diese Gruppe von Leuten (plus vielleicht Hundert der bloß Hundertfach-Millionäre), die tatsächlich das Amerika der Mega-Konzerne inklusive der Regierung kontrolliert – sie beschäftigen und kontrollieren auch Millionen von Angestellten und andere Agenten, etwa Anwaltskanzleien und Lobbyisten – und die anderen 330 Millionen Amerikaner besitzen diese Kontrolle nicht, sondern arbeiten nur für sie, verkaufen an sie und kaufen von ihnen und sehen die Welt durch deren Medien. Am wichtigsten ist, dass die anderen 330 Millionen Amerikaner ihre TV-, Radio-, Zeitungs- und Illustrierten-“Nachrichten“von den Milliardären des Landes beziehen. Und auf Grundlage dieser Nachrichten den US-Präsidenten und die Mitglieder des Kongresses wählen. Diese Nachrichten werden praktisch vollkommen von den Angestellten dieser 607 Menschen gefiltert, die nicht nur die kontrollierenden Besitzer dieser Medien sind, sondern auch die größten Werbetreibenden all dieser großen Medien. Die größten Werbetreibenden sind es, die zusammen mit den Besitzern der Medien die Medien kontrollieren. Alles die Gruppe der weniger als ein Tausend Personen, die zusammen Amerika kontrollieren.

Einige von ihnen – etwa Trump, Bloomberg und Steyer – sind in der Politik oder wollen dorthin. Denn sie wollen Amerika noch direkter kontrollieren als sie es bereits tun, damit ihre Macht noch größer wird als sie eh schon ist. Nun, Trump hat das schon mal erreicht und wir sehen es an dem, was er als Präsident getan hat. Eine angemessene Repräsentation der politischen Absichten der Klasse der Milliardäre, auch wenn er viel krasser ist als, sagen wir, Tom Steyer, der beim Wahlkampf 2016 der größte politische Spender war. Er spendete $91 Millionen, um Hillary Clinton und anderen Politikern der Demokraten zu helfen. Er war damals der größte Spender, um Bernie Sanders zu besiegen und so Clinton dabei zu helfen, die Kandidatur der Demokraten zu gewinnen. Das ist also jene Art von Demokrat, die dieser Milliardär tatsächlich ist: ein Neokonservativer und Neoliberaler. Egal was Tom Steyer und ein weiterer Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei auch sagen, um Stimmen zu gewinnen, sie sind neokonservativ und neoliberal. Sie unterstützen den amerikanischen Imperialismus und sie unterstützen Amerikas Milliardäre – sie sind die tatsächlichen Profiteure des amerikanischen Imperialismus und einer amerikanischen Wirtschaft, die immer mehr vom nationalen Reichtum unter ihre Kontrolle bringt.

Hier einige neuere Untersuchungen, die diese Diktatur dokumentieren:

„Nachdem die USA den iranischen Soleimani ermordet haben, wird die Narrativ-Kontrolle der Sozialen Medien schlimmer“

https://www.rt.com/op-ed/478241-narrative-control-social-media-soleimani-twitter/

„Wichtiger Account zur Verteidigung Assanges wird von Twitter gelöscht“

http://archive.is/gVf0p

„Der US-Polizeistaat ist jetzt nicht mehr zu leugnen: Der Fall Assange“

http://archive.is/EN808

„In Amerika gilt ein Dollar-eine Stimme, nicht eine Person-eine Stimme“

http://archive.li/Kuuux

„Trumps Steuersenkung beschert Amerikas Top-Banken einen Profit von $32 Milliarden“

http://archive.is/EAjkz

„Kapitalismus in Amerika: Wie ein erbärmliches Zehntel die Amerikaner komplett ausraubt“

https://thesaker.is/capitalism-in-america-how-a-dismal-decimal-is-robbing-americans-blind/

Wäre Amerika eine Demokratie, dann gäbe es keine „Narrativ-Kontrolle der Sozialen Medien“, denn es wäre den Sozialen Medien nicht erlaubt zu zensieren was immer sie zensieren wollen. Sie hätten dazu nicht die Macht. Das First Amendment zur US-Verfassung verbietet der Regierung, jemanden für irgendeine Art von „Rede“ zu bestrafen, sagt aber nichts dazu, um Amerikas Aristokraten daran zu hindern, das zu zensieren, was sie zensieren wollen – indem sie ihre „Sozialen Medien“ nutzen, um die Fähigkeit zu erhöhen, was die Superreichen der Öffentlichkeit nicht zugänglich machen wollen. Die Zensur durch die Milliardäre wird in Amerika akzeptiert.

Infolgedessen wird Julian Assange etwa ein Jahrzehnt lang (auf die eine oder andere Weise) inhaftiert gehalten und wird nun in einem britischen Hochsicherheitsgefängnis unter Drogen gesetzt, während er auf seine Auslieferung an die USA zur endgültigen Abschlachtung wartet, und er wurde noch nie wegen irgendetwas verurteilt, aber die Amerikaner – in dieser Hinsicht die einzigen Menschen der Welt – billigen dies und akzeptieren sowohl einen demokratischen Präsidenten Obama als auch einen republikanischen Präsidenten Trump, der diese illegale Bestrafung gegen ihn verübt, weil er Wahrheiten über ihre Diktatur enthüllt hat.

Und, das ist nur konsequent, die Vereinigten Staaten haben auch einen höheren Prozentsatz ihrer Bevölkerung im Gefängnis als jede andere Nation – und praktisch alle sind aus der unteren Klasse, nicht die Art von Kriminellen, die durch einen Befehl oder die Unterzeichnung eines Vertrages oder durch den Verkauf eines gefährlichen oder giftigen Produktes morden, sondern durch Messerstecherei oder Erschießen. Die Gauner, die am meisten Schaden anrichten, sind die reichsten, und sie verstoßen nicht nur gegen die Gesetze, sie schreiben (durch ihre Lobbyisten usw.) auch die Gesetze.

Diese Arbeit durch Agenten, die sie bezahlen, führt dazu, dass in Amerika nun wissenschaftlich erwiesen ist, dass ein Dollar-eine Stimme ist, statt eine Person-eine Stimme.

Und so kommt es, dass der Milliardär Trump eine 32-Milliarden-Dollar-Steuergeschenk an die Investoren und Spitzenmanager der größten Banken Amerikas in Kraft setzen kann, die das Geld dann zur Erhöhung der Aktionärsdividenden und zum Abbau von Arbeitskräften verwenden.

Und, wie „Capitalism in America: How a Dismal Decimal is Robbing Americans Blind“ dokumentiert, sind es nicht mehr die oberen 1%, sondern das obere Zehntel von einem Prozent, die Geld von den ärmeren 99,90% der US-Bevölkerung einstreichen. Im heutigen Amerika muss man schon ziemlich reich sein, um praktisch alle anderen ausrauben zu können. „Die oberen 0,1% sind jetzt so reich wie die unteren 90% zusammen.“ Die obersten 0,1% betrügen nun auch die restlichen der obersten 1%. Aber natürlich ist in diesem Land, in dem die obersten 0,01% seit Jahrzehnten (durch ihre Lobbyisten) die Gesetze schreiben, keiner von ihnen irgendwo unter den Millionen Amerikanern, die im Gefängnis sitzen. So reich zu sein, bedeutet, eine „Gehe nicht ins Gefängnis“-Karte zu haben, egal wie viele Menschen man durch seine gefährlichen oder schädlichen Produkte oder Dienstleistungen, wie z.B. betrügerische Hypothekenverträge oder giftige Pharmazeutika, verletzt oder sogar getötet hat.

Also, ganz ehrlich: Wer kann noch behaupten, Amerika sei nicht zu einer Diktatur der Mega-Konzerne geworden?

Who Can NOW Say America Hasn’t Become a Mega-Corporate Dictatorship?

https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/diktatur-der-mega-konzerne-08-02-2020/

Diskussionen

Ein Gedanke zu “Wer kann JETZT noch behaupten, Amerika sei nicht zu einer Diktatur der Mega-Konzerne geworden?

  1. Habe bei folgendem Satz zu lesen aufgehört: „Kein Kandidat, der nicht von den Milliardären der einen oder anderen Partei finanziert wird (mit Ausnahme des unabhängigen Bernie Sanders, der wirklich eine Ausnahme darstellt), hat eine realistische Chance, einen Sitz im Kongress zu erobern oder zu behalten.“

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    Verfasst von No_NWO | 17. Februar 2020, 22:20

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