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Inland, Medien

Der Spiegel als Glyphosat-Lobbyist

von Thomas Röper – https://www.anti-spiegel.ru

Wenn der Spiegel über Glyphosat berichtet, lernen wir, wie gut dieses Pflanzengift ist. Zuständig für die Lobbyarbeit ist immer die gleiche „Journalistin“.

Als vor einige Tagen die Meldung kam, dass Glyphosat in Österreich verboten wird, da wusste ich schon, dass wir im Spiegel demnächst wieder einen Artikel von Julia Merlot lesen dürfen. Die Artikel dieser Dame werden nur dann erträglich, wenn man vorher einige Flaschen des gleichnamigen Getränks konsumiert hat.

Frau Merlot hat beim Spiegel den Job, die Lobbyarbeit der chemischen Industrie zu machen. Wenn Frau Marlot im Spiegel schreibt, dann lernen wir, dass Monsanto und Gentechnik etwas Gutes sind, dass Tierversuche gar nicht schlimm sind oder dass Glyphosat auch dann nicht krebserregend ist, wenn US-Gerichte das bestätigen. Und in jedem Artikel von Frau Rotwein, sorry, Frau Merlot, wird uns erklärt, dass Glyphosat ganz toll ist.

So auch heute.

Frau Merlot führt dazu ein Interview mit einer Fachfrau. Wir erfahren über die Dame im Spiegel:

„Siegrid Steinkellner ist Professorin an der Universität für Bodenkultur in Wien und leitet die Abteilung für Pflanzenschutz. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit Glyphosat und hat zuletzt gemeinsam mit Kollegen 400 Studien untersucht, um abzuschätzen, was ein Verbot für Österreich bedeuten könnte.“

Klingt kompetent, oder? Und so erklärt uns Frau Steinkellner im Interview mit Frau Rotwein natürlich, dass Glyphosat etwas Gutes ist. Viel besser, als Pflügen zum Beispiel:

„Im Ackerbau in Österreich dient Glyphosat vor allem dazu, Böden vor Erosion zu schützen. (…) Wenn man den Wirkstoff verbietet, werden Landwirte wieder mehr pflügen“

Man braucht schon eine Menge Merlot, um dem zu folgen. Wie wurde eigentlich in Österreich in den letzten 2000 Jahren Landwirtschaft betrieben, so ganz ohne Glyphosat? Wenn man dieser Fachfrau glauben will, dann müsste Österreich durch 2000 Jahre pflügen ja schon eine völlig unwirtliche Wüste sein.

Natürlich ist Frau Steinkellner vom Fach. Sie schreibt in der österreichischen Presse seit Tagen gegen das Glyphosat-Verbot an. Und sie weiß, wovon sie redet, schließlich sitzt sie im Vorstand der „österreichische Arbeitsgemeinschaft für integrierten Pflanzenschutz“. Der Name klingt toll und so richtig umweltfreundlich, immerhin kommt „Pflanzenschutz“ im Namen vor. Die Arbeitsgemeinschaft sagt über sich selbst unter anderem:

„Die Vorstandsmitglieder kommen aus der Wissenschaft und Forschung, von Aus.- und Weiterbildungseinrichtungen, aus der Landwirtschaft, den öffentlichen Diensten, der Industrie, Landtechnik und aus Interessenvertretungen.“

Das entscheidende Wort ist „Interessenvertretungen“. Wessen Interessen werden da vertreten? Im Vorstand sitzt neben Frau Steinkellner auch Nils Bauer, der Bayer-Vertriebschef von Österreich. Und wer ist Bayer? Richtig: Der Hersteller von Glyphosat.

Frau Merlot interviewt also für den Spiegel eine Expertin, die mit dem Vetriebschef von Bayer eine Studie erarbeitet hat, die dem Bayer-Produkt Glyphosat bescheinigt, ganz lecker und harmlos zu sein.

Das nenne ich mal objektive und kritische Berichterstattung. Oder trifft der Ausdruck „kostenlose Werbung“ es besser? Ich bin gerade etwas verwirrt…

Glyphosat wurde übrigens erst durch den dümmsten Wirtschaftsdeal der letzten Jahrzehnte zu einem Produkt von Bayer, als Bayer den US-Chemiekonzern Monsanto gekauft hat. Gegen Monsanto laufen in den USA hunderte Klagen wegen Krebs durch Glyphosat und wer weiß, wie hoch die Schadensersatzforderungen in den USA werden können, der kann sich ausrechnen, dass Bayer daran sogar pleite gehen kann. Nach der Übernahme von Monsanto hat sich der Wert von Bayer mal eben halbiert, man fragt sich also schon, was die Manager bei Bayer so rauchen, wenn sie derartige Entscheidungen treffen.

Der Spiegel als Glyphosat-Lobbyist

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