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Debatte, Kapital und Arbeit

Die ewige Leier vom Fehler im Geldsystem

von Unbetreut denken

Überlegungen zu dem am 12.01.2020 von Kenfm in der Reihe <Positionen — Politik verstehen> publizierten Gespräch zum Thema „Der große Finanzcrash — Das Ende der Demokratie“

Vier als Kenner des Wirtschaftslebens ausgewiesene Herren im Gespräch mit Ken Jebsen: Dr. Markus Krall (Vorstandsmitglied der Degussa Goldhandel GmbH), Dr. Norbert Häring (Ökonom und Wirtschaftsjournalist), Dr. Thomas Mayer (Volkswirt und Vermögensverwalter), Prof. Dr. Max Otte (Ökonom und Fondsmanager)

Vier Menschen, vier Meinungen. Erörtert werden die sich unverkennbar abzeichnenden krisenhaften Entwicklungen in der Welt der internationalen Wirtschaft und Finanzen. Zu ergründen unternommen wird, welche der großen politischen Weichenstellungen der zurückliegenden Jahrzehnte welche ökonomischen Folgen gezeitigt haben. Lediglich einer in der Runde läßt verhalten durchschimmern zu wissen, was es wirklich bräuchte, um mit dem Kapitalismus, diesem empfindsamen Wesen, das auf nicht artgerechte Behandlung mit Kränkeln und Zerfall reagiert, eine dauerhaft glückliche Ehe führen zu können. Hierseits wird solch‘ intellektueller Übermut, zumal der Delinquent nicht zu missionieren versucht hat, als läßliche kleine Sünde angesehen.☺️ In einem allerdings sind sich alle einig. Es sehe nach Börsen-Crash und Wirtschaftszusammenbruch aus. Kommt. Irgendwann. Früher oder bald. Aber kommt. Ja, vielen Dank für die Info. Einer aus der Runde macht immerhin Hoffnung. Auch wenn das alles bitter sei und für sehr sehr viele Menschen allergrößte Härten bringe — aber bisher sei es nach jedem Crash erneut bergauf gegangen, und es habe dann wieder 20, 30 gute Jahre gegeben. Bis es schließlich neuerlich… . Der offenherzig redende Herr bricht hier leider nicht so, wie an manch anderer Stelle seines Vortrags, mitten im Satz ab. Nicht rechtzeitig ist ihm aufgegangen, die alte Seelentröster-Geschichte von Sisyphos sei jetzt wohl zu geschmacklos.

Als die Briketts alle im einzelnen durchgehechelt sind, kommt es schließlich zur Debatte über den Ofen. Könnte der Schwachstellen haben? Eventuell zu behebende? Und welche? Vier ausgewiesene Fachleute der Wirtschaft und Finanzen trotzen allen Gefahren des glatten Parketts, auf das sie sich nun begeben. Und kommen nicht weit. Nur Sekunden, und schon haben sie sich in von ihnen wahllos in die Runde geworfenen nebulösen Begriffen verstrickt wie Schuldkredit, Finanzsystem, Geldsystem, Schuldgeld, Fiat-Money, Vollgeld usw. und zweie bekennen einander freimütig, erst sehr spät begonnen zu haben, sich zu fragen, was Geld eigentlich sei und wo es überhaupt herkomme. Wunderschöne Blüten recken sich der Sonne der Erkenntnis entgegen: „Also jemand schürft Gold… .“ Die drei anderen sind immerhin so rücksichtsvoll, ihn in seinem Sturze aufzufangen bzw. ihn nicht ausreden zu lassen. (Doch wie im weiteren dieses Textes sogleich zu sehen sein wird, ist Goldschürfen durchaus nicht abwegig fürs Verständnis des Kapitals!) Jedenfalls drehen die viere sich nun um „feste Werte“, „Sicherheiten“, „Golddeckung“, um ein „robustes“ Geldwesen. Ja, klingt gut. Irgendwie. Aber wo, verdammt, kommt diese ständig wachsende Verschuldung her!

Kapital beginnt mit Raub. Kann nicht genug geraubt und vom Geraubten an die breite Masse verteilt werden, setzt Verschuldung ein. Tut weh, weil so einfach. Was Marx „primitive Akkumulation“ nannte, ist eine Umschreibung für Raub. Ein Blick zurück in die Geschichte: Europäer segeln zu Amerikanern oder Afrikanern oder Chinesen und rauben deren Edelmetalle und -steine. Erst so kann es zu dem kommen, was Ökonomen „zahlungsfähige Nachfrage“ nennen: Die Räuber können sich jetzt was kaufen. Woran Unternehmer jetzt verdienen können. Folglich bilden sich nun erst die warenproduzierenden Unternehmen! Geld stinkt nicht, und der Kunde ist allemal König. Zudem: Wenn Unternehmer die Ware Arbeitskraft unter ihrem Wert kaufen und für sich arbeiten lassen – und eben dies tun alle warenproduzierenden Unternehmer immer – ist das wie erst Gold schürfen lassen und dann wegnehmen bzw. ebenfalls Raub, Mehrwertraub. Kapitalismus und Raub sind Geschwister: „Also jemand schürft Gold… ,“ und jemand anderes eignet es sich an, er raubt es. In vielfältigen Varianten. Zum Beispiel England, 16. Jahrhundert; Räuber, auch „Adlige“ genannt, rauben einer Gemeinschaft freier common men das gemeinsam bewirtschaftete Weideland, ziehen einen Zaun um es, nennen es „Privatbesitz“ und lassen ihre Schafe drauf. (Das lateinische Wort Privatus bedeutet Geraubtes.) Der Export der Wolle macht zahlungsfähig (siehe Karl Polanyi, The Great Transformation).

Zeitsprung zurück ins Jahr 2020. Ein Gedankenspiel: Alle Waren des Gesamtmarktraums werden von einem einzigen Unternehmen produziert. Und es ist Stunde Null: Gestern hatten wir noch geldlose Subsistenzwirtschaft, alles zum Leben Benötigte wurde selbst produziert und verbraucht. Und heute – vom Himmel hoch, da kommt er her – ist Kapitalismus. Und nur ein einziger hat Geld, jener eine Kapitalist, der das eine Unternehmen besitzt. Vielleicht hat er Gold geschürft… . Das Unternehmen startet und kauft Produktionsmittel und Arbeitskraft. Zuerst gibt es sein Geld als Löhne für seine Arbeiter aus, die ihm seine Produktionsmittel herstellen und auch alle sonstigen Waren für den gesamten Marktraum. Die Arbeiter sind nun zahlungsfähig und können sich die von ihnen benötigten Waren kaufen. Dasselbe mit den Büroangestellten, welche Gehalt ausgezahlt bekommen. Was aber ist mit all den nicht bei jenem Unternehmen Beschäftigten, mit dem riesigen „Rest“ der Gesellschaft, der keine Waren produziert und die von ihm benötigten Waren von heute an BEZAHLEN können muß? Schürfen die alle nach Feierabend Gold im Garten!?

Ein kurzer Blick auf den tatsächlichen und von Marx/Engels für Großbritannien gut dokumentierten geschichtlichen Verlauf gibt Antwort. Wie machten die Schürfer das, wie brachten sie klingende Münze unters Volk? Etwa um das Jahr 1750 beginnt der industrielle Kapitalismus, und er kommt in Großbritannien zur Welt (zu letzterem siehe auch Frank Stoner zur Lunar Society unter https://youtu.be/fqT95yBaOkQ). Bekannt wurde jene damals neue Produktionsweise als Manchester-Kapitalismus, allgemeiner wird sie als Liberalismus bezeichnet. (Letzterer wird ab etwa 1860/70 vom Monopolismus abgelöst, aus welchem ab etwa dem Jahr 1900 der Imperialismus hervorgegangen sein wird, in dem wir uns bis heute hin befinden; Hinweis: der gegenwärtige „Neoliberalismus“ ist lediglich eine bestimmte zeithistorische Ausformung des Imperialismus.) Nun, die Frage ist weiterhin, wie breitere Schichten des Volkes zahlungsfähig gemacht worden sind. Im Liberalismus entstand ein millionenstarkes Heer von in wohlhabenderen Haushalten angestelltem Hauspersonal. Zudem gab es seit alters her eine Vielzahl von beim landadligen Großgrundbesitz wie auch bei größeren Bauern unter Vertrag stehende, allerdings sehr arme Landarbeiter. Und selbstverständlich braucht es zum Goldschürfen auch Hilfskräfte, militärisches Personal. Sowie all diejenigen, welche in den Fabriken Waffen, militärisches Gerät und sonstige militärische Ausrüstung produzieren. Zudem erfordern die heimatlichen und die kolonialen Verwaltungen Personal, Beamte usw. Nicht zu vergessen das Justizpersonal oder die für Wohlhabende tätigen Handwerker, Bauleute, Kunst- und Kulturschaffenden. Nicht zuletzt braucht es Schulen, wo die Kinder der Nichtschürfer Lesen, Schreiben, Rechnen und ordentliches Benehmen bzw. die Liebe zur Arbeit erlernen können (siehe Anne Querrien: https://linkezeitung.de/2019/12/21/lensaignement-die-grundschule-teil-1/). Und um all dies immer weiter zu optimieren und zu verbessern, braucht es Forschung und Lehre, die Wissenschaft. Diese alle bekommen jetzt Geld in die Hand. Zu den Glanzzeiten des britischen Empire, während der von 1820 bis 1900 andauernden, sehr langen Regierungszeit von Queen Victoria, wurde so viel Gold geschürft, daß schließlich das Volk zahlungsfähig gemacht werden konnte. ZAHLUNGSFÄHIGE NACHFRAGE NACH WAREN! Das neugeborene industrielle Kapital schreit laut Hurra.

Was damit eintrat, ist Gegenstand der von Marx/Engels in <Das Kapital> angestellten Untersuchung. Dort ist das volkswirtschaftliche Rüstzeug zu finden, mit dem sich verstehen läßt, wieso es spätestens ab 1900 zu immer weiter wachsender Verschuldung kommen muß. Denn wie weiter oben bereits festgestellt, macht jenes hypothetische Riesenunternehmen zunächst lediglich seine Arbeiter und Angestellten zahlungsfähig. Zudem aber zahlt es Steuern und bestreitet etliche andere Aufwendungen, z.B. Lizenzgebühren, wie auch Handel und Banken allein gegen Rechnung tätig werden. Jene Gelder, mittels derer nun auch der große gesellschaftliche „Rest“ zahlungsfähig gemacht wird, entnimmt jenes Riesenunternehmen selbstverständlich nicht seinem Kapital, sondern seinen Warenverkaufserlösen. Aus letzteren entnimmt jener eine hypothetische Kapitalist bzw. „das Kapital“ jedoch auch seinen Gewinn. Seines Umfangs wegen wandert dieser in aller Regel aber nur zu einem Teil in den privaten Konsum seiner Besitzer. Weswegen der nichtkonsumierte Teil dem Markt nun als zahlungsfähige Nachfrage fehlt. Kein Problem, sagen die Parteigänger des Kapitals, denn jenes Geld wandert ja doch wieder auf den Markt und macht ihn zahlungsfähig, indem neue Warenproduktionen aufgebaut werden, indem die Produktion also ausgeweitet wird — Achtung, Zauberwort: wirtschaftliches Wachstum! Exakt hier trennen sich die Geister von Marx/Engels und der bürgerlichen Wirtschafts-„Wissenschaft“.

In der Frage der Verschuldung Durchblick verschaffen die drei Bände von <Das Kapital>. Wer die mit Sorgfalt gelesen hat, sollte die Verschuldungsproblematik wohl mit wenigen eigenen Worten herleiten können. Dann los, auf zu einem schnellen Rundflug durch die verrückte Welt des Kapitals! Okay, wir sind in der Luft; als erstes geht es wieder zu dem Gedankenspiel des einen Riesenunternehmens, das alle Waren eines gesamten Marktraums produziert. Hinzu die Annahme, all jene Waren, die das Unternehmen kalendertäglich produziert, würden am selben Kalendertag auch gekauft werden. Um 22 Uhr ist Betriebs-, Kassen- und Ladenschluß, der Kapitalismus ist zuende, und das Riesenunternehmen stellt seine Abschlußbilanz auf. Morgen früh um 6 beginnt ein nagelneuer Kapitalismus, der mit dem alten keinerlei Verbindungen mehr besitzt, und das geht nun jeden einzelnen Tag so. Die aktuelle Flughöhe beträgt mittlerweile 3500 Meter, genug um die Tagesbilanz überschauen zu können. Die verkauften Waren haben einen bestimmten Wert. Wir nehmen an, der hier in diesem Beispiel ja garnicht vorhandene Markt bzw. Wettbewerb wirke aber dennoch ein, weswegen die Waren zu ihrem „tatsächlichen Wert“ (Marx) verkauft worden sind. Was allerdings nur dann geschehen kann, wenn der Markt den tatsächlichen Warenwert auch zahlungskräftig geldlich vorhält. Nachdem das Unternehmen seine Arbeiter, Angestellten, den Handel, die Banken und seine Steuerlast brav bezahlt hat, bleibt etwas übrig, sein Gewinn. Alles im Lot an Tag 1 um 22 Uhr. Nun Tag 2, 6 Uhr morgens. Wir befinden uns bereits im Imperialismus, der sich durch „chronische Überakkumulation“ (Marx) bzw. durch einen chronischen „Investitionsnotstand“ (Handelsblatt, FAZ) auszeichnet. Die zahlungsfähige Nachfrage ist praktisch gesättigt; zwar läßt sich hier und da ein wenig Kapital neuinvestieren, aber längst nicht genug, um den gesamten Gewinn von Tag 1 in eine Ausweitung der Warenproduktion (Wachstum) zu investieren. Gestern war dies schöne Geld noch als zahlungsfähige Nachfrage auf dem Markt, heute nun fehlt es dort — zum Unglück des Kapitalisten klimpert es nutzlos in seinem Portemonnaie herum. Doch siehe da, hat Maggie Thatcher heute um 10 Uhr den Finanzmarkt dereguliert, und der nicht mehr in Warenproduktionen investierbare Gewinn kann jetzt ins Finanz-Casino der Spekulation getragen werden und so der einsetzenden Langeweile wehren. Aus potentiell warenproduzierendem Kapital ist Spielgeld geworden, das nun auf dem fernen Mond der Spekulation umhergeistert und so auch nicht mehr den Weg auf den irdischen Markt von Angebot und zahlungskräftiger Nachfrage von Waren findet: Des einen Spekulanten Freud ist des anderen Leid, auf diese Weise amüsiert man sich in einem fort. Das von Ernst Wolff beschriebene Problem sogar einer Beschädigung des weiterhin und noch warenproduzierenden Kapitals infolge von Spekulation tritt erschwerend hinzu. Der Abend und die Nacht von Tag 2 rücken heran, 22 Uhr. Nicht alle Waren konnten verkauft werden. Zahlungskräftige Nachfrage fehlte. Der Fehlbetrag in den Warenverkaufserlösen entspricht dem nichtinvestierten Gewinn vom Vortag. Nicht anders wäre es ausgegangen, hätte das Unternehmen seine Waren unter ihrem tatsächlichen Wert verkauft. Es hätte dann alle seine Waren zwar verkaufen können, das Loch in der Kasse wäre jedoch exakt das gleiche. Und so geht es Tag um Tag. Der Gewinn sinkt und sinkt, am Horizont winkt schon die Unternehmenspleite. Was bleibt den Unternehmen, dem Staat sowie sonstigen Körperschaften und Einzelpersonen dann anderes, als Schulden aufzunehmen. Und immer mehr Schulden! Schneller Rundflug zu Ende. Die Landung ist weich, ohne Crash, und als die Fluggäste den Gangway betreten, verstehen sie mit einem Mal, wie einfach und logisch das alles ist mit Warenproduktion, Kapital und dem diesen beiden eingeborenen Zwang, sich in einer Schuldenkrise selbst zu zerstören. Mit einem Kollateralschaden, der heutzutage in die Milliarden von Menschenleben zählen wird.

Was aber haben die kreditgebenden Banker von der sich auftürmenden und niemals mehr rückzahlbaren Verschuldung? Wie könnte sich diese jemals für sie auszahlen? Wenn schon nicht in geldlicher Form, so doch immerhin in Form von persönlicher Macht und Herrschaft. Denn ja, auch die Banker stehen am Ende immer mit dem Rücken an der Wand. Und genau damit wollen sie nun ein für allemal Schluß machen: Alle anderen sind es, die fortan und für immer mit dem Rücken an der Wand stehen sollen. Wie war das noch mit der NWO, dem CO2-basierten Weltfaschismus?

Das Kapital ist Niedergang, Zerstörung und Sklaverei. Was auf Raub (Privatsache) gegründet ist und sodann immer tiefer in Verschuldung, Abhängigkeit sowie in Selbstzerstörung versinkt, kann nicht gesund sein und ist grundlegend neu zu verfassen. Was studierte Wirtschaftsfachleute angeht, werden die allein deshalb schon nicht die Ideen zu einer Neuverfassung des Kapitals hervorbringen können, weil sie nicht die geringste Macht haben, irgendeine ihrer Vorstellungen dann auch durchzusetzen. Wer seine Vorstellungen nicht durchsetzen kann, entwickelt garnicht erst welche. Ja, zur Neuverfassung des Kapitals braucht es proletarische Räte. Allerdings sollten diese die in den Bereichen Recht und Bildung vorfindlichen nichtstalinistischen bzw. nichtsozialdemokratischen Angehörigen aus sonstigen gesellschaftlichen Schichten unterstützen, damit auch diese Bereiche sich unabhängig von zentralstaatlicher Einmischung und allein mithilfe von Räten selbst verwalten können. Weswegen hier auch Rudolf Steiners Ansatz entsprechend gegliederter und funktionell miteinander verbundener Räte erwägenswert erscheint, die sogenannte „soziale Dreigliederung“. Wie auch immer die Neuverfassung von Kapital und Gesellschaft aussehen wird – komme diese auf beschleunigt evolutionärem oder revolutionärem Wege – wird es sie allein unter der Federführung des Proletariats geben können. Die erste Frontlinie in der Schlacht um die Freiheit, und so folglich auch gegen das auf einen NWO-Weltfaschismus zusteuernde bürgerliche Dreigestirn aus zentralistischem Einheitsstaat, Sozialdemokratie und Kapital, bildet das weltweite Proletariat!

Diskussionen

2 Gedanken zu “Die ewige Leier vom Fehler im Geldsystem

  1. @zivilistin — Ja, sowat kommt von sowat: Das Finanzkasino kommt von der Warenwirtschaft. Selbstverständlich hat das Finanzkasino nichts mit Waren zu tun, das ist ein reines Wettbüro. Jenes die Warenwirtschaft sogar beschädigende Wettbüro ist Ausfluß der auf Menschenverachtung und Gewalt fußenden kapitalistischen Konzeption von Warenwirtschaft — Warenwirtschaft steht drauf, und Wettbüro ist drin. So ist es ja mit vielem. Zum Beispiel steht Diktatur des Proletariats drauf, ist aber Diktatur der Sozialdemokratie (realer Sozialismus) drin. Karl Marx ist hierfür übrigens nicht verantwortlich. Auch wenn viele dies nicht glauben wollen, war Marx nicht die Reinkarnation des Gesetzgebers Moses, sondern nur ein Mensch. Jeder einzelne bleibt also in der Pflicht, sich geistig regsam in das große Werk der Entwicklung einer praktikablen gesellschaftlichen Neuverfassung einzubringen. Denn eines genau ist Kapitalismus nicht: praktikabel.

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    Verfasst von Unbetreut denken | 17. Januar 2020, 22:36
  2. Man muß sich immer noch verschulden, wenn man das Kapital lesen will, bei Projekt Gutenberg nicht im Angebot, ein Skandal !

    Fehler IM Geldsystem, OK, auch interessant, maximale Verschuldung (> maximaler Zins) + Sicherheiten aus Sicht des Gläubigers immer wünschenswert, je mehr Rechte, desto mehr bleibt am Ende tatsächlich hängen.

    Ich bleibe aber der Meinung, daß der Fehler Geldsystem Ausmaße angenommen hat, die über Marx hinausgehen, dergestalt, daß die Finanzindustrie Rechte generiert und handelt, die weit über die Warenwirtschaft hinaus gehen.

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    Verfasst von zivilistin | 17. Januar 2020, 3:50

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