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Ausland, Naher Osten

WER AUSSER DER WESTEN UNTERSCHÄTZT DIE HUTHIS? $100 000 EIN PAAR DROHNEN UND DIE WELT STEHT STILL

von https://orbisnjus.com

Die Huthi-Rebellen im Jemen haben augenscheinlich ein bewährtes Druckmittel gefunden, um den Aggressor aus dem Norden in seinen Grundfesten zu erschüttern. Mitten ins Herz von Saudi-Arabiens einzigem wirtschaftlichen Standbein zu treffen, ist wohlgemerkt ein gerissener Schachzug.

Die schiitisch geprägte Ansarullah-Bewegung (Huthis) hat Worten Taten folgen lassen, und ist offensichtlich in die Offensive gegangen. Den Defensivkrieg auf heimischen Boden haben sie längst für sich entschieden, demnach ist es eine logische Konsequenz, das die Huthi-Rebellen ihre Angriffe auf feindlichem Territorium maximieren und akzelerieren würden.

Bei all der initiierten Hysterie bezüglich einer Komplizenschaft des Irans, hat der Westen etwa vergessen das die Saudis seit mittlerweile vier Jahren den Jemen in die Steinzeit bomben, um ihre einst am Golf von Aden positionierte und in Riad im Exil lebende Marionette Mansour Hadi wieder an die Macht zu bringen? Oder ist dem Westen ferner entgangen das die saudische Aggression die verheerendste humanitäre Katastrophe der Neuzeit verursacht hat? Ganz zu schweigen von der Land, See und Luftblockade, und der damit einhergehenden Unterernährung jene Infektionskrankheiten biblischen Ausmaßes grassieren lässt.

In Anbetracht dieser katastrophalen Zustände für die das feudale Königreich die Hauptverantwortung trägt, ist die Reaktion der nun aus allen Wolken fallenden westlichen Elite schlichtweg abartig.

Der Huthi- Drohnen-Angriff auf den saudischen Erdölsektor, hat nicht nur die Märkte ins Wanken gebracht, und den Amerikanern einen weiteren fadenscheinigen Cassus Belli aufgetischt, sondern erneut bestätigt das Geld für den Westen einen höheren Stellenwert einnimmt als Menschenleben.

Die Saudis können im Jemen unbehelligt zehntausende von Zivilisten abschlachten, danach kräht kein Hahn. Doch wenn sich die Huthis wagen auf bemerkenswerte Weise retaliierend zurückzuschlagen, und wie am Wochenende der saudischen Wirtschaft einen schweren Schlag versetzen, bei dem nebenbei bemerkt keine Menschenseele ablebte, geht die sogenannte selbsternannte internationale Gemeinschaft auf die Barrikaden.

Der weltweit größte Waffenabnehmer hat der schiitischen Ansurallah Bewegung vor vier Jahren den Krieg erklärt, und nicht umgekehrt. Insofern ist doch wohl nachzuvollziehen, das die ohnehin versagende und intern überworfene saudisch-geführte Koalition mit Vergeltungsschlägen rechnen muss.

Wer den vergessenen Krieg im Jemen auch nur beiläufig verfolgt hat, dem wird nicht entgangen sein das die Huthis fest im Sattel sitzen, und ihrem Gegner regelmäßig schwere Verluste beibringen.

Die aus diversen Golfmonarchien, vereinzelten Maghreb-Staaten, arabischen Ländern, Al-Qaida-Elementen, privaten Söldnern und weiß Gott noch wen zusammengesetzte von Saudi-Arabiens Kronprinz und de facto König, Mohammed Bin Salman (MBS), ins Leben gerufene Koalition, vermag es nicht auch nur einen einzigen militärischen Erfolg zu verbuchen.

Sie hat den Huthis weder ihr Gebiet streitig machen können, noch die Ränge der Ansurallah arg dezimieren können. Unentwegt ins Hintertreffen geratend keine militärische Expertise aufweisend, und amateurhafte Kriegspraktiken waltend lassend, die saudisch geführte Koalition hat gelinde gesagt auf ganzer Linie versagt. Es ist nicht hinreichend einen einzunehmenden Staat hier und dort anhand von Luftschlägen zu ebnen, die wahre Schlacht wird ausnahmslos am Boden entschieden. Dies hätte man der unbeholfenen MBS-Koalition, im Vorfeld des waghalsigen Ritts ins Nachbarland, eintrichtern sollen. Hinter feindlichen Linien vorzurücken, bedarf einer dementsprechenden militärischen Ausbildung, und einer unabdinglichen Ortskunde.

Wie aus zahlreichen Videos hervorgeht jene Gefechte zwischen den Huthis und Kämpfern der Koalition veranschaulichen, sind die bis an die Zähne bewaffneten und fortschrittlich ausgerüsteten Kämpfer der Koalition in Sachen Kriegsführung, den Huthis weit unterlegen. Womit eine weitere Lektion erteilt wurde, nämlich das die besseren Waffen noch längst keinen erfolgreichen Krieger ausmachen. Die Huthis haben längst nicht die Feuerkraft der Saudis aufzubieten, doch die besseren Taktiker und Krieger. Demnach ziehen die Eindringlinge den kürzeren.

Wie weiter oben kurz erwähnt, haben sich einige Mitglieder der saudisch-geführten Koalition überworfen. Die Rede ist von Saudi-Arabien selbst und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Letzterer hat sein im Jemen stationiertes Truppenkontingent drastisch heruntergeschraubt, und sich inzwischen andere Ziele gesteckt als die Bekämpfung der Huthis.

Der von den VAE gestützte Südliche Übergangsrat (STC) und die saudisch gestützte jemenitische Regierung, liegen seit geraumer Zeit im Clinch. Bislang sind nur die Einheiten der jeweiligen Stellvertreter übereinander hergefallen, und dezimieren sich gegenseitig. Hingegen haben sich jüngst die VAE dazu aufgerafft einen beispiellosen Schritt zu vollziehen, und führten eine Serie von Luftschlägen gegen saudisch gestützte Kräfte durch.

Dies war das erste mal das die Vereinigten Arabischen Emirate STC-Einheiten bei ihren Gefechten gegen saudische Stellvertreter direkt militärisch unterstützten.

Das online Portal Southfront schrieb in einer Analyse dazu: “Widersprüche zwischen Saudi-Arabien und den VAE mündeten in eine offene militärische Konfrontation , zwischen ihren Stellvertretern im Jemen. Seit dem 29.August hat Saudi-Arabien keine symmetrische Antwort auf die militärischen Aktionen der VAE gegen seine Stellvertreter gegeben. Es scheint so das die saudische Führung keinen Willen oder politische Vision davon hat, wie sie in solch einer Situation reagieren soll. Überdies ist das saudische Militär in einem blutigen Konflikt im Jemen festgefahren, und schafft sich damit ab seine eigenen Grenzen vor Huthi-Angriffen zu verteidigen.”

In der Southfront-Analyse heißt es ferner das der in der Region und in Saudi-Arabien schwindende Einfluss vom Haus der Sauds dazu geführt habe, das andere Player darauf abzielten auf der arabischen Halbinsel eine Spitzenposition einzunehmen. Der Hauptanwärter auf jene Führungsebene seien die VAE und das Haus von Maktoum. In Sachen Wirtschaft sollen die VAE indes bereits die Oberhand gewonnen haben, so das Portal.

Hinsichtlich des monarchischen Zerwürfnisses, haben die Huthis ein noch leichteres Spiel Saudi-Arabien schwerer zuzusetzen. Die VAE-gestützten STC sollen die erfahrensten Kämpfer in den Reihen der Eindringlinge sein, und deren Abkapselung vom Mutterschiff bedeutet das Saudi-Arabien noch aufgeschmissener ist als je zuvor, und aller Voraussicht nach im Jemen gegen die Huthis noch eklatanter in Bedrängnis geraten wird.

Insofern ist das von der Ansurallah gewählte Timing für den Angriff auf das Herzstück der saudischen Wirtschaft, hervorragend mit dem kompletten militärischen Versagen der Saudis abgestimmt.

Die gestellte Ignoranz der USA bezüglich der militärischen Kapabilitäten der Huthis, rührt ausschließlich von den obsessiven Willen her unbedingt gegen den Iran militärisch vorgehen zu wollen. Washington porträtiert die Huthis als dahergelaufene Bauern, jene ohne den Iran nicht in der Lage wären eine Waffe zu tragen. Das Absprechen militärischer Fähigkeiten soll implizieren, das es eine helfende Hand geben muss. Jener Humbug soll übrigens für alle schiitisch militanten Entitäten auf dem Erdball herhalten. Die Hisbollah, die Huthis etc alle schiitischen Milizen, wären laut Uncle Sam ohne den Iran unfähig zu atmen. Autarkie und Selbstbestimmung sprechen die Amerikaner irgendwie nur den Schiiten ab. Den feudalen Saudis traut man hingegen so einiges zu.

Zufälligerweise sollen die Iraner immer dort die Finger im Spiel haben, wo die USA entweder nicht mehr erwünscht sind, sich noch nicht imperialistisch entfalten konnten, oder komplett verbannt wurden. Und merkwürdigerweise sind dies alles nah-östliche Staaten, wo der prozentuelle Anteil des schiitischen Konfessionszweigs sowohl überwiegend, als auch hoch gegeben ist. Man könnte glatt zum Entschluss kommen das die USA ein Problem mit Schiiten haben, mit ihrem Kernstaat haben sie offensichtlich eins.

Die auf Krieg erpichende Trump-Administration und das Königreich Saudi-Arabien kanalisieren das Narrativ in Richtung Iran und erwägen über das eigens auferlegte Chaos hinwegzutäuschen. Ach ja die von den Huthis attackierten Aramco-Standorte sollten doch eigentlich von US-Patriot Raketen beschützt werden. Was einen gehörigen Dämpfer für die US-Rüstungsindustrie darstellt.

Die USA können nicht anders als zu behaupten der Iran habe anhand von Cruise Missiles die saudische Erdölförderung um 50% minimiert. Einzugestehen das die Huthis lediglich mittels zehn unbemannter Luftfahrzeuge einen solch gehörigen Schaden hervorrufen, käme einem Versagen gleich. Demnach schlagen die USA zwei Fliegen mit einer Klappe und nehmen das saudische “911”– das Königreich hat sich tatsächlich gewagt jenen Vergleich zu ziehen- zum Anlass einen Kriegsgrund zu fabrizieren, und versuchen somit das Patriot-Debakel zu verschleiern. Die Videoreihe unten zeigt auf, das die Huthis alles andere sind als vom Iran abhängige Schutzbefohlene. Ferner wird veranschaulicht welche militärischen Fähigkeiten und Waffenkunde die Kämpfer der Ansurallah aufweisen.

Drohnen und Raketen-Expertise inklusive:

Ein Geheimnis aus ihrem Vorhaben Flughäfen und den Erdölsektor anhand von Drohnen zu attackieren, haben die Huthis nie gemacht.

Insofern spricht alles dafür das die Huthis letztlich ein Kriegsmittel gefunden haben das offenbar Eindruck schindet. Die USA haben keinen Beweis dafür vorliegen, das der Iran der Drahtzieher der Angriffe auf Aramco ist, auch wenn sie gegenwärtig lautstark das Gegenteil behaupten.

Renommierte Waffenexperten wie Scott Ritter tendieren zur Huthi Version der Ereignisse. Ritter erinnerte gar daran das die Huthis nur $100 000 benötigten und damit in der Lage waren 50% der saudischen Erdölproduktion lahmzulegen. Wenn der Iran von den USA attackiert werden sollte, würde er den gesamten saudischen Erdölsektor annihilieren und somit die Familie Al-Saud ausrotten.

Scott Ritter@RealScottRitter

The Houthi spent less than $100,000 to cripple 50% of Saudi oil production, easily repaired. If the US/Saudi Team opts to attack Iran, Iran will take out 100% of Saudi oil production, never to be full repaired. That would be the death of the al-Saud family, which means no war.

464 Nutzer sprechen darüber

In den kommenden Tagen werden die Amerikaner weitere nichts aussagende Satellitenbilder präsentieren, um ihren Standpunkt zu untermauern. Möglicherweise werden sie ferner Videos anführen, die Silhoutten-artige Individuen zeigen jene Aktivitäten nachgehen, die sich halbwegs mit den märchenhaften Fabeln decken. Nichtsdestotrotz wird jene Beweisführung abermals nichts beinhalten, was die Iraner überführen würde. Es wird heißen das die nachrichtendienstliche Gemeinde zu Einschätzungen und Erkenntnissen gelangt sei, jene wahrscheinlich auf den Iran hinweisen. Dennoch wird der amerikanische Vorstoß nichts als Ernüchterung hervorrufen.

Eins ist inzwischen gewiss, Boltons Abgang hat einen Scheiß bewirkt! Die Weltbevölkerung muss endlich verstehen das die USA die Welt zugrunde richten werden, egal ob ein Obama oder Trump, blau oder rot am Drücker sitzt.

Wer außer der Westen unterschätzt die Huthis? $100 000 ein paar Drohnen und die Welt steht still (OP-ED)

Diskussionen

2 Gedanken zu “WER AUSSER DER WESTEN UNTERSCHÄTZT DIE HUTHIS? $100 000 EIN PAAR DROHNEN UND DIE WELT STEHT STILL

  1. Übrigens noch etwas Geschichte: 2002 begann Papa Bush mit dem Drohnenmord im Jemen

    https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-25662283.html

    und im Mai 2015 stellte daß VG Köln fest:

    “ Die Bundesregierung ist nicht verpflichtet, den USA die Nutzung der Air Base Ramstein für
    die Durchführung von Drohnenangriffen im Jemen zu untersagen “

    http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_13/LP10715_050615.pdf

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    Verfasst von zivilistin | 19. September 2019, 9:45
  2. Da wird noch mehr unterschätzt, die moderne Technik, würde ich sagen.

    Die Entwicklung der Iranischen Ababil Drohne begann ijn den 80ern, sie dürfte gegenwärtig das häufigste Fluggerät am Syrischen Himmel sein, den Motor gibt’s für unter 1000$ bei alibaba.

    Zur Abwehr taugt einzig das Russische Waffensystem Panzir S-1, das mit der SU unterzugehen drohte, dann aber im Auftrag der VAE entwickelt wurde, dort hatte man die neue Bedrohung verstanden.

    Die UN vermutet,daß Hudhud1 im Jemen entwickelt wurde (Hudhud ist die arabische Bezeichnung für Wiedehopf). Die Drohne, mit der die Terroristen die Russen in Tartus wiederholt angegriffenn haben und welche die Russen mit Panzir S-1 souverään abwehren konnten, sieht diesem ‚Wiedehopf‘ verdammt ähnlich.

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    Verfasst von zivilistin | 18. September 2019, 10:35

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