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Inland, Medien

Der Spiegel über den Iran – Unsere tägliche Portion Kriegspropaganda gib uns heute

von Thomas Röper – https://www.anti-spiegel.ru

Der Spiegel zeigt sich fast täglich als treuer Helfer der US-Falken und stimmt seine Leser mit durch Lügen, Weglassen wichtiger Informationen und psychologische Tricks auf einen Krieg gegen den Iran ein.

Dabei berichtet der Spiegel mal, dass der Iran angeblich Verhandlungen mit den USA ablehnt und lässt die zum Verständnis wichtigen Hintergründe einfach wegDann lügt der Spiegel über das Atomabkommen. Und schließlich setzt er sogar psychologische Tricks ein, um seine Leser gegen den Iran einzustimmen und die USA in ein gutes Licht zu stellen. Das waren nur drei Beispiele aus sechs Tagen Spiegel-„Berichterstattung“.

Und auch heute war es wieder so weit. Unter der Überschrift „Nach Abschuss von US-Drohne – Das sind Trumps Iran-Optionen – und keine davon ist gut“ hat der Spiegel seine Leser darüber „informiert“, welche Möglichkeiten Trump jetzt angeblich noch bleiben und beginnt den Artikel mit folgenden Worten:

„Teheran hat eine US-Drohne abgeschossen, Donald Trump einen Vergeltungsangriff in letzter Minute gestoppt: Der Konflikt am Golf erreicht eine neue Dimension. Welche Möglichkeiten bleiben dem US-Präsidenten?“

Und raten Sie mal, welche Möglichkeit nicht genannt wurde. Die beste Möglichkeit, die Trump hat, wäre es, sich wieder an geschlossene Verträge und das Völkerrecht zu halten. Die USA haben das Atomabkommen gebrochen, sie bedrohen ein souveränes Land, den Iran, mit Krieg und könnten damit ja einfach aufhören. Sie könnten sich an ihre eingegangenen Verpflichtungen halten, ihre Truppen wieder aus dem Golf abziehen und sich dann mit dem Iran an einen Tisch setzen und dort die Differenzen besprechen und Lösungen suchen.

Nur auf diese naheliegende Idee kommt der Spiegel natürlich nicht. Der Spiegel erklärt seinen Lesern, dass es nur drei Möglichkeiten für Trump gibt:

„Trump hat nur schlechte Optionen: Er könnte, erstens, gar nichts tun und weiter abwarten – was Teheran signalisieren würde, dass man das US-Militär ungestraft angreifen kann. Zweitens könnte Trump die Sanktionen, die Iran ohnehin schon lähmen, weiter verschärfen, was aus Sicht mancher Hardliner in Washington möglicherweise nicht genügen würde. Oder er könnte, drittens, den Befehl erteilen, militärisch tatsächlich gegen Iran zurückzuschlagen – und damit einen Flächenbrand im Nahen Osten riskieren. Letzteres ist die unwahrscheinlichste Option, aber in konservativen Washingtoner Kreisen war nach dem Drohnenabschuss die vorherrschende Meinung: Das könnten sich die USA nicht bieten lassen.“

Und wie man sieht, findet der Spiegel die erste Variante, also abwarten und die Situation nicht weiter durch Sanktionen oder Bombardierungen zu eskalieren, nicht gut. Er unterstellt, ganz auf Linie der US-Falken, dass der Iran US-Militär angreifen würde. Der Spiegel suggeriert seinen Lesern, dass der Iran so blöd ist, US-Militär anzugreifen und damit den USA einen Kriegsgrund auf dem Silbertablett zu liefern. Gerade so, als lechze der Iran nach Krieg mit den USA. Zur Erinnerung: Wie viele Länder hat der Iran in den letzten hundert Jahren angegriffen? Richtig: keines.

Aber der Spiegel will seinen Lesern einen anderen Eindruck vermitteln. Für den Spiegel gibt es genug Kriegsgründe und die USA sind einfach nur geduldig und halten dem Iran immer wieder die andere Wange hin, anstatt endlich zu zu schlagen:

„Wollte Trump wirklich einen Krieg gegen Iran anzetteln, hätte er genügend Gründe finden können. Immer wieder waren US-Soldaten oder Militärbasen in der Region Ziel von Angriffen, die die USA auf Teheran zurückführen. So schlugen spätabends am 14. Juni auf dem Gelände der Luftwaffenbasis Balad nördlich von Bagdad drei Mörsergranaten ein, wie das irakische Militär mitteilte. Auf dem weitläufigen Gelände, auf dem auch US-Militärtrainer stationiert sind, seien einige Büsche in Brand geraten.“

Irgendwelche Terroristen schießen im vom Bürgerkrieg erschütterten Irak Raketen auf eine Armeebasis ab und der Iran soll daran Schuld sein. Warum gibt es eigentlich einen Bürgerkrieg im Irak? Könnte der Grund in dem völkerrechtswidrigen Krieg der USA gegen den Irak liegen?

Aber der Spiegel ist fast schon traurig, dass die USA nicht endlich losschlagen:

„Washington wertete den Angriff nicht als Anschlag auf die nationale Sicherheit – sondern ignorierte ihn wie ein Buschfeuer.“

Im Klartext: Irgendwer schießt Raketen auf ein Lager der irakischen Armee ab, wo auch US-Ausbilder stationiert sind. Es geraten ein paar Büsche in Brand und das war´s. Aber der Spiegel hätte gerne, dass die USA das „als Anschlag auf die nationale Sicherheit“ ansehen und einen Krieg mit tausenden Toten entfesseln. Wegen ein paar brennender Büsche, von denen niemand weiß, wer sie in Brand gesteckt hat.

Über den Iran kann man dann lesen:

„Die Iraner verfolgen seit Wochen eine Strategie: Indem sie sich in der Region als destabilisierender Faktor präsentieren, scheinen sie einerseits die USA provozieren – und gleichzeitig ein Signal an den Rest der Welt senden zu wollen. Dass man sich in der Vergangenheit zurückgehalten habe, jetzt aber durchaus in der Lage sei, allen das Leben schwer zu machen.“

Wie genau destabilisiert der Iran denn die Region? Sind es nicht die US-Verbündeten, die den Jemen bombardieren? Sind es nicht die USA, die dort den Irak angegriffen haben? Dazu im Spiegel kein Wort, stattdessen werden vom Spiegel derartige Behauptungen aufgestellt, die den Leser in die gewünschte Richtung beeinflussen sollen. Aber er liefert keinerlei Belege.

Der Spiegel erklärt dann den schönen Begriff „plausible deniability“, den die CIA gerne benutzt. Dabei führt man geheime Operationen durch, oder lässt sie am besten von anderen durchführen, und lenkt den Verdacht von sich ab, man besorgt sich quasi ein Alibi. Und dann steht im Spiegel, der Iran arbeite nach diesem Prinzip:

„Genau dieses Prinzip schien Iran zu verfolgen: Zu den Angriffen auf die Umgebung der US-Botschaft in Bagdad, auf die Luftwaffenbasis nördlich davon, auf die Tanker im Golf von Oman und zuletzt auf die Quartiere der Ölförderanlagen bei Basra hat sich niemand bekannt.“

Der erste Satz suggeriert dem Leser, dass der Iran an all diesen Vorfällen die Schuld trägt. Dass im Irak ein Bürgerkrieg tobt, an dem die USA die Schuld tragen, wird nicht erwähnt. Und die Vorfälle mit den Öltankern im Golf von Oman werden so dem Iran angelastet, ohne das freilich offen zu sagen. Aber beim Leser wird unterbewusst dieser Eindruck erweckt.

Dass der Iran von all diesen Dingen keinerlei Vorteile hat und dass diese Dinge nur den Kräften in Washington in die Hände spielen, die einen Kriegsgrund gegen den Iran suchen, wird nicht erwähnt.

Der Spiegel erweckt stattdessen weiter den Eindruck, der Iran trage die Schuld an dem Vorfall im Golf von Oman, auch wenn die „Beweise“ schwach sind:

„Im Fall der Tankeranschläge am 13. Juni hat das Pentagon zwar Indizien gegen Irans Revolutionswächter vorgelegt: Aufnahmen, auf denen angeblich Revolutionswächter von einem ihrer Schnellboote aus eine nicht explodierte Haftmine vom Rumpf des angegriffenen Schiffes „Kokuka Courageous“ entfernen. Allein: Als Beweis war das anderen Staaten bis auf Großbritannien, Israel und Saudi-Arabien zu wenig. (…) Ein Bekenntnis ist auch gar nicht nötig, um den mutmaßlich beabsichtigten Effekt zu erzielen: einen Anstieg der Erdölpreise.“

Den Wunsch nach höheren Ölpreisen teilen wahrscheinlich die meisten Öl-exportierenden Länder, nur wird ihnen deshalb nicht vorgeworfen, Tanker anzugreifen. Und wie schwach und widersprüchlich die angeblichen „Indizien“ der USA waren, erwähnt der Spiegel gar nicht erst. Wenn aber jemand falsche „Beweise“ präsentiert, dann stellt sich sofort die Frage, warum er das tut. Nur dem Spiegel stellt sich diese Frage nicht.

Erst im letzten Absatz schreibt der Spiegel etwas sachlich korrektes, nämlich dass sich Trump mit seiner Politik in eine Sackgasse manövriert hat, denn der Iran reagiert auf den Vertragsbruch und den Druck der USA nicht wie gewünscht. Er gibt nicht nach, sondern lehnt Gespräche so lange ab, wie die USA sich nicht an ihre vertraglichen Verpflichtungen halten. Trump würde aber das Gesicht verlieren, wenn er einfach die Sanktionen aufhebt und sich wieder an das Atomabkommen hält. Trump, der ganz offensichtlich keinen Krieg will, hat sich von der pro-israelischen Lobby um seinen Schwiegersohn in eine Zwickmühle drängen lassen und nun weiß keiner, wie man da wieder raus kommen kann.

Auf diesen Hintergrund geht der Spiegel zwar nicht ein, aber er fasst es passend in einem Satz zusammen:

„Wenn Iran nicht nachgibt, forciert Trump entweder einen Krieg oder steht als Papiertiger da.“

Und das ist die eigentliche Gefahr, denn (angebliche) Schwäche darf sich ein US-Präsident im Wahlkampf nicht erlauben, Trump könnte sich also gezwungen fühlen, im Wahlkampf Stärke zu demonstrieren und den Iran zu bombardieren. Da der Iran jedoch nicht Syrien ist, dürfte er zurückschlagen und dann stehen wir vor einer wirklich gefährlichen Situation.

Übrigens weist auch der Spiegel auf den Machtkampf in den USA hin, in dem die Falken Trump zu einem Krieg drängen wollen:

„Die Aktion bestätigt jene Hardliner in der US-Regierung, die härtere Maßnahmen gegen Iran fordern. Sicherheitsberater John Bolton und Außenminister Mike Pompeo hatten Teheran mehrfach mehr oder weniger unverhohlen mit Krieg gedroht. Bolton war schon vor seiner Berufung ins Weiße Haus ein glühender Verfechter eines Regimewechsels. Trump dagegen hat immer wieder klargemacht, dass er keinen Krieg will, sondern nur einen „besseren“ Deal“

Aber der Spiegel fragt sich nicht, ob eventuell Bolton und Pompeo, immerhin Ex-CIA-Chef, etwas mit den nun plötzlich geschehenen Provokationen zu tun haben könnten, die der Spiegel so unkritisch dem Iran anlastet.

Den Vogel abgeschossen hat heute jedoch Julian Röpcke von der Bild mit folgendem Tweet.

Julian Röpcke

@JulianRoepcke

Was für eine Schande, wie Donald Trump & sein „Falken“-Kabinett den Abschuss der US-Drohne durch den Iran als „sicher Fehler gemacht“ herunterspielen.
Das war kein Fehler oder Versehen. Das war ein schwerer Angriff auf die USA, der wohl ohne Konsequenzen bleibt.
Wie schwach! … https://twitter.com/nourhritan/status/1141761720349810693 

noureddine@nourhritan

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Weil eine unbemannte Drohne abgeschossen wurde, will Bild-Redakteur Röpcke, dass Menschen bombardiert und getötet werden. Es ist eine Schande, dass solche Menschen in Deutschland bei einem meinungsbildenden Schmierblatt arbeiten dürfen!

Der Spiegel über den Iran – Unsere tägliche Portion Kriegspropaganda gib uns heute

 

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