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Debatte, Ideologien

Elter 1 und Elter 2 – die ersten Worte kommender Generationen?

von Gabriele Baron – https://npr.news.eulu.info

Können Sie sich vorstellen, dass Kinder demnächst als erste Wörter nicht mehr Mama und Papa sagen, sondern Elter 1 und Elter 2? Und wo würden Sie sich im Anmeldeformular für die Grundschule Ihres Kindes eintragen, wenn die Spalten mit Elternteil 1 und Elternteil 2 überschrieben sind?

Der Europarat* hat diese Umbenennung bereits im Jahr 2010 vorgeschlagen

Deutschland: „Elternteil 1 und 2“ statt „Vater“ und „Mutter“

Das deutsche Bundesfamilienministerium empfiehlt Schulen und Lehrern, sexuelle Vielfalt in der Schule anzuerkennen und zu unterstützen – Bundesfamilienministerin Giffey gehört der SPD an.

Berlin (kath.net) Das deutsche Bundesfamilienministerium empfiehlt Schulen und Lehrern, sexuelle Vielfalt in der Schule anzuerkennen und zu unterstützen. Dies berichte die Evangelische Nachrichtenagentur „idea.“ Eine Möglichkeit sei, in Formularen die Bezeichnungen „Elternteil 1“ und „Elternteil 2“ statt „Vater“ und „Mutter“ zu verwenden, heißt es in einem Beitrag auf dem von dem Ministerium verantworteten Internetangebot „Regenbogenportal.de“.

Als weitere Maßnahmen empfiehlt das Ministerium auf der Internetseite, in den Schulen Poster aufzuhängen, „die Vielfalt sichtbar machen“, „Bücher mit lesbischen, schwulen und bisexuellen Charakteren“ für die Schulbibliothek anzuschaffen und in Gesprächen selbstverständlich den gleichgeschlechtlichen Partner eines Freundes erwähnen: „Zudem wirkt es unterstützend, wenn es Erwachsene an der Schule gibt, die offen über die eigene gleichgeschlechtliche Lebensweise sprechen.“ Bundesfamilienministerin ist Franziska Giffey (SPD). Kritik an diesen Forderungen übte die christliche Initiative „Kinder in Gefahr“ der Deutschen Vereinigung für eine Christliche Kultur.

Dem Familienministerium gehe es „um die Abschaffung von Mann und Frau, von Ehe und Familie und auch um die Abschaffung von Vater und Mutter“, erklärte der Leiter der Initiative, der katholische Publizist und Lebensrechtler Mathias von Gersdorff (Frankfurt am Main), auf der Internetseite der Organisation. Der Vorstoß zeige, dass das Ministerium in den vergangenen Jahren „immer mehr in eine Behörde für die Durchsetzung linker Gesellschaftspolitik umfunktioniert“ worden sei.

Mutter gerettet – Europarat bleibt unrettbar

Der Europarat hat 2010 abgestimmt. Das „Elter“ wird doch nicht kommen, dafür etlicher anderer Gender-Unsinn. Mit dem Elter-Verzicht haben die Abgeordneten offenbar ein wenig auf die in diesem Blog und in anderen internationalen Foren geäußerte Kritik reagiert. Denn die Abschaffung des angeblich diskriminierenden Wortes Mutter zugunsten des politisch korrekten „Elter“ wurde im letzten Moment aus dem Dokument hinausgekippt. Das freut. Dennoch bleibt die ganze Resolution dumm und überflüssig, so wie der ganze Europarat. Die „Bekämpfung sexistischer Stereotypen in den Medien“ von der Schule bis zum Strafrichter bleibt trotz der Mutter-Rettung erstens ein Produkt krank- und krampfhafter Gender-Ideologie.

Sie zeigt zweitens, dass wir unter viel zu vielen Institutionen leiden, die die eigene Existenz nur noch durch immer blödere Texte rechtfertigen können, weil sie sonst gar nichts mehr abzustimmen hätten. Und diese Resolution ist drittens ein weiterer Schritt, der die Meinungsfreiheit bekämpft und der dann irgendwelchen subalternen Geistern des Justizministeriums wieder einen Vorwand gibt, neue Maulkorb-Gesetze zu formulieren. Solange Politiker und Beamte glauben, bestimmen und verbieten zu können, was böse und was gute Vorurteile (=Stereotypen) sind, ist es um die Grundfesten unserer westlichen Rechtsstaaten übel bestellt. Das nächste Mal kommen halt die an den Pranger, die sich vor großen Hunden, vor dem Rapid-Anhängerklub oder türkischen Park-Banden fürchten.

Sind ja alles nur Stereotypen . . . Wird jetzt ganz im Sinn der Resolution etwa der Nachfolger Hans Dichands im Gefängnis landen, weil auf Seite 5 der Krone meist ein unbekleidetes Mädchen zu finden ist? Oder verlieren Lehrer ihren Job, die im Besitz einer Boulevard-Zeitung mit solchen Photos angetroffen werden? Solange Menschen das kaufen, sollen sie um Himmels willen das Recht dazu haben (was ich umso ehrlicher sagen kann, als ich nie bei einer solchen Zeitung gearbeitet habe). Bei einem Verbot solcher Pin-Up-Photos würden nur noch schwule Propaganda und Pornographie in den Trafiken aufliegen dürfen.

Was freilich ganz im Sinn der „fortschrittlichen“ Linkspolitiker und naiven Liberalen und Konservativen liegen dürfte, die gegen den Willen ihrer Wähler ständig für solche Resolutionen stimmen. Die Linken finden freilich für ihren Kulturkampf im Europarat eine sehr freie Bahn: Die Abstimmung ist erneut mit einer lachhaft niedrigen Präsenz abgelaufen. Von den 318 Mitgliedern der Parlamentarischen Versammlung (die aus allen nationalen Parlamenten geschickt werden) sind nur 56 anwesend gewesen. Von sechs Österreichern war es gar nur ein einziger, nämlich der ÖVP-Mann Franz Eduard Kühnel. Der hat immerhin gewagt, sich der Stimme zu enthalten, während die anderen Anwesenden, darunter auch viele (angeblich) Konservative und (angeblich) Liberale zu 90 Prozent für den Text gestimmt haben. Also wird der Europarat, die Vertretung von gewählten Volksvertretern, weiterhin eine Masse an Resolutionen gegen alles machen, was politisch angeblich unkorrekt ist und was von der Mehrheit der Menschen gewünscht wird.

Elter 1 und Elter 2 – die ersten Worte kommender Generationen?

Unsere Familienministerin Franziska Giffey verkündet also nichts Neues, wenn sie Lehrern jetzt rät, geschlechtsneutrale Formulierungen zu wählen und statt Vater und Mutter lieber Elternteil 1 und Elternteil 2 zu schreiben. Ob wir nun von Elternteil oder Elter reden, ist eigentlich egal. Beides klingt ungewohnt und bürokratisch gegenüber den bestimmten Personenbezeichnungen Mutter und Vater, erst recht gegenüber den familiären Begriffen Mama und Papa.

Die Frage muss erlaubt sein:  Warum sollen wir ausgerechnet für Eltern geschlechtsneutrale Wörter finden? Schließlich wird man normalerweise nur Mutter oder Vater, wenn man eben genau nicht geschlechtsneutral ist und sich auch geschlechtsspezifisch verhält.

Im Jahr 2010 hat der Deutschlandfunk sich über die Anregung des Europarats noch lustig gemacht und dem Vorschlag allenfalls Kalauerqualität zugesprochen. Gut, es hat immerhin noch fast 10 Jahre gedauert, bis der Quatsch jetzt in die Verwaltungen gedrückt werden soll.

Lesehürden für Schulanfänger

Stellen Sie sich vor, was demnächst alles in Lesebüchern für Schulanfänger stehen wird, wenn nicht ganz schnell Vernunft einzieht. Schon heute tun sich die Zweitklässler schwer mit ungewohnten Vornamen und den ständigen Nennungen von maskulinen und femininen Personenformen in Arbeitsanweisungen. Bis man die gelesen hat, hat man vergessen, worum es eigentlich gehen sollte, vor lauter Vorleserinnen und Vorlesern, die den Zuhörerinnen und Zuhörern einen Text vorlesen sollen.

Geschlechtsneutral wären Texte aus meiner Sicht, wenn wir bei den grammatikalisch korrekten Formen der Wörter blieben und diese nicht fälschlicherweise mit dem sexuellen Geschlecht von Menschen verwechselten. Dann könnten wir uns den Irrsinn mit den Doppelt- und Dreifachnennungen in jedem Text und die falschen Umbenennungen sparen. Aber wer unbedingt will, kann sich natürlich ein neues Wort für Fußball-Mannschaft ausdenken – aber bitte nur für den Frauenfußball …

Wenn Kinder als erste Worte Mama und Papa sprechen, können diese Worte nicht falsch sein, sie bezeichnen Mutter und Vater und das ist das natürlichste der Welt. Wenn sich Lebensgemeinschaften in anderen Konstellationen zusammenfinden, ist das deren gutes Recht. An der genetischen Abstammung und den richtigen Bezeichnungen für die Angehörigen der jeweiligen Generation ändert das aus meiner Sicht nichts.

Die Autorin:

Gabriele Baron, seit 25 Jahren freiberufliche Texterin sowie Trainerin mit dem Schwerpunkt empfängerorientierte Korrespondenz und Kundenorientierung in der Kommunikation. Autorin u.a. des Bestsellers „Praxisbuch Mailings. Print- und Online-Mailings planen, texten und gestalten.“, mi-Verlag sowie „Glückwunsch! Passende Worte zu Jubiläum, Beförderung & Co.“, Verlag C.H. Beck.

Gabriele Baron, Text & Training, Abt-Walther-Straße 4, 94081 Fürstenzell,

Mehr sprachliche Tipps gibt es zum Beispiel in meinem Blog und in meinen firmeninternen Korrespondenz-Seminaren . Oder schreiben Sie mir eine kurze  E-Mail, wenn Sie mir Ihre Sicht zu diesem Thema mitteilen wollen.

Quellen:
Deutschland: „Elternteil 1 und 2“ statt „Vater“ und „Mutter“ 
Elter 1 und Elter 2 – die ersten Worte kommender Generationen?

https://npr.news.eulu.info/2019/08/07/elter-1-und-elter-2-die-ersten-worte-kommender-generationen/

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