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Debatte, Gesellschaft

In einer Gesellschaft, die auf Krieg aufgebaut ist, müssen wir mehr tun als nur den Frieden zu bevorzugen

von Caitlin Johnstone – https://www.theblogcat.de

Die amerikanische Bürgerrechtlerin Angela Davis sagte einst: „In einer rassistischen Gesellschaft reicht es nicht, nicht rassistisch zu sein, wir müssen anti-rassistisch sein.“ Unsere Verantwortung für Wahrheit und Gerechtigkeit erschöpft sich nicht darin, die perversen Tendenzen in der westlichen Gesellschaft in Richtung Rechtsextremismus festzustellen, ohne daran teilzunehmen. So wie sich unsere Verantwortung auch nicht darin erschöpft, eine Gruppenvergewaltigung zu beobachten, aber nicht daran teilzunehmen. Sich nur dafür zu entscheiden, an einer groben Ungerechtigkeit nicht teilzunehmen, während wir unsere stillschweigende Zustimmung geben, das ist nicht ausreichend. Besonders wenn deine Hautfarbe dir einen Vorteil bei dieser Ungerechtigkeit gibt. Gegen diese Ungerechtigkeit braucht es kräftige Gegnerschaft.

Das selbe gilt für Krieg, der das Bindemittel ist, der das Imperium zusammenhält, das unsere Gesellschaft dominiert.

Krieg ist die schlimmste Sache auf der Welt. Was Tod, Zerstörung und Leid für die Menschen betrifft, so kommt dem nichts gleich. Das ist einfach die absolut schlimmste Sache. Das ist schlimmer als ökonomische Ungerechtigkeit. Das ist schlimmer als Rassismus. Das ist schlimmer als Sexismus. Das ist schlimmer als Schwulen- und Transgenderfeindlichkeit. Das ist schlimmer als drakonische Drogenpolitik und Einwanderungspolitik. All diese Dinge sind schlecht. Krieg ist schlimmer. Die Politik eines jeden, der behauptet, er kümmere sich um Menschen, sollte das bedenken.

Wenn du nicht glaubst, dass Krieg die schlimmste Sache der Welt ist, dann nur deshalb, weil du ihn nicht genau betrachtet hast und wie er funktioniert. Bei Kriegen geht es notwendigerweise nicht nur um menschliche Leichen, sondern um für immer ruinierte Leben, zerfetzte Körper, um permanent durch neurologische Traumata zerstörte Gehirne und durch psychologische Traumata zerstörte Seelen, um Millionen vertriebener Menschen, Vergewaltigung, Sklaverei und Menschenhandel, der in dem Chaos wahnsinnig zunimmt, um extremistische Fraktionen, die an die Macht kommen und den Menschen unvorstellbares Leid zufügen. Das Leid, das durch jede dieser Militäroperationen ausgelöst wird, die beiläufig durch Männer mittleren Alters in den Denkpanzern beworben werden, mit dem einen oder anderen eingestreuten Scherz, dieses Leid ist buchstäblich unvorstellbar.

Wir leben in einer Zivilisation, die durch Krieg errichtet wurde. Eine Zivilisation, die momentan durch Krieg vorangetrieben wird. Eine Zivilisation, deren Zukunft mit Krieg als Karriere und Krieg als Pensionsplan geplant wird. Das politische und ökonomische System, das unseren Weg bestimmt, wie sich unsere Gesellschaft fortentwickelt und funktioniert, hat seine Wurzeln tief im Boden des Krieges. Das einzige, was uns von den Kriegen trennt, die man in unserem Namen führt, ist die physische Nähe.

In so einer Gesellschaft ist es nicht ausreichend, kein Kriegstreiber zu sein. Es reicht nicht, den Frieden zu bevorzugen. Unsere Verantwortung für Wahrheit und Gerechtigkeit erschöpft sich nicht in der Nichtbeteiligung an der Kriegshetze, denn die Krieg gehen so oder so weiter. In Wahrheit würden es jene, die für den Fortgang der Kriege verantwortlich sind, bevorzugen, dass wir nicht zu viel darüber nachdenken. Denn sie wissen, dass, wenn wir mit klarer intellektueller Ehrlichkeit über die Schrecken nachdenken würden, die unsere Zivilisation jeden Tag auf die Welt loslässt, wir dieses gesamte System unerträglich finden würden.

Es liegt in der Verantwortung eines jeden, der ein guter Mensch sein will, eines jeden, der ein gerechter Mensch sein will, eines jeden, der ein wahrer und authentischer Mensch sein will, in heftiger Opposition zu diesem System zu stehen. Genau hinzuschauen, was von deiner Regierung und ihren Verbündeten im Ausland getan wird, so viel wie möglich darüber zu erfahren und sich ihr laut und heftig entgegenzustellen. Das ist wichtiger als jede andere politische Agenda, für die ihr möglicherweise kämpfen könnt. Wenn du das nicht tust, hast du keine Grundlage, um dich selbst eine gute Person, eine gerechte Person oder eine wahrhaftige oder authentische Person zu nennen. Du bist nur ein weiterer stillschweigender Unterstützer.

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In A Society Built On War, We Must Do More Than Just Prefer Peace

https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/caitoz-27-10-2019/

Diskussionen

Ein Gedanke zu “In einer Gesellschaft, die auf Krieg aufgebaut ist, müssen wir mehr tun als nur den Frieden zu bevorzugen

  1. Über den in Caitlins Text angegebenen Link ist ihre folgende interessante Einschätzung zu finden:

    „Yet my writings are mostly non-ideological. This is because the enemy I am trying to attack is itself non-ideological; the agenda to thoroughly dominate and control as many human beings as possible is no more an ideology than a street mugging is.“

    Ich möchte dagegenhalten, auch wenn meines Wissens selbst Marx jene Frage nach einer Ideologie des Kapitals nicht ausdrücklich gestellt hat. Allerdings beschreibt er das Kapital als etwas Wesenhaftes im Sinne einer mit Willen begabten Maschine, welche sich die Menschheit zu unterwerfen vorgenommen hat; und in einer Fußnote von ••Das Kapital•• führt er den Mythos des Leviathan an. Wie im Film Matrix könnte so auch die Kapitalmaschine ganz ohne menschliches Wünschen und Wollen herrschen — mehr noch macht sie sich den Menschen nach ihrem Bilde! Entsprechend werden die Kapitalisten bei Marx zu „Agenten und Charaktermasken des Kapitals“. Dies immerhin von einem, der die Algorithmen bloßlegt, nach denen jene Maschine, ähnlich einem Kampfroboter, die Welt von Grund auf umkrempelt, oder besser gesagt: für sich zurichtet. Nach genau welchem Bild, wäre zu fragen.

    So (Wirtschafts-)Geschichte von Menschen gemacht wird und Menschsein bedeutet, Vorstellungen bzw. Bilder von der Grundstruktur der Welt zu entwerfen, MUSS dies auch für ein von Menschen erschaffenes Kapital gelten — es folgt einer Ideologie! Der Entstehungsort des Kapitals ist bekannt, er liegt bei den Zisterziensern von Bernhard von Clairvaux. Der von Bernhard gegründete militärische Arm der Zisterzienser, der im 14. Jahrhundert zwangsaufgelöste Orden der Tempelritter, trug zuletzt übrigens den Beinamen „die Bankiers der Könige“. Diese beiden Orden brachten das Kapital von Anbeginn an globalistisch zur Welt. Die Tempelritter, indem sie kurz nach ihrer Gründung palästinensische Handelshäfen besetzten und so zugleich das Monopol des mittelmeerischen Handels mit über die Seidenstraße ankommenden Waren gewannen; die Zisterzienser, indem sie an zahlreichen Orten Europas und quasi nach den Regeln moderner Betriebsführung große Produktionsstätten aufbauten; exakt dies waren ihre Klöster. Die Ausbreitung des Zisterzienserordens geschah übrigens in verblüffend kurzer Zeit, geradezu explosiv.

    1998 erschienen in Frankreich ••Les Abbayes Cisterciennes. Histoire et Architecture•• (Éditions Mengès, Paris) und in deutscher Übersetzung ••Die Zisterzienser — Geschichte und Architektur•• (Köln 1998) von Henri Gaud und J.-F. Leroux-Dhuys. Zumindest die Ideologie/Weltanschauung der Zisterzienser wird mit dieser Publikation plastisch und greifbar. Greifbar wird so zugleich der innerste ideologische Kern des Kapitals, nämlich ein radikaler Geist-Materie-Dualismus, wie er zuvor schon bei den christlichen Strömungen der Manichäer und der Katharer sowie in Ansätzen auch bei den ostkirchlichen Bogomilen charakteristisch war. Die wissenschaftliche Bezeichnung jener Ideologie, aus der die maschinischen Bewegungsgesetze des Kapitals hervorkommen, lautet demnach Geist-Materie-Dualismus in manichäisch-katharischer Variante: Alles Leiblich-Natürlich-Materielle ist „Niederes“ und muß in „Höheres“ transformiert werden, in leiblos Abstraktes, Immaterielles, in GEIST. Dieses ist Ethik und Ästhetik zugleich. Jenes also manichäisch-katharische(!) Kapital stellt sich wie folgt vor: Es wandelt leibliche (händische) Arbeit, „Niederes“, in „Höheres“ um, in immateriell-abstrakten Wert, in Geld, Profit, Rendite, Kapital. Genau so hat Marx es beschrieben.

    Insbesondere zwei Autoren sind den kulturgeschichtlichen Spuren jener Ideologie nachgegangen. Anno 1948 veröffentlichte Erich Neumann, ein Schüler von C.G.Jung, ••Ursprungsgeschichte des Bewuśtseins••. Und von Friedrich Nietzsche wäre zu sagen, die sein gesamtes Werk durchziehende Kritik des KIRCHENchristentums als „Sklavenreligion par excellence“ umkreise jenen speziellen Dualismus in allerengsten Bahnen. (Übrigens schied Nietzsche die Lehren von Christus von denen der Kirche; Christentum meint bei ihm Kirchenchristentum.) Spricht Marx von „Kapital“, so Nietzsche von „Moderne“. Diese letztere sei die „höchste Blüte des Christentums“, welches letztere Mensch und Welt verneine und das Ziel verfolge, diese zu vernichten. Zu grell? Kaum. Es sei hier nur an das massenmörderische aktuelle NWO-Projekt zu denken (siehe: geoarchitektur.blogspot.com und enkidugilgamesh.wordpress.com ). Entsprechend sah Nietzsche die Epoche der Aufklärung, aus welcher ein naturwissenschaftlich rationales, maschinisch-instrumentelles Zweckedenken und daraus schließlich die Moderne sowie die Entmachtung der Kirche hervorkamen, mit gelassenem Blick: alter Wein in neuen Schläuchen. Doch hat diese Moderne auch das Potential, sich selbst zu überwinden. Nietzsche: Endlich können unsere Schiffe wieder auslaufen. Noch nie lag das Meer so weit und offen vor unserem Blick.

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    Verfasst von No_NWO | 1. November 2019, 20:12

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