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Ausland, Nordamerika

Trump/Bibi/Adelson kaufen den Senat

von Eric Margolis – http://www.antikrieg.com

Im Jahr 1916, als der Erste Weltkrieg tobte, traf sich der britische Diplomat Mark Sykes mit seinem französischen Amtskollegen vom Quai d’Orsay, Monsieur Picot, und unterzeichnete ein Abkommen über die Aufteilung des Osmanischen Reiches, sobald der Sieg erreicht war.

Das Herz des Nahen Ostens – Palästina, Syrien und der Irak – wurde zwischen Großbritannien und Frankreich aufgeteilt. Italien und Russland wurden weitere osmanische Länder angeboten: die Südtürkei wurde Italien und Konstantinopel Russland versprochen. All dies war streng geheim, wurde aber später von den Bolschewiken nach ihrer Revolution im Jahr 1917 offen gelegt.

Wir haben ein solches Beispiel von atemberaubendem Zynismus und Niedertracht in dieser Woche gesehen, als Präsident Donald Trump seinen so genannten „Deal des Jahrhunderts“ als seine endgültige Lösung für das Schicksal der leidgeprüften Palästinenser vorstellte.

Neben Trump stand Israels strahlender Premierminister Benjamin Netanyahu, der gerade mehr Land bekam, als sich seine rechtsextreme expansionistische Koalition je erträumt hatte. Es war kein Zufall, dass Trump kürzlich im US-Kongress hoher Verbrechen beschuldigt wurde, während sein Kumpel „Bibi“ gerade vom israelischen Generalstaatsanwalt wegen niedriger Verbrechen angeklagt wurde.

Der wahre Pate dieses historischen Diebstahls saß jedoch fast unbemerkt von den Medien neben dem Präsidentenpodium und sah sehr wie die sprichwörtliche Katze aus, die den Kanarienvogel verspeist hat. Der Milliardär und Glücksspielmogul Sheldon Adelson und seine Frau strahlten, als ihre „Jungs“ Trump und Bibi ihren neu gestalteten Mittleren Osten verkündeten.

Ganz in der Nähe war Trumps Schwiegersohn, Jared Kushner, ein Freund des Netanyahu-Clans. Kushners Vater Charles saß 14 Monate im Bundesgefängnis wegen illegaler Wahlkampfspenden, Steuerhinterziehung und Zeugenbeeinflussung. Dies ist das Milieu, aus dem der Immobilienentwickler Trump hervorgegangen ist.

Nach Trumps „Deal“ soll Israel etwa 30% des Westjordanlandes, des arabischen Gebiets, das es im Krieg von 1967 erobert hat, formell annektieren. Dazu gehören ganz Jerusalem und ein Archipel jüdischer Siedlungen im Westjordanland, die implantiert wurden, um die mögliche Schaffung eines lebensfähigen palästinensischen Staates zu verhindern.

Israel wird alle Grenzen der daraus entstehenden palästinensischen Entität kontrollieren, einem Flickenteppich schwacher, isolierter Apartheid-Bantustans wie früher in Südafrika ohne Flughäfen, ohne Kontrolle über ihren Luftraum oder ihre Seegrenzen – und ohne Interesse an ihren immer wichtiger werdenden Offshore-Energieressourcen. Israel erhält den größten Teil der nutzbaren Acker- und Wasserressourcen der Westbank. Den Palästinensern bleiben Gestrüpp, Sand und ein paar Ziegen.

Der Anspruch der Palästinenser auf ein Rückkehrrecht für ihre 5 Millionen Flüchtlinge, die rund um die Grenzen Israels verstreut sind, wird für immer aufgehoben sein. Israels rechter Flügel sagt, es gibt keinen Platz für Palästinenser, obwohl in den vergangenen Jahren Platz für eine Million Russen, Juden und Nichtjuden gefunden wurde. Man hofft auf mehr, wenn Wladimir Putin grünes Licht gibt. Alle Versuche Palästinas, vor dem Internationalen Gerichtshof Rechtsmittel einzulegen, werden zunichte gemacht werden.

Die reichen Öl-Araber am Golf und in Saudi-Arabien werden aufgefordert werden, palästinensische Flüchtlinge abzufertigen. Sie sind den Palästinensern in den Rücken gefallen. Diese kleptomanischen arabischen Monarchien, die sich vor dem Iran zutiefst fürchten, haben sich Trump zu Füßen geworfen und machen einen Kotau vor der extremen Rechten Israels. Israel hat einen glänzenden Sieg errungen, indem es die Ölaraber auf seine Seite holte und Vorsitz führt über die tiefe Spaltung in den palästinensischen Reihen zwischen PLO und Hamas.

Die Unterstützer eines Groß-Israel in den USA haben fast vollständige Kontrolle über den amerikanischen Senat. Dies ist vor allem Adelsons Spenden von über 100 Millionen Dollar an die Republikaner und der unerbittlichen Unterstützung durch pro-israelische Medien wie Fox News, Wall Street Journal, NBC und Hollywood zu verdanken.

Hinzu kommt die bedingungslose Unterstützung von 80% der Evangelikalen, die ein Viertel der republikanischen Wähler ausmachen. Diese Sekte glaubt, dass Christus zurückkehren wird, sobald das moderne Israel seine biblischen Grenzen erreicht hat, und dann kann die Erde durch Feuer und Schwefel zerstört werden. Israel hat diese leichtgläubigen Landbewohner, die Trump’s wichtigste Wahlbasis bilden, geschickt ausgenutzt. Trump wird zunehmend mit dem biblischen König David von Israel verglichen. Das ist weit weg von Queens, New York.

Wenn man in meiner Heimatstadt New York City fragt: „Ist das gut für die Juden?“, ist die Antwort ein klares Nein! Der Trump-Bibi-Diebstahl von angestammten arabischen Ländern verurteilt Araber und Juden zu weiteren fünf Jahrzehnten der Gewalt und des Hasses. So hat sich wohl niemand das Gelobte Land vorgestellt.

erschienen am 1. Februar 2020 auf www.ericmargolis.com

http://www.antikrieg.com/aktuell/2020_02_01_trump.htm

Diskussionen

Ein Gedanke zu “Trump/Bibi/Adelson kaufen den Senat

  1. Noch 1854 kämpften UK & F mit dem Osmanischen Reich gegen den Zaren (erster Krimkrieg), der Zar wollte sich in Tr einmischen (‚die Christen schützen‘) Daß nur 60 Jahre später Teile des Osmanischen Reiches dem Zaren angeboten wurden (Der Bosporus !) ist nicht ganz richtig, diese Pläne hatte die Entente durchaus gemeinsam ausgeheckt. Neu im Bunde war die USA, Wilson war wiedergewählt worden als Friedenspräsident, er versprach seinen Wählern, sie aus dem Krieg zu halten und verriet sie prompt. Gesichtswahrend werden noch heute in der schulischen Gehirnwäsche ‚die 14 Punkte Wilsons‘ repetiert, die aber bloß ein fader Abklatsch des Programmes der Bolschewiki sind und von denen das ‚Selbstbestimmungsrecht der Völker‘ ein echter Friedenskiller ist.

    Die Bolschewiki verzichteten auf ihren Teil der Beute und Außenminister Trotzki veröffentlichte die Geheimverträge des Zarenregimes.

    Die Kasaren waren es, welche die USA in den Krieg trixten (> Benjamin Harrison Freedman, auch Friedman). Und Der Londoner Bankster Rothschild schloß mit dem UK Außenminister einen Vertrag über eine Jüdische Heimstätte in Palästina, das war der Preis für Kriegskredite. UK verteilte hier also Beute, die es noch gar nicht hatte. Und ‚Jüdische Heimstätte‘ ist zugleich weniger und mehr, als ein Staat. Daß ein Staat nicht versprochen wurde, war ein Feigenblatt für UK, andererseits ist kein territoriales Limit festgelegt, d.h. UK muß bis heute jede Israelische Expansion unterstützen (die jüdischen Bankster können London verlassen).

    Wie aber konnte sich die Haltung des UK zum Osmanischen Reich so drastisch ändern ? Dank niedriger Transportkosten und industrieller Produktion und Kanonen (dank in Indien und mehr noch in China gestohlenen know hows). beutete UK bereits Indien aus und F Indochina. China hatte immer seine Krisen zwischen zwei Dynastien, die letzte wurde vom Westen aber um viele Millionen Tote vertieft. Wobei der Opiumkrieg zunächst nur dazu diente, überhaupt Waren von Indien nach China exportieren zu können, aber neue Drogen sind ja ein probates Mittel zur Zerstörung ganzer Gesellschaften. Von ‚Britannia rules the Waves‘ war es also kein allzu großer Schritt zur Substitution der Seidenstraße, das hat wenige Briten sehr reich gemacht.

    1850 war das Osmanische Reich noch eine ausgezeichnete Blockade zur Aufrechterhaltung des Monopols auf den (See)Weg nach Indien etc. Dann kam der Suezkanal, der für F nur ein mäßiger Erfolg sein konnte, da kleine Segelschiffe ( der Baumwoll ! Stoff für die Segel kam aus Nimes, de Nimes = Denim ! ) der Piraterie ausgesetzt waren und die Transportkosten von Frankreichs Süden in den Kontinent immer noch erheblich waren. D unterstützte auf der Suche nach Absatzmärkten das Osmanische Reich, mit friedlicher und militäreischer Technik. Die Bagdad- Bahn hätte es ermöglicht, Ware vom Persischen Golf, wohin Inder sie segeln konnten, nach Berlin rollen zu lassen, das war nicht in Britischem Interesse. Darum haben die Briten bereits 1904 Kuwait ‚vom Osmanischen Joch befreit‘, dort hätte der Hafen am Ende der Bahn sein müssen. Und dann schickten sie Bagdadis Vorgänger, Scheich Dynamit alias Lawrence von Arabien los, um die gerade von Deutschen Ingenieuren gebauten Brücken zu sprengen. Die Instrumentalisierung lokaler Fortschrittsfeinde ist also alte Britische Tradition !

    1913 war die Umstellung der Royal Navy auf Öl abgeschlossen und das war überhaupt der gamechanger: Stahl-Dampf-Schiffe. Jetzt war der kürzeste Weg gefragt: der Suezkanal, ohne Stürme und schwere See. Mit zunehmender Geschwindigkeit erledigte sich das Piraten Problem von selbst. Während die Handelsschifffahrt noch lange auf Kohle lief und entsprechende Häfen brauche, brauchte die Navy eine billige Tanke, in Kirkuk sprudelte das Öl, man mußte diese Osmanische Provinz nur durch zwei weitere mit dem Meer verbinden. Als F von UK’s Öl- Beute erfuhr, einigte man sich auf einen Ausgleich – in Geld. Historisch gibt es keine Iraker (Turkmenen, Syrer, Armenier, Kurden, Perser …. gibt es) und Churchill empfahl, die Aufständischen mit Giftgas von der RAF zu terrorisieren. (> Wikip, chemische Kampfstoffe).

    Israel wuchs in die Rolle des Tankwartes. Wobei UK & US ihre Claims klar abgesteckt hatten, US den Iran, UK den Irak, Israel war ein UK Projekt. Daß es anders kam, liegt wohl mehr an der Blödheit der Amis, als an der Schlauheit der Israelis. Und heute geht es um die Blockierung der ’neuen‘ alten Seidenstraße.

    Da hier Trumps Palästina Karte bereits mit der Karte Südafrikas verglichen wurde, möchte ich einen andren traurigen Vergleich anbieten :

    Liken

    Verfasst von zivilistin | 2. Februar 2020, 12:02

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