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Ausland, Naher Osten

Die erschreckende Zunahme der Narrative des Zombie-Staats

von Craig Murray – https://www.theblogcat.de

Das herrschende Establishment hat aus dem Debakel mit den irakischen Massenvernichtungswaffen eine tiefgreifende Lektion gelernt. Die Lektion, die sie gelernt haben, ist nicht, dass es falsch ist, ein ganzes Land auf der Grundlage von Lügen anzugreifen und zu zerstören. Diese Lektion haben sie nicht gelernt, trotz der Tatsache, dass die Westmächte jetzt eifrig die irakische schiitische Mehrheitsregierung angreifen, die sie selbst installiert haben, wegen des Verbrechens, eine schiitische Mehrheitsregierung zu sein.

Nein, die Lektion, die sie gelernt haben, lautet: Niemals zugeben, dass sie gelogen haben, niemals zugeben, dass sie falsch lagen. Sie sehen die geisterhafte, wachsartige Visage von Tony Blair umherwandern, stinkreich, aber weniger beliebt als eine Epstein-Geburtstagsfeier, und sie erkennen, dass es keine gute Berufswahl ist, weithin als lügender Massenmörder anerkannt zu werden. Sie haben gelernt, dass der Fehler darin besteht, dass das Establishment die Lügen jemals zugeben muss.

Das Establishment musste eine bestimmte Menge an kollektiver Selbstgeißelung über die nicht existierenden irakischen Massenvernichtungswaffen durchführen, mit denen sie den Tod und die Verstümmelung von Millionen von Menschen herbeiführt haben. Nur wenige Ausreißer, wie die seltsame Melanie Phillips, behaupten noch immer, dass die Massenvernichtungswaffen wirklich existierten, und ihr Motiv war so offensichtlich, dass sie jede Ausrede für die Tötung von Muslimen unterstützt, so dass niemand darauf achtete. Ihre permanenten Zugangsberechtigung für die BBC wurde aktualisiert. Aber im Großen und Ganzen akzeptierte jeder, dass die irakischen Massenvernichtungswaffen eine Fiktion gewesen waren. Die Mainstream-Medien Blair/Bush Anhänger wie Cohen, Kamm und Aaronovitch wechselten zu dem Argument, dass, selbst wenn es keine Massenvernichtungswaffen gäbe, der Irak auf jeden Fall besser dran sei, weil er so viele Menschen getötet und seine Infrastruktur zerstört habe.

Diese Situationen werden nun dadurch vermieden, dass die Sicherheitsdienste erkennen, dass sie in Zukunft nur noch frecher sein müssen. Die einfache Wahrheit der Sache – und es ist eine Wahrheit – ist diese: Wenn heute die Situation mit den Massenvernichtungswaffen im Irak eingetreten wäre und die Sicherheitsdienste beschließen, sich so schamlos zu verhalten und zu behaupten, dass die Massenvernichtungswaffen tatsächlich gefunden wurden, dann gäbe es keine Mainstream-Medien, die ihnen widersprechen würden.

Die Geheimdienst-Klitsche Bellingcat würde einige Fotos von großen Raketen veröffentlichen, die in den Sand gelegt wurden. Die Washington Post, der Guardian, die New York Times, die BBC und CNN würden diese Bilder neu veröffentlichen und verstärken und die offiziellen Erklärungen von Regierungssprechern kopieren und einfügen. Robert Fisk würde an den Tatort kommen und einige Augenzeugen interviewen, die gesehen haben wie die Raketen platziert wurden, und er würde als seniler alter Mann verspottet werden. Seymour Hersh und Peter Hitchens würden Whistleblowers interviewen und von ihren Kollegen gemieden und im Äther nicht zugelassen werden. Blogger wie ich würden als verrückte Verschwörungstheoretiker oder bezahlte russische Agenten verspottet werden, wenn wir die Bellingcat-„Beweise“ in Zweifel ziehen. Wikipedia würde rücksichtslos jede alternative Erzählung als aus unzuverlässigen Quellen stammend verwerfen. Die Integrity Initiative, die 77. Brigade, das GCHQ und ihre US-amerikanischen Pendants würden das Narrativ „Irakische Massenvernichtungswaffen gefunden“ über die sozialen Medien verbreiten. Mad Ben Nimmo vom Atlantic Council würde in seiner Rolle als Facebook Hexenaufspürer-General überall abweichende Berichte verbieten.

Möchte jemand ernsthaft bestreiten, dass die Abwesenheit irakischer Massenvernichtungswaffen heute, 16 Jahre später, so gehandhabt werden würde?

Wenn Sie daran zweifeln wollen, dann schauen Sie sich die offensichtlich gefälschte Geschichte der Chemiewaffenangriffe der syrischen Regierung auf Douma an. Die auf Bellingcat veröffentlichten Bilder von improvisierten Chlorgas-Raketen waren von Anfang an offensichtlich gefälscht. Erinnert euch, dass diese Rakete angeblich durch zehn Zentimeter massiven, stahlverstärkten Beton geschlagen sein soll.

Wie ich im Mai vergangenen Jahres berichtet habe, ist es kaum überraschend, dass die Ingenieur-Experten, die von der Organisation zum Verbot von Chemiewaffen (OPCW) an den Tatort geschickt wurden, diese Story nicht geschluckt haben.

 Einschätzung

32. Zu diesem Zeitpunkt kann das FFM Ingenieurs-Sub-Team nicht sicher sein, dass die jeweiligen Zylinder vor Ort das Ergebnis eines Flugzeugabwurfs sind. Die Ausmaße, Charakteristika und das Aussehen der Zylinder und das Umfeld des Vorfalls stimmen nicht mit dem überein, was man nach einem Flugzeugabwurf erwarten würde. In jedem Fall stellt die angebotene alternative Hypothese die einzig plausible Erklärung für die Beobachtungen vor Ort dar.

33. Zusammengefasst, die Beobachtungen an den beiden Tatorten, zusammen mit der folgenden Analyse, deuten darauf hin, dass es wahrscheinlicher ist, dass beide Zylinder mit der Hand an den beiden Orten platziert wurden, anstatt von einem Flugzeug.

Dass ihre Ergebnisse absichtlich nicht in den OVCW-Bericht aufgenommen wurden, ist in der Tat sehr beunruhigend. Noch beunruhigender war der unbestreitbare Beweis, der sich durch die Whistleblower der OPCW abzuzeichnen begann, dass die Toxikologieexperten einstimmig der Meinung waren, dass die Getöteten nicht an einem Chlorgasangriff gestorben waren. Das Protokoll der OPCW-Toxikologiesitzung muss man wirklich vollständig lesen
https://www.craigmurray.org.uk/wp/wp-content/uploads/2020/01/actual_toxicology_meeting_redacted.pdf

Die Highlights sind:

„In den Umwelt- oder Bioproben wurden keine Nervengase festgestellt“

„Die Experten stimmten in ihren Schlussfolgerungen überein, dass es zwischen den Symptomen und der Chlorgasexposition keinen Zusammenhang gibt“

Ich lege euch wirklich nahe, auf den obigen Link zu klicken und das ganze Protokoll zu lesen. Insbesondere ist es unmöglich, dieses Protokoll zu lesen und nicht zu verstehen, dass die Toxikologie-Experten glaubten, dass die Leichen dort platziert und in Position gebracht worden waren.

„Die Experten waren auch der Meinung, dass die Opfer sich kaum in Stapeln im Zentrum der jeweiligen Appartements versammelten, in so kurzer Distanz vor einer Flucht vor einem toxischen Chlorgas hin zu viel reinerer Luft.“

De Toxikologie-Experten glauben also ganz einfach, dass die Leichenstapel inszeniert waren, und die Ingenieur-Experten glaubten ganz einfach, dass die Zylinderbomben inszeniert worden waren. Doch gegen den direkten Beweis ihrer eigenen Experten veröffentlichte die OPCW einen Bericht, der den gegenteiligen Eindruck vermitteln konnte – oder zumindest von den Medien als gegenteiliger Eindruck dargestellt werden konnte.

Wie ist die OPCW dann dazu gekommen? Das OPCW-Sekretariat ist, das ist für eine internationale Organisation eher ungewöhnlich, fest in der Hand westlicher Staaten, da es ein Tätigkeitsfeld abdeckt, das für die politischen Eliten der Entwicklungsländer nicht von großem Interesse ist und viele Positionen ein hohes Maß an fachlicher Qualifikation erfordern. Zum Zeitpunkt der Douma-Untersuchung war es auch im Begriff, einen Wechsel des Generaldirektors vorzunehmen, wobei der entschieden franquistische spanische Diplomat Fernando Arias den Posten des Generaldirektors übernahm und der französische Diplomat Sebastian Braha die Operation als Kabinettschef des Generaldirektors in enger Zusammenarbeit mit den US-Sicherheitsdiensten effektiv leitete. Braha ordnete einfach die Entfernung der Gutachten über Technik und Toxikologie an, und seine Eigenmächtigkeiten funktionierten, zumindest bis die Whistleblower begannen, die Wahrheit über Braha als schleimigen, korrupten, lügenden Kriegshetzer zu enthüllen.

„…Und bitte entfernen Sie alle Spuren, wenn es welche gibt, über die Annahme/Speicherung/was auch immer im DRA.“

FFM steht hier für Fact Finding Mission und ODG für Office of the Director General. Nachdem ich viele persönliche Erfahrungen im Umgang mit französischen Diplomaten hatte, würde ich behaupten, dass die unerträgliche Arroganz der Anweisungen Brahas genau das ist, was man erwarten sollte. Französische Diplomaten als Klasse sind ein bemerkenswert schrecklicher und elitärer Haufen. Braha hat keine Skrupel, einfach das Gewicht des Büros des Generaldirektors zu benutzen und zu versuchen, Henderson unter Druck zu setzen.

Wir sehen jetzt, wie es der OPCW gelang, einen Bericht zu erstellen, der das Gegenteil der Wahrheit war. Ian Henderson, der OPCW-Ingenieur, der den Tatort besucht hatte und zu dem Schluss kam, dass die „Zylinderbomben“ Fälschungen seien, war plötzlich von der „fact finding mission“ ausgeschlossen worden, als diese auf eine „Kerngruppe“ reduziert wurde – unter Ausschluss aller Ingenieure (und vermutlich Toxikologen), die versuchen würden, unbequeme Fakten in den Bericht einzufügen.

„In meinem Fall war ich an drei Orten (oder vier, wenn man die Endlagerung der beiden Objekte hinzurechnet) und schrieb zwei Berichte für den ersten Zwischenbericht. Ich hatte auch die Aufgabe, zu dem Bericht ‚Tatort und Munition‘ beizutragen. Ich war der einzige Metallurge im Team, und der einzige chemische Ingenieur mit Erfahrungen im Design von Druckbehältern und in Ballistik (durch einen Hintergrund in R&D in Artillerie und Verteidigung). Ich hoffte daher, etwas nützlichen Input liefern zu können. Ich wurde jedoch, wie ich Ihnen und zuvor HOPB, DOI und ODG erklärt habe, aus irgendwelchen Gründen von folgender Arbeit ausgeschlossen, weil ich kein ausgewähltes Mitglied des ‚Kernteams‘ war.

Ich dachte, ich sollte das vorher mit Ihnen informell diskutieren, denn ich weiß, dass es (aus mir unbekannten Gründen) in der Angelegenheit sensible Punkte gibt.“

Frankreich beteiligte sich natürlich neben den USA und Großbritannien an den Raketenangriffen gegen syrische Regierungspositionen als Reaktion auf die nicht vorhandenen Chlorgasangriffe von Douma. Ich gehörte zu denjenigen, die vom ersten Tag an argumentiert hatten, dass das Douma-Narrativ des Westens von Natur aus unwahrscheinlich sei. Die Douma-Enklave, die von extrem dschihadistischen, westlichen und saudischen Streitkräften, die mit ISIL verbündet sind, gehalten wurde, stand ohnehin kurz vor dem Fall. Die syrische Regierung hatte keinen möglichen militärischen Vorteil zu gewinnen, indem sie sie mit zwei kleinen, improvisierten chemischen Waffen angriff, und viel zu verlieren, wenn es darum ging, internationale Vergeltungsmaßnahmen zu provozieren.

Dass die Folgen des vorgetäuschten Douma-Vorfalls viel weniger weitreichend waren, als sie hätten sein können, ist ganz und gar dem gesunden Menschenverstand von Donald Trump zu verdanken (und es tut mir leid, wenn euch das nicht gefällt, aber es ist wahr). Trump neigt zum Isolationismus, und das gefälschte „Russia-Gate“-Narrativ, das von hochrangigen Vertretern seiner Sicherheitsdienste gefördert wurde, hatte ihn zu einer starken Skepsis gegenüber diesen geführt. Daher weigerte er sich, gegen die vereinte Überzeugung der Falken, auf den „Angriff“ von Douma mit mehr als schnellen und begrenzten Raketenschlägen zu reagieren. Ich habe keinen Zweifel daran, dass das Ziel der False Flag darin bestand, die USA zu einer vollständigen Regimewechseloperation zu drängen, indem man Beweise fälschte, dass eine erklärte rote Linie für den Einsatz chemischer Waffen überschritten wurde.

Es besteht kein Zweifel, dass Douma eine False Flag war. Die dokumentarischen Beweise der OPCW und der Whistleblower sind überwältigend und unwiderlegbar. Zusätzlich zu den beiden Whistleblowern, über die Wikileaks und die Courage Foundation ausführlich berichtet haben, hat der gefürchtete Peter Hitchens seine eigenen Whistleblower innerhalb der OPCW, die durchaus unterschiedliche Personen sein können. Es ist auch sehr unterhaltsam und erhellend, Hitchens‘ Verriss von Bellingcat zu diesem Thema zu lesen.

(Bellingcat („Klingelkatze“) oder Wachhund für das Establishment“)

https://hitchensblog.mailonsunday.co.uk/2019/11/my-response-to-the-bellingcat-attempt-to-spin-away-the-devastating-implications-of-the-opcw-douma-leak-i-have.html

Aber es gibt viel tiefere Fragen über die False Flagge von Douma. Töteten die Dschihadisten selbst die „Chloropfer“ zur Zurschaustellung oder waren es nur Leichen aus den allgemeinen Kämpfen? Die Weißhelme waren zusammen mit dem Dschihadisten-Hauptquartier in Douma platziert und waren an der Herstellung und Verbreitung der falschen Beweise beteiligt. Inwieweit waren die Regierungen Großbritanniens und der USA an der Vorbereitung der False Flags beteiligt? Dass westliche Regierungen, auch durch die Weißhelme und ihre Männer bei der OPCW, offensichtlich versuchten, diese False Flag zu propagieren, massiv zu verbreiten und daraus Kriegskapital zu schlagen, ist unbestritten. Aber waren sie an der tatsächlichen Schaffung der falschen Szene beteiligt? Haben der MI6 oder die CIA diese False Flag durch die Weißhelme oder die von Saudi-Arabien unterstützten Dschihadisten initiiert? Das ist unbewiesen, aber für mich sehr wahrscheinlich. Bemerkenswert ist auch das zeitliche Zusammentreffen der Enthüllung der Beweise für die False Flag von Douma und des Todes von James Le Mesurier.

Lasst mich nun zum Ausgangspunkt zurückkehren. Weder die New York Times, die Washington Post, BBC, der Guardian oder CNN – die alle sehr ausführlich über den chemischen Angriff des Douma als eine echte Gräueltat der syrischen Regierung berichteten und ihn als Leitartikel für die westliche Militärintervention in Syrien nutzten – keiner von denen hat zugegeben, dass sie sich geirrt haben. Keiner hat eine substanzielle Rücknahme oder Korrektur herausgegeben. Keiner hat ausführlich und unvoreingenommen über die überwältigenden Beweise für ein falsches Vorgehen innerhalb der OPCW berichtet.

Dies sind wahrlich gruselige Zeiten.

Im nächsten Bericht werde ich darüber nachdenken, wie das Establishment ähnliche Lügen über die Russlandfeindliche Agenda verbreitet und sich weiter an entkräfteten Narrativen über die E-Mails des DNC und von Podesta festhält, und über das Steele Dossier und über die Skripals.

https://www.craigmurray.org.uk/archives/2020/01/the-terrifying-rise-of-the-zombie-state-narrative/amp/

https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/zombie-staat-02-01-2020/

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