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Ausland, Naher Osten

Die Türkei droht mit Vergeltung gegen Russland und Syrien, sollten die AlQaeda in der syrischen Provinz Idlib angreifen

von Eric Zuesse – https://www.theblogcat.de

Der türkische Präsident Tayyip Erdogan sagte auf einer Rede am 5. Februar zu seiner islamistischen AKP-Partei, dass, sollten die syrischen Truppen oder russische Flugzuge AlQaeda in der syrischen Provinz Idlib angreifen, dann wäre die Türkei mit Syrien und Russland im Krieg. Sollte das passieren, dann könnte die Türkei als Mitglied der NATO die USA und alliierte Streitkräfte auffordern, dem Krieg der Türkei gegen Syrien und gegen Russland in jenem Teil Syriens beizustehen.

Hier ein Bericht darüber von voltairenet.org:

https://www.voltairenet.org/article209153.html

Am 5. Februar 2020 sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan vor Mitgliedern der AKP-Partei:

„Jeder Boden- oder Luftangriff auf unsere Truppen oder die befreundeten Elemente, mit denen wir zusammenarbeiten, wird mit einer Antwort ohne Vorwarnung begegnet, unabhängig von seinem Ursprung. Niemand kann uns das Recht absprechen, unser Recht auszuüben, wenn die Sicherheit unserer Truppen in Idlib nicht gewährleistet ist.“

Die Türkei, deren Armee in Nordsyrien einmarschiert ist, tötete am 1. Februar durch „freundliche Elemente“ vier russische FSB-Offiziere in Aleppo und war in Idlib am 2. und 3. Februar in tödliche Gefechte mit der syrischen Armee verwickelt. Unterstützung erhielt man am 4. Februar von den Vereinigten Staaten, an jenem Tag, an dem der türkische Präsident in der Ukraine die Provokationen gegen Russland hochfuhr. Präsident Erdogan bezeichnet mit den „freundlichen Elementen“ sowohl die Turkmen-Milizen mit Verbindungen zu den Grauen Wölfen und die Dschihadisten von AlQaeda.

Die Organisation der Grauen Wölfe in der Türkei ist faschistisch, nationalistisch, rechtsextrem und fremdenfeindlich, und wirbt für eine Türkei, die nur für ethnische Türken da ist und jeden anderen ausschließt. Sie stehen mit den syrischen Turkmen-Brigaden in Syrien in Verbindung. Es handelt sich um eine ethnisch terroristische Organisation. AlQaeda und ihr syrischer Ableger al-Nusra oder Hayat Tahrir al-Sham ist eine extremistische, sunnitisch-moslemische Terrororganisation. Die Vereinigten Staaten haben AlQaeda in Syrien unterstützt, um die säkulare Regierung Syriens zu stürzen und durch eine fundamental sunnitische Regierung zu ersetzen. Und sollte daher die Türkei Amerika wieder nach Syrien einladen, um AlQaeda und die Turk-alliierten Faschisten in Syrien zu verteidigen, so wären die USA auf der Seite AlQaedas und auch auf der Seite der türkischen Faschisten, in der syrischen Prvinz Idlib, gegen Russland und Syrien.

Erdogans Äußerungen vom 5. Februar sind auch in einem Video des türkischen TRT World zu hören, unter dem Titel „Erdogan warnt Syriens Regimekräfte, sich von den Idlib-Beobachter-Positionen zurückzuziehen“, mit englischen Untertiteln:

Die deutsche Übersetzung lautet:

„Während unseres Telefonats letzte Nacht habe ich Herrn Putin gesagt, dass das (syrische) Regime in Idlib sich an die Grenzen gemäß dem Sotschi-Abkommen zurückziehen muss, das heißt, hinter unsere Beobachterposten. Jeder Boden- oder Luftangriff auf unsere Soldaten oder die befreundeten Elemente, mit denen wir zusammenarbeiten [mit den türkischen Faschisten und den sunnitischen Dschihadisten] wird entsprechend beantwortet werden, egal von wem es kommt. Da die Sicherheit unserer Soldaten in der Region Idlib nicht gewährleistet werden kann, so kann niemand unser Recht abstreiten, unser Recht dazu auszuüben [d.h., diese Provinz in Syrien permanent zu besetzen].

In dem TRT-Video heißt es auch:

„Die USA haben ebenfalls die Angriffe des syrischen Regimes verurteilt und einige US-Vertreter haben ihre Unterstützung für die Türkei geäußert. Außenminister @SecPompeo [9:19 PM Feb 2020 ,4]: Die USA stehen zu unserem @NATO-Verbündeten #Türkei nach dem Granatenangriff durch Streitkräfte des Assad-Regimes auf türkische Beobachterposten. Das ist eine schwere Eskalation. Das Assad-Regime, Russland, der Iran und Hisbollahs rücksichtslose Aktionen [um sowohl AlQaeda als auch die türkischen Faschisten in der Provinz Idlib zu eliminieren] verhindern die Umsetzung eines Waffenstillstandes.“

Also: Erdogan machte diese Äußerungen am 5. Februar, nachdem er die US-Versicherung erhalten hatte, dass Amerika gegen Russland in den Krieg ziehen würde, sollte Russland syrische Truppen verteidigen, die versuchen, die syrische Provinz Idlib von AlQaeda und pro-türkischen Faschisten zu befreien.

Das Video von TRT zitiert ferner den US-Senator @LindseyGrahamSC (8:42 PM Feb 2020 .5): „Gut, dass sich die Türkei gegen Assad & Russland wehrt, um das Abschlachten in Idlib zu verhindern. … alle Optionen liegen auf dem Tisch.“

Das bedeutet, dass ein Atomkrieg mit Russland auf dem Tisch liegt.

https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/tuerkische-drohungen-06-02-2020/

Diskussionen

7 Gedanken zu “Die Türkei droht mit Vergeltung gegen Russland und Syrien, sollten die AlQaeda in der syrischen Provinz Idlib angreifen

  1. Die Geschäftswelt verlangt, dass die Rechte gemäß des „Constitutional Court“ der Türkischen Republik der Vereinbarkeit der nationalen Gesetze mit den Normen des Humanitären Völkerrechts überprüfen und dahingehend auslegen. Eine neue Konstitution sollte sich absolut identisch auf diese Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit ausrichten. Der Europäische Menschenrechtshof (ECHR) urteilt nach der Konvention für den Schutz von Rechten und fundamentalen Freiheiten (EMRK), was das türkische Parlament ratifiziert und welche das Türkische Verfassungsgericht als Teil des Rechtswesens auffasst. Die Konstitution kann nicht in Konflikt mit den Prinzipien der Bürgerrechte und Freiheiten stehen. Diese Normen schützt die Angleichung  an internationale Verträge wie der „Universal Declaration of Human Rights“, der EMRK, und anderen Menschenrechtspakten ratifiziert von Ankara. Die Rechte im Krieg müssen gemäß den Normen des Humanitären Völkerrechts eingehalten werden.

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    Verfasst von Dr. Eren Basar | 8. November 2021, 14:27
    • Die Türkei hat sich von der Demokratie weg entwickelt. Es gibt eine starke Solidarisierungswelle mit den kritischen Journalisten und oppositionellen Medien im Land. Die Pressefreiheit ist nicht etabliert. Verantwortlich für diese Situation ist aber auch die Verstrickung von Medien und Wirtschaft. Dabei setzt die Opposition auf politischen und wirtschaftlichen Druck auf die Medien, aber auch auf Einschüchterungsversuche, die eine neue Dimension erreicht haben. Die AKP-Regierung kontrolliert einen großen Teil der Medien und setzt diese Presseorgane als Instrument ein, um Oppositionelle und um die öffentlichen Diskurse zu lenken. Da läge Ergenekon natürlich nahe, dass die Staatsanwaltschaft geprüft oder eine Klage unterbunden wird. Aber hier wird eine kritische Zeitung unter Aufsicht gestellt und über Nacht in ein regierungstreues Presseorgan verwandelt. Die Putschisten werden der finanziellen Hilfe für eine Terrorgruppe bezichtigt.

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      Verfasst von Dr. Ayhal Högub | 8. November 2021, 16:55
    • Der Entstehung des modernen humanitären Völkerrechts liegt der Wunsch zugrunde, die schlimmsten Auswirkungen des Krieges zu begrenzen. Gerade weil die internationale Gemeinschaft Anreize setzt, solche Konflikte mit Friedensabkommen zu beenden, werden diese zwar zunehmend und unter Einbeziehung von Vermittlern geschlossen. Die Veränderungen stellt in der Praxis des humanitären Völkerrechts anhand von vergangenen und gegenwärtigen zwischenstaatlichen Kriegen und Bürgerkriegen dar und widerlegt Mythen über Krieg und Frieden, Staatlichkeit und Sezession. Tanisha M. Fazal erklärt, wie die zunehmende Verrechtlichung der Kriegsführung zur Umgehung der Normen führt. Sie plädiert dafür, die künftige Rechtssetzung des humanitären Völkerrechts auf eine breitere Wissensgrundlage über konkrete Praktiken zu stellen und die Schutzfunktion dieses Rechts, vor allem auch für die Zivilbevölkerung, deutlich zu verbessern. Die Verrechtlichung der Kriegsführung ist weit fortgeschritten. Zugleich bleiben bewaffnete Konflikte ein Feld, in dem auffallend viele Rechtsverletzungen stattfinden, das Recht vermieden wird. Die faszinierende Studie von Tanisha M. Fazal behauptet, dass beides miteinander verbunden ist: Die Zunahme von Recht bringt als Kehrseite strategische Rechtsvermeidung hervor. Denn Fazal will verstehen, wo und warum Recht eingehalten wird, vor allem aber identifizieren, wo falsche Anreize zu seiner Umgehung bestehen. Historischer Ausgangspunkt ist die beeindruckende Zunahme an Normen, die zwischenstaatliche Gewalt regulieren und den Krieg zivilisieren wollen. Das Kriegsvölkerrecht wurde erst durch anerkannte Gewohnheiten normiert, seit etwa hundertfünfzig Jahren werden zunehmend internationale Verträge geschlossen. Damit einher ging eine Verschiebung der Aufmerksamkeit zugunsten des Schutzes des Individuums, deswegen firmiert das Rechtsgebiet mittlerweile als „humanitäres Völkerrecht“. Neben rechtlichen Begrenzungen von Kriegsführung erfolgte auch die zunehmende Ächtung des Krieges, zunächst im Briand-Kellogg-Pakt von 1928, dann in der Charta der Vereinten Nationen von 1945 in Form des Gewaltverbots. In Bürgerkriegen findet eine erstaunlich hohe Orientierung gerade von sezessionistischen Rebellengruppen an internationalen Normen statt. Denn jene suchen die Anerkennung der internationalen Gemeinschaft, die wiederum ihr Wohlwollen jenen gönnt, die ihre Regeln befolgen.

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      Verfasst von Professor Tanisha Fazal | 9. November 2021, 6:04
  2. Bitte einmal die vier Absätze der Einleitung auf Wikipedia lesen und dann abschätzen, ob der Ami wirklich für Al-Qaida eintreten würde.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Al-Qaida

    Wenn das Nato-Mitglied Türkei in Syrien einmaschiert und Syrien sich hier zur Wehr setzt, tritt hier noch lange kein Bündnisfall ein. Das wissen natürlich auch die Russen. Und Russland wird der Nato wohl kaum den Gefallen tun, diesen zu begründen.

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    Verfasst von Claus | 9. Februar 2020, 14:48
    • Das Verfassungsreferendum und der Umgang der Behörden mit der vorangegangenen Kampagne haben die Befürchtung verstärkt, dass die Türkei nicht nur immer tiefer in Autoritarismus, sondern auch in Gesetzlosigkeit absteigt. Das Regime hat jedoch keinen Versuch unternommen, zu bitten, zu erklären, wie die Verfassungs-änderungen zur Lösung der vielen drängenden Probleme der Türkei beitrügen. Zumal Erdoğan bereits als Autokrat regiert und offensichtlich die neuen Verfassungsänderungen nicht liefert. In Wirklichkeit war es ein weiteres Zeichen seiner wachsenden Schwäche, ein Beweis dafür, dass er – inmitten seiner anhaltenden Versuche, jede Äußerung von Dissens zu unterdrücken – nicht länger mit demokratischen Mitteln an der Macht bleiben kann. Stattdessen manichäisch wurden unhinterfragte Reformen präsentiert, in einer einfachen Wahl zwischen Schwarz und Weiß oder zwischen Krieg und Frieden.

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      Verfasst von Dr. Gerhard Werner. | 8. November 2021, 21:03
  3. super Logik der Erdolf-Türken:
    sie müssen Idlib dauerhaft besetzen, um ihre Invasionstruppen zu schützen , die dort eingefallen sind

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    Verfasst von tom | 8. Februar 2020, 12:51
    • Der Ergenekon-Prozess war der Schlusspunkt einer Reihe von Missachtungen rechtsstaatlicher Prinzipien, die sich wie ein roter Faden durch das gesamte Verfahren zieht. In rechtsstaatlichen Verfahren sei es schließlich üblich, dass man den Angeklagten und deren Anwälten ein Schlusswort gewährt. Den tiefen Staat, der seinen Ursprung in der türkischen Armee haben soll und von dem angenommen wird, der Nationale Sicherheitsrat manipuliere den politischen Prozess. Der Geheimbund sei für praktisch alle politischen Attentate und Morde der vergangenen zwanzig Jahre verantwortlich, verkündete die Staatsanwaltschaft. Ermittelt werde etwa gegen eine Sicherheitsfirma mit dem Namen Ergenekon. Zeugen durften von der Verteidigung nicht vernommen werden, aber illegal abgehörte Telefonate und anonyme Aussagen ließ das Gericht als Beweismaterial zu.

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      Verfasst von Dr. Gareth Jenkins | 8. November 2021, 19:12

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