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Ausland, Naher Osten

Der drohende Irankrieg

von Mohssen Massarrathttp://www.tlaxcala-int.org

Je weiter man zurückblickt und die weltpolitischen Ereignisse einzuordnen versucht, desto klarer erblickt man den roten Faden, der sich durch sämtliche beinahe epochalen US-Kriege in den letzten drei Jahrzehnten zieht.

Dabei sind zwei sich ergänzende Ziele erkennbar: Erstens die Zerschlagung von großen Staaten wie Jugoslawien, die sich auf dem Eurasischen Korridor mit Russland verbünden könnten. Und zweitens Regime Change und/oder Zerschlagung von großen Staaten mit bedeutenden Ölreichtümern, die potentiell eine echte Gefahr für die Stellung des Dollars als Weltwährung darstellen könnten. Nie zuvor ist der Weltöffentlichkeit so übel aufgestoßen, welchen wirkungsmächtigen Hebel der Dollar als Weltgeld für die einzig verbliebene Supermacht darstellt, um den Rest der Welt durch Wirtschaftssanktionen in die Knie zwingen zu können.

Über 80 Prozent des Welthandels wird über Dollar abgewickelt. Und der Dollar hat nachweislich deshalb die gegenwärtige beinahe unerschütterliche Monopolposition inne, weil der gesamte Ölhandel auf dem Weltmarkt an diese Währung gekoppelt ist. Gelänge es einem Bündnis von us-kritischen Ölstaaten sich für die Abwicklung ihrer Ölexporte in Euro oder in Renminbi zu entscheiden, würde die wichtigste Machtsäule der USA wie ein Kartenhaus zusammenbrechen.[1] Dies ist der Hauptgrund für Regime Changes in den missliebigen Ölstaaten oder gar für deren Zerschlagung. Vor unseren Augen betreiben die USA gegenwärtig zielstrebig und unverhohlen einen Regime Change in Venezuela und sind dabei, die Weltgemeinschaft systematisch und mit allen propagandistischen Mitteln auf einen heißen Krieg gegen Iran einzustimmen.

Der Hauptprofiteur des amerikanischen Dollarimperialismus ist neben dem US- Finanz- und Energiesektor der us-militärindustrielle Komplex. Im Falle Iran geht es nicht nur um Regime Change, sondern auch um die Zerstückelung des Landes. Davon profitieren auch Israel und Saudi Arabien, weshalb diese bereit sind, einen US-Krieg gegen Iran politisch, finanziell und logistisch uneingeschränkt zu unterstützen. Israels Stärke beruht auf dessen Monopol als einzige Atommacht in der Region und der Schwäche der arabisch islamischen Staaten durch ihre Zersplitterung. Saudi Arabien würde bei einer Zerstückelung Irans auf Dauer zur regionalen Supermacht aufsteigen.

[1] Näheres dazu vgl. Mohssen Massarrat, 2017: Braucht die Welt den Finanzsektor, Hamburg

Bild: Mr. Fish/Truthdig

http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=26221

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Diskussionen

Ein Gedanke zu “Der drohende Irankrieg

  1. Wenn ich auf die Jahre 1990 bis 2019 – also der letzten drei Jahrzehnte – auf die US-Kriege blicke, sehe ich nicht, dass die USA die SFR Jugoslawien wegen der Sorge, dass sie sich mit der Russischen Föderation hatte verbinden können. Vielmehr erkenne ich, dass die USA den Krieg vom Zaun brach, um die Zerschlagung der RF, die es ihr unter Jelzin nicht gelang, mit neuer Strategie und zwar durch Zerstückelung Jugoslawiens diese neuen Staaten in die NATO zu bekommen und so das Ziel dennoch zu erreichen. Ebenso wenig ist dem zu folgen, dass die Regime Changes der USA vor allem wegen des Zerfalls des Dollars erfolgten und versucht werden. Hierbei geht es den Zerfall der Hegemonie der USA aufzuhalten. Das Aufrechterhalten ihrer Hegemonie ist nicht nur und auch vordergründig eine finanzielle Angelegenheit, sondern eine politische, wirtschaftliche und militärische Angelegenheit in der der US-Dollar als Weltwährung eine nicht unbedeutende Rolle aber eben nicht eine dominante Rolle spielt. Das zeigt sich bereits darin, dass Russland und auch China Wirtschaftsverträge in Euro oder in eigene Währung zahlbar abschließen und nicht nur mit kleinen Staaten. Da sei an die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Russland – China, Russland – Indien, Russland – Iran, Russland – Türkei, China – Iran u. a. Länder erinnert. Es gibt eine Reihe Länder, die nicht mehr wollen, dass die USA in all ihre Handelsbeziehungen schauen können.

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    Verfasst von Gerd Pehl | 11. Juni 2019, 14:52

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