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Ausland, Nordamerika

Insider kritisieren keine anderen Insider

von Michael Krieger – https://www.theblogcat.de

Nachdem Präsident Obama aus dem Amt ausgeschieden war, hat er viel Kritik auf sich gezogen – unter anderem von den Senatoren Bernie Sanders und Elizabeth Warren – weil er von der Wall Street Investmentfirma Cantor Fitzgerald 400.000 Dollar für eine Rede angenommen hat. Der Vorgang wurde, da er nur wenige Monate nach seinem Abschied erfolgte, als typisch für die kuschelige Beziehung zwischen dem Finanzsektor und den politischen Eliten angesehen.

Aber während die Kritiker des Präsidenten sich über diese Entscheidung aufgeregt haben, so haben viele von ihnen gezögert, den rekordverdächtigen Buch-Vertrag über $65 Millionen zu kritisieren, den Barack und Michelle Obama diesen Februar mit Penguin Random House (PRH) abgeschlossen haben.

Zwar ist der Deal der Obamas finanziell einzigartig in seiner Summe, aber lukrative Buch-Verträge zwischen Politikern und der Industrie sind nicht einzigartig. In einem kürzlichen Bericht des Roosevelt Instituts sagen die Autoren der Studie, Thomas Ferguson, Paul Jorgensen und Jie Chen, dass der Mainstream-Ansatz zum Geld in der Politik die großen Quellen politischer Ausgaben außer Acht lässt. Zu den am wenigsten anerkannten Strömen politischen Geldes gehören, so sagen die Autoren, Zahlungen an politische Figuren in Form von Regiegagen, Redegeldern und Buchverträgen.“

Obiges stammt aus einem Aufsatz in Naked Capitalism von 2017: „Die ‚Marktmächte‘ hinter Obamas rekordverdächtigem Buchvertrag“

Als 2009 die Obama-Administration damit beschäftigt war, den Finanziers der Nation zu versichern, dass sie trotz ihrer historischen Verbrechenstour noch größer, noch mächtiger und niemals einen Tag im Gefängnis zubringen würden, da hatte Larry Summers ein Abendessen mit Elizabeth Warren. Während des Essens erklärte er ihr, wie Macht in den USA wirklich funktioniert:

https://bulletin.represent.us/elizabeth-warren-exposes-larry-summers-game-rigged/

„Eine bezeichnende Anekdote dreht sich um ein Dinner, das Ms. Warren mit Lawrence H. Summers hatte, dem damaligen Direktor des National Economic Council und Top-Berater von Präsident Obama. Das Dinner fand im Frühjahr 2009 statt, nachdem der Aufsichtsrat seinen dritten Bericht veröffentlicht hatte und zu dem Schluss kam, dass Amerikas Steuerzahler weitaus größere Verlustrisiken durch TARP hatten als das Finanzministerium eingestand.

Nach dem Essen ‚lehnte sich Larry in seinem Stuhl zurück und bot mir einen Ratschlag an‘, schreibt Ms. Warrren. ‚Ich hätte ein Wahl. Ich könne ein Insider sein oder ein Outsider. Outsider können sagen was immer sie wollen. Aber die Insider werden ihnen nicht zuhören. Insider bekommen jedoch jede Menge Zugang und die Gelegenheit, ihre Ideen voranzubringen. Menschen – mächtige Menschen – hören zu, was sie zu sagen haben. Aber Insider verstehen auch eine unumstößliche Regel: Sie kritisieren keine anderen Insider.‘

„Ich war gewarnt“, folgerte Ms. Warren

Ich habe darüber in letzter Zeit viel nachgedacht, vor allem in Zusammenhang mit der Jeffrey Epstein-Geschichte. Ob er nun mit der einen oder anderen Geheimdienstagentur verknüpft war oder nicht, Epstein war ohne Zweifel ein perfekter Insider. Er war in enge Beziehungen mit einer riesigen Schnittmenge aus der „elitären“ amerikanische Society

verwickelt, die alle politischen Linien überschreitet, aber niemand hat je den Mund darüber aufgemacht, was offensichtlich sein wahrer Job war – der sexuelle Missbrauch und der Handel mit Kindern. Jetzt jedoch, wo er tot ist, sind all diese respektablen Mitglieder der High Society – von ehemaligen Präsidenten über Milliardäre bis zu Mitgliedern des britischen Königshauses – völlig schockiert. Niemand wusste etwas!

Vielleicht waren einige der zufälligen Bekanntschaften völlig ahnungslos, aber niemand kann mich davon überzeugen, dass das engste Umfeld von Epstein über die Jahre nicht mitbekommen hat, was da ablief. Die US-Regierung wusste, was mit ihm los war, als sie ihm 2008 diesen aberwitzigen und beispiellosen „Amigo-Deal“ verschaffte. Sei wussten es, aber es war egal. Insider schützen andere Insider.

                             „Ich bin schockiert“

Viele aus der Elite um Epstein kannten vielleicht nicht das ganze Bild, aber sie müssen gewusst haben, dass da etwas lief. Und trotzdem haben sie mit dem Kerl Party gefeiert und ihn geschützt. Für manche kam das Schweigen über Epstein vielleicht aus Furcht, andere wollten vielleicht weiter an seine „Diensten“ teilhaben, aber vielleicht war da noch etwas anderes. Epstein war ein Insider, und Insider kritisieren keine anderen Insider. Larry Summers, ein weiterer perfekter Insider, hat es selbst so gesagt.

Krieger: „Ein gemütliches Essen mit Jeffrey Epstein, Alan Dershowitz und Larry Summers. Das ist eure sogenannte amerikanische „Elite“

Wenn dies tatsächlich der Kodex ist, nach dem Larry Summers und andere Insider leben, dann ist es nicht zu weit hergeholt zu glauben, dass diese Leute niemals einen der ihren kritisieren würden. Diese verdrehte Mentalität ist ein großer Bestandteil dessen, warum Super-Schurken wie Epstein ihr ganzes Leben damit zubringen können, Kinder zu missbrauchen und niemals Gerechtigkeit erfahren. Ich denke, so handeln Soziopathen.

Man sollte auch anmerken, dass Larry Summers dieses Insider-Gespräch mit Elizabeth Warren führte, viele Jahre bevor sie in den US-Senat gewählt wurde. Er warnte sie, sollte sie nicht aufhören, Probleme zu verursachen und nicht bei diesem Spiel des Gangster-Kodex mitzumachen, dann würde sie keine Karriere machen und niemand würde ihr jemals zuhören.

Und Summers kann auch nicht so tun als wäre sein Kommentar zu Warren eine hemdsärmelige Äußerung gewesen, die er später bereut habe. Er sagte das fast genau gleiche zum ehemaligen griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis während der Griechenland-Krise.

Der Guardian schrieb:

Aber Varoufakis‘ Schilderung der Krise, die Griechenland zwischen 2010 und heute beschädigte, ist etwas ganz Besonderes: Es ist die Insider-Story der hohen Politik aus der Sicht eines Outsiders. Varoufakis begann als Outsider – sowohl für die elitäre Politik als auch der griechischen Linken – wechselte zu den Insidern und hat sich dann abrupt davon abgewendet, nachdem er von seinem ehemaligen Verbündeten, dem griechischen Premierminister Alexis Tsipras im Jul 2015 entlassen wurde. Er schildert mit einer vielsagenden Anekdote dramatisch seine Absichten während der Krise. Er ist zu einem Treffen mit Larry Summers in Washington, dem ehemaligen Finanzminister und Obama-Vertrauten. Summers stellt ihn direkt zur Rede: willst du ein Insider oder ein Outsider sein? ‚Outsider geben ihrer Freiheit, ihre Version der Wahrheit zu erzählen, den Vorrang. Der Preis ist, dass sie von den Insidern ignoriert werden, die die wichtigen Entscheidungen treffen‘, warnte Summers.“

Das beweist so ziemlich, dass Summers diese Worte regelmäßig benutzte, um abweichende Leute auf Linie zu bringen. Und diese Äußerung verdient es, genauer untersucht zu werden. Wenn Summers Recht hat und so die Welt der Eliten wirklich funktioniert, was sagt uns das über autonomes Regieren und Demokratie, über ein System, das angeblich die „freie Welt“ von all diesen barbarischen Ländern unterscheidet, die auf der offiziellen Feindesliste Amerikas stehen? Es sagt uns, dass die ganze Sache im Grunde ein Riesenbeschiss ist.

Wenn Menschen, die bereits irgendwelche scheinbaren Machtpositionen erreicht haben (wie Warren und Varoufakis), irrelevant und ohnmächtig sind, um Dinge zu ändern, wenn sie nicht das Spiel „Insider kritisieren keine anderen Insider“ mitspielen, was sagt das über den Rest von uns aus? Es bedeutet, dass wir, das Volk, vollkommen und total irrelevant sind. So funktioniert laut Summers die Welt, und er ist in der Position um das zu wissen. Regieren mittels verkommener Insider.

Im Gegensatz dazu: Was geschieht mit jenen Personen, die Insider geworden sind und danach enthusiastisch alles umarmen, was mit diesem Status einhergeht? Jene Sorte Menschen, die als Präsident kandidieren und versprechen, sie würden die Wall Street bändigen und dann umgehend Larry Summers und Tim Geithner einstellen, sobald sie gewählt sind. Jemand der zulässt, dass Citigroup sein Kabinett zusammenstellt. Jemand der seine gesamten acht Jahre als Oberbefehlshaber damit zubringt, Rettungsschirme zu spannen und den Status Quo zu erhalten und weiter zu festigen. Was geschieht mit jemandem, der das Spiel genauso spielt wie es Larry Summers vorschlägt?

Es geschieht folgendes:

„2017 gaben die Obamas $8,1 Millionen für ein Haus mit neun Schlafzimmern in Washington DC aus.“

Präsident zu sein ist nur eine Stufe auf dem Weg zu einem Oligarchen. Obama ist nicht dumm, er wusste das. Er hat die Banker gerettet und sie reich gemacht. Danach wurde er reich. https://nypost.com/2019/08/22/barack-and-michelle-obama-are-buying-15m-estate-in-marthas-vineyard/

Insiders Don’t Criticize Other Insiders

https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/insider-26-08-2019/

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Diskussionen

Ein Gedanke zu “Insider kritisieren keine anderen Insider

  1. Der Clinton Body Count :

    https://beforeitsnews.com/survival/2019/08/clinton-body-count-2739945.html

    http://www.whatreallyhappened.com/RANCHO/POLITICS/BODIES.php

    Und die Insider kontrolliren unsere ‚Qualitätsmedien‘ U Ulfkotte beschreibt das sehr anschaulich und ‚SWPRS‘ verdanken wir diese schöne Graphik:

    Liken

    Verfasst von zivilistin | 1. September 2019, 23:03

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