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Ausland, Naher Osten

UNTERSTÜTZER VON AL-QAIDA IN SYRIEN, ENTRÜSTET ÜBER PKK-ARTIKEL IN WASHINGTON POST

von https://orbisnjus.com

Dem PKK-Oberhaupt Cemil Bayik zu gestatten seine Gedanken anhand einer Kolumne mit der Welt zu teilen, war bestimmt kein großer Wurf der US-Tageszeitung Washington Post. Inmitten der schwierigsten Phase der amerikanisch-türkischen Beziehungen dem Kopf einer kurdischen Terroristen-Organisation eine mediale Plattform zu bieten, ist mutmaßlich eine von Nachrichtendiensten instigierte Kampagne um Ankaras Hitzkopf zu aktivieren, und damit einhergehende übereilte Reaktionen abzuverlangen, die in einer Verhärtung der Fronten resultieren sollen. Kaum vorstellbar das die WaPo eigensinnig ad hoc Mundpropaganda der PKK herausgibt, und dies zufälligerweise zu einem Zeitpunkt als sich die Anzeichen scheinbar verdichteten das Trump und Erdogan, angesichts des bilateralen Zerwürfnisses bezüglich des russischen S-400 Systems, zu einer Einigung kommen würden. Es bedarf keiner Quantenphysik um zu erahnen wie allergisch Ankara auf den Washington-Post-Artikel reagieren würde, und das es kaum Zeit beansprucht, bis eine öffentliche Denunziation erfolgt. Demnach ist davon auszugehen das die Kräfte am Werk die der PKK den medialen Freiraum lassen, es allem Anschein nach auf Ankaras Entrüstung abgesehen haben, sprich sich erhoffen das die Türkei ihre Beherrschung verliert und sich zu passiven Handlungen hinreißen lässt. Wie beispielsweise der gescheiterte Spagat zwischen Russland und den USA, ein Ergebnis des amerikanisch-kurdischen Flirts in Syrien ist. Ankara biederte sich Moskau nur an um seinem amerikanischen NATO-Partner vor den Kopf zu stoßen, und ihm vorzuführen das man ebenfalls nicht abgeneigt ist mit Erzrivalen der USA zu koalieren.

Wie zu erwarten verurteilte die türkische Regierung den PKK-Artikel aufs schärfste, und warf der Washington Post vor “terroristische-Propaganda” zu verbreiten. Im Hinblick auf Ankaras gefährliche Liebschaften mit der Al-Qaida in Syrien, wirkt jene Verurteilung recht heuchlerisch. Liegt es etwa in Washingtons Ermessen, die kognitive Dissonanz der türkischen Führung hervorzuheben? Es scheint gar so. Wenn man sich die auf den WaPo-Artikel bezogene Stellungnahme des türkischen Außenministeriums vergegenwärtigt, springt einem Ankaras Doppelzüngigkeit förmlich ins Auge.

“Mit dieser Publikation wurde das Prinzip zur Vereitelung von terroristischer Werbung, der wichtigsten Verpflichtung der internationalen Gemeinschaft im Kampf gegen den Terrorismus, ernsthaft verletzt, ” weiter heißt es..”Es ist unerlässlich das im Kampf gegen den Terrorismus keine Unterschiede zwischen Terroristen-Organisationen gemacht werden…Jener Ansatz, welcher ein Instrument für die Terror-Propaganda der PKK ist, und sich nicht mit der demonstrierten Sensibilität gegenüber Daesh, der Al-Qaida oder anderen Terroristen-Organisation deckt, ist ein neues und gravierendes Beispiel für die Heuchelei im Kampf gegen den Terrorismus,” so die Stellungnahme.

Wahrhaft weise Worte, nur ist der Urheber in Sachen Unterstützung von Terroristen-Organisationen selbst kein Kind von Traurigkeit. Ein ungetrübter Blick auf die Situation im syrischen Idlib genügt aus, um zu realisieren das Ankara es gelinde gesagt nicht so genau nimmt wer auf seiner Gehaltsliste steht, um stellvertretend die syrische Regierung zu bekämpfen und nördliche Landesteile besetzt zu halten. Brett McGurk der ehemalige Sonderbeauftragte der anti-ISIS-Koalition, bezeichnet Idlib als weltweit größte Al-Qaida Bastion, und äquivalent ernstzunehmendes Problem wie den Islamischen Staat.

Der in Idlib dominierende Al-Qaida Ableger die sogenannte Hayat Tahrir al-Sham (Al-Nusra, HTS) gehört neben anderen Terroristen-Kollektiven einer militanten Islamisten-Allianz an, die sich auf die Fahne geschrieben hat ihr versprengtes blutgetränktes Kalifat auf Gedeih und Verderb zu verteidigen. Türkisch gestützte “Rebellen”, was soviel bedeutet wie Terroristen, sind ebenfalls Mitglieder der besagten Allianz und somit Waffenbrüder der Al-Qaida. Was wiederum bedeutet, das Ankara zu demselben Team gehört wie der mutmaßliche Drahtzieher des elften Septembers. Wie hieß es noch in der oben übersetzten Stellungnahme des türkischen Außenministeriums, man dürfe keine Unterschiede zwischen Terroristen-Organisation machen? Legt Ankara denselben Maßstab auch bei sich an? Augenscheinlich nicht, insofern nimmt Ankaras vorgeblicher Unmut über das US-Blatt keine wirklichen Ausmaße an. Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Die Türkei hat durchaus recht PR für PKK-Terroristen entrüstet anzuprangern, nur hat ihre Führung eklatant viel dazu beigetragen, das jene Kritik ihre Wirkung weitestgehend verfehlt. Die einst hinter vorgehaltener Hand ausgesprochenen unbequemen Wahrheiten, sind längst an zahlreiche aufmerksame Medien durchgesickert, und gewisse Staaten sprechen unverblümt aus was der halben Welt auf der Seele brennt, nämlich das Ankara im Nahen-Osten der gegenwärtig größte Sponsor von salafistischen Extremisten sein soll. Ferner ging aus der Stellungnahme des türkischen Außenministeriums hervor, das man Terroristen nicht ohne weiteres die Möglichkeit geben dürfe sich zu vermarkten. Auch diese Postulierung beinhaltet nichts unwahres, und dennoch kann sich Ankara derartige verbale Ergüsse nicht leisten, solange türkisch gestützte Jihadisten eigennützige Propaganda betreiben. Da sämtliche Metastasen der türkisch gestützten Freien Syrischen Armee (FSA), seit jeher dem Regiment der HTS unterstehen, handelt es sich schier um Imagepflege für die Al-Qaida. Beispielsweise veröffentlicht die türkisch gestützte Al-Hamza-Division regelmäßig visuelle Darbietungen, die actionreich inszenierte Trainingseinheiten der Terroristen-Gruppierung veranschaulichen. Untermalt von dramatischen Musiksequenzen glorifiziert das hochqualitative Videomaterial terroristische Akte und darauf basierende Vorgänge, wie etwa Entführungen und bewaffnete Überfälle. Das die Uniformen der gezeigten Jihadisten mit türkischen Flaggen versehen sind, die explizit visuell hervorgehoben werden um vermutlich auf den Befehlsgeber hinzuweisen, bestätigt das Ankara jenes Treiben abgesegnet hat, demzufolge Al-Qaida Propaganda gutgeheißen und begünstigt wird.

Vor diesem Hintergrund wäre es aus Sicht der türkischen Regierung allmählich angebracht vor der eigenen Haustüre zu kehren bevor man das Gebaren anderer bezichtigt. Ein Anfang wäre gemacht, indem Ankara das selbstschädigende Abenteuer im Nachbarland abbricht, aus Syrien vollends abzieht und die Al-Qaida Jihadis, den russo-iranisch-syrischen Wölfen zum Fraß vorwerfen. Erst dann könnte man eine Evaluierung zur Reanimation, ernsthafter Beziehungen in Betracht ziehen, und der Türkei ihre durchaus gerechtfertigten Besorgnisse bezüglich der PKK wieder ernst nehmen. Nicht zu vergessen hat der Aufbau des Islamischen Staats, an dem die Türkei maßgeblich beteiligt war, den syrisch-kurdischen-Milizen ihre heutige Größe beschert. Apropos ISIS, Ankara leidet offenbar unter einer Amnesie, und hat augenscheinlich vergessen wer der größte Abnehmer von dem ISIS-Öl war.

Wie gesagt es bedarf einer türkischen Kehrtwende, um einstige Kredibilität womöglich eines guten Tages rehabilitieren zu können.

Unterstützer von Al-Qaida in Syrien, entrüstet über PKK-Artikel in Washington Post

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