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Asien, Ausland

Chinas Vision für die Zukunft: „Give Peace a Chance“

von Peter Koenig – http://luftpost-kl.de

Der Wirtschaftswissenschaftler und geopolitische Analyst Peter Koenig untersucht die weltpolitischen Zielsetzungen Chinas.

Peter Koenigs Beitrag zum Internationalen Forum „China’s 70-Year Development and the Construction of the Community with a Shared Future for Mankind“ (Chinas 70-jährige Entwicklung und der Aufbau einer Gesellschaft, die der Menschheit die Zukunft sichert) Schanghai, November 2019

Chinas Vision für die Zukunft lässt sich mit der Forderung „Give Peace a Chance“ (Gebt dem Frieden eine Chance!) zusammenfassen. Das ist auch der Titel eines der bekanntesten John-Lennon-Songs, der die Hymne der Antikriegsbewegung zur Zeit des US-Krieges gegen Vietnam wurde. John Lennon war ein Friedensaktivist. Kein Wunder, dass er geächtet, vom US-Establishment als Feind Nummer 1 betrachtet und vom FBI verfolgt und überwacht wurde. Er ist am 9. Oktober 1940 geboren und wurde (am 8. Dezember 1980 ) ermordet (s. https://de.wikipedia.org/wiki/John_Lennon ).

„Give Peace a Chance“ steht als Motto über der Friedensphilosophie der gesamten 70-jährigen Revolutionsgeschichte Chinas. Der Friedenswille Chinas wurde oft auf die Probe gestellt – besonders im letzten Jahrzehnt durch die andauernde Aggressivität der USA und ihrer europäischen Verbündeten. China ist eine große Herausforderung für den Westen, nicht nur wegen seiner Größe und seiner wirtschaftlichen und technologischen Fortschritte, sondern weil es die Welt durch friedliche Kooperation entwickeln möchte.

Der Westen will keinen Frieden, denn Frieden ist schlecht fürs Geschäft. Krieg ist gut und profitabel, und deshalb wird er in den Leitartikeln führender Mainstream-Medien wie der Washington Post immer wieder empfohlen. Bezeichnenderweise wurden beide Weltkriege vom Westen angezettelt. Daraus erklärt sich auch die ständige Aggression des Westens gegen den Osten und besonders gegen China und Russland, die beiden führenden östlichen Staaten.

Der Verzicht auf Interventionen und das Streben nach Frieden – zwei wichtige Bestandteile des Taoismus (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Daoismus ) – beherrschen die Außenpolitik Chinas bis zum heutigen Tag. Und es gibt keine Anzeichen dafür, dass China seine Friedenspolitik aufgeben wird, weil sie ihm innere Stabilität und internationale Anerkennung gebracht hat. Im Lauf der letzten Jahrzehnte wurde China zu einer führenden globalen Wirtschaftsmacht und hat große Fortschritte in den Bereichen Technologie und Umweltschutz erzielt – obwohl ihm der Westen vorwirft, westliche Technologie zu stehlen und Umweltzerstörung in großem Stil zu betreiben. Mit der Dämonisierung Chinas will der Westen aber nur von den Katastrophen ablenken, die sein kapitalistisches Machtstreben verursacht. China lässt sich aber nicht beirren und folgt weiterhin seiner Vision von einer gesicherten Zukunft – nicht nur für China, sondern für die ganze Menschheit.

Am 1. Oktober hat China den 70. Jahrestag seiner Revolution gefeiert. Chinas Vision begann, als Mao Zedong (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Mao_Zedong ), der Vorsitzende der Kommunistischen Partei Chinas (s. dazu auch https://de.wikipedia.org/wiki/Kommunisti-sche_Partei_Chinas ), am 1. Oktober 1949 die unabhängige Volksrepublik China (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Volksrepublik_China ) ausrief und damit die 1912 gegründete Republik China teilweise auflöste (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Republik_China_(1912– 1949) ). Eigentlich hat die Chinesische Revolution aber bereits nach dem zweiten Chinesisch-japanischen Krieg (1937-1945) begonnen, der mit dem Zweiten Weltkrieg endete, aber den chinesischen Bürgerkrieg (1945- 1949), den so genannten „Krieg der Befreiung“, auslöste.

Das Internationale Forum „China’s 70-Year Development and the Construction of the Community with a Shared Future for Mankind“, das am 5. und 6 November in Schanghai stattfand, war Teil dieser Feier. Bei diesem vorausschauenden Event ging es um Chinas Vision für die Zukunft. Damit wir diese Vision für die Zukunft besser verstehen, müssen wir einen kurzen Blick auf die Vergangenheit werfen.

Vorausschauende Geschichte

Der visionäre Vorsitzende Mao Zedong wollte das chinesische Volk nach Hunderten von Jahren der Kolonialisierung und Unterdrückung durch den Westen befreien und die katastrophalen Folgen der Opiumkriege I und II – mit Großbritannien von 1839-1842 (s. https:// de.wikipedia.org/wiki/Erster_Opiumkrieg ) und mit Großbritannien und Frankreich von 1856-1860 (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Opiumkrieg ) – überwinden. Die Kommunistische Partei Chinas, abgekürzt CPC, suchte in der zweiten Phase des Bürgerkrieges, der von 1945-1949 dauerte, die Konfrontation mit der Nationalen Volkspartei Chinas, Kuomintang, abgekürzt KMT (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Kuomintang ), die von Sun Yat-sen (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Sun_Yat-sen ) gegründet und nach dessen Tod im Jahr 1925 von General Chiang Kai-shek (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Chiang_Kai-shek ) geführt wurde .

Chiang Kai-Shek hatte die Unterstützung der USA, deren Hauptziele darin bestanden, die „Ausbreitung des Kommunismus“ zu verhindern, sich einen dauerhaften Zugang zu den Bodenschätzen Chinas zu verschaffen und sich chinesische Arbeitskräfte zu sichern. Washington hat General Chiang Kai-shek befohlen, alle Beziehungen zur Sowjetunion abzubrechen und zu verhindern, dass China eine kommunistische Führung bekommt. Das führ-te zu einem seit den 1920er Jahren schwelenden Konflikt zwischen der KMT und der CPC, der als erste Phase des Bürgerkrieges anzusehen ist.

Die Feindschaft begann schon kurz nach der Gründung der KMT im Jahr 1919, die schon damals von den USA „gefördert“ wurde. Da Mao und seine Kommunistische Partei 1949 als Sieger aus dem Bürgerkrieg hervorgingen, zogen sich Chiang Kai-Shek und seine Anhänger auf die chinesische Insel Taiwan (s. dazu auch https://de.wikipedia.org/wiki/Repu-blik_China_(Taiwan) ) zurück, die bis heute von der Kuomintang beherrscht wird. Dass China die Insel Taiwan bis heute nicht angegriffen hat, ist ein Beleg dafür, dass die chinesische Regierung den Konflikt mit diplomatischen Mitteln lösen will.

Tsai Ing-wen (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Tsai_Ing-wen ), die gegenwärtige Präsidentin Taiwans – das sich offiziell Republik China nennt, obwohl es (völkerrechtlich) zur Volksrepublik China gehört – ist Politikerin und Professorin und seit 2016 im Amt. Sie vertritt aus-schließlich die Interessen Washingtons und des gesamtem Westens und kauft sogar Waffen von den USA. Obwohl Taiwan zur Volksrepublik gehört, genießt es wegen der friedliebenden Politik der chinesischen Regierung eine gewisse Autonomie.

Die Regierung Taiwans wird auch heute noch von 14 der 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen als offizielle Vertretung Chinas anerkannt, ungeachtet der Tatsache dass die Volksrepublik China bereits 1971 von den Vereinten Nationen als rechtmäßige Vertretung des chinesischen Staates anerkannt wurde und einen der fünf permanenten Sitze im UN-Sicherheitsrat, abgekürzt UNSC, erhielt. Die Staaten, die Taiwan immer noch als das offizielle China anerkennen, weil sie Washington einen Gefallen tun wollen, werden immer weniger. Dabei hat sich China mittlerweile zur Wirtschaftsmacht Nr 1 der Welt entwickelt. Es unterscheidet sich aber von anderen Wirtschaftsmächten dadurch, dass es der chinesischen Regierung nicht nur um ein möglichst hohes Wirtschaftswachstum, sondern auch um eine ständige Verbesserung der Lebensqualität des chinesischen Volkes geht.

Mit Maos Sieg begann für das chinesische Volk ein neues Zeitalter. Mit dem „Großen Sprung nach vorn“ von 1958 bis 1962 (s. dazu auch https://de.wikipedia.org/wiki/Gro %C3%9Fer_Sprung_nach_vorn ) führten Mao und die Kommunistische Partei Chinas eine Sozial- und Wirtschaftsreform durch. Sie wandelten die von Kleinbauern geprägte chinesische Landwirtschaft durch kommunale Kooperativen in eine Agrarindustrie um. Diese 4-jährige Kampagne wurde ständig gebremst von eingesickerten antikommunistischen Saboteuren, was viele soziale Probleme und hohe finanzielle Kosten für China zur Folge hatte. Sie diente aber als Lernphase. Chinas großartiger Aufstieg zur zweitgrößten – und vermutlich bald zur größten – Wirtschaftsmacht der Welt ist der Beweis dafür, dass China aus den damaligen Problemen gelernt hat, weil Einmischungen der USA unterbunden werden konnten.

Während der zehnjährigen „Kulturrevolution“ von 1966 bis 1976 (s. dazu auch https:// de.wikipedia.org/wiki/Kulturrevolution ) gelang es der Kommunistischen Partei unter Maos Führung China von eingeschleusten kapitalistischen Elementen und ausländischer Einflussnahme zu befreien. Chinas Entwicklung wurde damals und wird in weit geringerem Umfang auch heute noch von einer so genannten „Fünften Kolonne“ (s. https://de.wikipe-dia.org/wiki/F%C3%BCnfte_Kolonne ) gestört. Dieser Begriff wurde während des spanischen Bürgerkrieges geprägt. Damals ist es General Francos faschistischer Partei, der „Falange“ (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Falange ), gelungen, die gewählte legitime republikanische Regierung zu stürzen – durch die Einschleusung von Saboteuren, die man später als „Fünfte Kolonne“ bezeichnete – in die republikanischen Streitkräfte. Heute sind überall „Fünfte Kolonnen“ am Werk. Sie agieren in ganz unterschiedlichen Formen auf ganz unterschiedliche Weise – meist als vom Westen gesteuerte NGOs mit dem Auftrag, in noch nicht von den USA und ihren Verbündeten unterworfenen Staaten „Regimewechsel“ anzuzetteln und herbeizuführen. Es war klar, dass der Westen und vor allem das US-Imperium Maos sozialistische Revolution im Keim ersticken wollten, um einen chinesischen Staat mit eigenen kommunistischen Zielsetzungen und politischen Werten zu verhindern.

Die Einmischung des Auslandes in die chinesische Revolution haben dem damaligen Entwicklungsland großen Schaden zugefügt. Maos Revolutionen werden vom Westen bis heute als Misserfolge dargestellt; um von katastrophalen eigenen Misserfolgen abzulenken, versucht der Westen immer wieder, die Erfolge anderer Staaten und anderer sozioökonomischer Systeme kleinzureden. Aus chinesischer und humanitärer Perspektive haben Maos Revolutionen das Bildungs- und das Gesundheitssystem Chinas allerdings dramatisch verbessert. In der Kolonialzeit eingeschleppte und unter Kuomintang-Regierungen verbreitete Seuchen wurden fast ausgerottet. Auch die bittere Armut von fast 750 Millionen Menschen wurde durch die beiden Revolutionen Maos nahezu behoben. Aus diesen Revolutionen haben chinesische Wissenschaftler und auf Mao folgende Führungspersonen wichtige Lehren gezogen. Seit 2018 kann China seine fast 1,4 Milliarden Bewohner selbst ernähren.

Nach Maos Tod im Jahr 1976 konnte sein Nachfolger Deng Xiaoping (s. https://de.wikipe-dia.org/wiki/Deng_Xiaoping ) dank dieser Lehren eine weitreichende Wirtschaftsreform in China durchführen, die zwar Elemente einer Marktwirtschaft enthält, aber bis heute von der Regierung kontrolliert wird. Deng nannte sein bis heute praktiziertes Wirtschaftsmodell „Sozialismus chinesischer Prägung“. Er hat China zu der am schnellsten wachsenden Wirtschaft der Welt verholfen und das Leben vieler Millionen Menschen verbessert. Im Jahr 1997 hat Deng die Rückkehr der britischen Kolonie Hongkong und im Jahr 1999 der portugiesischen Kolonie Macao nach China eingefädelt. Sein Nachfolger Jiang Zemin (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Jiang_Zemin ) hat sie vollendet.

Deng zog sich 1992 zurück. Sein Nachfolger Jiang Zemin hatte mehrere hohe Positionen in vorhergehenden Regierungen und war von 1993 bis 2003 Präsident der Volksrepublik China. Jiang öffnete China für ausländische Investoren und verstärkte den Außenhandel. 1997 besuchte er die USA und traf den US-Präsidenten Clinton. Jiang verfolgte wie seine Vorgänger eine Konflikte vermeidende Außenpolitik, verstärkte die Beziehungen zu westlichen Partnern – besonders zu den USA – und erzielte damit ein jährliches Wachstum der chinesischen Wirtschaft von mindestens 8 Prozent. Das ließ vor allem an der chinesischen Ostküste viele Einkommen explodieren, die ungleiche Einkommensverteilung ließ aber auch kleinere Konflikte im chinesischen „Hinterland“ entstehen.

Auf Juang Zemin folgte Hu Jintao (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Hu_Jintao ). Er war von 2002 bis 2012 Oberster Führer von Partei, Staat und Armee und übte seine Ämter sehr zurückhaltend aus. Gemeinsam mit seinem Premierminister Wen Jiabao (s. https://de.wiki-pedia.org/wiki/Wen_Jiabao ) und seinem Vizepräsidenten Xi Jinping (s. https://de.wikipe-dia.org/wiki/Xi_Jinping ) setzte er die Politik des Wirtschaftswachstums und der Weiterentwicklung fort und erzielte damit ein Jahrzehnt lang ein zweistelliges Wirtschaftswachstum, das nicht nur konsumiert, sondern überwiegend zur Herstellung sozioökonomischer Gleichheit verwendet wurde – zum Aufbau einer „Harmonischen Sozialistischen Gesellschaft“ (s. https://www.grin.com/document/162355 ).

Hu strebte ein wohlhabendes China an, das – frei von inneren sozialen Konflikten – nach innen und außen eine „Politik der friedlichen Entwicklung“ verfolgt, jede Konfrontation vermeidet und auf „Soft Power“ (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Soft_Power ), also auf Diplomatie und Verhandlungen, setzt. Unter Hu vergrößerte China seinen Einfluss in Afrika und Lateinamerika und legte damit den Grundstein für noch engere Beziehungen in der Zukunft. Hu bevorzugte einen pluralen, auf Einvernehmen gegründeten Führungsstil. Im Jahr 2013 wurde Xi Jinping sein Nachfolger.

Die Vision

Präsident Xi Jinping ist Rechtsanwalt, Chemieingenieur, Philosoph und Visionär. Am 7. September 2013 hat er an der Nazarbayev-Universität (s. https://nu.edu.kz/ ) in Kasachstan eine Rede über „Freundschaft zwischen den Völkern durch die Schaffung einer besseren Zukunft“ gehalten. Er erinnerte an die Alte Seidenstraße, die vor mehr als 2.100 Jahren während der Westlichen Han Dynastie (s. https://de.wikipedia.org/wiki/ Westliche_Han-Dynastie ) von 206 v. bis 24 n. Chr. ihre Blütezeit erlebte.

Bezug auf dieses Zeitalter vor mehr als 2.000 Jahren nehmend, pries Xi Jinping den Warenaustausch über die Alte Seidenstraße:

„Damals wurde der Beweis dafür geliefert, dass Länder mit unterschiedlichen Ethnien, Religionen und Kulturen durchaus in Frieden leben und sich gemeinsam entwickeln können, wenn sie sich einig sind, sich gegenseitig vertrauen, voneinander profitieren, tolerant miteinander umgehen, voneinander lernen und zum beiderseitigen Vorteil mit-einander kooperieren.“

Xis Vision könnte die Welt im 21. Jahrhundert zum Besseren verändern. In Anlehnung an die Alte Seidenstraße hat er gleich nach seinem Amtsantritt im Jahr 2013 die „Belt and Road Initiative“, abgekürzt BRI (s. https://de.wikipedia.org/wiki/One_Belt,_One_Road ), entwickelt. Von ihm stammen dieses bahnbrechende „Projekt“ und die wunderbare Idee, die Welt durch Transportwege zu Land und zu Wasser, eine gemeinsame Infrastruktur, industrielle Joint Ventures (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Joint_Venture ), gemeinsame Bildungs- und Forschungseinrichtungen und kulturellen Austausch zu einen. Die BRI wurde in die chinesische Verfassung übernommen und ist damit zum Flaggschiff der Außenpolitik Chinas geworden.

Die BRI soll wörtlich genommen Brücken zwischen den Menschen verschiedener Staaten und Kontinente bauen.

Mit Hilfe der Neuen Seidenstraße soll „ein vereinigter großer Markt aufgebaut werden, der Binnenmärkte und internationale Märkte einschließt, durch kulturellen Austausch die Integration fördert, das gegenseitige Verständnis und das Vertrauen zwischen den Mitgliedsländern stärkt, den Kapitalfluss erleichtert, sowie Talentschmieden und Technologie-Datenbanken entstehen lässt.“

Während des 19. Nationalen Volkskongresses (s. dazu auch https://de.wikipedia.org/wiki/ Nationaler_Volkskongress ) im Jahr 2017 wurde die BRI als Zusatzartikel in die chinesische Verfassung aufgenommen, um zu unterstreichen, dass die mit der BRI verfolgte Absicht, „durch die Verfolgung gemeinsamer Interessen gemeinsames Wachstum zu ermöglichen“, auch das Hauptziel der chinesischen Politik ist. Dass mit diesem Zusatzartikel in der Verfassung die internationale Zusammenarbeit durch eine Bündelung aller sozioökonomischen Entwicklungen verbessert werden soll, ist einmalig in der Geschichte Chinas und passt sehr gut zu dem Thema „The Construction of the Community with a Shared Future for Mankind“ dieses Forums.

Die BRI ist eine globale Entwicklungsstrategie der chinesischen Regierung, die bereits mit Investitionen in mehr als 150 Staaten und internationalen Organisationen praktiziert wird – in Asien, Afrika, Europa, im Nahen und Mittleren Osten und in Süd- und Nordamerika. Die BRI ist außerdem ein billionenschweres Investitionsprojekt, bei dem es um Transportwege auf Land und See, um den Ausbau der Industrie und der Infrastruktur zur Energieerschließung und Energieversorgung, um kulturellem Austausch und um die Schaffung von integrativen Bildungs- und Forschungseinrichtungen geht; natürlich soll auch der Handel zwischen den beteiligten Staaten verstärkt werden. Anders als die Welthandelsorganisation WTO soll die BRI allen Beteiligten Vorteile bringen und Win-Win-Situationen schaffen. Vor allem aber soll sich durch die BRI gegenseitiges Verständnis und Vertrauen zwischen allen beteiligten Staaten entwickeln, Kapital soll frei fließen können und ein Heer von Experten soll Zugriff auf von der BRI zur Verfügung gestellte Technologiedaten haben.

Nach derzeitigen Planungen soll die BRI 2049 vollendet sein, in dem Jahr, in dem das neue China seinen 100. Geburtstag feiert. Weil sich die angestrebte Größe und der zu erwartende Erfolg des Mammutprojektes bereits heute abzeichnen, wird es vermutlich lange vorher abgeschlossen sein. Es ist bemerkenswert, dass der Westen schon 2019, nur sechs Jahre nach dem Start der BRI, unruhig zu werden beginnt, nachdem das Projekt von den westlichen Medien zunächst ignoriert und dann als Fehlschlag dargestellt wurde. Weil es sich aber prächtig entwickelt, haben sich schon viele Mitglieder der Europäischen Union – darunter Griechenland, Italien, Frankreich und Portugal – der BRI angeschlossen und andere werden folgen, denn die Hoffnung, an dem erwarteten Erfolg des Projektes teilzuhaben, ist einfach zu verlockend.

Deutschland wägt noch die Vor- und Nachteile einer Beteiligung an der BRI ab.. Die deut-sche Geschäftswelt tendiert wie die gesamte europäische Wirtschaft immer stärker zur Aufhebung der auf Betreiben der USA gegen Russland und China verhängten Sanktionen und möchte wieder bessere Beziehungen zu beiden. Aber das offizielle Berlin nimmt einer-seits noch zu viel Rücksicht auf das Weiße Haus und versucht andererseits die deutsche und europäische Geschäftswelt zu beschwichtigen. Dieser Balanceakt wird aber nicht durchzuhalten sein und ist ganz sicher auch nicht wünschenswert. An der BRI sind bereits mehr als 80 Staaten beteiligt und mindestens die Hälfte der EU-Mitglieder.

Um der Anziehungskraft der BRI entgegenzuwirken, versucht die von Washington und der NATO dominierte Europäische Union, eine eigene „Seidenstraße“ einzurichten, die Asien über Japan mit Europa verbinden soll. Deshalb haben die EU und Japan bereits einen „Freihandelsvertrag“ miteinander abgeschlossen, der auch den Aufbau einer gemeinsamen Infrastruktur in den Bereichen Energie, Transport und Digitalisierung vorsieht. Damit sollen die wirtschaftlichen und kulturellen Bindungen gestärkt und die Handelsbeziehungen zwischen Asien und Europa ausgebaut werden. Es ist offensichtlich ein Versuch, der chinesischen BRI Konkurrenz zu machen. Dabei ist jetzt schon klar, dass dieser Versuch scheitern wird. In böser Absicht entwickelte Alternativen sind meistens wenig erfolgreich. Das friedensliebende China wird sich aber durch Störversuche aus einigen Staaten Europas und aus Japan nicht herausfordern lassen.

Die Neue Seidenstraße Chinas wird eine multipolare Welt schaffen, von der alle Beteiligten profitieren werden. Das allgemeine Wirtschaftswachstum soll so ausbalanciert werden, dass sich Regionen, die es besonders nötig haben, am stärksten entwickeln. Damit gemeint sind rückständige Gebiete im Westen Chinas, im Osten Russlands, in Zentralasien, in Teilen Europas, im Mittleren Osten und in Afrika, in Südostasien und im Pazifik sowie in Lateinamerika. Im Rahmen der BRI werden bereits 6 bis 10 Land- und Seewege ausgebaut oder sind in Planung; sie sollen Afrika, den Mittleren Osten, Europa und Südamerika einbinden (s. Karte).

Karte aus https://www.capital.de/wirtschaft-politik/was-sie-ueber-die-neue-seidenstrasse-wissen-muessen

Die notwendigen Investitionen werden mehrere Billionen Dollar betragen und sollen vor allem von China, aber auch von der Asian Infrastructure and Investment Bank, abgekürzt AIIB, von Russland und allen an der BRI beteiligten Staaten aufgebracht werden.

Die Umsetzung der BRI, der Neuen Seidenstraße, ist zur Zukunftsperspektive und Vision vieler Staaten geworden: Sie ist nur möglich durch konfliktfreie Zusammenarbeit, durch die Entwicklung einer gemeinsamen Infrastruktur und gemeinsamer Industrieprojekte sowie durch die gemeinsame Nutzung von Bodenschätzen. Die BRI kann zum Beispiel die Erschließung unter Wasser liegender, grenzüberschreitender Öl- und Gasfelder organisieren, denn fast die Hälfte der Erdoberfläche ist mit Wasser bedeckt, und rund 150 Staaten haben Anteile an den Wasserflächen. Außerdem gibt es ungefähr 300 grenzüberschreitende Grundwasservorkommen, aus der 2 Milliarden Menschen ihr Trinkwasser beziehen.

Das Leben auf der Erde hängt von den Trinkwasserressourcen ab

Wenn die Trinkwasserressourcen nicht durch eine oder mehrere Instanzen, die dafür sorgen, dass kein Staat benachteiligt wird, überwacht werden, sind Konflikte unvermeidlich. Häufig kommt es in solchen Konflikten auch zur Anwendung von Gewalt. Mit Hilfe der BRI können solche Konflikte friedlich gelöst werden. Weil Wasser eine der wichtigsten Ressourcen der Welt ist, kann die gerechte Verteilung von Trinkwasser zum Modell für die friedliche Lösung aller Konflikte werden.

Die chinesische Regierung betrachtet die BRI „als Angebot zur Stärkung der regionalen Zusammenarbeit und als Weg in eine friedliche Zukunft“. Weil immer mehr Wasservorkommen wegen zunehmender Verschmutzung durch die Menschen und die Industrie oder durch Privatisierung nicht mehr allgemein zugänglich sind und Trinkwasser deshalb immer rarer und teurer wird, ist eine geregelte Aufteilung besonders der grenzüberschreitenden Wasservorkommen für eine „gemeinsame und friedliche Zukunft der Menschheit“ unerlässlich. Die BRI könnte Richtlinien für die gerechte Verteilung der Lebensquelle Wasser und für eine friedlich Zukunft erarbeiten.

Die Forderung „Give Peace a Chance“ ist deshalb heute relevanter als jemals zuvor. Und China ist ein Vorbild bei der Sicherung friedlicher Entwicklungsmöglichkeiten für die ganze Welt. Auf der Konferenz „The Equilibrum of the World“ (Für eine Welt im Gleichgewicht, s. https://www.globalresearch.ca/cuba-equilibrium-world-economy-resistance/5668567 ), die im Januar 2019 in Kuba stattfand, hat ein Vertreter Chinas unmissverständlich erklärt: „Wir bauen Brücken zwischen Menschen und Staaten, um die Welt friedlicher zu machen.“ Da-bei bezog er sich auf die Initiative Neue Seidenstraße des chinesischen Präsidenten Xi Jinping, und er hatte damit zweifellos recht.

Gleiche Absichten kann man dem Westen zweifellos nicht nachsagen, denn besonders die USA bauen lieber neue Mauern auf und werden dabei von ihren europäischen Vasallen unterstützt – beim Errichten realer Mauern oder beim Anzetteln von Konflikten und Kriegen und durch die Verhängung von „Wirtschaftssanktionen“, die ganze Völker strangulieren und immer mehr Menschen das Leben kosten. Wann auch immer ein Staat die neoliberalen Vorstellungen der US-Regierung nicht teilt oder sich nicht freiwillig unterwirft und aus-plündern lässt, werden erst einmal harte Sanktionen gegen ihn verhängt. Und dann wird versucht, mit einer „Militärintervention“ einen Regimewechsel herbeizubomben. All das ist nur möglich, weil der Westen vom US-Dollar beherrscht wird und alle internationalen Transaktionen noch immer über US-Banken an der Wall Street abgewickelt werden. Die US-Banken blockieren immer wieder solche Transaktionen, sperren Konten und bestehlen Banken und Staaten auf der ganzen Welt.

Die Sanktionen gegen Venezuela begannen 1998, kurz nachdem Hugo Chavez zum Präsidenten gewählt worden war. Unter Obama wurden sie 2014 verschärft, und Präsident-Trump hat 2017 den Druck weiter erhöht. Im August 2019 hat Trump die Schlinge der wirtschaftlichen Strangulierung fast ganz zugezogen – „mit den härtesten Sanktionen, die jemals gegen ein Land verhängt wurden“. Das hat er stolz verkündet und alle Konten der venezolanischen Regierung sperren und konfiszieren lassen, einschließlich ihrer Währungs- und Goldreserven in der gesamten westlichen Welt. Alle Guthaben Venezuelas in den USA und anderen Staaten wurden beschlagnahmt. Schiffe, die auf dem Weg nach Venezuela waren, wurden abgefangen, und der gesamte Handel des Landes wurde unterbunden. Auch überlebenswichtige Medikamente und Lebensmittellieferungen wurden blockiert – durch die Androhung von Sanktionen gegen alle Staaten, die noch Handel mit Venezuela trieben.

Nach offiziellen Angaben Venezuelas sind seine finanziellen Verluste seit 2017 auf mindestens 130 Milliarden Dollar angestiegen. Die Waren und Dienstleistungen, die mit diesem Geld hätten bezahlt werden können, fehlen und erschweren oder gefährden das Leben vieler Venezolaner. Für die 130 Milliarden Dollar hätten genügend Medikamente und Nahrungsmittel gekauft werden können, um die Bevölkerung zu versorgen und die Krankenhäuser mit den notwendigen Medikamenten und modernen Geräten auszustatten. Außerdem haben die USA Söldner und venezolanische Oppositionelle dafür bezahlt, dass sie mit Sabotageakten tagelang und in einigen Regionen Venezuelas sogar wochenlang die Stromversorgung lahmgelegt haben. Das war vor allem für Krankenhäuser katastrophal, weil die Kühlsysteme und die Beleuchtung in Operationssälen nicht mehr funktionierten. Aus einer Studie des Center’s for Economic Policy Research, abgekürzt CEPR, in Washington geht hervor, dass die von den USA und ihren europäischen Verbündeten verhängten Sanktionen bis zu 40.000 Venezolaner das Leben gekostet haben. Venezuela wird aber nicht einknicken und dank der Unterstützung aus China und Russland überleben.

Erinnert werden soll auch an die seit 60 Jahren praktizierte Blockade Kubas und die von den USA angezettelten Kriege gegen den Irak, Syrien, Afghanistan und Vietnam, an die inszenierten „Bürgerkriege“ in Mittelamerika, Zentralafrika und an das aggressive Verhalten gegenüber Nordkorea und vor allem gegenüber China und Russland. Dabei geht es vor allem um die „Ausrottung des Sozialismus“, der eine positive Alternative zum grenzen-losen Turbokapitalismus werden könnte, der derzeit noch die westliche Welt beherrscht.

Diese wenigen Beispiele sollten genügen, um nachzuweisen, wie die USA in ihrem Streben nach Weltherrschaft mit Unterstützung des gesamten Westens das Völkerrecht und die Menschenrechte mit Füßen treten. China und das mit ihm verbündete Russland versuchen hingegen – mit der BRI und einem multipolaren sozioökonomischen Entwicklungsprogramm – die Völker durch Handel einander näher zu bringen und eine friedliche Welt zu schaffen.

„Die Zukunft liegt im Osten“, lautet eine bekannte Vorhersage. Der kann auch ich nur zu-stimmen. Unter dem „Osten“ sind China, Russland und der größte Teil Zentralasiens zu verstehen, die sich bereits in der Shanghai Cooperation Organization, der SCO oder Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (s. dazu auch https://de.wikipedia.org/wiki/ Shanghaier_Organisation_f%C3%BCr_Zusammenarbeit ) zusammengeschlossen haben. Die SCO ist ein politisches, und wirtschaftliches Sicherheitsbündnis, das am 15. Juni 2001 in der chinesischen Stadt Schanghai auf Einladung Chinas gegründet wurde und dem ne-ben China auch Kasachstan, Kirgisistan, Russland, Tadschikistan und Usbekistan als Gründungsmitglieder angehören. Der Pakt wurde im Juni 2002 unterzeichnet und trat im September 2013 in Kraft. Der Hauptsitz der SCO ist Peking.

Heute hat die SCO 8 Mitglieder, weil inzwischen auch Indien und Pakistan aufgenommen wurden. Der Iran und die Mongolei stehen auf einer „Warteliste“ für weitere Mitglieder. Mit der Türkei werden bereits Gespräche über eine Partnerschaft oder eine volle Mitglied-schaft in der SCO geführt – trotz eines drohenden Konflikts mit ihren NATO-Partnern, be-sonders mit den USA. Natürlich würde die Aufnahme der Türkei in die SCO ihren Austritt aus der NATO nach sich ziehen – was für die NATO, so verheerend wäre, dass sie des-halb zerbrechen könnte – denn auch in Italien, Deutschland, Griechenland, Spanien und Portugal gibt es wachsende Bewegungen, die den Austritt aus der NATO fordern. Die Tür-kei ist das strategisch wichtigste NATO-Mitglied, weil sie zwischen dem Osten und dem Westen, zwischen Europa und Asien liegt und mit dem Bosporus den Zugang zum Schwarzen Meer kontrolliert.

Die SCO ist außerdem im Gespräch mit weiteren Staaten, die zum Teil schon Beobachterstatus haben und eine Vollmitgliedschaft anstreben. Die SCO ist als Allianz des Ostens und in vielerlei Hinsicht als Säule der Sicherheit anzusehen. Die SCO-Mitglieder vertreten fast die Hälfte der Weltbevölkerung und bringen fast ein Drittel der globalen Wirtschaftsproduktion hervor. Mit anderen Worten ist dieses Bündnis des Ostens politisch und wirtschaftlich autark und wird immer unabhängiger vom US-Dollar, ohne den Sanktionen nicht greifen.

Die SCO, eine visionäre Initiative, deren Gründung China Anfang der 2000er Jahre veranlasst hat, wurde durch die im Jahr 2013 ebenfalls von China initiierten BRI erweitert und durch die Eurasian Economic Union, abgekürzt EAEU (die Eurasische Wirtschaftsunion, s.https://de.wikipedia.org/wiki/Eurasische_Wirtschaftsunion ) eine Wirtschafts- und Zollunion, ergänzt. Die in Zentral- und Nordasien liegenden Mitgliedsstaaten sind Armenien, Weißrussland, Kasachstan, Kirgisistan und Russland. Diese Union wurde im Januar 2015 gegründet.

Dieser Block aus im Osten Eurasiens liegenden Ländern strebt mit den genannten Initiativen und Organisationen gegen starken Widerstand eine multipolare Welt des Friedens und des Wohlstands für Alle an. Die Verwirklichung dieser Absicht ist bei der gegenwärtigen sozioökonomischen Ungleichheit eine große Herausforderung, aber mit gegenseitigem Respekt und dem Willen zur Solidarität und Zusammenarbeit und unter Ausnutzung der in der BRI steckenden Synergieeffekte durchaus machbar, und der Einsatz wird sich lohnen. Der russische Außenminister Sergei Lawrow hat auf der 74. Generalversammlung der Vereinten Nationen im September 2019 erklärt: „Der Westen ignoriert die Realität, wenn er die Schaffung einer multipolaren Welt verhindern will, indem er seine engstirnigen „neoliberalen Regeln“ anderen Staaten aufzuzwingen versucht.“ Er fügte hinzu: „Die west-liche Dominanz schwindet, denn die Maxime, ‚Wir sind liberal und können uns alles erlauben‘, lässt sich nicht mehr durchsetzen.“ Diese Botschaft ist die Basis für die starke Säule, die durch die Vereinigung von Staaten des Ostens entstanden ist.

Vision und Perspektive

Wirtschaft

China hat in den letzten Jahrzehnten ein phänomenales Wirtschaftswachstum erzielt, das manchmal über 12 Prozent pro Jahr lag. Heute hat man es absichtlich auf etwa 6 Prozent begrenzt, um eine gerechtere, horizontale Verteilung der Zuwächse und des allgemeinen Wohlstands zu ermöglichen.

Zahlen und Tatsachen:

Chinas Bruttoinlandsprodukt (BIP, s. https://de.wikipedia.org/wiki/Bruttoinlandsprodukt ) hatte 2019 einen geschätzten Gesamtwert von 14,2 Billionen Dollar, das entspricht einer geschätzten Purchasing Power Parity, abgekürzt PPP (einer Kaufkraftparität, s. https:// de.wikipedia.org/wiki/Kaufkraftparit%C3%A4t ), von 27,3 Billionen Dollar. Beim BIP waren das 2019 geschätzte 10.153 Dollar pro Einwohner, bei der PPP geschätzte 19.520 Dollar pro Einwohner.

Das BIP der USA betrug 2019 geschätzte 21,345 Billionen Dollar; die Kaufkraftparität lag bei 64.767 Dollar pro Einwohner. Nominal ist China also die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt, wird die USA aber vermutlich noch vor 2026 überholen. Vergleicht man jedoch die PPP (die Kaufkraftparität) der BIPs beider Staaten, ist China (wegen seiner viel höhe-ren Einwohnerzahl) bereits 2016 an den USA vorbeigezogen.

Gemessen an der Kaufkraftparität ist China de facto bereits heute die größte Wirtschafts-macht der Welt, weil beim Vergleich von Volkswirtschaften in Bezug auf die Produktion und die Konsumption nur die Zahl von Bedeutung ist, die Auskunft über die in der Gesamtproduktion steckende Kaufkraftparität gibt.

Beispiele für Chinas wirtschaftliche Effizienz

Der neue Flughafen in Peking:

In nur 4 Jahren hat China mit dem Daxin International Airport bei Peking (s. https:// de.wikipedia.org/wiki/Flughafen_Peking-Daxing ) den mit Abstand größten Flughafen der Welt erbaut. Zu Chinas 70. Geburtstag am 1. Oktober 2019 wurde er von dem Präsidenten Xi Jinping eingeweiht und hat bereits eine Woche nach der Einweihung den Betrieb aufgenommen. Das Flughafengebäude ist ein architektonisches Meisterwerk und hat eine Fläche von rund 700.000 Quadratmetern – das sind fast 100 Fußballfelder; mit einen Hochgeschwindigkeitszug können die Passagiere das Zentrum Pekings in nur 20 Minuten erreichen. Es wird erwartet, dass das Passagieraufkommen 2021 bereits bei 45 Millionen (pro Jahr) liegen wird, und die Kapazität des Flughafens kann bei Be-darf problemlos auf 100 Millionen Passagiere erweitert werden. Dieser Flughafen ist ein Beweis dafür, dass China auch extreme Aufgabenstellungen bewältigen kann, und das lässt darauf schließen, dass es auch seine Visionen für die Zukunft realisieren wird.

Chinas rasante Verstädterung:

Als 2017 ein hoher Bedarf an günstigem Wohnraum für Wanderarbeiter mit Niedriglöhnen festgestellt wurde, ließ Peking in nur 12 Monaten 100.000 preiswerte Mietwohnungen erstellen. Wegen des schnellen Strukturwandels durch die fortschreitende Verstädterung müssen stark subventionierte Unterkünfte für Wanderarbeiter zur Verfügung gestellt werden. Das geschieht derzeit in allen urbanen Zonen und zahlt sich aus sozialen und wirtschaftlichen Gründen auch aus. Menschen, die nicht in Notunterkünften hausen müssen, leben gesünder und arbeiten besser. In China werden seit 1950 jeden Monat Wohnungen für 100.000 bedürftige Menschen gebaut – so viele, wie San Francisco ins-gesamt anzubieten hat. Diese Politik schafft Zufriedenheit unter den arbeitenden Menschen, garantiert ein solides Wirtschaftswachstum und macht die Chinesen zufrieden. Chinas erfolgreiche und schnelle Lösung des Wohnungsproblems findet großes Interes-se in Australien, das in Großstädten wie Sydney und Melbourne ähnliche Probleme hat.

Handel

China ist seit 2009 der größte Warenexporteur der Welt. Nach offiziellen Schätzungen hat China 2017 Waren im Gesamtwert von rund 2,1 Billionen Dollar exportiert, das entspricht einem Warenwert von rund 1.500 Dollar pro Einwohner. Seit 2013 ist China außerdem die größte Handelsnation der Welt, denn es ist auch ein bedeutender Importeur. Auf China entfallen rund 10 Prozent aller Importe der Welt mit einem Gesamtwert von 1,7 Billionen Dollar. China hat aber trotzdem einen Handelsüberschuss im Wert von rund 400 Milliarden Dollar. Der Handelskrieg mit den USA kommt später zur Sprache.

Geldmengenpolitik

Der chinesische Yuan ist eine solide Währung, die durch die chinesische Wirtschaftskraft und durch Gold gedeckt ist. Der Internationale Währungsfonds, abgekürzt IWF, hat den Yuan 2017 in den Korb der Reservewährungen aufgenommen und ihm damit den Status eines Sonderziehungsrechtes (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Sonderziehungsrecht ), ab-gekürzt SDR, verliehen. Der SDR-Korb besteht aus fünf Währungen, die mit folgenden An-teilen darin vertreten sind: der US-Dollar mit 41,73 Prozent, der Euro mit 30,93 Prozent, der chinesischen Währung Renminbi (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Renminbi ) oder Yuan mit 10,92 Prozent, der japanische Yen mit 8,33 Prozent und das britische Pfund mit 8,09 Prozent. Der Yuan ist im SDR-Korb offensichtlich unterrepräsentiert, damit er dem Dollar nicht jetzt schon als Weltreservewährung Konkurrenz macht. Finanzexperten auf der ganzen Welt wissen aber längst, dass der US-Dollar „Fiat Money“ (s. https://de.wikipe-dia.org/wiki/Fiatgeld ), also ungedeckt (und eigentlich wertlos) ist, während der solide Yuan durch die Wirtschaftskraft Chinas und durch Gold gedeckt ist.

Der Niedergang des US-Dollars als Weltreservewährung bedeutet, dass seine Vorherr-schaft zu Ende geht. Washington will das aber nicht wahrhaben und nicht zugeben. Deshalb erwägen die USA und ihre wichtigsten westlichen Verbündeten, die Schlüsselrolle des US-Dollars als Weltreservewährung aufzugeben und durch eine gemeinsame SDR-Währung zu ersetzen, in welcher der Dollar weiterhin wichtig wäre, aber seine Vormachtstellung verlieren würde.

Das Verhältnis zwischen der offiziellen Staatsverschuldung der USA und ihrem BIP be-trägt gegenwärtig offiziell 105 Prozent. Nach Angaben des Government Accountability Of-fice (des Rechnungshofes der USA, s. https://de.wikipedia.org/wiki/Government_Accoun-tability_Office ) haben die USA aber auch „ungedeckte zukünftige Verpflichtungen“ in einer Gesamthöhe von 700 Prozent des gegenwärtigen BIPs. Alan Greenspan (s. https://de.wi-kipedia.org/wiki/Alan_Greenspan ), der ehemalige Vorsitzende der Federal Reserve (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Federal_Reserve_System ), hat auf die Frage eines Journalisten (nach der Verschuldung der USA) geantwortet. „Wir können unsere Schulden niemals zurückzahlen, wir werden einfach neues Geld drucken“. Das ist ein gefährliches Schneeballsystem, und obwohl die meisten Regierungen das wissen, halten viele von ihnen immer noch am Dollar als Weltreservewährung fest. Mit dem wachsenden Vertrauen in den Yuan kann sich das aber schnell ändern. Tatsächlich hat der Umtausch von als Währungsreserven gehaltenen US-Dollars in Yuan bereits begonnen.

Der Westen will den US-Dollar mit einem anders befüllten SDR-Korb retten, dabei ist aber noch nicht geklärt, in welchem Verhältnis die Währungen in dem neuen SDR-Korb vertreten sein sollen. Wenn es bei den bisher darin enthalten fünf Währungen bleiben und der Anteil des Yuan weiterhin so gering gehalten werden soll, könnte das für China ein guter Grund sein, aus dem SDR-Korb auszusteigen und den gut gedeckten Yuan als neue Weltreservewährung anzubieten. Der Yuan hat mittlerweile einen so guten Ruf, dass er nicht mehr auf den vom Westen eingeführten SDR-Korb angewiesen ist, um seine Eignung als Weltreservewährung zu beweisen.

Der Zollkrieg

Im Juni 2018 hat US-Präsident Trump einen grundlosen Handelskrieg mit China vom Zaun gebrochen und ihn dann auf weitere Staaten – auch auf die europäischen Verbündeten –ausgeweitet. Seine schärfsten Angriffe richtete er aber gegen China. Wie gewöhnlich reagierte China sehr zurückhaltend und keineswegs feindlich. China hat zwar Gegenmaßnahmen angekündigt, aber auch Verhandlungen über einen Kompromiss angeboten. Der US-Markt ist für China zwar wichtig, aber nicht so wichtig, dass es sich den Bulldozzer-Methoden des US-Präsidenten beugen muss. Dem ging es eigentlich auch nicht um „Zölle“, sondern um eine verschärfte Form von Wirtschaftssanktionen.

Trump will auch nicht in erster Linie die Exporte Chinas in die USA durch überhöhte Zölle reduzieren, vor allem soll der Yuan geschwächt werden, weil er immer stärker wird und schleichend die Rolle des US-Dollars als Weltreservewährung übernimmt. Noch vor 20 Jahren bestandenen die Währungsreserven aller Staaten zu 90 Prozent aus US-Dollars. Heute ist dieser Prozentsatz auf weniger als 60 Prozent gesunken und sinkt sehr schnell weiter. Das verlorene Vertrauen in den US-Dollar wird jetzt auf den chinesischen Yuan übertragen. Im gleichen Maß, in dem das Vertrauen in den Yuan steigt, geht die Vorherr-schaft der USA über die globale Wirtschaft, die Ressourcen und die Völker der Welt zu-rück. Washington wird das natürlich nicht kampflos hinnehmen.

Zukünftiges Wirtschaftswachstum

Die chinesische Wirtschaft wird wahrscheinlich längere Zeit eine „bescheidene Wachstumsrate“ von 5 bis 7 Prozent aufweisen. Das Wachstum wird sich eher horizontal ausbreiten und eine allgemeine Verbesserung der Lebensbedingen bewirken: mit erschwinglichen Unterkünften und dem Ausbau der grundlegenden Infrastruktur – der Wasserversorgung, der Abwasserentsorgung, des öffentlichem Personenverkehrs sowie der Bildungsmöglichkeiten und kulturellen Angebote auf dem Land. Bei der horizontalen Entwicklung werden die Künstliche Intelligenz und der Umweltschutz im Vordergrund stehen.

Technologische Innovationen

China entwickelt ständig neue Technologien und ist zweifellos die globale Nummer 1 bei technischen Innovationen. Dafür sollen nur einige Beispiele genannt werden, die nicht nach Bedeutsamkeit geordnet sind:

  • der fortschreitende Einsatz von Robotern bei medizinischen Behandlungen und Operationen, auch bei der Krebsbehandlung,
  • die Verwendung von 3-D-Druckern auf verschiedenen Gebieten, zum Beispiel zur Reproduktion von Körperteilen und zur Erstellung von Baumaterialien. In 20 bis 30 Jahren sollen sogar individuelle 3-D-Bauvorhaben möglich sein,
  • die Technologie der Gesichtserkennung, die traditionelle Personalausweise und Bankkarten überflüssig und die Identitätsfeststellung sicherer macht,
  • beim Bau von Hochgeschwindigkeitszügen hat China Japan überholt und mit den Modellen Maglev (s. https://www.youtube.com/watch?v=cuc03kxeHQs und Fuxing (s.https://en.wikipedia.org/wiki/Fuxing_(train) ) die globale Führung beim Bau solcher Züge übernommen,
  • das fortschrittliche Recyceln von Müll, der zu Baumaterialien und Dünger verarbeitet oder zur Energiegewinnung verwendet wird,
  • eine fortschrittliche Architektur und mehr Effizienz bei großen Bauvorhaben. Genannt seien nur zwei Beispiele: Der neue Daxin International Airport bei Peking, der größte Flughafen der Welt, wurde in nur vier Jahren erbaut und kann auf eine Kapazität von mehr als 100 Millionen Passagieren pro Jahr erweitert werden. Das Stadion für die Olympischen Sommerspiele 2008, das so genannte „Vogelnest“, kann auch für die Olympischen Winterspiele im Jahr 2022 verwendet werden, wurde in weniger als 5 Jahren erbaut und ist ein architektonisches Meisterwerk,
  • bei der Künstliche Intelligenz wurden bedeutende Fortschritte erzielt (s. unten).

Chinas Ehrgeiz: Alles ist möglich, und China hat das bereits bewiesen

China wird schon bald die Führung in der Entwicklung der Künstlichen Intelligenz übernehmen, weil es beträchtliche Mittel in die Forschung investiert. Der Staatsrat der Volksrepublik China (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsrat_der_Volksrepublik_China ) hat 2017 einen „Plan zur Weiterentwicklung der Künstlichen Intelligenz“ beschlossen, der auch den Bau eines Industrieparks für Künstliche Intelligenz im Wert von 2,1 Milliarden Dollar vor-sieht. Nach dem Willen das Staatsrates soll China bis 2025 die Führung bei der Entwicklung der Künstlichen Intelligenz übernehmen, und der Wert seiner diesbezüglichen Industrie soll sich bis dahin von 60 Milliarden auf 700 Milliarden Dollar erhöhen. 2030 soll China führend in der Entwicklung Künstlicher Intelligenz sein.

Umweltschutz

China hat auch beim Umweltschutz große Fortschritte gemacht und dabei viele westliche Staaten übertroffen. Auch bei der Umsetzung der BRI im eigenen Land und im Ausland sollen „grüne“ Forderungen berücksichtigt werden. Neue Parks mit Bäumen und Erholungszonen werden in jeder größeren chinesischen Stadt angelegt. Nach Aussage eines Experten der School of Regulation and Global Governance der Australian National University hat Peking seine Luftqualität in den letzten fünf Jahren um 30 Prozent verbessert.

Aus einer Studie der University of Chicago geht hervor, dass die Feinstaub-Konzentration in der Luft chinesischer Städte zwischen 2014 und 2018 um 32 Prozent reduziert wurde.

Das chinesische Volk und seine Regierung messen dem Schutz der Umwelt und der Ökosysteme große Bedeutung zu. „Grüne“ Entwicklungsvorhaben sind nicht nur gut für die Gesundheit, sie sind auch attraktiv für Anleger.

In China gilt ein strenger „grüner Dreijahresplan“ zur Verbesserung der Luftqualität. Eine bessere Luftqualität gehört zu den Hauptzielen der chinesischen Umweltpolitik. Deshalb beschleunigt die Regierung die Elektrifizierung von Fahrzeugen und will erreichen, dass nach 2030 alle neuen Autos durch Elektrizität angetrieben werden. Die Regierung möchte auch die Trinkwasser-Qualität verbessern, dessen Knappheit beseitigen und die Abwasserentsorgung in Stadt und Land ausbauen. Dabei handelt es sich um Langzeitprojekte. Die Kosten für die chinesischen Umweltschutzmaßnahmen sind nicht zahlenmäßig er-fasst, im nächsten Jahrzehnt dürften dafür aber Hunderte von Milliarden Dollars anfallen.

Schlussfolgerungen

Vor einigen Jahren haben China, Russland und andere SCO-Staaten angefangen, ihren Handel untereinander in ihren jeweiligen Landeswährungen und nicht mehr über westliche Banken, sondern über dass chinesische Cross-Border Interbank Payment System (s. htt-ps://en.wikipedia.org/wiki/Cross-Border_Inter-Bank_Payments_System ), abgekürzt CIPS, abzuwickeln. Weil das nicht von dem westlichen Transfer-System SWIFT (s. https://de.wi-kipedia.org/wiki/SWIFT ) kontrolliert werden kann, sind von den USA verhängte Sanktionen wirkungslos. Die SCO und ihr nahestehende Staaten sind also dabei, sich vom dollargestützten westlichen Finanzsystem zu verabschieden.

In Bezug auf den Handel kontrollieren die SCO-Staaten unter Führung Chinas die meisten asiatischen Märkte, dringen auch bis nach Japan und Australien vor und sind sogar schon in Lateinamerika und Afrika präsent. Vermutlich wird auch Europa bald einsehen, dass es sich stärker nach Osten orientieren muss. Es wäre eine weise Entscheidung, künftig mehr Geschäfte im riesigen Eurasien, auch im Mittleren Osten, und in Teilen Afrikas abzuwickeln. Zu Zeiten der Alten Seidenstraße vor mehr als 2.000 Jahren war das schon einmal selbstverständlich.

Chinas große visionäre Zukunftsplanung hat bereits vor 70 Jahren begonnen und vor sechs Jahren mit der BRI seines Präsidenten Xi Jinping einen großen Schub bekommen. In den kommenden 50 bis 100 Jahren wird die BRI den ganzen Erdball erschließen und eine multipolare Welt entstehen lassen, die mehr Gleichheit und Wohlstand für alle bringen wird. Die Realisierung der BRI wird Investitionen in Höhe von vielen Billionen Dollars erfordern, die von China und den beteiligten Staaten aufzubringen sind, aber einen sozioökonomischen Gewinn bringen, der zahlenmäßig kaum zu erfassen ist: unermesslich wert-volle soziale Verbindungen, eine deutliche Reduzierung der Armut, eine bessere Gesundheitsfürsorge, eine bessere Bildung und bessere Lebensbedingungen für Milliarden Menschen.

Grundlage dieser Initiative ist die chinesische Politik der Vermeidung von Konflikten durch Diplomatie, der friedlichen wirtschaftlichen Koexistenz, die eine gleichmäßige Entwicklung aller Staaten der Erde ermöglicht.

Die Entscheidung Chinas, mit einer „grünen Wirtschaft“, einer „grünen BRI“ und einem horizontalen Wirtschaftswachstum mehr Gleichheit zu schaffen, könnte zum Modell für die ganze Welt werden. Und dieses Modell könnte die Zukunft der Menschheit sichern.

Peter Koenig ist Wirtschaftswissenschaftler, geopolitischer Analyst und Experte für Trink-wasser und Umweltfragen. Er hat über 30 Jahre lang für die Weltbank und die Weltge-sundheitsorganisation in den Bereichen Umwelt und Wasser gearbeitet. Er hält Vorlesungen an Universitäten in den USA, Europa und Südamerika und schreibt regelmäßig für Global Research, Information Clearinghouse, RT, Sputnik, PressTV, The 21st Century, TeleSUR, The Saker, New Eastern Outlook (NEO) und andere Websites.

Er ist der Autor des Buches „Implosion – An Economic Thriller about War, Environmental Destruction and Corporate Greed – fiction based on facts and on 30 years of World Bank experience around the globe“ (Implosion – Ein ökonomischer Thriller über Krieg, Umweltzerstörung und die Habgier der Konzerne / Ein Roman, der auf Tatsachen und Erfahrungen beruht, die in 30-jähriger Tätigkeit für die Weltbank rund um die Welt gesammelt wurden). Außerdem ist er Mitverfasser des Buches „The World Order and Revolution! – Essays from the Resistance“ (Weltordnung und Revolution – Essays über den Widerstand).

(Wir haben den sehr informativen Artikel komplett übersetzt und mit Ergänzungen und Links in Klammern versehen.)

http://www.informationclearinghouse.info/52521.htm

http://luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_19/LP13619_041219.pdf

 

Diskussionen

4 Gedanken zu “Chinas Vision für die Zukunft: „Give Peace a Chance“

  1. Wer sich mit Banditen anlegen möchte, soll ein guter Bandit werden wollen. Wer sich mit dem Kapital anlegen möchte, ein guter Kapitalist. Manche Logiken sind unerfreulich, aber wer hätte je behauptet, Logik sei zur Beglückung da: Es kann manchmal übel ausgehen mit der Logik, wenn die Axiome übel gesetzt sind. Der Beitrag von Herrn König liest sich wie ein Bewerbungsschreiben für eine Position als Funktionär der Kommunistischen Partei der Volksrepublik China. Jedenfalls gut zu wissen, daß sich nichts ändern wird. Es wird weiterhin Höheres und Niederes geben, Oben und Unten, Kapital und Arbeit; das Kapital hat was zum Kommandieren, und die Arbeit was zum Gehorchen. Die perfekte sozialdemokratische Utopie. Zumal das Ganze ja Sozialismus ist.

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    Verfasst von NO_NWO | 6. Dezember 2019, 15:31
    • So lange Sie durch Ihre Westliche Brille blicken, schaut die Welt Westlich aus.

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      Verfasst von zivilistin | 8. Dezember 2019, 5:39
      • Sorry, aber die einzige Brille, durch die ich manchmal blicke, ist eine Lesebrille.☺️ Und dadurch verändert sich die Realität nicht — gewaltherrschaftlicher Partei-Totalitarismus bleibt, was er ist. Das Böse legitimiert sich allemal mit dem Argument, Opfer zu sein und darum gegen das Böse kämpfen zu müssen. Am übelsten aber die Rechnung, mit der Tötung einer Million von Bösen über eine Million von „Unschuldigen“ und „Guten“ gerettet zu haben. Oder schlimmer noch: „das“ Gute gerettet zu haben, „den“ Sozialismus, „den“ Fortschritt „der“ Menschheit usw. So es irgendetwas gibt, das einen wirklich mißtrauisch machen sollte, dann solche gutheldischen Argumentationsfiguren. Selbstverständlich wünsche ich Chinas Menschen allezeit Frieden, Wohlstand und den Beistand des Himmels.

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        Verfasst von NO_NWO | 8. Dezember 2019, 11:47
  2. Ich war bisher nicht immer zu 100% mit Koenigs Aussagen einverstanden, aber dieser Artikel beeindruckt und überzeugt mich. Wer hätte das noch vor ein paar Jahren gedacht, dass die „Billiglöhner“ und „Plagiatoren“ aus China bald neue, bisher nicht für möglich gehaltene Maßstäbe für die Welt setzen würden? Wer hätte gedacht, dass die Weltrevolution durch sozialistisch-kapitalistische Wirtschaftskonzepte aus Fernost kommen könnte? Es ist eine faszinierende Vision, die gerade vor dem Hintergrund des ganzen pseudolinken Drecks hierzulande wirklich Mut und Hoffnung macht. ✊

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    Verfasst von Fx | 5. Dezember 2019, 18:11

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