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Ist Michael Hudson ein Lügner? 

von Unbetreut denken

Kommentar zum Beitrag von Michael Hudson „Amerika eskaliert seinen ‚demokratischen‘ Erdöl-Krieg im Nahen Osten“ (siehe Beitrag in linkezeitung vom 11.01.2020) 

Ein jeder, der trotz des massenmedial zwar eifrig verheimlichten, aber mittlerweile dennoch weithin bekannt gewordenen Einsturzes des nicht von einem Flugzeug getroffenen dritten WTC-Gebäudes (WTC 7) den Vorfall 9/11 mit Flugzeugentführern erklärt, lügt alloffensichtlich. Aber Michael Hudson ist wenigstens ein ehrlicher Lügner, erklärt er mit seiner 9/11-These von den angeblich nun auch noch saudischen(!) Flugzeugentführern doch ganz offen und unverblümt, ein Lügner zu sein. Selbstverständlich lenkt dieser Schachzug nur von einer weit größeren Lüge ab. In Rede gestellt ist seine Behauptung, das Projekt eines Global Green New Deal, eines also CO2-basierten Weltfaschismus‘, sei nicht vom Weißen Haus getragen. Dieses auch als Neue Weltordnung (NWO) bezeichnete Projekt ist vom Weißen Haus vielmehr sogar initiiert; besser gesagt, von jenen informellen Kräften, welche den US-Imperialismus nun schon seit Generationen aus dem Hintergrund bzw. als sogenannter „Deepstate“ dirigieren, von jener in der wirtschaftlichen Ära des Monopolismus entstandenen und lange schon global dominierenden supranationalen Finanzoligarchie, die auch als „anglo-amerikanisch“ tituliert wird.

Jene Oligarchie zu verstehen, heißt, das Kapital zu verstehen, zu wissen, wovon es träumt, wenn es ganz mit sich allein ist. Marx, Engels und Lenin wußten um diese Träume. Es ist nicht schwierig zu wissen, warum das Kapital vom CO2-basierten Weltfaschismus, von seiner unbeschränkten Herrschaft, vom Ende aller Freiheit des Menschen träumen muß. Es ist ein für jeden leicht verständliches offenes Buch, das Kapital: Es ist nicht vom Wollen von irgendwelchen reichen Personen abhängig, vielmehr diktiert es solchen Personen seinen Willen. Es ist keine Person, sondern ein Metawesen, das aus Regeln und Handlungsanweisungen, aus simplen Algorithmen besteht, welche Marx „Bewegungsgesetze des Kapitals“ genannt hat. Und es ist dieses Metawesen selbst wiederum eine Hervorbringung eines Traums, einer Grundideologie, einer Vorstellung vom grundlegenden Aufbau der Welt und der in ihr wirkenden Kräfte. Hier die Rede vom Geist-Materie-Dualismus in manichäisch-katharischer Variante. Als dieser Traum im 12. Jahrhundert und erstmals im soeben erst voll erwachten nachantiken kristlichen Abendland geträumt wurde – von Bernhard von Clairvaux, seinen adligen Zisterziensermönchen und Tempelrittern – kam das Kapital darin noch nicht vor. Das, was sich uns Heutigen als Kapital vorstellt, nannten jene Alten „Gott“. Sie wollten diesem von ihnen selbst erfundenen, alles Menschliche und Naturhafte zutiefst geringschätzenden Gott gehorsam nach- und seine Regeln (Bewegungsgesetze) befolgen. Sie wußten nicht, daß dieser ihr Gott ein Teufel ist, ein Menschheitsvernichter, der eines Tages dann das Kapital werden würde. Richtig verstanden, so darf behauptet werden, sind Materialisten hoch spirituell; sie verstehen, daß jener Teufel vom wahren Gott, dem Alleserschaffer, beauftragt worden ist, die Menschenkinder in die Freiheit zu bringen. In etwas, das nicht geschenkt werden, sondern nur auf Leben und Tod erfochten werden kann. Hier der tiefere Sinn des Kapitals, es ist zu Überwindendes.

Überall auf der Welt trägt der Teufel den Beinamen „Vater der Lüge“. Womit wir wieder bei Herrn Hudson sind. Wie so viele seiner Art preist er den „Linkssozialismus“ — Nachtigall, ick hör‘ dir trappsen; dem Kapital sind Links und Rechts genau so scheißegal, wie der Teufel in der Not bekanntlich auch Fliegen frißt. Das Kapital läßt sich nicht mit hohlen politischen Worthülsen erfassen; vielmehr braucht es dazu Begriffe, die in konkreten Kontexten sich logisch aufeinander beziehen und mit anschaulich vorstellbaren Inhalten gefüllt sind. Hier sind sie: Das Kernproblem des Kapitals liegt in der Geistigkeit des Menschen, in dessen Freiheit. Diese können jederzeit Neues gebären, Technologien, Ideen, Bestrebungen, mit einem Worte: Veränderungswillen. Das Kapital fürchtet im Grunde nur zweierlei, Freiheit und Veränderung, zu letzterem insbesondere technologische und gesellschaftliche Innovation. Diese machen die Kalkulation von Profitraten unsicher; sie senken Warenpreise, letzteres zudem bei den Produktionsmitteln, was das mögliche Investitionsvolumen schmälert, somit die Kapitalverwertung erschwert bzw. den Wettbewerbsdruck erhöht; und sie vermindern die in der Gesamtheit von Warenproduktionen in unmittelbar händischer Form aufzuwendende Arbeitszeit, welche leider aber dem geldlichen Volumen an Profit proportional ist; was letzteres sich nur begrenzt durch Lohnsenkung ausgleichen läßt — und sodann Widerstand hervorrufen könnte, Unruhe, Streiks, sprich: Geldverlust. Kurzum findet das Kapital die Geistigkeit und den Veränderungswillen des Menschen Scheiße.

Erst mit diesem Wissen ist das Pferd richtig aufgezäumt, jetzt erst wird verständlich, was die US-Politik bzw. deren Drahtzieher um- und antreibt. Alle kapitalistische Politik muß konsequent auf die Zerstörung der Freiheit und des Veränderungswillens des Menschen zielen. Dies die Quintessenz der drei Bände von Marxens Kapital, ihre knappestmögliche Zusammenfassung.

Nun erst verstehen wir den tiefsten Grund, aus dem die „anglo-amerikanische“ supranationale Finanzoligarchie Rußland, China, den Iran und deren Verbündete angreifen und sich unterwerfen muß; warum sie die Kontrolle über die weltweite Energieförderung erlangen muß; warum sie allen Spielraum für zukünftige technologische Veränderung mittels eines CO2-basierten Global Green New Deal auf praktisch Null zurückdrängen muß. Die das Kapital als solches lebendig verkörpernde Oligarchie sieht sich zunehmend von unserer Geistigkeit, unserer Kreativität sowie von unserem Freiheits-, Selbstbehauptungs- und Veränderungswillen in ihrer Existenz bedroht. Die Armeen des Kapitals wehren sich nur. Mit dem Rücken an der Wand kämpft das Kapital sein letztes Gefecht. Was es enorm gefährlich macht. FAZIT: Die Neue Weltordnung bzw. der CO2-basierte und als Global Green New Deal verkaufte Weltfaschismus soll das Ende aller technologischen Entwicklung bringen, die totale Unterwerfung des menschlichen Geistes und Veränderungswillens unter die Totenstarre des Kapitals. „CO2-Reduktion für immer,“ ertönt der Schlachtruf des Kapitals! Dagegen der unsere: FREIHEIT! FREIHEIT! FREIHEIT!

Nachbemerkung: Möglicherweise ist Michael Hudson garkein Lügner. Er könnte ein paar Semester zuviel an der Uni verbracht haben. Böse Stimmen behaupten, ein einziges würde bereits Denkschäden verursachen. Vielleicht blickt Michael bloß nicht ganz durch. Deshalb nicht, weil es so schrecklich einfach ist mit dem Kapital.

Diskussionen

4 Gedanken zu “Ist Michael Hudson ein Lügner? 

  1. @Zivilistin — Genau richtig, Hudson erklärt den Imperialismus ohne das Kapital: genau falsch!☺️ Um es noch einfacher zu sagen — politisch-ökonomisches Geschehen im Kapitalismus darzustellen ohne das Kapital ist ganz schön fatal.

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    Verfasst von Unbetreut denken | 13. Januar 2020, 13:39
  2. Nein, Hudson ist kein Lügner. Aber das Kapital ist halt nicht sein Thema, nicht seines Lebens und nicht seines Beitrages.

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    Verfasst von zivilistin | 13. Januar 2020, 12:10
  3. Lieber „unbetreut denken“, du hast es ja am ende angesprochen. Michael Hudson versteht das Geldsystem nicht. Und zum 9//11 haben wir ja noch andere auffaellige Geister: Noam Chomsky. Auch er weigert sich, die realitaet anzuerkennen. Und so ist es auch mit Michael Hudson. Aber sein freund, Paul Craig Roberts, versteht es. Also die Chancen stehen nicht schlecht, dass es sich zum Guten entwickeln kann.

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    Verfasst von willi uebelherr | 13. Januar 2020, 7:20
    • Mit dem Geldsystem hat das alles überhaupt NICHTS zu tun. Das (deregulierte) Geldsystem ist lediglich ein Symptom der Krisenhaftigkeit des Kapitals als solches, speziell ein Versuch, chronische Überakkumulation (in bürgerlichem Terminus: Investitionsnotstand) zu umgehen. Daß dies allein den mächtigsten Fraktionen des Kapitals auf Kosten der weniger mächtigen sowie auf Kosten der Allgemeinheit gelingt (wie z.B. Ernst Wolff dies herausarbeitet), heißt nicht, daß mit der Beseitigung des Symptoms auch dessen Ursache beseitigt wäre, nämlich eben die in der grundlegenden Konzeption des Kapitals liegende Krisenhaftigkeit. Es geht leider kein Weg an einer Wurzelbehandlung vorbei.

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      Verfasst von Unbetreut denken | 13. Januar 2020, 13:49

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