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Banken, Wirtschaft

Die EZB verzweifelt: Wann kommt das Helikoptergeld?

von Ernst Wolff – https://kenfm.de

Die EZB hat am vergangenen Donnerstag eine Lockerung ihrer Geldpolitik angekündigt. Sie reagiert damit auf die weltweit einsetzende Rezession.

Offiziell heißt es, man wolle die Inflation leicht forcieren, Banken dazu bewegen, mehr Geld zu verleihen und so die Konjunktur ankurbeln. Diese Effekte können aber gar nicht eintreten, da das Geld wie in den vergangenen Jahren nicht in der Realwirtschaft ankommen wird. 

Lässt man die vorgeschobenen Gründe einmal beiseite, so sind die EZB-Beschlüsse nichts anderes als der Versuch, das dem Untergang entgegentaumelnde System um jeden Preis am Leben zu erhalten und der Finanzindustrie einmal mehr die für sie bestmöglichen Bedingungen zu bieten. 

Das allerdings wird angesichts der riesigen Probleme immer schwieriger. So hat die Nullzins-Politik der EZB in den vergangenen Jahren immer mehr Investoren dazu verführt, mit geliehenem Geld zu spekulieren. Auf diese Weise ist ein historischer Schuldenberg entstanden. 

Es gibt nur eine Methode, diesen Schuldenberg schmelzen zu lassen, und das ist das Erzeugen einer Inflation. Wenn die Preise und mit zeitlicher Verzögerung auch die Löhne und die Staatseinnahmen steigen, verringert sich, relativ gesehen, die Schuldenlast.

Das hat in der Vergangenheit immer mittels einer Erhöhung der Geldmenge funktioniert. In unserer Zeit aber ist das anders: Die von der EZB am Donnerstag angekündigten Geldinjektionen werden einmal mehr in die Finanzmärkte fließen und dort die Blasen an den Aktien-, Anleihen- und Immobilienmärkten befeuern. 

Da die arbeitende Bevölkerung von diesem Geld so gut wie nichts sehen wird, wird ihre Kaufkraft auch nicht zunehmen – mit dem Effekt, dass die Industrie keine Preiserhöhungen wird durchsetzen können, die zur Ankurbelung der Inflation nötig wären. 

Was also kann die EZB tun, wenn die so dringend benötigte Inflation auch weiterhin ausbleibt? 

Sie hat dann nur noch eine Chance: Sie wird eine künstliche Erhöhung der Massenkaufkraft vornehmen müssen.

Genau dieses Mittel wird von Insidern momentan unter dem Begriff „Helikoptergeld“ diskutiert. Der Einsatz von Helikoptergeld würde bedeuten, dass die Zentralbank Geld aus dem Nichts schafft und es den Bürgern flächendeckend ohne Gegenleistung zukommen lässt, damit diese es in den Konsum stecken und so die Inflation anheizen.

In der Tat würde die Maßnahme vorübergehend zu einer Belebung der Konjunktur führen und vor allem bei den unteren Einkommensschichten auf Zuspruch treffen. Die Begeisterung aber würde bald verfliegen, denn die anziehenden Preise und die einsetzende Inflation würden die erhöhte Kaufkraft schnell übertreffen. 

Da dieser Mechanismus nicht durch wirksame Gegenmaßnahmen bekämpft werden könnte, bliebe Regierungen und Zentralbanken nur ein Ausweg: Weiteres Helikoptergeld zu schaffen – und so gezwungenermaßen eine nicht mehr zu stoppende Spirale in Gang zu setzen. 

Angesichts der überaus heiklen Lage des Finanzsystems und der am Donnerstag zutage getretenen offensichtlichen Ratlosigkeit der Verantwortlichen kann man mit großer Sicherheit davon ausgehen, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis es zum Einsatz von Helikoptergeld kommt – und damit zum dauerhaften Öffnen aller Geldschleusen mit dem absehbaren Endergebnis einer galoppierenden Inflation. 

Bildquelle: nitpicker Shutterstock

Tagesdosis 16.9.2019 – Die EZB verzweifelt: Wann kommt das Helikoptergeld?

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Diskussionen

3 Gedanken zu “Die EZB verzweifelt: Wann kommt das Helikoptergeld?

  1. 2. JEDE grosse !! Krise das Kapitalismus der letzten 150 Jahre war eine DEFLATIONS-Krise, -wieso sollte es diesmal anders sein, (komisch, dass der Autor, als Finanzspezialist das nicht weis ) , z. B Gründerkrach Deutschl. 1873, deflation vor dem 1. Weltkrieg, weltwirtschaftskrise 1929-39.,
    3. „das Geld unter die Massen streuen “ -wäre gegen die (bis jetzt bekannten) Gesetze des Kapit., -+das gegenteil ihrer „sparprogramme“– aktuell ist es so, dass 30 % !! aller BRD-Bürger (also 25 Mio ) , wenn sie allen Besitz verkaufen, nur 3 Wochen finanziell überleben können – was das bei einer Krise ala 1929 bedeutet, möchte man sich nicht ausmalen..
    Fazit : Das ök. system ist in der Endphase (null-zins gabs nichmal 1929 ) ,wir sitzen auf einem Vulkan , das grösste experiment in der Geschichte des Kapit. läuft , lassen wir uns überraschen, was sich die Herren noch einfallen lassen
    Tom, Dipl.VoWi

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    Verfasst von Tom | 17. September 2019, 12:41
  2. in seinem letzten Abschnitt irrt der Autor : 1. Was die Propaganda auf jeden Fall verschweigen MUSS= Deflation, -in wahrheit kämpfen sie verzweifelt genau dagegen , seit über 10 Jahren…(da gibts dann Orwell-Begriffe wie „negative Inflation usw ) …wenn die Deflationsspirale einmal enläuft , ist sie unaufhaltsam, das system hat kein mittel dagegen u. das wissen sie auch.., die jahrelange Infaltions-Lügerei ist nur ein mittel, damit die Leute ihr Erspartes in die Läden tragen +autos +immobilien kaufen(was es bedeutet, wenn die Immob. „unter wasser steht“ , wird ihnen auch verschwiegen….-sobald die Defla ans Laufen kommt, wird es in der BRD hunderttausende zwangsversteigerungen geben..

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    Verfasst von Tom | 17. September 2019, 12:22
  3. das kommt nie, weil die raffgierigen konzerne dem Volk keinen Euro gönnen .., statt dessen kommt wie üblich eine Mega-Deflation (grosse Produktberge u. die Leute haben kein Geld mehr)

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    Verfasst von Tom | 17. September 2019, 12:13

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