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Ausland, Nordamerika

Die RAND Corporation hat untersucht, wie Russland auszuschalten wäre

von Manlio Dinucci

Die RAND Corporation, der einflussreichste Thinktank der USA, hat einen Plan zur Aus­schaltung Russlands entwickelt.

Der Gegner muss dazu gezwungen werden, sich total zu verausgaben, damit er die Ba­lance verliert und besiegt werden kann. Das ist keine Judo-Taktik, sondern ein von der RAND Corporation (s. https://de.wikipedia.org/wiki/RAND_Corporation ), dem einfluss­reichsten Thinktank der USA, ausgearbeiteter Plan zur Bezwingung Russlands. Mit ihren Tausenden von Experten ist die RAND Corporation die weltweit zuverlässigste Quelle für geheimdienstliche und politische Analysen zum Nutzen der Regierungen der USA und ih­rer Verbündeten.

Die RAND Corporation brüstet sich damit, die langfristige Strategie mitentwickelt zu ha-ben, die es den USA ermöglicht hat, den Kalten Krieg zu gewinnen, indem sie die Sowjet­union dazu zwangen, ihre gesamten wirtschaftlichen Ressourcen für die Erhaltung des strategischen Gleichgewichts aufzubrauchen. Dieses Modell hat auch die Inspiration für den neuen Plan „Overextending and Unbalancing Russia“ [Russland überfordern und de­stabilisieren, s. https://www.rand.org/pubs/research_briefs/RB10014.html ] geliefert, den die RAND Corporation gerade (in Kurzfassung) veröffentlicht hat.

Nach Einschätzung der RAND-Analysten ist Russland in bestimmten wichtigen Bereichen wieder ein ernstzunehmender Gegner für die USA geworden. Deshalb empfehlen sie den USA und ihren Verbündeten, eine gemeinsame langfristige Strategie zu entwickeln, mit der die noch bestehende Verwundbarkeit Russlands ausgenutzt werden kann. Dazu wur­den verschiedene Maßnahmen auf ihre Eignung zur Destabilisierung Russlands überprüft – im Hinblick auf ihre Erfolgsaussichten, ihre Wirksamkeit sowie auf die damit verbunde­nen Kosten und Risiken für die USA.

Die RAND-Analysten sind der Meinung, dass die russische Wirtschaft am verwundbarsten ist – wegen ihrer großen Abhängigkeit von Öl- und Gasexporten und weil die Einnahmen aus diesen Exporten durch Sanktionen reduziert und die Energieexporte der USA gleich­zeitig erhöht werden könnten. Dabei geht es vor allem darum, europäische Staaten unter Druck zu setzen, damit sie den Import russischen Erdgases einschränken und stattdessen verflüssigtes Erdgas – vor allem aus den USA – beziehen.

Eine andere Möglichkeit, die russische Wirtschaft längerfristig zu destabilisieren, besteht darin, junge qualifizierte Fachkräfte mit hohem Ausbildungsniveau abzuwerben und zum Verlassen Russlands zu veranlassen.

In den Bereichen Ideologie und Information müsse versucht werden, interne Konflikte an­zuheizen, und das Ansehen Russlands im Ausland herabzusetzen – durch den Aus­schluss von internationalen Foren und den Boykott internationaler sportlicher Ereignisse, die Russland organisiert.

Im geopolitischen Bereich könnte durch (weitere) US-Waffenlieferungen an die Ukraine die strategische Sicherheit Russlands entscheidend herabgesetzt werden; dabei müsste sehr sorgsam vorgegangen werden, um Russland unter Druck zu setzen, ohne gleichzeitig ei­nen größeren Konflikt (in der Ukraine) auszulösen, in dem Russland überlegen wäre.

Auf dem militärischen Sektor könnten die USA bei geringen eigenen Kosten und Risiken eine starke Wirkung erzielen – durch die Erhöhung der Bodentruppen aus anderen NATO­Staaten entlang der russischen Grenze.

Die USA selbst könnten ihre Erfolgsaussichten erhöhen und gleichzeitig ihre Kosten und Risiken minimieren, wenn sie bei der militärischen Abschreckung Russlands vor allem auf strategische Bomber und Interkontinentalraketen setzen.

Durch die Aufkündigung des INF-Vertrages und die Stationierung neuer atomarer Mittel­streckenraketen in Europa hätten sich zwar die Erfolgsaussichten, aber auch die Risiken stark erhöht.

Nach Ansicht der RAND-Analysten könnten die USA durch einen ausgewogenen Mix ihrer Möglichkeiten Russland in große Schwierigkeiten bringen, müssten dafür aber riesige Mit­tel investieren, die zur Durchsetzung anderer Ziele nicht mehr zur Verfügung stünden. Das ist auch eine Warnung vor überhöhten Militärausgaben der USA und der NATO, die eine zu starke Kürzung der Sozialausgaben zur Folge hätten.

Die Zukunftsplanungen der RAND-Corporation sind auch die Zukunftsplanungen des Tie-fen Staates, also des im Untergrund wirkenden Machtzentrums der wirtschaftlichen, finan­ziellen und militärischen Oligarchie, die nicht nur die strategischen Leitlinien für die USA, sondern für die ganze westliche Welt bestimmt.

Die mit dem Plan vorgelegten „militärischen Optionen“ sind nur Varianten einer Kriegsstra­tegie, deren Risiken wir alle zu tragen haben und deren Opfer wir alle würden.

Dieser Artikel wurde zuerst in Il Manifesto veröffentlicht und von Pete Kimberley ins Engli­sche übersetzt.

Manlio Dinucci gehört zum Rechercheteam des Centre for Research and Globaliization (s. https://www.globalresearch.ca/ ).

(Wir haben den Artikel komplett übersetzt. Die Grafiken wurden alle entnommen aus der eingangs vom Autor in eckigen Klammern verlinkten, unter https://www.rand.org/pubs/re­search_briefs/RB10014.html aufzurufenden Kurzfassung des Plans der RAND-Corporati­on. Es ist erstaunlich, dass die RAND-Analysten die Risiken eines Krieges der USA und der NATO gegen Russland so hoch einschätzen, dass sie eher von einer Verschärfung des Konfliktes.

Rand Corporation: How to Destroy Russia

http://luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_19/LP06619_100619.pdf#page=1&zoom=auto,-223,842

 

 

 

 

Diskussionen

Ein Gedanke zu “Die RAND Corporation hat untersucht, wie Russland auszuschalten wäre

  1. Es ist immer erstaunlich, was die großen US-Analysten zu Papier bringen. Jedoch fällt auch immer wieder bei ihren Analysen auf, dass sie den Gegner während der Analysentätigkeit immer vernachlässigen. Es ist kaum vorstellbar, dass Russland das Vorgehen der USA nicht erkennen oder erkennen aber nicht darauf reagieren würde. Es ist nicht zu übersehen, dass Russlands Wirtschaft wächst und die der USA zumindest stillsteht, um nicht zu sagen sinkt. Dass die USA Schwierigkeiten mit dem Verkauf von dem teuren LNG hat, ist bekannt und sie unternimmt nichts, was die Produktions- und Transportkosten minimiert. Russland baut seinen Export sowohl für Erdöl, Erdgas, als auch für LNG aus. Seine Ex- und Importe erfolgen nicht zwingend auf Dollarbasis, was den USA die Kontrolle weltweit beschränkt. All das hätte bei der Erstellung der Analyse beachtet werden müssen. Nach dem Beitrag zu urteilen, haben die Analysten immerhin wesentlichen Fakten, um einigermaßen zu realen Schlüssen zu gelangen, zumindest wie dem Artikel zu entnehmen ist, unbeachtet gelassen.

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    Verfasst von Gerd Pehl | 11. Juni 2019, 17:38

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