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Ausland, Naher Osten

Hier ist eine offensichtliche Lösung, aber sie wird die Kriegshetzer in Washington verrückt machen

von Nebojsa Malic – http://www.antikrieg.com

Besorgt um die Kurden in Syrien, die von den USA verlassen wurden?

Die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, die US-Truppen aus dem Norden Syriens abzuziehen, ist auf überparteiliche Empörung gestoßen und wird als „Verrat“ an den Kurden bezeichnet. Warten Sie, bis die Regime-Changer die offensichtliche Lösung hören, die den Kurden Sicherheit verschafft.

Als etwa zwei Dutzend im Nordwesten Syriens stationierte US-Soldaten am Montag mit dem Abzug begannen, kamen Berichte über türkische Luftangriffe gegen kurdische Ziele herein. Ankara nennt die Operation offenbar „Brunnen des Friedens“.

Offiziell ist das Ziel die Einrichtung einer „sicheren Zone“ entlang der Grenze, um einen Teil der 3,6 Millionen syrischen Flüchtlinge umzusiedeln. Oh, und auch, um eine Pufferzone zwischen den kurdischen Milizen in Syrien – YPG und YPJ – von ihren Freunden in der Türkei, die von Ankara als Terroristen bezeichnet werden, einzurichten.

Trumps Kritiker in Washington haben seine Entscheidung als „Verrat“ an den Kurden angeprangert und den Präsidenten beschuldigt, die Streitmacht aufzugeben, die das Pentagon vor Ort als Bodentruppe gegen IS in Ostsyrien eingesetzt hat. Denken Sie daran, dass es die kurdisch geführten „Syrian Democratic Forces“ (SDF) waren, die Raqqa – die „Hauptstadt“ des islamischen Staates (IS, ehemals ISIS) – im Oktober 2017 befreit haben.

Das Problem ist, dass die Obama-Regierung versucht hat, eine Art Parallelregierung in diesen Gebieten zu schaffen, im Einklang mit ihrer Politik, einen Regimewechsel in Damaskus und den Sturz des syrischen Präsidenten Bashar Assad durchzusetzen.

Wenn kurdische Führer dachten, dies würde irgendwie zu einer Unterstützung eines eigenen Staates oder zu einer Herrschaft über traditionell arabische Mehrheitsgebiete führen, wurden sie gefährlich getäuscht. Trump hat von Beginn seiner Präsidentschaft an deutlich gemacht, dass er kein Interesse am „Nation-Building“ hatte und hat versucht, diesen Standpunkt trotz des ständigen Widerstands des US-Establishments beizubehalten.

Was im August 2016 geschah, hätte ebenfalls ein Hinweis sein sollen – und bietet einen möglichen Ausweg aus dem gegenwärtigen Problem. Damals marschierte die Türkei in der „Operation Euphratschild“ von Norden ein und griff die Kurden von hinten an, als die SDF den großen Vorstoß gegen Raqqa startete. Die USA haben nichts getan, um das zu verhindern. Erst als die syrisch-arabische Armee – begleitet von russischen Beobachtern – einschritt, um eine Pufferzone zwischen den Türken und der SDF zu schaffen, stoppte die Invasion.

Während Ankara kein Problem damit hat, die Kurden anzugreifen, ist es schwer vorstellbar, dass es wagen würde, das Feuer auf syrische Truppen – oder die Russen, die mit ihnen kämpfen – zu eröffnen. Die naheliegende Lösung für die Kurden besteht darin, einen Deal mit Damaskus abzuschließen und den Schutz der syrischen Regierung in Anspruch zu nehmen, den die USA niemals bieten könnten. Das würde ihnen Sicherheit bringen, während es Damaskus und Ankara bei Laune hält und es keinen Grund zum Einspruch gibt.

Die einzigen, die darüber unzufrieden wären, wären die Befürworter von Regime-Change in Washington – aber das ist deren Problem.

erschienen am 8. Oktober 2019 auf Ron Paul Institute for Peace and Prosperity ArtikelOriginal auf RT

http://www.antikrieg.com/aktuell/2019_10_08_besorgt.htm

Diskussionen

2 Gedanken zu “Hier ist eine offensichtliche Lösung, aber sie wird die Kriegshetzer in Washington verrückt machen

  1. Herr Pehl zeigt erneut, auf wessen Seite er steht, in diesem Fall auf der von Erdogan. Dieser will laut Pehl „keinen Krieg“, sondern „dass die terroristischen Kurden, die mit der PKK eng verbunden sind, im Irak, in der Türkei und in Syrien beseitigt werden, um Frieden in den Ländern zu bekommen.“
    Herr Pehl ist also gegen das Selbstbestimmungsrecht des kurdischen Volkes und schließt sich der Propaganda Erdogans an, daß die PKK eine „terroristisxche“ Organisation ist. Wie Erdogan begründet er den angeblichen Terrorismus nicht etwa mit militärischen Aktionen, sondern allein mit dem „Ziel…, ein einheitliches Land Kurdistan zu schaffen“. Tatsächlich hat die PKK sich auf Grund von Erdogans Versprechungen gewisser Autonomie seit vielen Jahren vom bewaffneten Kampf verabschiedet. Und selbst wenn nicht, hätten die Kurden jedes Recht, sich auch bewaffnet gegen die türkischen Besatzer und Unterdrücker zu wehren. Bei der Beurteilung angeblichen „Terrors“ kommt es immer darauf an zu sehen, gegen wen sich militante Aktionen richten. Richten sie sich gegen Besatzer und Unterdrücker, handelt es sich um einen unterstützenswerten Befreiungskampf. Um „Terror“ handelt es sich, wenn sich die Gewalt gegen das Volk richtet und von den Unterdrückern ausgeht.
    Und ja, Herr Pehl, das Bestreben der Kurden nach einem eigenen Staat ist völkerrechtswidrig, denn selbiges schreibt den unbedingten Fortbestand aller Grenzen vor, auch wenn sie ehedem von Herrschern und Besatzern willkürlich mitten durch Siedlungsgebiete von Völkern gezogen wurden. Das Selbstbestimmungsrecht der Völker steht im Zweifelsfall immer über den Völkerrecht.
    Und ja, auch Syrien hat das Recht der Kurden im Nordosten in der Vergangenheit mißachtet und ihnen geleitet von arabischem Nationalismus noch nichtmals eine kulturelle Autonomie zugestanden.
    Und nein, Herr Pehl, Erdogan will keinen Frieden, sondern das osmanische Reich wiederaufleben lassen; nur eben möglichst nicht sofort durch einen großen Krieg, sondern nach und nach. Ganz so wie er gemäß der Strategie der Muslimbrüder vorging bei der Schleifung des laizistischen Systems von Atatürk. Afrin hat er dem neuen osmanischen Reich bereits einverleibt und Idlib soll ebenso wie die angestrebte „Sicherheitszone“ im nordöstlichen Kerngebiet der Kurden folgen. Wie bereits in Afrin ist für Rojava eine ethnische Säuberung angekündigt und die Ansiedelung der „syrischen Flüchtlinge“, also der islamistischen Terroristen.

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    Verfasst von Eugen Hardt | 10. Oktober 2019, 14:47
  2. Da scheint Nebojsa Malic im Rechenunterricht wohl geschlafen zu haben, wenn er hier schreibt, dass zwei Dutzend US-Soldaten Syrien verließen. Nach deutschem Zählmaß sind ein Dutzend 12 Stück, eine Mandel 15 Stück und eine Bauernmandel 16 Stück. Folglich verließen 50 US-Soldaten also etwas mehr als vier Dutzend Syrien. Nicht unbeachtet ist, dass immer noch mindestens 1000 US-Soldaten in Syrien verblieben. So ist diese Reduzierung kein Zeichen dafür, dass Trump sein im Wahlkampf gegebenes Versprechen – die US-Truppen aus Syrien nach Hause zu holen – ernsthaft realisieren will. Zutreffend ist vielmehr, dass sie vom türkischen Bombardement getroffen werden könnten. Deshalb hat er sie aus dem Gebiet abgezogen. Laut hätten die Trump-Gegner geschrien, wenn den Soldaten etwas geschehen wäre und zwar berechtigt. Tramp kann tun und lassen was er will, in den Augen seiner Gegner handelt er immer falsch. Damit hat er sich bereits abgefunden, und das ist auch gut so.

    Wenn Nebojsa Malic dann aber schreibt, dass es kaum vorstellbar ist, dass das türkische Militär die SAA oder russische Militärs angreifen würde, so ist bei richtiger Betrachtung der türkischen Politik derartiges überhaupt nicht vorstellbar. Die Türkei will keinen Krieg. Das ist die Realität. Was sie will, ist, dass die terroristischen Kurden, die mit der PKK eng verbunden sind, im Irak, in der Türkei und in Syrien beseitigt werden, um Frieden in den Ländern zu bekommen. Es geht deshalb auch nicht schlechthin um DIE KURDEN, sondern um die terroristischen Kurden, deren Ziel es ist, ein einheitliches Land Kurdistan zu schaffen. Dieses Kurdistan soll sich über Teile des Irak, der Türkei und Syriens erstecken. Das Problem besteht darin, dass die Kurden, die in Syrien lebten und weiter leben wollen von den Terroristen abgehalten werden, einen Deal mit Damaskus zu schließen. Sie sind zu schwach, um gegen die Terror-Miliz erfolgreich aufzustehen, die über US-Waffen verfügen und von den rund 10 eingerichteten US-Stützpunkten in Nordsyrien weiterhin unterstützt werden.

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    Verfasst von Gerd Pehl | 10. Oktober 2019, 13:39

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