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Ausland, Europa

Den Normandie-Gipfel von Paris verstehen – eine kurze Analyse

von  Saker – https://www.theblogcat.de

Als Erstes müssen wir uns daran erinnern, was jeder Teilnehmer sich von dem Gipfel erwartete. Hier eine kurze Zusammenfassung dessen was ICH denke (nicht was SIE offiziell von sich geben), was ihre Ausgangsposition war:

Zelenskiis Hauptgedanke: Eine „flexible Herangehensweise“ an die Minsker Abkommen

– Keine direkten Verhandlungen mit LDNR (Anm.d.Ü.: die beiden Volksrepubliken Luhansk und Donezk)

– Kein Sonderstatus

– Ukrainische Kontrolle über die Grenze zu Russland

– Entwaffnung der LDNR-“Milizen“

– Abzug aller fremden Streitkräfte (er meint die russischen Streitkräfte, auch wenn die gar nicht dort sind!)

– Schaffung einer „kommunalen Polizei“

– Wahlen unter ukrainischer Kontrolle

Putins Hauptgedanke: „Die Minsker Abkommen können nicht verändert werden“

– Kiew muss mit LDNR verhandeln

– In der ukrainischen Verfassung muss ein Sonderstatus für LDNR enthalten sein

– Die Kontrolle über die Grenze zwischen LDNR und Russland wird erst ganz am Ende der vollen Umsetzung der Minsker Abkommen übergeben werden

– Keine ukrainischen Streitkräfte innerhalb der LDNR, auch nicht unter dem Vorwand einer „kommunalen Polizei“

– Völlig freie Wahlen unter internationaler Aufsicht

Merkels Hauptgedanke: „Deutschland braucht das russische Gas und Zugang zum russischen Markt“

– Aus wirtschaftlicher Sicht braucht Deutschland eine Lösung des Konflikts

– Aus politischer Sicht muss Merkel die Verhandlungsposition der Ukraine unterstützen und sie stimmt zu, dass die Minsker Abkommen „flexibel“ gehandhabt werden müssen

Macrons Hauptgedanke: „Frankreich als Ganzes und Macron persönlich braucht einen Deal mit Russland“

– Macron hat mit einer extrem ernsten, inneren Krise zu tun; er muss den russischen Markt für französische Produkte wieder öffnen und das als großen Erfolg verkaufen.

– Macron erkennt, dass die USA Europa verlieren und er will sich die „Lösung“ des Konfliktes als persönlichen Verdienst anheften und zeigen, dass er und Frankreich – nicht Merkel und Deutschland –die wahren Führer Europas sind.

Und am Ende das, worauf sie sich offensichtlich bereits vor dem Gipfel geeinigt hatten:

– Einen allgemeiner Waffenstillstand

– Einen Gefangenenaustausch

Und jetzt, nach all den verbalen Äußerungen, Kommentaren, Antworten an Journalisten usw. – hier nun das, worauf man sich tatsächlich geeinigt hat [Hervorhebungen vom Saker]:

Der Paris „Normandie“ Gipfel – Gemeinsame vereinbarte Schlussfolgerungen

Der Präsident der Französischen Republik, die Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, der Präsident der Russischen Föderation und der Präsident der Ukraine sind heute in Paris zusammengekommen.

Die Minsker Abkommen (Minsker Protokoll vom 5. September 2014, Minsker Memorandum vom 19. September 2014 und Minsker Maßnahmenpaket vom 12. Februar 2015) bilden weiterhin die Grundlage für die Arbeit des Normandieformats, dessen Mitgliedsstaaten sich zu ihrer vollständigen Umsetzung verpflichten.

Sie betonen ihren gemeinsamen Wunsch nach einer nachhaltigen und umfassenden Architektur des Vertrauens und der Sicherheit in Europa auf der Grundlage der OSZE-Prinzipien, für die die Beilegung des Konflikts in der Ukraine einer von mehreren wichtigen Schritten ist.

Auf dieser Grundlage entscheiden sie über Folgendes:

1. Sofortmaßnahmen zur Stabilisierung der Situation im Konfliktgebiet

Die Seiten verpflichten sich zu einer vollständigen und umfassenden Umsetzung des Waffenstillstands, verstärkt durch die Umsetzung aller erforderlichen Unterstützungsmaßnahmen für den Waffenstillstand, vor Ende des Jahres 2019.

Sie werden die Entwicklung und Umsetzung eines aktualisierten Minenräumungsplans auf der Grundlage des Beschlusses der trilateralen Kontaktgruppe über Minenräumaktivitäten vom 3. März 2016 unterstützen.

Sie werden eine Vereinbarung innerhalb der trilateralen Kontaktgruppe über drei zusätzliche Disengagement Areas (Beobachtergebiete) unterstützen, mit dem Ziel, Kräfte und Ausrüstung bis Ende März 2020 zurückzuziehen.

Sie ermutigen die trilaterale Kontaktgruppe, die Freilassung und den Austausch von konfliktbezogenen Häftlingen bis Ende des Jahres zu erleichtern, und zwar auf der Grundlage des Grundsatzes „alle für alle“, beginnend mit „alle Identifizierten für alle identifizierten“, unter der Voraussetzung, dass internationalen Organisationen, einschließlich des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), uneingeschränkter und bedingungsloser Zugang zu allen inhaftierten Personen gewährt wird.

Sie werden sich dafür einsetzen, dass innerhalb der trilateralen Kontaktgruppe innerhalb von 30 Tagen eine Vereinbarung über neue Grenzübergänge entlang der Kontaktlinie getroffen wird, die in erster Linie auf humanitären Kriterien beruht.

Sie erinnern daran, dass die Sonderbeobachtermission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa in der Ukraine (SMM) in der Lage sein sollte, alle Möglichkeiten des Mandats vom 21. März 2014 zu nutzen und in der gesamten Ukraine einen sicheren und gesicherten Zugang zu haben, um ihr Mandat vollständig auszuführen.

2. Maßnahmen zur Umsetzung der politischen Bestimmungen der Minsker Abkommen

Die Seiten bekunden ihr Interesse daran, sich innerhalb des Normadieformats (N4) und der trilateralen Kontaktgruppe auf alle rechtlichen Aspekte der Sonderordnung der lokalen Selbstverwaltung – Sonderstatus – bestimmter Gebiete der Regionen Donezk und Luhansk – wie im Maßnahmenpaket zur Umsetzung der Minsk-Abkommen ab 2015 beschrieben – zu einigen, um ihr dauerhaftes Funktionieren zu gewährleisten.

Sie halten es für notwendig, die „Steinmeier-Formel“ in die ukrainische Gesetzgebung aufzunehmen, und zwar in der von der N4 und der trilateralen Kontaktgruppe vereinbarten Fassung.

3. Nachverfolgung

Sie ersuchen ihre Außenminister und politischen Berater, die Umsetzung der getroffenen Vereinbarungen zu gewährleisten, und kommen überein, innerhalb von vier Monaten eine weitere Sitzung in dieser Form über die politischen und sicherheitspolitischen Bedingungen, unter anderem für die Durchführung der Kommunalwahlen, abzuhalten.

Quellehttps://www.elysee.fr/emmanuel-macron/2019/12/09/paris-normandie-summit.en

*

Sieht für mich ganz logisch aus, dennoch will ich meine persönliche Reaktion darüber äußern, was als Nächstes geschieht.

Lasst uns das in einfacher Sprache zusammenfassen. Zunächst die tatsächlichen Resultate:

– Es könnte einen Waffenstillstand geben

– Es könnte einen Gefangenenaustausch geben

– Es könnte in Zukunft weitere Gespräche geben

Als Nächstes das, was nochmals bestätigt wurde:

– Die Minsker Abkommen sind der einzige Ausweg und können nicht verändert werden

– Die Steinmeier-Formel ist der einzige Ausweg und kann nicht verändert werden

Nochmals, ich denke, dass das Ergebnis ziemlich offensichtlich ist:

– Zelenskii hat nichts erreicht

– Merkel hat nichts erreicht

– Macron hat ein wenig erreicht

– Putin hat sich durchgesetzt

Wirklich – so einfach ist das.

Und das war auch vollkommen vorhersehbar. Zelenskii hatte von Anfang an keine Chance: Die Ukronazis haben ihn erfolgreich vollkommen gelähmt; d.h., unter der Annahme, dass er je etwas erreichen wollte (ich denke, dass er das wollte). Die Wahrheit ist, dass JEDES sinnvolle Ergebnis von den Ukronazis (eine Minderheit in der Ukraine, aber eine sehr gut bewaffnete und rücksichtlose) als ein „Verrat“ interpretiert würde, was einem Coup zum Sturz von Zelenskii auslösen würde (das ist nicht meine persönliche Meinung, das ist das, was die Nazi-Hohlköpfe selbst bei mehreren Gelegenheiten versprochen haben).

Merkel ist alt, krank und ehrlich gesagt sieht sie aus, als würde sie auf dem letzten Loch pfeifen. Nebenbei bemerkt hat sie sich ihren Industrie- und Geschäftsbossen bereits gebeugt, die NordStream 2 und ein Ende der Sanktionen verlangt haben (mehr dazu unten). Von den vier anwesenden Führern war Merkel eh nur noch pro forma dabei. Die Wahrheit ist, dass Deutschland endlich aus seinem den USA geschuldeten Koma erwacht und der Realität ins Auge blickt.

Macron hat verschiedene Dinge erreicht: Er sah sehr „staatsmännisch“ aus und darf behaupten, der Gipfel war ein Erfolg (nun, natürlich haben das alle Seien behauptet, aber bei Zelenskii und Merkel waren das nur Worte und Schadensbegrenzung). Darüber hinaus hat er eine sehr willkommene Ablenkung von seinen riesigen internen Probleme bekommen. Aber das Wichtigste: Er hat Merkel völlig in den Schatten gestellt, die alt ist, in ihren eigenen Fehlern gefangen ist und nur noch „aus dem letzten Loch pfeift“).

Was Putin anbelangt: Ich denke nicht, dass er irgendwelche Illusionen hatte (aus offensichtlichen Gründen verstehen Russen die Ukraine besser als jeder andere). Noch dazu glaube ich, dass es ihm nicht so wichtig war. Warum?

Obwohl zu Beginn der Euromaidan-Putsch für Russland eine riesige Krise war, jetzt ist das nicht mehr so. Ja, Russland kann es sich tatsächlich leisten, eine „abwartende“ Haltung einzunehmen: Das AngloZionistische Imperium kackt ab, die EU kackt ab, die Ukraine kackt ab. Aber Russland geht es ganz gut, Dankeschön, und die Zeit spielt für sie. Warum?

Erstens hat Russland einen enormen Kurswechsel unternommen, nach Jahrhunderten auf Europa fokussierte Politik. Russland hat sich nun dem Süden zugewandt (Lateinamerika, Afrika, dem asiatische Subkontinent) und – vor allem – dem Osten und China. Beispielsweise beginnt Russland gerade damit, Erdgas durch sein enormes „Power of Siberia“-Projekt zu pumpen. Aus wirtschaftlicher Sicht ist für Russland nur Deutschland wichtig (nicht einmal lebenswichtig) und Russland wird von Deutschland bekommen was es will (NS2 natürlich, aber nicht nur das).

Zweitens kann Russland gut mit den Sanktionen leben, und ja, die russische Landwirtschaft (Agroindustrie) hofft, dass die Sanktionen bestehen bleiben. In Wahrheit gibt es jede Menge Bereiche in der russischen Wirtschaft, denen es Dank dieser Sanktionen richtig gut geht, denn das hat Russland buchstäblich zu Reformen gezwungen.

Das ist ironisch, aber die russische Nation ist den Führern des AngloZionistischen Imperiums sehr dankbar, die mit ihren Sanktionen die schlimmsten Aspekte der russischen Mitgliedschaft in der WTO oder ihrer Integration in die von den USA kontrollierten politischen, finanziellen und wirtschaftlichen Strukturen abgeschwächt haben.

Schließlich ist es ziemlich klar, dass die Ukraine den Krieg gegen die LDNR verloren hat, und dass OHNE offensichtliche russische Intervention. Das bedeutet, dass Putins ursprüngliche Entscheidung, NICHT zu intervenieren, die richtige war.

Was die Ukraine betrifft, so ist sie im Grunde genommen fertig. Genau wie Zelenskii, übrigens. Für ihn war die einzige Chance, etwas zu erreichen, die Neonazis frontal zu bekämpfen und die Unterstützung zu nutzen, die die überwiegende Mehrheit der Ukrainer ihm gab. Das hat er nicht getan. Er ist wahrscheinlich der Posterboy für die Konzepte „Scheitern“ und „Verlierer“, aber in aller Fairness ihm gegenüber, er hatte wahrscheinlich nie eine Chance.

Gab es also irgendetwas Gutes an diesem Gipfel?

Sicher, einige Leute werden wahrscheinlich noch vor Ende des Jahres ausgetauscht werden und alle Seiten haben sich auf mehr Gespräche geeinigt.

Das ist nicht viel, aber es ist das Beste, was man realistisch erwarten kann.

Was ist also NICHT passiert?

– Keine Einigung über Gas (offiziell nicht auf der Agenda, aber in aller Munde)

– Kein vollständiger Rückzug der Kräfte an der Kontaktlinie

Fazit 1 – Die große Frage: Was werden die Nazis als nächstes tun?

Offensichtlich werden die Nazis, die etwa 15, vielleicht 20 Prozent der Bevölkerung repräsentieren, ihre Bemühungen fortsetzen, Zelenskii und seine Pläne zu zerstören. Obwohl Zelenskii so ziemlich allen ihren Forderungen nachgab, hängt ihr politisches Überleben von der Schaffung und Aufrechterhaltung einer Krise ab. Sie sind sich voll bewusst, dass etwa 80 Prozent der Ukrainer kategorisch gegen ihre Ideologie sind, wenn sie also nicht durch eine Wahl bekommen, was sie wollen, dann ist die Kugel logischerweise ihre einzige Wahl. Und, täuscht euch da nicht, sie riskieren viel. Was riskieren sie? Nun, für den Anfang riskieren sie, alle ihre Einnahmequellen zu verlieren, sie riskieren, ihre US-Bosse zu enttäuschen, sie riskieren, verfolgt und für lange Gefängnisstrafen eingesperrt zu werden, und sie riskieren sogar ihr Leben (durch den Staat oder durch Lynchjustiz). Das wissen sie ganz genau. Aber das ist nicht einmal das Wichtigste. Was am wichtigsten ist, ist das hier:

Die Ukraine war eine russophobe Chimäre, die vom Papsttum geschaffen und von ALLEN nachfolgenden europäischen Regimen, Herrschern und Mächten unterstützt wurde. Der Putsch der Euromaidaner markierte den Höhepunkt dieser Ideologie. Von nun an geht es nur noch bergab, nicht weil das ukrainische Volk sich plötzlich alle in seine russischen Wurzeln oder in Putin verliebt hat (obwohl letzteres fragwürdig ist), sondern weil diese Ideologie der Ukraine nichts als Tod, Leid, Schande und erbärmliches Versagen gebracht hat. Ich hörte Sergej Kurginian (einen sehr klugen, wenn auch umstrittenen, russischen Experten), der erklärte, dass das, was wir heute in der Ukraine sehen, kein Staat ist, es ist das, was er die „Illusion der Staatlichkeit“ nannte. Er liegt genau richtig und ich kann ihm nur zustimmen.

Fazit 2: Die Ukraine wird zerfallen.

Sag niemals nie, richtig? Und es kommt zu dramatischen Wendungen. Manchmal sogar Wunder. Aber ich persönlich habe das Gefühl, dass die Ukraine auseinanderbrechen wird. Die LDNR wird sich Russland anschließen, die Westukraine wird entweder von ihren westlichen Nachbarn absorbiert werden, wenn nicht politisch, dann zumindest wirtschaftlich. Dass die Westukraine sogar der NATO beitreten könnte. Was mit der südlichen und nord-zentralen Ukraine passieren wird, ist schwer vorherzusagen, aber die geostrategischen Realitäten sind das, was sie sind, ihre beste Chance ist es, eine neutrale Brücke zwischen der EU und dem russischen Zivilisationsbereich (RF, Belarus, Kasachstan usw.) zu werden. Klingt extrem? Lasst mich dann meine Gründe erklären:

Eine einheitliche Ukraine innerhalb ihrer offiziellen Grenzen wird nie wieder vorkommen, denn die LDNR wird nie wieder zustimmen, von Kiew regiert zu werden. Sicher, eine vorgetäuschte Integration, in der die LDNR Teil einer Art konföderierter Ukraine ist, war wahrscheinlich bis heute möglich, aber jetzt ist dieser Zug offenbar abgefahren.

Selbst in der Rumpf-Ukraine (ohne LDNR und Krim) sind die wahren Neonazis eine kleine Minderheit, die eng mit den westlichen Provinzen der Ukraine verbunden ist, die von Stalin der Ukraine hinzugefügt wurden (der russische Kommunist erinnert sich nicht gerne daran, ebenso wenig wie er sich gerne daran erinnert, dass sein Held Lenin derjenige war, der der Ukraine ihre Staatlichkeit verliehen hat). Mit anderen Worten, historisch gesehen ist die einzige echte russophobische Ukraine die Westukraine, ein viel VIEL kleineres Stück Land. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die südlichen und zentralen Regionen der Rumpf-Ukraine akzeptieren werden, von „zapadentsy“ („западенцы“ bedeutet „Westler“) Banderiten regiert zu werden.

Die Westukraine ist eher arm, unterentwickelt und ländlich/landwirtschaftlich geprägt. Im Gegensatz dazu war die Südukraine dank vieler fortschrittlicher Industrien (sie bauten sogar Flugzeugträger!) immer recht reich und hat kulturell gesehen absolut nichts mit den „zapadentischen“ Schwachköpfen gemein (schon deshalb, weil die Südukraine eine fantastische Mischung von Nationalitäten und Religionen ist!).

Was Kiew betrifft, das historisch als „Mutter der russischen Städte“ bezeichnet wird, so wird sie wahrscheinlich Schauplatz eines gewaltigen Kampfes zwischen den Neonazis und dem Rest des ukrainischen Volkes werden, aber am Ende wird sich die historische Realität durchsetzen und sie wird sich unweigerlich in irgendeiner Form dem russischen Zivilisationsbereich anschließen.

Es kommt vor, dass eine Trennung wahrscheinlich das beste realistische Ergebnis ist (ich habe hier im Detail erklärt, warum: https://thesaker.is/the-case-for-the-breakup-of-the-ukraine/ ).

Fazit 3: Warum die Ukraine tot ist

Betrachten Sie die Ukraine als einen menschlichen Körper, der von einem bösartigen Tumor befallen ist. Dieser Tumor ist die russophobe Ideologie, die vom Papsttum geschaffen wurde. Es ist klar, dass der Tumo entfernt werden muss, damit der Rest des Körpers überleben kann. Aber, wie wir alle wissen, wie kann man den Tumor töten/entfernen, ohne den Körper zu töten? Ich spreche nicht von einer eigenständigen ukrainischen Identität, die IMMER aus einfachen und unbestreitbaren historischen Gründen existiert hat: Die Geschichte der Menschen, die in der heutigen Ukraine leben, unterscheidet sich seit Jahrhunderten vom Rest des russischen Volkes. So lebten beispielsweise die Russen in der Russischen Föderation nie unter langfristigen polnischen Besetzungen, während es die ukrainischen Russen taten. Ein weiteres Beispiel: Das Schisma „Alter Ritus“, das eine große Tragödie für Russland war, ist in der von Polen besetzten Ukraine nie wirklich passiert. Schließlich drangen die deutschen Nazis in die Ukraine ein und eroberten Kiew. Sie wurden in Moskau (und in Stalingrad oder Leningrad) gestoppt. Es gibt also REALE Unterschiede zwischen ukrainischen Russen und, sagen wir, „Nordrussen“. Aber Unterschiede oder Differenzen implizieren keinen Hass oder, noch weniger, die Schöpfung ex nihilo einer erfundenen Nation mit einer erfundenen Geschichte. Solange die Ukraine eine „Ukraine des russischen Zivilisationsreichs“ war, gab es kein Problem. Tatsächlich haben die meisten Russen sehr warme Gefühle für die russische Ukraine. Aber eine neonazistische, wilde, russophobe päpstliche (oder Uniat/schismatische) Ukraine war vom ersten Tag an ein unmögliches Projekt, und jetzt wird dies langsam auch vom Russland-hassenden Westen verstanden (zumindest von denen im Westen, die noch mit der Realität in Berührung sind, einschließlich der historischen Realität).

Fazit 4: Eine onkologische Metapher erklärt es am besten.

Ein Tumor muss durch Bestrahlung, Hormontherapie oder ein Skalpell entfernt werden, damit der Patient überleben kann, oder? Aber das erfordert einen onkologischen Chirurgen, der entschlossen ist, den Körper von dieser Aberration zu befreien. Ich sehe heute keinen solchen Chirurgen mehr. Nein, Putin wird es nicht tun. Warum? Weil Russland diese Rolle weder braucht noch übernehmen will. Man könnte, aber es wäre gewalttätig und blutig. Fast niemand in Russland will das, und Putin am wenigsten. Auch die EU liegt im Sterben und hat nicht die Mittel, das Skalpell zu „ergreifen“, vor allem, weil sie dem neonazistischen „Ukro-Tumor“ während des Euromaidan-Coups stehende Ovationen bereitet hat. Die USA haben viel mehr Macht, aber da auch sie den Euromaidan bis zum Anschlag unterstützt haben, dürft ihr nicht erwarten, dass ein US-Präsident oder, noch weniger, der Kongress zugibt, dass sie die Nazis gegen freiheitsliebende Christen unterstützt haben! Das können sie einfach nicht tun.

Während also theoretisch der „Körper“ der Ukraine von dem Urkonazi-Tumor befreit sein könnte/sollte, gibt es niemanden da draußen, der bereit und in der Lage ist, es zu tun.

Einige werden mir sagen, dass Russland über die Mittel verfügt, um diese Rolle zu übernehmen. Ja, was die *Fähigkeit* betrifft, kann es das. Aber die Realität ist, dass niemand in Russland will, dass Russland diese Rolle übernimmt. Russland wird höchstens diejenigen Ukrainer unterstützen, die Waffen ergriffen und sich den Nazis widersetzt haben, sowohl auf der Krim als auch im Donbass. In der reinen Theorie könnten die Grenzen des LDNR nach Westen verschoben werden, aber nicht zu weit. Wie ein LDNR-Militärkommandant einmal bemerkte (sorry, ich erinnere mich nicht daran, wer es war) „je weiter wir nach Westen gehen, desto weniger werden wir als Befreier gesehen und desto mehr werden wir als Besatzer gesehen“. Er hat Recht. Das Allerletzte, was Russland heute braucht, ist, Zehntausende oder sogar Hunderttausende von arbeitslosen Neonazis in Russland aufzunehmen

Wie ich bereits millionenfach gesagt habe, hat Russland kein Interesse daran, mehr Land zu erwerben oder mehr Menschen zu unterstützen (denkt daran: die ukrainische Wirtschaft ist tot und das Land deindustrialisiert). Ja, Russland wird niemals einen ukronazischen Völkermord an den Menschen der LDNR zulassen, und mit der Zeit könnte man sogar die LDNR wieder eingliedern, aber das ist alles. Übrigens, Poroschenko sagte in einem Moment der Entrüstung einmal zu Putin: „Du willst den Donbass – dann nimm ihn!“. Putin antwortete „njet“. Es war die einzig mögliche und richtige Antwort.

Letzte Schlussfolgerung:

Zwischen Realität und Ideologie gewinnt die Realität immer, auch wenn es Zeit braucht.

Der Euromaidan-Coup und der anschließende Bürgerkrieg beweisen einmal mehr, dass im Kampf zwischen Ideologie und Realität immer die letztere siegt, auch wenn es Zeit braucht. In diesem Fall dauerte es fast 1000 Jahre oder, wenn man eine viel kleinere historische Perspektive hat, 28 Jahre oder sogar nur fünf Jahre. Das Ergebnis ist dasselbe: Die russophobe „unabhängige Ukraine“ war eine Chimäre, eine Illusion oder bestenfalls ein Versuch des imperialistischen Westens, Russland zu schwächen. Nach vielen Höhen und Tiefen ist dieses Projekt gescheitert. Und vor allem ist es gescheitert, ob die Menschen im Westen es nun verstehen oder nicht.

Aber dann wiederum ist das gesamte imperiale Projekt des Westens jetzt am abkacken, so dass die Ukraine nur Teil eines viel größeren Prozesses ist.

Am Ende wird der Westen seine imperialen Ambitionen aufgeben müssen. Das ist natürlich gut für den Planeten, aber auch für die Menschen im Westen, die früher oder später ihren Status als eine der wichtigsten und mächtigsten Zivilisationen der Geschichte wiedererlangen werden (auch ohne ihre imperialistischen Neigungen!). Aber genau wie bei allen Imperien (einschließlich des russischen!) wird dies erst dann passieren, wenn der westliche Imperialismus endlich allen anderen Imperialismen folgt: Er wird sterben und seine „imperialen“ Illusionen in die „Mülleimer der Geschichte“ werfen, wo er sich allen anderen Formen des Imperialismus in der Geschichte anschließen wird.

Und das ist ein sehr, sehr gutes Ergebnis.

Making sense of the Paris summit: a quick analysis

https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/paris-summit-saker-09-12-2019/

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