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Krisen, Wirtschaft

Kapitalismus, jetzt wird es ernst!

von Norbert Nelte

„40% aller US-Firmen sind in die roten Zahlen gerutscht“, heißt es am 17.1.20 bei den  Deutschen Wirtschafts Nachrichten. „Derweil ist die Federal Reserve  wieder in den Krisenmodus übergegangen und pumpt hunderte Milliarden in das System“, heißt es im Text weiter.

Wenn ein unbedarfter Leser dies Zeilen liest, wird er denken, na ja, das wird schon wieder aufwärts gehen. Aber so ist es mitnichten. In allen Industriestaaten sind der BIP und die Profitrate mit klitzekleinen Auf und Abs ständig runter gegangen, genauer, die 10 Jahres Durchschnittszahlen sind immer stetig nach unten gegangen.

Die USA gaukelt uns ständig eine tolle, brummende Wirtschaft vor, Dabei sind schon Millionen aus ihren Häusern geflogen, leben in Zeltstädten rings um alle Mllionenstädte und immer am Rande des Hungertodes, wie in Afrika.

Mehr als 1 von 5 Kindern ist in Gefahr zu verhungern. Unter Afro-Amerikanern und Latinos sind es 1 von 3“ (aus Schweiz Welt im April 2015 „50 Millionen Amerikanern droht der Hungertod“. RT weiß auch schon warum: „Die Mär vom US-Aufschwung – Tatsächliche Arbeitslosenquote 23 Prozent und 47 Millionen US-Amerikaner leben von Essensmarken“.

In Europa das Gleiche in grün. In Deutschland wird immer die Preissteigerungsrate viel zu niedrig angegeben. 2002 hatte Gerhard Schröder die ausländische Energie und Nahrungsmittel aus dem Wahrenkorb hinausgenommen, mit der dummdreisten Bemerkung, dass „diese in stärkerem Maße Schwankungen unterworfen sind, deren Ursachen nicht innerhalb der betrachteten Volkswirtschaft zu finden sind.“ (Wikipedia, Kerninflation)

Was ein niederträchtiger Schwindel. Sie sind doch trotzdem in der Inflationsrate mit drin. Der Verbraucher muss sie trotzdem zahlen. Gerade die ausländische Energie und Nahrungsmittel steigen oft im Jahr um 10%. Wenn die Preissteigerung um 3% zu niedrig angegeben ist, dann errechnet sich das um das BIP-Wachstum um 3% zu hoch. Diese 3% muss also von dem offiziell angegeben Wachstumsrate wieder abgezogen werden. Dann hätten wir eine Schrumpfung vom 1,5%.

Nun, wie wird das BIP-Wachstum errechnet. Man vergleicht das Vorjahr mit dem folgenden Jahr, aber zu gleichen Preisen. Zu diesem Zweck wird z.B. aus dem BIP von 2019 die Preissteigerung wieder rausgerechnet, um es mit dem BIP von 2018 vergleichen zu können und das Wachstum zu errechnen.

Wenn also die Inflationsrate offiziell mit 1,5% angeben wird, aber in Wirklichkeit geschätzt 5% ist, so ist ja das 2019 BIP um 3,5% zu wenig mit den 2018 Preisen gleichgerechnet worden und so ist der 2019 Betrug auf +1% BIP Steigung zustande gekommen.

Aber in der Wirklichkeit müssen ja noch 3,5% von +1% runtergerechnet werden, das waren dann in Wirklichkeit -2,5%. Also in der Wirklichkeit hätten wie 2019 eine zweiprozentige Schrumpfung gehabt. Ich müsste von dem 2019 BIP noch vorher die Opium-zuwachs Schätzung der Regierung abziehen. Aber das nur nebenbei.

In den Vereinigten Staaten beträgt die Inflation 10% und die offiziell angegebene 1,5%. Da müssen noch 8,5% runter gerechnet werden. Statt der offiziellen +4,2 BIP wäre das also eine Schrumpfung von 4,3%.

In Deutschland erleben wir schon mindestens seit 2015 eine Schrumpfung von jährlich 3%.

Auf Grund der hohen Arbeitslosigkeit und der BIP-Schrumpfung konnten die Firmen natürlich nichts mehr verkaufen und 40% gerieten in die Verlustzone.

China will mit 1,2 Trillionen Yüan = 156  Milliarde Euro den Aktienmarkt stützen wollen.

Europa steckt jeden Monat 80 Milliarden ohne entsprechende Wertschöpfung in das System, einige Billionen im Jahr.

In Deutschland das gleiche Bild. „Die Kreditversicherung Euler Hermes zählte in den ersten neun Monaten dieses Jahres 27 Insolvenzen von Firmen mit mehr als 50 Millionen Euro Umsatz, gegenüber 19 Fällen im Vorjahreszeitraum.„ (Epoch Times, Anstieg um 42 Prozent: Immer mehr große Insolvenzen in Deutschland“, 29.11.09). Dabei sind der Billigflieger Thomas Cook und der Potsdamer Energiehändler Natgas die Größten in diesem Jahr.

Das liegt daran, dass die durchschnittliche Profitrate (Gewinn und Bankzinsen) in der Produktion in den alten Industrieländern Europas, Australien, Ostasiens und Nordamerikas schon unter einem halben Prozent liegt. In der Finanzbranche sind das auch nur noch 2,5%. Diese Meldung bestätigt nun die theoretischen Zahlen.

Nur noch das Gelddrucken der Zentralbanken für Null Prozent Zinsen kann das System aufrecht erhalten. Also es geht ganz schnell zu Ende mit dem System, noch bevor die Hyperinflation wegen des Gelddruckens  ohne entsprechende Wertschöpfung kommt.

Die Wallstreet wird aber nicht so schnell aufgeben wollen. Sie wird ihren Straßenköter gegen Russland loslassen und sich dabei eine gewaltige Abreibung holen. Weltweit wird kein reiches Schwein mehr investieren, da ea sich Null mehr lohnt, Null Komma Null.

„Zur Revolution genügt es nicht, dass sich die ausgebeuteten und unterdrückten Massen der Unmöglichkeit, in der alten Weise weiterzuleben, bewusst werden und eine Änderung fordern; zur Revolution ist es notwendig, dass die Ausbeuter nicht mehr in der alten Weise leben und regieren können.“

W.I. Lenin: Der linke Radikalismus, die Kinderkrankheit im Kommunismus,

Kap. IX. Der linke Kommunismus in England

Nun werden immer mehr Arbeitermassen die Bühne der Geschichte betreten und ihren Arbeitsplatz in Selbstverwaltung führen müssen, weil ihr Kapitalist sich um nichts mehr kümmert und in der Südsee sich alle Geschlechtskrankheiten holt.

Derweil werden in Südamerika nicht nur 3 Präsidenten, wie bisher in Argentinien, Bolivien und Ecuador, in die Wüste geschickt, sondern alle. Die Massen werden die Macht an sich reißen und überall ein basisdemokratisches Rätesystem errichten, wo der Wähler entscheidet und der Abgeordnete sich danach zu richten hat.

„Eine Gesellschaftsformation geht nie unter, bevor alle Produktivkräfte entwickelt sind, für die sie weit genug ist, und neue höhere Produktionsverhältnisse treten nie an die Stelle, bevor die materiellen Existenzbedingungen derselben im Schoß der alten Gesellschaft selbst ausgebrütet worden sind.“

Karl Marx: Zur Kritik der Politischen Ökonomie, Vorwort, S 9

Alle Produktivkräfte des Kapitalismus sind jetzt entwickelt und die materiellen Existenzbedingungen ausgebrütet worden.

Die Klassengesellschaften haben ihre historische Mission nun zu Ende geführt

 

 

 

 

Diskussionen

8 Gedanken zu “Kapitalismus, jetzt wird es ernst!

  1. Korrektur: „pumpt „.., nicht pimpt 🙂

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    Verfasst von tom | 5. Februar 2020, 20:12
  2. @herr Nelte- alles richtig , vor allem auch der schlussteil.(PS: wieviel pimpt die EZB aktuell / Monat ?)

    Problem : das Konzept eines neuen Sozialismus 2.0 ist noch garnicht ausgearbeitet…! das müsste mal bald getan werden,
    z.b. durch eine Expertenkommision aus linken ökonomen , technikern, wissenschaftlern , politik-wissenschaftlern , Philosophen . (zu Fragen der demokratie +Basisidemokratie und Macht-u. Gewaltenteilung= schutz vor Entartung ala stalin ) usw
    diesmal sollte das Konzept fertig stehen , BEVOR es losgeht

    bei linken heute seh ich bissl das gleiche problem wie bei Marx….95 % sich mit dem Kapitalismus in jedem detail beschäfigen , aber den Sozialismus vergessen

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    Verfasst von tom | 5. Februar 2020, 20:11
    • 5% Marxsche Beschäftigung mit Vorgaben für die Sozialismusausgestaltung sind genau genug. Geschichte ist doch kein Kindergeburtstag, und Karl Marx war nicht der Weihnachtsmann oder auserwählt, erwachsenen Menschen das Fläschchen zu geben. Das System, in dem Menschen leben möchten, unterliegt ihren eigenen geistigen Vorstellungen. Und deshalb braucht es auch keinen Rat der linken Weisen für die Konzipierung des Sozialismus2.0! Was wären die denn anderes als linke Sozialdemokraten, oder hab ich recht? Himmel hilf, das wäre Böcke zu Gärtnern machen.

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      Verfasst von NO_NWO | 5. Februar 2020, 21:52
  3. „Im Schoße der alten Gesellschaft ausgebrütet worden“ ist das Industriekapital, eine historisch insofern „neue“ Produktionsweise, als es die enge Begrenzung der organischen Zusammensetzung des Kapitals des vorbestehenden Manufakturwesens durch Mechanisierung bzw. Industrie gesprengt hat. Das Proletariat kann zunächst nicht mit einer solch sprengenden historisch neuen Produktionsweise aufwarten. Allerdings kann es durch Vergesellschaftung der Produktionsmittel die wachsende Technikfeindlichkeit des privatbesitzlichen Kapitals überwinden und so die organische Zusammensetzung von Kapital immerhin erneut markant steigern. Oder auch sie dort zurückfahren, wo Maschinerie die Produktqualität mindert, wie es bei der Nahrungsmittelerzeugung oder beim Bauen vielfach gegeben ist (Baumaterialien). Nun ist das Industriekapital allerdings nur insofern durch den Niedergang des Feudalismus aufgestiegen, als der industrielle und so zugleich militärtechnische Aufstieg der kapitalistischen Erstgeburt England den (feudalen) Eliten Frankreichs nahelegen mußte, dem Bürgertum – wenn auch unter Schmerzen – die Macht zu übergeben. Und siehe, nicht lange, da hatte Frankreich wieder einen Kaiser, wenn auch nun einen „Bürgerkaiser“. Der alte Adel bestand neben der neuen Elite fort. Hinter der französischen Revolution stand also nicht der Niedergang einer älteren Form der Produktivkraftentwicklung. Es ging vielmehr um Militärmacht durch Produktivkraftentwicklung. Nun aber wird die Machtergreifung einer neuen Klasse, der des Proletariats, irgendwelchen alten Eliten in keiner Weise mehr dienlich sein können. Was der proletarischen Revolution einen ganz eigenen Charakter verleiht. Mit ihr geht es nicht mehr nur um das Befolgen einer historischen Gesetzmäßigkeit zur Steigerung der Produktivkraft mit dem schnöden Nebeneffekt einer Auswechselung von Eliten — ein Nebeneffekt wie das Entstehen von Pfützen bei Regen. Nein, so prosaisch ist es diesmal keineswegs, die proletarische Revolution ist von einer neuen Qualität: Eingeläutet wird eine neue Menschheitsepoche, eine ohne Eliten!☺️ Die proletarische Revolution ist anders als jede Revolution zuvor, sie ist Erwachsenwerden der Menschheit, sie ist das Fest aller Feste für all jene Menschen, die nicht Eliten sind! Und sie ist zugleich die einzige Chance der Menschheit, nicht im Wahnsinn der nun von den Eliten angesteuerten NWO zugrunde zu gehen.

    Ohne ein Verständnis ihrer Größe, Besonderheit und Poesie wird die proletarische Revolution ihre Möglichkeiten nicht verwirklichen wollen: Sie ist die Revolution aller Revolutionen, die Revolution der Befreiung. Es lebe das weltweite Proletariat!

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    Verfasst von No_NWO | 5. Februar 2020, 19:31
  4. Und im 2. Teil werden die Konsequenzen und möglichen Entwicklungen diskutiert, u.a. wie der Kapitalismus sich mit der Großen Transformation zu retten versucht und wie er mit der Systemkonkurrenz aus China fertig wird.

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    Verfasst von Jochen | 5. Februar 2020, 18:00
  5. Ist doch nur logisch, einer Wirtschaft der es gut geht, brauchte sich nicht wie ein tollwütiger Hund benehmen

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    Verfasst von Andreas Franz | 5. Februar 2020, 12:43

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  1. Pingback: Kapitalismus, jetzt wird es ernst! | PRAVDA TV – Lebe die Rebellion - 5. Februar 2020

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