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Banken, Wirtschaft

Das Märchen vom Zentralbank-“Wachstum“ bricht endlich zusammen

von Charles Hugh Smith – https://www.theblogcat.de

Nachdem sie die Disziplin kaputt gemacht haben, kommen die Zentralbanken nicht mehr aus jener Ecke heraus, in die sie uns manövriert haben.

Es war so ein wunderbares Märchen: Man gibt einer Handvoll Banker, Finanziers und Konzernen zu fast Nullzinsen Billionen von Dollar, und diese Schwemme aus Kredit und Bargeld für die Spitze der Reichtums- und Machtpyramide würde wundersamerweise eine neue Runde an Investitionen in die Produktivität erhöhende Infrastruktur und Ausrüstung generieren, die in Form von höheren Löhnen zu den Massen hinabtröpfeln und es den Massen ermöglichen würde, mehr für den Konsum zu borgen und auszugeben – ein Nirwana der modernen Ökonomie: eine sich selbsterhaltende, sich selbst verstärkende Ausweitung des Wachstums.

Aber leider gibt es keine sich selbst erhaltende, sich selbst verstärkende Ausweitung des Wachstums; es gibt nur massive, zunehmend zerbrechliche Vermögensblasen, stagnierende Löhne und ein Neues Vergoldetes Zeitalter, da die Handvoll Banker, Finanziers und Konzerne, denen man unbegrenzt nahezu kostenloses Geld gegeben hat, sich selbst auf Kosten aller anderer bereichert haben.

Die nahe Null liegenden Zinsen und die Billionen an neuen Krediten haben die Disziplin und die Preisfindung zerstört, das Fundament jeder Wirtschaft, sei sie kapitalistisch oder sozialistisch.

Wenn die Schuldenaufnahme nahezu kostenlos in unbegrenztem Umfang möglich ist, dann gibt es keinen Grund für Disziplin, und daher kostet ein Jahr an einer Uni statt $10.000 jetzt $50.000, ein Haus, das $200.000 kosten sollte, kostet jetzt eine Million und eine Brücke, die $100 Millionen kosten sollte, kostet jetzt $500 Millionen. Niemand kann sich noch irgend etwas leisten, denn die Antwort im Zeitalter des Zentralbank-“Wachstums“ lautet: Leih‘ dir einfach noch mehr, es wird dich nicht viel kosten, denn die Zinsen sind so niedrig.

Und da das Kapital (d.h., die gesparten Einkommen) dank des ZIRP und NIRP (die Null- oder Negativzinspolitik) der Zentralbanken praktisch keine Rendite erwirtschaftet, wandern die ganzen Kredite in spekulative Vermögenswerte und pumpen nie dagewesene Vermögensblasen auf, die das Finanzsystem zerstören werden wenn sie schließlich platzen, so wie alle Vermögensblasen es irgendwann tun.

Niemand weiß mehr, was in dieser Funny-Money-Zeit der Zentralbanken der Preis der Dinge ist. Und da das Kapital nahezu nichts einbringt, ist der einzige Weg, Rendite zu erzielen, dem irren Taumel nach noch riskanteren Anlagen zu folgen und der Plan ist, am Höhepunkt an einen noch größeren Trottel zu verkaufen. Eine Strategie, die Wenige beherrschen, da es den Verkauf in einer Kursrally verlangt, die scheinbar zu den Sternen emporstreben will.

Und nachdem die Disziplin zerstört ist – warum knausern und sparen, wenn man sich stets etwas borgen kann um zu kaufen oder zu investieren? – kommen die Zentralbanken nicht mehr aus jener Ecke heraus, in die sie uns manövriert haben. Wenn sie die Zinssätze auf jenen historischen Durchschnitt „normalisieren“ (3% über der realen Inflation), dann werden all die Zombie-Firmen und Haushalte bankrott gehen, die nur überleben, weil die Zinsen so niedrig sind. Und das wird den „Reichtum“ all der Anleihen auslöschen, die nicht mehr bedient werden können.

„Normalisierte“ Zinsen würden auch die globale Immobilienblase platzen lassen, eine Implosion, die Billionen an Verlusten auslösen würde, indem sie den gepriesenen Vermögenseffekt in die Erkenntnis umwandeln würde, dass wir alle ärmer werden, nicht reicher, und der riskante Berg an Hypothekenschulden würde zusammenbrechen, der weltweit mit absurd überbewerteten Immobilien aufgeschichtet wurde.

Im Endeffekt haben die Zentralbanken dem „Geld“ eine Null hinzugefügt und vorausgesagt, dass diese Trickserei zehn Mal mehr von allem erzeugen würde: Zehn Mal so viele produktive Investitionen, zehn Mal so viel Konsum, zehn Mal so viele Menschen, die sich zehn Mal so viel Geld borgen und so weiter.

Aber die Trickserei ist gescheitert, und alles was wir haben, sind $200.000-Häuser, die eine Million Dollar kosten, ein Jahr auf der Uni, das statt $10.000 nun $50.000 kostet und so weiter. Nachdem sie die Disziplin und die Preisfindung zerstört haben, versuchten die Zentralbanken, die Realität durch Fantasie zu ersetzen, und diese absurde Fantasie bricht jetzt zusammen. Das Finanzsystem und die reale Wirtschaft wurden beide durch diese Fantasie destabilisiert, und beide sind nun so zerbrechlich wie es wenige verstehen.

Die einzige „Politik“, die Zentralbanken haben, ist, noch mehr Kredite zu Negativzinsen herauszugeben. Das bedeutet: Noch mehr von dem zu tun, was spektakulär gescheitert ist, bis diese ganze klapprige Travestie einer höhnischen Täuschung zusammenbricht.

                         Schuldverschreibungen, Anleihen und Verbindlichkeiten, alle Sektoren

                                          Glaubt irgend jemand, dass so etwas eine Zukunft hat?

Dieser Zusammenbruch spielt sich gegenwärtig in Zeitlupe ab, aber angesichts der zunehmenden Instabilität der Vermögensblasen könnte es sich jederzeit beschleunigen.

http://charleshughsmith.blogspot.com/2019/08/the-fantasy-of-central-bank-growth-is.html

https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/zentralbank-wachstum-27-08-2019/

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Diskussionen

Ein Gedanke zu “Das Märchen vom Zentralbank-“Wachstum“ bricht endlich zusammen

  1. tja, offensichtlich ist es ja NOCH nicht zusammengebrochen, überraschen lassen , wie langs noch hält..

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    Verfasst von Tom | 2. September 2019, 12:12

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