//
du liest...
Ausland, Naher Osten

Die westlichen Medien spielen bei den Syrien-Täuschungen eine Hauptrolle

von Jonathan Cook – http://www.theblogcat.de

Bild: Provinz Idlib

Die Behauptung der mit AlQaeda verbündeten Kämpfer, sie seien von der syrischen Regierung in der Provinz Idlib mit Chemiewaffen angegriffen worden, sollte nach jeder Einschätzung von den westlichen Medien mit einem hohen Grad an Skepsis aufgenommen werden.

Dass die amerikanische und andere westliche Regierungen solche Behauptungen so enthusiastisch aufnehmen, macht sie auch nicht glaubwürdiger.

Skepsis ist vor allem auch deshalb angebracht, weil die Medien bisher noch keine physischen Beweise produziert haben, um die Behauptungen der Dschihadisten zu untermauern. Und die Medien hätten angesichts der Tatsache aufhorchen sollen, dass die syrische Regierung bereits drauf und dran ist, diese AlQaeda-Gruppen ohne Chemiewaffen zu besiegen – und ohne (wieder einmal) den vorhersehbaren Zorn des Westens zu provozieren.

Aber die größte Skepsis ist deswegen angebracht, weil diese jüngsten Vorwürfe zu einem Zeitpunkt eintreffen, wo der angeblich letzte große Chemiewaffen-Einsatz – der im April 2018 stattgefunden haben soll und von allen westlichen Quellen wie immer auf den syrischen Präsidenten Bashar Assad geschoben wurde – sehr wahrscheinlich inszeniert war. Eine False Flag-Operation von eben jenen AlQaeda-Gruppen, die jetzt behaupten, dass sie wieder einmal von der syrischen Regierung angegriffen werden.

Süchtig nach Inkompetenz

Am erstaunlichsten an der Berichterstattung diese Woche über die Vorwürfe der AlQaeda-Gruppen ist die Tatsache, dass die westlichen Medien sich weiterhin weigern, aus der Vergangenheit zu lernen, eine kritische Distanz zu den Quellen zu entwickeln, auf die sie sich verlassen und sich herausstellt, dass diese Quellen sie wiederholt getäuscht haben.

Das gilt für das Versagen, im Irak Massenvernichtungswaffen zu finden. Und es hat sich bestätigt, nachdem diesen Monat herauskam, dass die Beobachtungsbehörde der internationalen Gemeinschaft für Chemiewaffen, die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) zutiefst unehrlich war.

Schlimm genug, dass unsere Regierungen und unsere Experten-Institutionen uns täuschen und belügen. Aber noch schlimmer ist, dass wir Konzernmedien haben, die – um es milde zu formulieren – süchtig nach ihrer eigenen Inkompetenz sind. Die Beweise dafür werden mit jedem Tag stärker.

Grundlose Angriffe

Im März legte die OPCW einen Bericht über einen Chemiewaffen-Angriff vor, den angeblich die syrische Regierung in Douma im April letzten Jahres verübt hat. Mehrere Dutzend Zivilisten, darunter viele Kinder, sind angeblich durch diesen Angriff ums Leben gekommen.

Der OPCW-Bericht kommt zu dem Schluss, dass es „nachvollziehbare Gründe“ für die Annahme gebe, dass in Douma eine giftige Form von Chlor als Chemiewaffe eingesetzt wurde, und dass die wahrscheinlichste Methode zum Einsatz zwei Zylinder waren, die aus der Luft abgeworfen wurden.

                                            Douma 2018

Dies ist praktisch eine Bestätigung der Behauptung der AlQaeda-Gruppen (die von westlichen Staaten untermauert wird), dass diese Zylinder vom syrischen Militär abgeworfen worden seien. Mit ihrer trockenen Fachsprache reiht sich die OPCW hinter den USA und Europa ein, die mit ihren Fingern direkt auf Assad zeigen.

Es war enorm wichtig, dass die OPCW zu dieser Schlussfolgerung kam – nicht nur, weil der Westen ein allumfassendes Verlangen nach einem Regimewechsel in Syrien hat.

Als Antwort auf den angeblichen Douma-Angriff vom letzten Jahr haben die USA eine Breitseite an Cruise Missiles auf Stellungen der syrischen Armee und der Regierung abgefeuert, bevor es irgendeine Untersuchung darüber gab, wer dafür verantwortlich war.

Schon diese Raketen waren ein Kriegsverbrechen – ein grundloser Angriff auf einen anderen souveränen Staat. Aber ohne den Segen der OPCW hätten die USA ihren windigen, humanitären Vorwand für ihre Raketen verloren.

Geleaktes Dokument

Ohne Zweifel stand die OPCW unter enormem politischen Druck, zu der „richtigen“ Schlussfolgerung zu kommen. Aber als wissenschaftliches Organ, welches eine forensische Ermittlung durchführt, hätten sie es sicher nicht gewagt, die Daten zu manipulieren.

Nichtsdestotrotz, es sieht so aus, als hätten sie genau das getan. Diesen Monat hat die WorkingGroup on Syria, Propaganda and Media – eine Gruppe aus Akademikern, die zunehmend skeptisch über das westliche Narrativ zu Syrien geworden sind – ein internes, durchgestochenes Dokument der OPCW veröffentlicht.

https://drive.google.com/file/d/1ayBv-nEOMTtIc-QOvejQBdCnZQXTuJ5z/view

Ein paar Tage später hat die OPCW widerwillig eingeräumt, dass das Dokument echt sei, und dass man die Verantwortlichen des Leaks identifizieren und zur Rechenschaft ziehen werde.

https://hitchensblog.mailonsunday.co.uk/2019/05/strange-news-from-the-opcw-in-the-hague-.html

Bei diesem Dokument handelt es sich um eine Einschätzung (unter Aufsicht von Ian Henderson, einem hochrangigen OPCW-Experten) der technischen Daten, die von der Erkundungsmission der OPCW zusammengestellt wurde, die den Ort des Douma-Angriffs besucht hatte. Deren Ergebnisse widersprechen völlig dem veröffentlichten Bericht der OPCW.

Aus dem Protokoll gelöscht

Das geleakte Dokument ist aus zweierlei Gründen sehr beunruhigend.

Erstens widerspricht die Einschätzung, die auf den verfügbaren technischen Daten basiert, den Schlussfolgerungen des Abschlussberichts der OPCW, wonach die zwei Chemie-Zylinder aus der Luft abgeworfen wurden und durch das Dach des Gebäudes geschlagen sind. Stattdessen wird in dem Leak behauptet, dass es wahrscheinlicher sei, dass die Zylinder an den vorgefundenen Orten platziert wurden.

Wenn das stimmt, dann ist die wahrscheinlichste Erklärung die, dass die Zylinder dort von AlQaeda-Gruppen platziert wurden – vermutlich ein letzter verzweifelter Versuch, den Westen zu einer Intervention zu überreden und zu verhindern, dass die Dschihadisten aus Douma vertrieben werden.

Aber noch schockierender ist die Tatsache, dass die Einschätzung der Experten, die auf den vom OPCW-Team gesamelten Daten basiert, in dem Abschlussbericht der OPCW völlig außer Acht gelassen wurde.

Nicht dass der Abschlussbericht die Ergebnisse seiner eigenen Experten dementiert oder zurückweist. Er ignoriert sie ganz einfach. Er tut so, als würden sie nicht existieren. Der Bericht schwärzt sie, löscht sie aus dem offiziellen Protokoll. Kurzum, es wurde eine massive Täuschung verübt.

Experten wurden ignoriert

Das Ganze wäre eine Nachricht auf der Titelseite, wenn wir verantwortungsvolle Medien hätten, die sich um die Wahrheit und um informierte Leser kümmern würden.

Wir wissen nun, dass die USA Syrien aus total erfundenen Gründen angegriffen haben, und dass die OPCW – eines der respektiertesten und verbindlichsten Organe der internationalen Gemeinschaft – auf frischer Tat bei einer unglaublichen Täuschung mit schwerwiegenden geopolitischen Folgen erwischt wurde. (Eigentlich ist es nicht das erste Mal, dass die OPCW bei so etwas ertappt wurde, ich habe das schon früher erklärt:

https://www.jonathan-cook.net/blog/2017-11-21/monbiot-still-burying-his-head-in-the-sand/

Die Tatsache, dass die OPCW ihre eigenen Experten und die Ergebnisse ihres eigenen technischen Teams ignoriert hat, weil die politisch nicht genehm waren, das wirft einen dunklen Schatten auf die gesamte Arbeit der OPCW in Syrien und darüber hinaus. Wenn sie sich auf eine Täuschung in diesem Fall eingelassen haben, warum sollten wir annehmen, dass sie das nicht auch in anderen Fällen taten (wenn es sich als politisch vorteilhaft herausstellt)?

Aktive Kombattanten

Die Berichte der OPCW über andere mögliche Chemie-Angriffe – und die die westlichen Bemühungen unterstützten, Assad zu beschuldigen – sind jetzt ebenfalls verpestet. Das trifft vor allem deshalb zu, da in diesen anderen Fällen die OPCW ihre eigenen Prozeduren verletzt hat, indem sie voreilig Schlüsse zog, ohne Experten vor Ort, an den Orten der mutmaßlichen Angriffe. Stattdessen erhielt man Proben und Fotos von AlQaeda-Gruppen, die leicht an den Beweisen hätten manipulieren können.

Trotzdem hört man von den Konzernmedien keinen Muckser über das Auffliegen dieser Unehrlichkeit der OPCW, abgesehen von Kommentaren der beiden einzigen unkonventionellen Mainstream-Journalisten in Großbritannien – Peter Hitchens, ein konservativer, aber geistig unabhängiger Kolumnist für die Mail on Sunday, und der altgediente Kriegskorrespondent Robert Fisk von der leicht roten Zeitung The Independent (mehr über seine spezielle Rolle in Douma gleich).

So wie die OPCW die Ergebnisse ihrer technischen Experten gelöscht hat, um politisch Unangenehmes zu vermeiden, so haben die Medien entschieden, über diese neue, politisch heikle Information zu schweigen.

Sie zogen es vor, das diskreditierte Narrativ aufzubauschen, dass unsere Regierungen gehandelt hätten, um die Menschenrechte gewöhnlicher Syrer zu schützen, anstatt die Realität zu verbreiten, dass sie aktive Kombattanten in diesem Krieg waren, die mithalfen, ein Land dermaßen zu destabilisieren, was in Syrien zu riesigem Leid und vielen Toten geführt hat.

Systematisches Versagen

Dies ist kein einmaliges Versagen. Es ist Teil einer Reihe von Versäumnissen, die die Konzernmedien bei ihrer Berichterstattung über Douma begangen haben.

Sie haben zum Zeitpunkt der angeblichen Angriffe sehr offensichtliche Gründe zur Vorsicht ignoriert. Der preisgekrönte Reporter Robert Fisk war unter den ersten Journalisten, die Douma kurz nach den Ereignissen besucht haben. Er und ein paar andere unabhängige Reporter haben Augenzeugenberichte übermittelt, die völlig konträr zu dem gemeinsamen Narrativ sind, das von AlQaeda-Gruppen und westlichen Regierungen verbreitet wird, dass Assad Douma mit chemischen Waffen bombardiert habe.

Die Konzernmedien haben sich auch über eine folgende Pressekonferenz lustig gemacht, bei der viele der vermeintlichen Opfer jenes angeblichen Chemie-Angriffs auftraten, um zu zeigen, dass sie unverletzt waren und die darüber berichteten, wie sie dazu gezwungen worden waren, ihre Rollen zu schauspielern.

https://www.jonathan-cook.net/blog/2018-04-28/the-west-closes-its-ears-to-douma-testimony/

Und jetzt haben die westlichen Medien bei diesem Versagen nachgelegt und auch das geleakte OPCW-Dokument ignoriert – was ihr systematisches Verhalten offenbart.

Aber es wird noch schlimmer – viel schlimmer.

AlQaeda-Propaganda

Diese Woche haben die selben AlQaeda-Gruppen, die schon in Douma zugegen waren – und dort diesen tödlichen Angriff inszeniert haben könnten – behauptet, dass die syrische Regierung wieder einen Chemiewaffen-Angriff gegen sie verübt hätten, dieses Mal auf ihre letzte Bastion in Idlib.

Verantwortungsbewusste Medien, Medien, die an Fakten interessiert wären, an Beweisen, am Verbreiten der Wahrheit, die den Mächtigen die Meinung geigen, solche Medien wären verpflichtet, diese jüngste, unbegründete Behauptung in einen Zusammenhang zu bringen mit den neuen Zweifeln über den OPCW-Bericht über den Chemieangriff vom letzten Jahr und der Assad die Schuld gab.

Wenn man bedenkt, dass die technischen Daten davon ausgehen, dass AlQaeda-Gruppen (und die Weißhelme, die eng mit ihnen zusammenarbeiten) für die Inszenierung des Angriffs verantwortlich waren – und möglicherweise sogar Zivilisten ermordet haben, um den Angriff überzeugender aussehen zu lassen – so hätten die Konzernmedien die professionelle und moralische Pflicht, die Angelegenheit des geleakten Dokumentes vorzubringen.

Das ist von großer Bedeutung, da jeder abzuwägen versucht, ob die jüngsten Behauptungen von AlQaeda wahr sein könnten. Indem man den Lesern diese Information vorenthält, stellt man sich auf eine Seite und betreibt Propaganda nicht nur für die westlichen Regierungen, sondern auch für AlQaeda.

Und genau das haben die westlichen Medien gerade getan. Sie alle.

Medien, die Stalin würdig sind

Wie schwerwiegend ihre Vernachlässigung der elementarsten journalistischen Pflichten ist, wird deutlich, wenn wir die unkritische Berichterstattung des Guardian über dschihadistische Behauptungen zu dem jüngsten angeblichen Chemie-Angriff bedenken.

Wie die meisten anderen Medien enthielt der Guardian-Artikel zwei seltsame Anspielungen – eine aus Frankreich, die andere aus den USA – auf die Täuschung, die von der OPCW in ihrem vergangenen Douma-Bericht begangen wurde. Der Guardian berichtet über diese Anspielungen, obwohl er zuvor nicht einmal irgendwo auf seinen Seiten über diese Täuschung berichtet hatte.

https://www.theguardian.com/world/2019/may/22/us-accuses-syrian-government-of-fresh-chemical-weapon-attack

Mit anderen Worten: Die Konzernmedien sind so sehr darauf bedacht, für die Westmächte Propaganda zu betreiben, dass sie über die Leugnung offiziellen Fehlverhaltens berichten, obwohl sie nie über das tatsächliche Fehlverhalten berichtet hatten. Man kann sich schwer vorstellen, dass sich die sowjetischen Medien unter Stalin so feige und unehrlich verhalten hätten.

Die Konzernmedien haben Frankreich und den USA ein Plattform gegeben, um Vorwürfe gegen die OPCW zurückzuweisen, die die Medien selbst nie öffentlich gemacht haben.

Zweifel an der OPCW

Im Folgenden finden Sie eine kurze Äußerung (die ohne den obigen Kontext unverständlich ist) aus Frankreich , die vom Guardian in Bezug auf die jüngste Behauptung berichtet wurde, dass Assads Streitkräfte dies Woche Chemiewaffen eingesetzt haben: „Wir haben volles Vertrauen in die Organisation für das Verbot chemischer Waffen.“

Aber niemand – außer Bloggern und Wissenschaftlern, die von den Medien und staatlichen Behörden ignoriert werden – hat jemals Zweifel über die OPCW geäußert. Warum sollte der Guardian denken, dass dieser französische Kommentar berichtenswert sei, außer es gäbe Zweifel an der OPCW? Und wenn es Gründe für derartige Zweifel gibt: Warum hat der Guardian nicht daran gedacht, solche Zweifel zu veröffentlichen, sie seinen Lesern zu melden?

Auch das US-Außenministerium kam der OPCW zu Hilfe. Im gleichen Guardian-Bericht wird ein US-Beamter zitiert, der sagte, dass die OPCW mit „einer anhaltenden Desinformationskampagne“ konfrontiert sei und dass diese Kampagne „dazu gedacht sei, das falsche Narrativ zu erzeugen, dass andere (und nicht Assad) für Chemiewaffen-Angriffe verantwortlich seien.“

Also auch Washington weist Anschuldigungen gegen die OPCW zurück, über die von den staatlichen und den Konzernmedien nie berichtet worden ist.

Interessanterweise behaupten sie im Fall des US-Beamten, dass Syrien und Russland hinter der „Desinformationskampagne“ gegen die OPCW stecken würden. Obwohl die OPCW zugegeben hat, dass das geleakte Dokument, das ihre Arbeit diskreditiert, echt ist und von einem ihrer Experten verfasst wurde.

Die OPCW ist natürlich nur dadurch diskreditiert, weil sie Beweise aus dem geleakten Dokument verborgen hat, die Assad wegen des Chemie-Angriffes vom letzten Jahr entlastet hätte. Schwer zu erkennen, wie man Syrien und Russland dafür beschuldigen könnte.

Sie konspirieren bei der Täuschung

Während amerikanische und französische Beamte wenigstens zugeben, dass es Zweifel über die Rolle der OPCW in Syrien gibt (auch wenn sie solche Zweifel ungerechtfertigterweise zurückweisen), so ist noch erstaunlicher, dass die Konzernmedien solche Zweifel einfach ignorieren, so als würde es sie gar nicht geben.

Der andauernde Medien-Blackout über das geleakte OPCW-Dokument kann nicht als Versehen betrachtet werden. Das zieht sich sich systematisch quer durch alle Medien.

Dieser Blackout hält unvermindert hartnäckig an, selbst nachdem die OPCW zugegeben hat, dass das diskreditierende, geleakte Dokument echt ist, und wo sogar westliche Länder selbst auf das geleakte Dokument anspielen.

Die Konzernmedien konspirieren aktiv sowohl bei der ursprünglichen, von AlQaeda und den westlichen Mächten begangenen Täuschung, als auch bei der folgenden Unehrlichkeit der OPCW. Sie haben zusammengearbeitet, um die westliche Öffentlichkeit zu täuschen.

Die Frage ist, warum sind die Medien so offensichtlich inkompetent? Warum sind sie so scharf darauf, sich selbst und die Leserschaft im Dunkeln zu lassen? Warum sind sie so bereit, dubiose Narrative im Namen westlicher Regierungen voranzutreiben, die immer wieder gezeigt haben, dass sie gelogen haben.

Der Iran ist das wahre Ziel

Der Grund ist, dass die Konzernmedien nicht das sind, was sie behaupten. Sie sind kein Wachhund für die Mächtigen, auch keine Vierte Macht.

Die Medien sind eigentlich der PR-Flügel einer Handvoll riesiger Konzerne – und Staaten – die im Nahen Osten zwei Hauptziele verfolgen.

Zum ersten wollen sie die Kontrolle über das Erdöl. Die Unterstützung von AlQaeda in Syrien – zusammen mit ihrem Propagandakrieg – gegen die Assad-Regierung dient einem größeren westlichen Plan. Die USA und der NATO-Block haben es letztendlich auf die Führung des Iran abgesehen, der einzige große Ölproduzent der Region, der nicht unter der imperialen Fuchtel des USA steht.

Mächtige schiitische Gruppen in der Region – Assad in Syrien, die Hisbollah im Libanon und irakische Führer, die durch unsere Invasion in dieses Land 2003 zu Macht kamen – sind Verbündete oder potentielle Verbündete des Iran. Wenn sie ins Spiel kommen, ist der Manövrierraum des US-Imperiums bei einer Auseinandersetzung mit dem Iran begrenzt. Entfernt man diese kleineren Spieler, so steht der Iran isoliert da und ist verletzlich.

Deshalb hat Russland vor einigen Jahren in Syrien interveniert, um Assad zu retten, um das Fallen der Dominosteine zu verhindern und um zu verhindern, dass die USA einen Dritten Weltkrieg um den Nahen Osten herum entzünden.

Zweitens: Da der Nahe Osten in Ölgeld schwimmt, haben westliche Konzerne die Chance, mehr von den lukrativen Waffen zu verkaufen, die in offenen und verdeckten Kriegen wie dem in Syrien eingesetzt werden, der seit acht Jahren wütet.

Welchen besseren Profit-Erzeuger gibt es für diese Unternehmen, als verschwenderische und sinnlose Kriege gegen fabrizierte Feindbilder wie Assad?

Wie ein Todeskult

Von außen sieht das aus und klingt das wie eine Verschwörung. Aber eigentlich ist es etwas Schlimmeres – und viel schwieriger zu überwinden.

Die Konzerne, die unsere Medien und unsere Regierungen leiten, haben in ihren – und unseren – Köpfen ganz einfach den Gedanken durcheinander gebracht, dass ihre engen Konzerninteressen gleichbedeutend mit „westliche Interessen“ seien.

Das falsche Narrativ, das sie erzeugen, soll einem Machtsystem dienen. Ich habe das in früheren Blogs beschrieben.

https://www.jonathan-cook.net/blog/2018-09-15/why-were-blind-to-the-system-destroying-us/

Die Weltanschauung und die Werte dieses Systems werden von einem verzauberten Kreis aus Politikern, Generälen, Wissenschaftlern, Journalisten und anderen durchgesetzt, die so handeln, als wären ihnen von einer Art Todeskult die Gehirne gewaschen worden. Sie sehen die Welt durch ein einziges Prisma: Das Bedürfnis des Systems, an der Macht zu bleiben. Alles andere – Wahrheit, Beweise, Gerechtigkeit, Menschenrechte, Liebe. Mitgefühl – muss in den Hintergrund treten.

Es ist dasselbe System, das paradoxerweise dazu entschlossen ist, sich selbst zu erhalten, auch wenn es bedeutet, den Planeten zu zerstören, unsere Ökonomien zu plündern und endlose, zerstörerische Kriege zu führen. Es ist ein System, das uns alle in den Abgrund ziehen wird, wenn wir es nicht aufhalten.

The Western Media is Key to Syria Deceptions 

https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/syrien-opcw-29-05-2019/

Diskussionen

4 Gedanken zu “Die westlichen Medien spielen bei den Syrien-Täuschungen eine Hauptrolle

  1. „100e weisser Toyotas standen im Hafen von Eilath bereit zur Verschiffung“ berichtete mir vor 4 Jahren ein Freund von seiner 14tägigen Urlaubsreise.

    Liken

    Verfasst von Salander | 2. Juni 2019, 10:55
    • Ah ja, man darf aber auch Jankel/ Weybridge nicht vergessen, hier ein Projekt, daß sie mit dem Königreich Jordanien zusammen gemacht haben :

      http://www.jankel.com/fox-long-range-patrol-vehicle-lrpv

      Trudeau hatte im Wahlkampf versprochen die CDN Truppen aus Sy abzuziehen, mußte er dann ja wohl einhalten. Trotzdem mußte er CDN mit 2,5 mio CDN $ freikaufen (1,9 US $), offiziell an OPCW für die Aufklärung von Khan Shaikoun. Während ein Syrer vom Bodensee schon nach 2 Tagen am Kraterchen stand (er reist regelmäßig nach Idlib, um seine medical points zu betreuen und sammelt eifrig Spenden in D), erschien OPCW erst Monate später mit einer Flotte gepanzerter Jankel- Toyotas.

      dual use oder besser: dual profit

      Liken

      Verfasst von zivilistin | 25. August 2019, 12:45
  2. Immer die gleiche Nummer. Douglas Reed lässt grüßen. Oder

    https://www.publicomag.com/2019/05/publico-dossier-die-psychologie-des-gruenen-erfolgs/

    Oder

    https://www.paulcraigroberts.org/2019/05/13/the-lies-about-world-war-ii/

    Die Liste könnte ich endlos fortsetzen!

    Liken

    Verfasst von Salander | 1. Juni 2019, 22:26
  3. Der Titel ist sehr freundlich formuliert.

    Der Krieg gegen Syrien ist zum größten Teil ein privates Unternehmen. Thierry Meyssan hat das für Holcim Lafarge aufgezeigt. Reuters saß nicht nur bei 9/11 auf der Seite der Regie, sondern ist in Syrien ganz klar Kriegspartei. Petraeus organisiert nicht nur die Flutung Syriens mit Waffen, er organisiert sie auch weitgehend als privates business, Jankel, Weybridge, England hat zusammen mit dem Königreich Jordanien die Terroristen Toyotas entwickelt und baut auch die Toyotas für die OPCW Schlafmützen. und das Söldnerwesen, übrigens hauptsächlich Britisch, dürfte auch bereits bekannt sein.

    Die z.T. geheime US & NATO Bürokratie konzentriert sich darauf, den totalen Krieg zu stabilisieren.

    Liken

    Verfasst von zivilistin | 1. Juni 2019, 16:34

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Archive

%d Bloggern gefällt das: