//
du liest...
Krisen, Wirtschaft

Rechtzeitig eine einfache Kapital Erklärung des Jahrhundertwerkes von Marx.

von Norbert Nelte

Mit dem Buch Norbert Nelte – Das Kapital von Marx, leicht gemacht. Rosa Luxembugs katastrophales Ende der kapitalistischen Produktion und die rettende Alternative im Anmarsch, lege ich eine Schrift vor, die den gut 2.200 Seiten langen Schinken kurz und knapp  erklärt, mit viel selbterklären-den Diagrammen und Grafiken.

Das Kapital von Marx, leicht gemacht.

https://www.bod.de/buchshop/das-kapital-von-marx-leicht-gemacht-norbert-nelte-9783750443266?fbclid=IwAR27z523gD-rPPFrIO2bbxXAqLzfakyux1cwCcTLYW6I8SgnIG6CUSlLYz4

 Die Inhaltsangabe strebt auf die wichtigste Schlussfolgerung aus dem Kapital zu, dem tendenziellen Fall der Profitrate. Dabei zeigt das Buch die kurze Halbwertzeit des Kapitalismus sowie die Alternative, die bereits in der Babyform besteht.

Marx war gelernter Philosoph und als solcher ging er auch gründlich an die Fragen ran. Er musste alle Gegenargumente behandeln und macht daher sein Werk so mühsam, so, dass sogar Engels manchmal ungeduldig wurde, er möge es doch langsam auf den Punkt bringen,
“aber
immer wieder scheiterten diese Vorsätze an seiner unerbittlichen Selbstkritik und seiner unvergleichlichen Gewissenhaftigkeit, die ihn zu immer neuen Untersuchungen trieben und auch durch die ungeduldige Mahnung seines treuesten Freundes nicht erschüttert werden konnten.“ ´
(Franz Mehring: Karl Marx, 12.Kap.)

So zeigte er den Inhalt nicht einfach von der Warengesellschaft bis zum tendenziellen Fall der Profirate und behandelte dabei alle Prozesse, nein, in jedem Band fing er immer wieder bei jedem Prozess von vorne an:

Erster Band: Der Produktionsprozess des Kapitals
Zweiter Band: Der Zirkulationsprozess des Kapitals
3. Der Gesamtprozess der kapitalistischen Produktion

Für die im Marxismus bewanderten ist mein Buch zwar eine gute Hilfe für die Übersicht, aber man kommt wegen den vielen tiefsinnigen Gedanken letztlich natürlich um das Original nicht herum.

Mein Buch ist nicht nur wegen der guten Übersicht, Einfachheit und wegen der vielen selbsterklärenden Grafiken zu empfehlen, sondern es beschäftigt sich auch mit einer dem Fall der Profitrate entgegenwirkenden Tendenz, die bei Marx selber noch gar nicht vorgekommen ist, dem Rüstungskapitalismus in den beiden Weltkriegen.

Ebenso behandele ich einen schwerwiegenden krankheitsbedingten Fehler von Karl Marx im 2. Band, die
»das Gehirn zusammendrückt« (Mehring),  wozu er selber aber sagte, dass „es eine vorläufige Behandlung des Gegenstandes geblieben ist und bedürfe [noch] einer Umarbeitung.“ (nach Rosa Luxemburg, Antikritik, S. 31.)

Es handelt stich um die Überproduktion bei der erweiterte Reproduktion im 2. Band. Für uns am Ende des Kapitalismus ist das eine wichtige Frage. Marx benutzt das Wort vom Einschlummerns. Aber die Realität gibt Luxemburg Recht, die von den Todeszuckungen des Kapitalismus in seiner Endphase redet.

Meine Inhaltsangabe geht vom Anfang der Klassengesellschaften an bis zu ihrem Ende mit dem Ende des Kapitalismus.

  1. Einführung
    2. Von der Natur zur Klassenherrschaft
    3. Die Warengesellschaft
    4. Die Arbeitswertlehre
    5. Die Mehrwert- und die Profitrate
    6. Organische und Technische Zusammensetzung des Kapitals
    7. Der tendenzielle Fall der Profitrate
    8. Drei Fallbeispiele
    9. Entgegenwirkende Ursachen
    10. Rüstungskapitalismus
    11. Beschleunigende Tendenz
    12. Profitrate seit 170 Jahren
    13. Die Krisen und der Klassenkampf
    14. Der ‘Point of no Return’ in der Produktion
    15. Rosa Luxemburgs katastrophales Ende der kapitalistischen Produktion
    16. Die Räterepublik

Im 6. Kapitel der Zusammensetzung des Kapitals zeige ich eine Grafik, die alleine schon die Entwicklung des Kapitalismus vom Anfang 1800 bis zum Ende 2020 mit Null Prozent Profitrate erklärt.

Mit der Entlassung der Arbeiter/innen hat nun das Kapital seine einzige Quelle des Mehrwerts in der Produktion entlassen, so, dass heute 2019 die Profitrate (Gewinn + Bankzinsen) nur noch bei 1% steht. Das langt nicht Mal mehr für die Bankzinsen, geschweige denn für den Kapitalist, so, dass schon seit 2008 immer mehr die Zentralbanken mit ihren Null Prozent Krediten die Schulden der Banken und Konzerne aufkaufen.

Es wird immer mehr Geld gedruckt ohne entsprechende Wertschöpfung oder Bruttoinlandsprodukt. Die Hyperinflation ist nur noch eine Frage der Zeit.

Alle Lohnabhängigen bekommen heute nur noch Einjahres- oder Halbtagsverträge. Damit und mit den vielen Flüchtlingen lässt sich sehr leicht der Lohn drücken. Die Roboter werden bereits seit Langem vom Mittelstand eingesetzt.

Im 7. Kapitel zeige ich, dass Marx bei der Beschreibung des tendenziellen Falls der Profitrate im 3. Band im 13. Kapitel, das Gesetz als solches, folgende Zahlenbeispiele bringt.

Im weiteren Kapitel kommt er immer auf dieses Beispiel zurück, verbleibt aber immer bei den vorderen Zahlen.

Wenn man aber diese Zahlenreihe nur 100 Jahre weiter ausführt, ergibt sich schon eine Miniprofitrate von nur 1%

Die Formel der Profitrate p’ = m/(c+v) ergibt eine inverse (umgekehrte) negative Exponentialkurve. Diese Kurve  fällt schnell auf ein Minimum (hier in 10-15 Jahre), um dann langsam sich auf die Null zuzubewegen, aber nie zu erreichen. Ab 5% lohnt sich eine Investition für die Kapitalisten eigentlich schon nicht mehr. D.h., dass die Halbwertzeit des Kapitalismus sehr schnell abgelaufen ist.’

Marx hat zwar einige gegenläufige Tendenzen 9. Kapitel ausgearbeitet wie die „Erhöhung der Ausbeutungsrate“ oder die „Verwohlfeilung der Elemente des konstanten Kapitals …«, aber durch die 11. beschleunigende Tendenz des Kapazitätserweiterungseffektes von 1,4 Mal im Durschnitt wiederum hat sich die Erreichung der 1%-Marke nur von 100 auf 220 Jahren in der Praxis verlängert, mehr nicht, Basta.

Die Profitrate von nur 1% (Gewinn + Bankzinsen) wird z.B. von Florian Homm bestätigt. Florian Homm: in   seinem neuen Buch „Der Crash ist da“

 „Heute liegt die Dividendenrendite der Titel im S&P 500 bei lediglich  1,8  Prozent.“ 1,8% mit dem Finanzbereich (4%) und den Aktienpaketen. Also liegt die Durchschnittsprofitrate in der Produktion schon  bei weit unter einem Prozent.

James Rickards zitiert das International Institut of Finance). „Doch das IIF berichtet, dass es eine Neuverschuldung von 8  Billionen   Dollar   nötig   war,   um   gerade  einmal   1,3   Billionen Dollar weltweiten BIP´s zu schaffen.“ (James Rickards  „Die Voraussetzungen für eine globale Schuldenkrise sind da“ goldseiten.de  12.12.18 IIF = International Institut of Finance)

Also amortisieren sich heute Rationalisierungen erst in 6 Jahren, weil die Gewinnrate so niedrig ist. In den 1970ern war das schon in 2,5.-3 Jahren.

Es haben sich für das Kapital schon seit 2008 keine Investitionen in der Produktionsbranche im Durchschnitt mehr gelohnt. Also kaufen die Zentralbanken mit ihrer Nullzinspolitik deren Schulden auf und jetzt auch noch deren Aktien. Gelddrucken ohne entsprechende Wertschöpfung führt aber letztlich zur Hyperinflation.

  1. Kapitel Die beschleunigende Tendenz, der Kapazi-tätserweiterungseffekt.

Karl Marx und Friedrich Engels haben im August 1867 in drei Briefwechseln vom 24. 26. und 27. August 1867) diesen Effekt beschrieben (MEW 31, S. 326-330)

In dem Brief vom 24.8.67 fragt Marx Engels, wie die Fabrikbesitzer bei dem Kapazitätserweiterungseffekt verfahren.

„Das fixe Kapital ist erst in natura zu ersetzen nach sage z.B. 10 Jahren. In der Zwischenzeit retourniert sein  Wert  partiell und gradatim (teilweise und stufenweise ansteigend) mit dem Verkauf der damit produzierten  Waren. Dieser progressive return (zunehmender Rückfluss) für das Kapital fixe, ist bis zu  seiner Ersetzung, von repairs (Reparaturen)  und  dgl. abgesehen, erst nötig, sobald es in seiner stofflichen Form, z.B. als Maschine, tot ist. In der Zwischenzeit hat aber der Kapitalist in der Hand diese successive returns (aufeinanderfolgende Rückflüsse). Du, als Fabrikant, musst nun wissen, was Ihr mit den returns für capital fixe vor  der Zeit, wo es in natura  zu ersetzen ist, macht. Und Du musst  mir diesen Punkt  (ohne Theorie, rein  praktisch)  beantworten.“

(MEW 31, S. 326-330)

Angenommen, der Kapitalist kauft 10 Lastkraftwagen, die in 10 Jahren abgeschrieben werden, dann kann er nach einem Jahr mit den retournierten Einnahmen aus dem Verkauf der Waren einen 11. LKW  kaufen, wobei die ersten 10 LKWs noch 9 Jahre fahren. Nach dem zweiten Jahr dann wieder einen LKW usw.. Somit hat er nach 9 Jahren 19,999.. LKWs, obwohl er am Anfang nur 10 gekauft hat, also im Durchschnitt der Jahre 14,999…= 15 LKWs.

Das funktioniert aber nur in Großbetrieben, die regelmäßig jedes Jahr Millionenbeträge investieren. Kleinbetriebe dagegen verzehren das retournierte Geld, das aus dem Verkauf der Waren vorzeitig reinkommt, obwohl die Maschine z.B. noch 7 Jahre läuft.

Auch funktioniert das in der Realität nicht so bewusst. D.h., dass damit nur 1,5 mal mehr die Profitrate steigt als bei einfacher Ausbeutung und damit die Kapitalakkumulation und dass die Großindustrie mehr die Lohnabhängigen ausbeuten kann als die Kleinindustrie

Aber egal, ob sie das retournierte Geld wieder investieren oder verfuttern, sie beuten uns 1,3 bis 1,5 Mal aus.

Zu dem konstanten fixen Kapital gehören auch die Maschinen, Gebäude und Anlagen. Aber hier gilt das Gleiche. Nur die Aktien des Anlagevermögens werden nicht abgeschrieben, sondern nach dem Niederstwertprinzip mit dem Einkaufswert bewertet (Nicht mit dem höheren Kurswert).

Nun gibt es noch das zirkulierende konstante Kapital, wie Roh-, Hilfs- und  Betriebsstoffe, alle Lagerbestände oder in der Fertigung umlaufenden Halb- und Fertigfabrikate, Kasse, Bank, umlaufendes Aktienportfolio (Aktíenpaket) und Forderungen. Zum Ersten ist zu sagen, dass heute schon weitgehend „Just in Time“ gearbeitet wird, also die Warenlager sich auf der Autobahn im LKW-Stau befinden.

Und außerdem werden die Rechnungen erst nach einem viertel Jahr bezahlt, wenn die Ware schon verkauft ist.

Was die Finanzwerte angeht, dazu kann man sagen, dass dieses Umlaufvermögen damit kompensiert wird, indem dass die Großbetriebe, die durch den retournieren Wert gekauften Maschinen ja wiederum vorzeitig Werte retournieren, wovon dann wieder z.B. von der Hälfte die Hälfte, also 0,25 von 10 Maschinen oder LKW,s gekauft werden können.

Es wird zwar in der Betriebswirtschaft von Anlage- zu Umlaufvermögen von 40% zu 60% gesprochen, dann wäre der Ausbeutungsgrad statt 150% nur 120%, aber das war noch vor der „Just in Time“ Zeit. Im produzierenden  Gewerbe überwiegt sowieso das Anlagevermögen. Da wäre der Ausbeutungsgrad vor der „Just in Time“ Zeit 135%, aber heute rollen die Lager auf der Autobahn.

Bei Kleinbetrieben ist dann der Ausbeutungsgrad von 1,5 etwas kleiner, vielleicht 1,3

Das heißt nun, dass vorne bei der Formel zum Fall der Profitrate von Marx

wenn  c = 100, v =100, m =v so ist p’ = 100/200 = 50%

es dann hätte heißen müssen

wenn c = 140 (Werte), v = 100, m = v so ist p’ = 100/240  = 41,7%.

Zu dieser Formel von Marx muss man sagen, dass das einzelne v = die Lohnkosten des Jahres bezeichnen, das v und c um Nenner aber das vorgeschossene Kapital bei c die abgeschriebenen Maschinen und v nur der Monatslohn vom Januar, aber gut, bei Marx schießt der Kapitalist das ganze Jahr den Lohn vor, wie z.B. im Schiffsbau.

Die Profitrate von 1% wird nicht erst in 100 Jahren erreicht, sondern schon in 71,4 Jahren. So macht die reale Halbwertzeit des Kapitalismus von 220 Jahren überhaupt  keine Überraschung mehr.

Rosa Luxemburg schreibt dazu: „Wie dem sei, der Trost wird leider durch einen einzigen Satz von Marx in Dunst aufgelöst, nämlich durch den Hinweis, dass   »für große Kapitale der Fall der Profitrate durch Masse aufgewogen« werde. Es   hat   also   mit   dem   Untergang   des   Kapitalismus   am   Fall   der Profitrate noch gute Wege, so etwa bis zum Erlöschen der Sonne.“ (Rosa Luxemburg, Antikritik)

Sie selber hat ja das Ende des Kapitalismus da gesehen, wenn alle Agrarländer auch kapitalistisch geworden sind. Nun ist aber beides nicht zufällig gleichzeitig passiert. D.h., dass in dem Moment, da alle kapitalistisch geworden sind, der Wachstum ausbleibt, der Umsatz stagniert und sinkt und dann die Profitrate gegen Null strebt.

Luxemburg hat die Implosion bei einer inversen (umgekehrten) negativen Exponentialkurve bei der Formel der Profitrate p’ = m/(c+v) nicht gesehen.

Na ja, es gab damals in der Ökonomie noch keine Kurvenlehre. Deshalb konnten auch Marx und Engels selber nicht die Explosionskraft sehen, die in dieser Formel liegt und dann auch die ganzen Schüler nicht.

Die Halbwertzeit der Sklavenhaltergesellschaft der Griechen und der Römer dauerte von 800 vor bis 500 nach  also 1.300 Jahre. Die Halbwertzeit des Feudalismus dauerte, wenn wir die Völkerwanderung und das dunkle Mittelalter einmal abziehen von 1.000 –.1.800 also 800 Jahre.

Zusammengenommen bildeten die Klassengesellschaften eine immer kürzere Halbwertzeit:

Sklavenhaltergesellschaft       1.300
Feudalismus                              800
Kapitalismus                             220

Jetzt kommt der letzte und schwierigste Kapitel, der 14. Kapitel, Der ‘Point of no Return’ in der Produktion. Es geht um die Frage, wie dieses Ende der kapitalistischcn Produktion ausschaut. Ist es ein langsames Marssche Einschlummern, oder endet er mit Luxemburgischen Todeszuckungen?

Zur Beantwortung dieser Frage gibt uns schon die Originalstatistik von 2010 des Statistischen Bundesamtes einige Auskunft.

Wir sehen an der Grafik, dass auch von der Hochzeit des Kapitalismus an etwa alle 10 Jahre eine kleine Depressionen war, aber nur zwischen -0,5 und Minus einem Prozent. Das war das Ergebnis der Überproduktion im Konsumsektor.

Nachdem ín Deutschland 1954 nach dem Koreakrieg das Bruttoinlandprodukt um 13% gestiegen ist, sind die roten 10 Jahres Durchschnittslinien kontinuierlich von +6 auf Null im Jahre 2014 gestürzt. Ein Phänomen, dass in allen Ländern vorgefallen ist. Wir stehen offensichtlich am Ende der kapitalistischen Produktion.

Am Ende des Kapitalismus erwartet uns eine Depression ohnegleichen, natürlich noch weitaus mehr als die -50% von 1929.

Ich hatte zur erweiterten Reproduktion den Kreislauf von Waren und Geld in der kapitalistischen Gesellschaft aufgezeichnet, dabei habe ich die Sektoren des Konsums und der Produktionsmittel sowie c und v wie in der Realität auseinander streben lassen. Das konstante Kapital nimmt gegenüber dem Lohn ständig zu.

Dabei ergibt sich immer die Überproduktion im Konsumsektor, egal, welche Zahlen man nimmt, immer im Konsumsektor. Das bestätigt die Analyse von Rosa Luxemburg und verwirft die von Karl Marx im 2. Band im 21. Kapitel „Es fände also relative Überproduktion in I (Produktionsmittelsektor)  statt.“ (S. 513),. Dabei hatte er die Kapitalisten vom Konsumsektor von 750 Gewinn 600 selbst verzehren lassen und nur 100 in c akkumuliert.

Aber Marx sagte selber, dass das »einer Umarbeitung dringend bedürftig« und ist nach demselben Zeugnis von Engels »nur eine vorläufige Behandlung des Gegenstandes«  geblieben“. (nach Rosa Luxemburg: Antikritik, S. 31)

Das heißt, dass in dem Moment, wo der Kapitalismus rückläufig ist, weltweit nach konstanten Kapital c (Fremdrechnungen) weniger nachgefragt wird als nach Lohn v, dass dann die Überproduktion im Produktionsmittelsektor entsteht.

„In dem Moment, wo das Marxsche Schema der erweiterten Reproduktion der Wirklichkeit entspricht, zeigt es den Ausgang, die historische Schranke der Akkumulationsbewegung an, also das Ende der kapitalistischen Produktion.“(Rosa Luxemburg Die Akkumulation des Kapitals, 29. Kapitel Der Kampf gegen die Bauernwirtschaft)

Wenn ein Arbeitsplatz in der Produktionsmittelindustrie verloren geht, gehen 9 Arbeitsplätze im Konsumsektor mit verloren. So, wie am Anfang des Kapitalismus der Produktionsmittelsektor die Wirtschaftstätigkeit explodieren lässt, so lässt er sie am Ende implodieren.

Außerdem kann die Überproduktion nicht mehr auf den anderen Sektor übertragen werden.

Was will schon Frau Konsum auch in ihrer Küche mit einer Drehbank.

Wegen dieser Überproduktion im Produktionsmittelsektor gab es 2008/9 schon die erste Vorwarnung von -5%. Natürlich drücken sich diese Realwirtschaftsprobleme auch im Finanzsektor aus z, B. bei der Tilgung von Krediten. Aber der Kern der Probleme bleibt immer die Art der Produktionsweise.

Bei den kleinen Crashs im 19. Jahrhundert hatten es die Konzerne und Banken noch selber geschafft, sich wieder rauszuretten. 2008/9 musste schon massiv der Steuerzahler helfend eingreifen, damit die Staaten, Banken und Konzerne wieder auf die Füße gekommen sind. Viele Staaten, Banken und Konzerne haben sich bis jetzt davon noch nicht erholt. Aber bei 2 Billionen Gesamtschulden wird sich kein Staat mehr davon erholen können, nie.

Warum der nächste Crash richtig schlimm wird – einfach erklärt in zwei Minuten

Weik und Friedrich: „Der größte Crash aller Zeiten

Albert Edwards, Marktstratege bei Société Générale:  «Crash von 80% würde nicht überraschen»

Da, es fängt schon langsam an:

Minus 17 Prozent: Bestellungen bei Maschinenbauern brechen ein 4,10.19 aus dem Ausland -19%

Merkel nennt Entwicklung des Maschinenbaus „besorgniserregend“ 15.10.19

40 Prozent weniger Aufträge dieses Jahr: Maschinenbauer Rattunde baut Stellen ab– 21 .10.17

Was ein  Glück, dass es in 16 Staaten schon über 120.000 Arbeiter/innen gibt in selbstverwalteten Betrieben. In Argentinien sind sie am Weitesten, Da wird bereits diskutiert, die Sprecherräte der Fabriken ohne Boss und deren Koordination in Arbeiterräte umzubenennen.

Diskussionen

5 Gedanken zu “Rechtzeitig eine einfache Kapital Erklärung des Jahrhundertwerkes von Marx.

  1. Ich habe vor etwa 35 Jahren die Frühschriften von Marx gelesen, mit Gewinn würde ich sagen. Zum Beispiel ist mir zurückgeblieben, dass das, was die Biene zum Beispiel vom Menschen unterscheidet, ist, dass das, was der Mensch produziert, zuerst von ihm ausgedacht worden ist. Letzthin bin ich drauf gekommen, dass das auch auf die rein geistige, wollende, allmächtige Person der semitischen Religionen zutreffen müsse.
    Produktionsbetriebe, die sich im Besitz von Privatleuten befinden, müssen absolut nicht unsozial geführt sein – das könnte sogar auf Banken zutreffen. Deshalb scheint mir „Kapitalismus“ (das heisst, das Privateigentum an Produktionsmitteln) als mechanisches System zu betrachten, das automatisch in den Ruin führen müsse, ein zweifelhafter Ansatz zu sein.

    Liken

    Verfasst von Paul Hollenstein | 6. November 2019, 11:00
    • Die Frühschriften? das bezweifele ich.

      Ein gewisser Kisch berichtet uns folgendes aus Mexiko: Frankreich hat Mexiko Geld geliehen. Tatsächlich wurde aber nur ein Bruchteil des geschuldeten Betrages ausgezahlt. Um den geschuldeten Betrag einzutreiben, setzt Frankreich in Mexiko einen König ein, einen Habsburger, ausgerechnet. In den mexikanischen Kriegswirren geht der arme Karl aber unter. Das alles, so Kisch, habe er in den Wiener Archiven gefunden, geschrieben von einem jungen Journalisten des Namens Karl Marx und dieser Marx behaupte ferner, daß es in solchen Kriegen gar nicht um Ehre und Vaterland gehe, sondern um Geld.

      Heute nennt man das SCHULDENKRISE.

      Liken

      Verfasst von zivilistin | 8. November 2019, 3:39
  2. als Anregung von Jemanden , der die DDR-„M/L -Klassiker“-ausbildung absolviert , den „realsozialismus “ 25 Jahre erlebt hat und bei seinem Untergang dabei war

    Liken

    Verfasst von Tom | 5. November 2019, 12:55
  3. gute Idee, Herr Nolte..

    1. vieleicht auch ein Werk(in zukunft ) , wo verschiedene Autoren zur Thematik zu Wort kommen , denn Ende +Anpassungsfähigkeit des Systems werden z.Teil kontrovers diskutiert, auch Fehleinschätzungen von Denkern des 20. Jh. behandeln u.a.
    2. nicht ZU SEHR mit dem Kapitalismus beschäftigen (auch das defizit bei Marx / E. ) , sondern mindestens 30-50 % !! der Nachfolgegesellschaft widmen – wie sieht die genau aus?, wie organisiert in Wirtschaft (wie erfolgt die Planung genau ) , Demokratie,wie funktioniert die genau (kenie allgemein-Floskeln ) Gewaltenteilung, Schutz vor Stalinismus-Entartung, -Verhältnis+ Umgang zum noch bestehenden kapitalismus im Rest der Welt , Problem des Anreizes +der Arbeitsproduktivität ..reisefreiheit, usw..
    was wird anders , besser sein, im vergleich zum 70 jahre „realsozialismus “ ?
    sie merken, jetzt wirds kompliziert 🙂

    Liken

    Verfasst von Tom | 5. November 2019, 12:47

Trackbacks/Pingbacks

  1. Pingback: Fundstück – 4.11.2019 – Grüne Mega-Investitionen | opablog - 5. November 2019

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Archive

%d Bloggern gefällt das: