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Ausland, Nordamerika

Machtkampf in Washington – Wer will den Krieg mit dem Iran und wer nicht?

von Thomas Röper – https://www.anti-spiegel.ru

Präsident Trump hat am Montag ein Interview gegeben, dass den Machtkampf in Washington aufzeigt, der zwischen Trump einerseits und dem „Apparat“ um die Falken Außenminister Pompeo und Sicherheitsberater Bolton läuft.

Ich habe in fast allen Artikeln über den Iran-Konflikt und auch vorher über Venezuela immer wieder geschrieben, dass Pompeo und Bolton Trump zu einem militärischen Eingreifen drängen wollen, dass Trump aber dagegen ist. Hinweise darauf gab es immer wieder, die Falken Pompeo und Bolton sprechen eine wesentlich härtere Sprache, als Trump, der zwar durchaus mal deutliche Worte twittert, denen dann aber keine Taten folgen lässt.

Im Falle des Iran wird das nun besonders offensichtlich. Trump gab dem Time-Magazin am Montag ein Interview, in dem er klar sagte, dass die Angriffe auf die Tanker für ihn kein Grund seien, militärisch gegen den Iran vorzugehen. Seine rote Linie sei erst erreicht, wenn die Gefahr bestehe, dass der Iran eine Atombombe bekommen könnte. Auf die Frage, was ihn zu einem militärischen Eingreifen bewegen könnte, antwortete Trump:

„Ich würde sicherlich wegen Nuklearwaffen reingehen, alles andere würde ich mit einem Fragezeichen versehen.“

Die bisherigen Vorfälle mit Tankern im Mai und jetzt im Juni nannte Trump „klein“ („minor“).

Ganz anders äußerte sich Außenminister Pompeo, der darauf bestand, dass die USA „die ganze Bandbreite an Optionen“ in Betracht ziehen, um auf die Vorfälle zu reagieren. Time berichtete von einem CBS-Interview am Sonntag, in dem Pompeo auf die Frage, ob das auch militärische Antworten einschließe, antwortete „Off course.“

Trump hingegen spielte die Vorfälle sogar weiter herunter, indem er sagte, dass die Vorfälle für die USA recht unwichtig seien:

„Andere bekommen von dort gigantische Mengen an Öl. Wir nur sehr wenig. Wir haben in den letzten zweieinhalb Jahren riesige Fortschritte bei der Energie gemacht. Und wenn unsere Pipelines gebaut sind, sind wir ein Exporteur von Energie. Wir sind also im Mittleren Osten in einer anderen Position, als früher.“

Trump, so scheint es, möchte damit den Falken den Wind aus den Segeln nehmen, wenn diese von bedrohten US-Interessen sprechen, indem er die US-Interessen in der Region fast auf Null herunter redet.

Außerdem schreibt Time:

„Trump war nie zu schüchtern, seine Aversionen gegen militärische Einsätze deutlich zu äußern, aber Berater wie Pompeo und der Nationale Sicherheitsberater Bolton machen aus ihren Falken-Position keinen Hehl. „Der Präsident wird alles in Betracht ziehen, was brauchen, um auf Nummer sicher zu gehen, stimmt´s? Aber was hat der Präsident gesagt? Wir wollen nicht, dass der Iran eine Atomwaffen bekommt.“ sagte Pompeo am Sonntag.“

Nachdem die Angriffe auf Tanker Trump nicht zu einem Krieg bewegt haben, dürften die nächste US-Argumente und „Beweise“ sich wohl auf das Atomprogramm des Iran beziehen, damit die Falken Trump endlich weichkochen können und er „ja“ zum Krieg sagt. Oder man versucht es zuerst nochmal mit einem schweren Zwischenfall mit Tankern, vielleicht werden sogar welche versenkt.

Bleibt abzuwarten, ob es gelingt, Trump so zu einem Krieg zu bewegen.

PS: Merkwürdig, dass es in deutschen Medien keinerlei Berichte über das Interview im Time-Magazin gibt. Wollen die deutschen Medien der Öffentlichkeit verheimlichen, dass Trump sich inzwischen seit zwei Jahren weigert, die USA in neue militärische Abenteuer zu stürzen?

Wir erinnern uns an Syrien, wo Trump dem Druck widerstanden hat, stärker einzugreifen und sogar die US-Truppen abziehen wollte. Venezuela habe ich schon erwähnt, auch dort versuchten die Falken vergeblich, Trump zu einem militärischen Eingreifen zu bewegen.

Beim Iran könnte es leichter werden, Trump in einen Krieg zu drängen, weil die Berater hier mit der Israelischen Sicherheit argumentieren können und Trump ist nun einmal der pro-Israelischste Präsident, den die USA je hatten.

Machtkampf in Washington – Wer will den Krieg mit dem Iran und wer nicht?

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Diskussionen

Ein Gedanke zu “Machtkampf in Washington – Wer will den Krieg mit dem Iran und wer nicht?

  1. Der Artikel von Thomas Röper ist wieder sehr interessant und auch argumentativ. Ich vertrete immer wieder die Auffassung, dass es wichtig ist, die US-Kriegstreiber mit Namen zu benennen und nicht wie deutschen Maintreamjournalisten es sich angewöhnten, immer allgemein zu schreiben – also nur das Land zu benennen wie USA, Deutschland, Türkei etc. Das sind Objekte, die keine Politik gestalten. Die Politik wird von Menschen – also von Subjekten – gemacht. Da haben wohl die deutschen Mainstreamjournalisten den Deutschunterricht in der Schule geschwänzt.

    Zu dem Postskriptum ist anzumerken, dass es nicht verwundert, dass in deutschen Medien das Interview in dem Time-Magazin nicht öffentlich gemacht wurde. Vielmehr ist m. E. davon auszugehen, dass Trump schon im Wahlkampf als Teufel der US-Politik dargestellt wurde und mit der Amtsübernahme sich das nicht änderte. Damit wurde in den Köpfen der deutschen Bürger eingehämmert, dass Trump der US-Teufel ist und für immer bleiben muss. Unter dem Aspekt die Gestaltung der Trump-Politik betrachtet, ist kein Raum für eine andere Blickrichtung bei den deutschen Mainstreamjounalisten vorhanden und darf auch nicht vorhanden sein. Man stelle sich nur vor, Trump tritt 2020 in den Wahlkampf ein und das mit Erfolg. Dann reicht es, dass die deutschen Journalisten den deutschen Bürgern die US-Wähler glaubhaft für untauglich erklären müssen.

    Ich glaube nicht, dass Trump sich von Pompeo und Bolton zum Krieg gegen den Iran hinreißen lassen wird. Sie sind zwar im Hetzen nicht mehr zu übertreffen, aber auch das weiß Trump, was er Bolton deutlich zu verstehen gab in Bezug auf Venezuela. Deshalb ich denke vielmehr, dass Trump seine Lektion gelernt hat. Dieses offene Eingeständnis von ihm, von Bolton öffentlich in Bezug auf Venezuela verarscht worden zu sein, wird in ihm seine Wachsamkeit geweckt haben und wach bleiben solange er diese beiden Kriegstreiber neben sich weiß.

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    Verfasst von Gerd Pehl | 19. Juni 2019, 17:00

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