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Inland, Wahlen

Trends 2019: Die Landtagswahlen in absoluten Zahlen

von https://paulschreyer.wordpress.com

Wie schon in der Vergangenheit, so lohnt auch bei den Landtagswahlen vom Sonntag in Sachsen und Brandenburg der Blick auf die absoluten Wählerzahlen. In den Medien werden diese Zahlen nur selten berichtet, wodurch manche Trends unbeachtet bleiben.

1. Die CDU ist in Sachsen stärker, als es den Anschein hat

In Sachsen haben nicht nur AfD und Grüne zugelegt, sondern auch die CDU. Gegenüber 2014 konnte sie 50.000 Wähler dazu gewinnen und kommt damit nun auf 695.000 Stimmen. Das sie dennoch als Verlierer verbucht wird, liegt an der stark gestiegenen Wahlbeteiligung, von der sie nicht annähernd im gleichen Maße profitieren konnte wie die AfD.

2. Die AfD spricht mehr Nichtwähler an, als alle anderen Parteien

In Sachsen gingen 600.000 Bürger mehr zur Wahl als 2014 (Brandenburg: 200.000). Von diesen neuen Wählern konnte die AfD einen vergleichsweise riesigen Anteil von 41 % für sich gewinnen (Brandenburg: 36 %). Keine andere Partei war bei den Nichtwählern derart erfolgreich. Die Linke konnte aus dieser Wählergruppe nur 6 % überzeugen (Brandenburg: 8 %).

3. Die AfD fällt in Sachsen dennoch zurück

Gegenüber der Bundestagswahl von 2017 fällt die AfD in Sachsen trotzdem zurück. Konnte sie damals noch 670.000 Stimmen gewinnen und stärkste Partei werden, so sind es diesmal nur noch 596.000. Die CDU ist wieder auf Platz 1.

4. Mehr Mitbestimmung

Die massiv gestiegene Wahlbeteiligung (in Sachsen von 49 auf 67 %, in Brandenburg von 48 auf 61 Prozent) ist einer der Haupttrends dieser Wahl. Von dem Wunsch nach Mitbestimmung profitiert derzeit fast nur die AfD.

5. Das wachsende Thema Tierschutz

Die kleine Tierschutzpartei erlebt auf weitaus niedrigerem Niveau einen erstaunlichen Erfolg. In Sachsen verdoppelte sie ihre Stimmen und kommt nun auf 33.000 Wähler. In Brandenburg hat sie ähnlichen Erfolg. Allerdings fällt sie unter die Fünf-Prozent-Hürde. Das ist auch deshalb relevant, weil in beiden Bundesländern nur etwa 15.000 Stimmen für einen Sitz im Landtag benötigt werden. Das heißt, ohne die (fragwürdige) Fünf-Prozent-Hürde wäre die Tierschutzpartei in Sachsen und in Brandenburg mit jeweils zwei Abgeordneten im Landtag vertreten – was durchaus einen Unterschied machen könnte, wenn Koalitionsmehrheiten knapp sind.

Quellen:

Wahlergebnis Sachsen
Wahlergebnis Brandenburg
Wählerwanderung Sachsen
Wählerwanderung Brandenburg

Foto: Marco Verch / CC BY 2.0

https://paulschreyer.wordpress.com/2019/09/02/trends-2019-die-landtagswahlen-in-absoluten-zahlen/

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Diskussionen

3 Gedanken zu “Trends 2019: Die Landtagswahlen in absoluten Zahlen

  1. Zu erwähnen sei auch, dass die AfD von Arbeitern bei diesen Wahlen die meisten Stimmen bekam,
    da hat die PdL wohl was falsch gemacht.
    Laut der Analyse von Infratest dimap konnte die AfD in Brandenburg unter Arbeitern 44 Prozent der Stimmen für sich verbuchen.
    Auch in Sachsen holte sich dagegen unter den Arbeitern wiederum die AfD die meisten Stimmen (41 Prozent).

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    Verfasst von Willi | 3. September 2019, 18:22
  2. Wenn in Sachsen die CDU mit 39,4 Prozent der Wählerstimmen 2014 nun auf 32,1 Prozent und somit seit 1990 auf ein neuen Tiefstand abrutschte, ist die Darlegung, dass das Ergebnis dadurch erreicht wurde, weil sie einen Stimmenzuwachs aus der größeren Wahlbeteiligung nicht schöpfen konnte, wenig sinnvoll. Vielmehr zeigt das, dass die CDU auch in der Landespolitik eine nicht erfolgreiche Politik durchsetzen konnte. Dabei ist zu beachten, dass die Bundespolitik einer jeden Partei Einfluss auf die Politik der Länder und Kommunen hat, weil die Politik einer Partei eine einheitliche Politik bis in die Parteigruppen der Kommunen ist.

    Wie nun die Ergebnisse der AfD von der Bundestagswahl 2017 mit der jetzigen Landtagswahl in Sachsen vergleichen werden, so ist bei Beachtung der Thematik der Bundestagswahl 2017 nicht nachvollziehbar wie Kirschen mit Äpfel verglichen werden könnten, sei denn der Apfel ist faul und somit weich wie die Kirsche. Zutreffend ist, dass die AfD von 9,7 Prozent 2014 auf nunmehr 27,5 Prozent der gültigen Wählerstimmen auf sich vereinen konnte. Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die CDU-Politik auf einen absterbenden Ast sich befindet. Merkel hat die Partei in der Wählergunst heruntergewirtschaftet und AKK hat es bisher nicht geschafft, den Abwärtstrend zu stoppen, geschweige ihn in einem Aufwärtstrend zu bringen. Dabei darf nicht unbeachtet gelassen werden, dass die AfD hauptsächlich aus der CDU/CSU-Politik hervorging. Den alt-konservativen Trend der ehemaligen CDU/CSU-Politik verfolgt die AfD.

    Das ist in Brandenburg nicht viel anders bei dem Vergleich beider Parteien zu beurteilen. Ob die höhere Wahlbeteiligung ein Ausdruck von mehr Mitbestimmung ist, darf bezweifelt werden. Die Bürger sind nicht so dumm zu glauben, dass sie mit ihrer Stimmabgabe bei Landtags- oder Bundestagswahlen zu mehr Mitbestimmung kommen. Es gibt keine Partei, die mehr Mitbestimmung der Bürger in Wirklichkeit will, weil es keine Partei gibt, die die Interessen der Bürger in den Vordergrund ihrer Politik stellt.

    Wenn dann in der US-Zeitung „Politico“ unter der Überschrift „Eine deutliche Botschaft an die Koalition“ zu lesen ist, „Deutsche Rechte bei Wahlen im Osten im Aufwind. Obwohl die AfD in keinem der beiden Bundesländer gewann, wie einige befürchtet hatten, erzielte sie in beiden das bisher beste Ergebnis und sandte eine deutliche Botschaft an die Koalition Merkels in Berlin.“ So ist wohl jeder weitere Kommentar überflüssig.

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    Verfasst von Gerd Pehl | 3. September 2019, 12:26

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